Wie es zur Veröffentlichung meines ersten Buches kam …

„Du schreibst fantastische Aufsätze“, sagte meine Deutschlehrerin in der Schule und ich war froh, wenigstens in einem Bereich Lob einzuheimsen. Die Aufsätze waren ein leichtes für mich, den meine Fantasie kannte damals keine Grenzen!

Nach der Schule erlernte ich, wie es sich gehörte, einen Beruf, in dem ich es bis zur Leitung der Dekorationsabteilung schaffte und wo ich meiner Kreativität freien Lauf lassen durfte. Manchmal ein bisschen zu krass, was aber den Effekt hatte, dass die Menschen mit offenen Mündern vor den Schaufenstern standen und entweder lachten oder verständnislos den Kopf schüttelten. Auf jeden Fall erregten meine Arbeiten Aufmerksamkeit.

Schritt für Schritt stieg ich die Karriereleiter hoch, brachte eine Tochter zur Welt und war in der Folge zweimal verheiratet. Mit Ende 30 schmiss ich alles hin und segelte mit meinem zweiten Mann in drei Jahren um die Welt. Endlich konnte ich wieder schreiben und füllte sechs Tagebücher mit meinen Segelerlebnissen.

Wieder in Österreich, war ich schnell integriert. Es war, als wäre ich nie fort gewesen, nur zum Schreiben war keine Zeit mehr. Stattdessen machte ich Karriere. Darauf folgten zwei unvorhersehbare Ereignisse, die mein ganzes Leben auf den Kopf stellten. Eines Tages verließ mich der Mann, mit dem ich siebzehn Jahre Freud und Leid geteilt hatte und der mich sicher durch die ganzen Ozeane navigiert hatte, ohne sich zu verabschieden. Einfach so. Das war der erste Schock. Gleich darauf folgte der zweite. Ich verlor meinen Job.

Wieder fing ich an zu Schreiben. Diesmal die Geschichte über die Weltumsegelung. Schreiben war zu diesem Zeitpunkt eine Ersatz Therapie für mich. Es lenkte mich vom Kummer ab. Bei BOD ließ ich fünf Exemplare drucken. Für mich, meine Tochter und Freunde. Zufrieden war ich mit dem Ergebnis nicht. Schnell entdeckte ich Fehler im unlektorierten Werk. Alles in allem war ich nicht glücklich, mit dem was ich geschrieben hatte.

Danach- Neustart mit Fünfzig. Ausbildung zur Trainerin im Erwachsenen-Bildungsbereich. Mein Broterwerb bis zur Pension. Leider war dieser Job extrem schlecht für meine Nerven. Ich konnte meinen 60er kaum erwarten, um endlich in Pension gehen zu können. Dann würde ich endlich wieder Zeit zum Schreiben haben! Und so war es dann auch.

Während der Reisen mit meinem Mann, richtete ich einen Blog ein. Täglich veröffentlichte ich eine Geschichte. Mein Buch über die Weltumsegelung hatte ich zwar noch im Hinterkopf, aber so richtig Bock, mich noch einmal intensiv damit zu beschäftigen, hatte ich nicht. Letzten November besuchte ich einen Autoren- Kurs auf der Volkshochschule, um herauszufinden, ob meine Schreiberei überhaupt was taugt. Über Weihnachten gab ich Kerstin der Kursleiterin mein Weltumsegelung- Manuskript und bat sie es zu lesen und mir ehrliches Feedback zu geben.

Wie würde sie es finden? Falls es Schrott sein sollte, schwor ich mir, das Schreiben sein zu lassen. Das Gegenteil war der Fall. Da mein Buch die Reise nur bis in die Südsee dokumentierte, meinte sie ich solle unbedingt eine Fortsetzung schreiben, denn es gefiele ihr ausgesprochen gut. Das aus dem Mund eines Profis war wie Balsam auf meiner Schreiberling Seele. Gleichzeitig wurde in Salzburg der Verlag https://www.story.one.de gegründet.

Hier konnte jeder der Lust hatte, auf ihrer Internet Plattform eine oder mehrere Storys veröffentlichen. Einzige Auflage; maximal 2500 Zeichen! Das war ganz schön schwer, aber man lernt, sich beim Schreiben auf das Wesentliche zu konzentrieren. Nach 12 Storys und zwei Gedichten beschloss ich, mein erstes Büchlein mit diesen Verlag zu publizieren. Nun ist es veröffentlicht und in allen Buchhandlungen und Online erhältlich.
Es ist ein erhabenes Gefühl, das erste eigene Buch in Händen zu halten. Jetzt schreibe ich schon am zweiten und mein Manuskript über die Weltumsegelung wird gerade lektoriert. Ich bin happy und kann nur jedem, der gerne schreibt raten, dran zubleiben. Es lohnt sich!

Eure Lo.

Buch

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Ich bin aufgeschlossen, schaue gerne hinter die Kulissen und lasse mich von Blendern nicht aufs Glatteis führen. Menschen die offen und freundlich sind und die zurücklächeln, wenn man sie auf der Straße trifft, schätze ich. Die Grantigen können mir gestohlen bleiben. Ich schreibe für mein Leben gerne und kann dies nun endlich ohne Einschränkung tun! Ruhestand ist schon was schönes- schwöre!

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