Schreibhemmung?

Manchmal klappt es einfach nicht mit dem Schreiben. Manchmal bringt man einfach nichts auf den Bildschirm. Längst sollte ich mit dem Schreiben des zweiten Teiles über meine Segelabenteuer in der Südsee beginnen, aber ich kann nicht. Ist ja auch schon lange her! Ich lese im damaligen Tagebuch und nehme nichts wahr.  Ich wundere mich höchstens, was ich damals alles ausgehalten habe, und lege es wieder weg.

Schreibhemmung? Keine Ahnung wie sich sowas anfühlt, aber könnte vielleicht eine sein. Ich finde, man kann einfach nicht immer schreiben. Vielleicht interessiert sich auch niemand dafür. Wer weiß? Aber es gibt auch andere Tage, da geht es wie geschmiert. Ok, ich versuche es noch einmal. Langsam kommen meine Gedanken zur Ruhe und ich beame mich in die Südsee. Ich will mich daran erinnern, wie es sich anfühlte-  damals am Schiff.

Das ständige Geschaukel, die langen Nachtwachen, das viele lesen, den Schrecken, wenn sich die Geräusche rund um das Schiff plötzlich anders anhörten als gewohnt. Die Ängste vor Zusammenstößen mit Tankern, Walen oder herrenlosen Containern. Die Routine der Nachtwachen. Drei Stunden Schlaf, drei Stunden Wache. Der Rundblick, alle zehn Minuten. Die Sterne, die Wolken, der Wind. 

Das Gefühl, wenn man nach drei Stunden in denen man kaum geschlafen hat, wieder aus der klammen Koje gerufen wird. „Wachwechsel, Wachwechsel“. Die Glieder bleiern, die Augen geschwollen, die Verwirrtheit und Orientierungslosigkeit. Festhalten, Vorsicht, erst mal schauen wie das Wetter ist. Pechschwarze Nacht, rauschende Wellen, schlagende Segel. Und wieder und wieder kriecht man aus dem Niedergang. Nächtelang-Wochenlang.

Ich merke schon, es wird wieder. Es wird mit der Erinnerung, mit dem Gefühl und mit dem Eintauchen in diese Momente. Nun bin ich bereit, für diese Zeitreise in die Vergangenheit. Nun blättere ich wieder schneller im Tagebuch, nun will ich es wissen; wie war das noch, wie ging es weiter und vielleicht wollen es auch andere wissen. Vielleicht …

Action Weltumsegelung

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Leben und Leben lassen, ist meine Devise. Menschen die offen und freundlich sind,mag ich. Schreiben wirkt gleichermaßen entspannend aber auch aufregend für mich. Es ist einfach schön, Gedanken in Worte zu fassen und nun endlich auch die Zeit dafür zu haben.

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