BUCHAUSZÜGE

Aus „Mixed Pickles 2“

Der „putzi blick“

Regen, Regen, Regen. Mein kritischer Blick entdeckt beim Betreten des Wohnzimmers nichts Auffälliges. Die beiden mir bekannten Arten von Staub, scheinen unsichtbar geworden zu sein. Das fahle Licht des düsteren Tages entzieht sie meinem „Putzi- Blick“.Ich lege mich entspannt auf die einladende Couch und nehme ein längst überfälliges Buch zur Hand. Es besteht aus vielen, vor allem uninteressanten Seiten. Die Handlung ist kompliziert, der Stil anstrengend. Ich muss mich richtig konzentrieren, um nicht den Faden zu verlieren. Prinzipienlose, würden einfach den Schluss lesen, das vermutlich einzig Interessante an diesem Wälzer.Schon nach zehn Minuten langweile ich mich. Genau in diesem Moment kommt die Sonne hinter den dunkel umrandeten Regenwolken hervor und strahlt durch das frisch geputzte Fensterglas. Ich genieße das Gefühl, eine ordentliche Hausfrau zu sein und wende mich wieder selbstzufrieden dem Buch zu. Dabei streift mein Blick zufällig den gläsernen Beistelltisch.

Fortsetzung im Buch “ Mixed Pickles 2″, ab Sommer im Handel

Mary the Sailor

Es war 1996 im Hafen von Suva. Mit uns lagen ungefähr 20 Yachten vor Anker. Darunter eine kleines aber starkes Schiff, dass einer englischen Seglerin gehörte. Männer die alleine unterwegs waren, gab es einige. Sie schipperten mehr oder weniger freiwillig und einsam um den Globus. Frauen jedoch, waren eine Seltenheit. Zu ihnen gehörte Mary. Alleine zu segeln, hätte auch mir gefallen, aber es tatsächlich zu wagen, war mir dann doch zu mühsam. Zu zweit war es einfach leichter.Wenn man es genau nahm, war auch Mary nicht ganz alleine. Vor eineinhalb Jahren hatte sie sich in der Karibik, in Jean- einen Franzosen verliebt, der ebenfalls alleine auf einer kleinen aber schnellen Rennyacht unterwegs war. Grundsätzlich gelten die Franzosen als die sportlichen und die Engländer als die gemütlichen Fahrtensegler. Schon aus diesem Grund kam für Mary ein „zusammenziehen“ nie in Frage. Für Mary galt die Regel; „Love ist one kind of a thing, Sailing is another!“ Auf keinen Fall wollte sie ihre Unabhängigkeit als Skipperin des eigenen Schiffes aufgeben. „Oh, schwärmte sie, it’s sooo nice, to meet again.“ Im Hafen verbrachte sie jede Minute mit ihrem Jean und genoss ihre ungewöhnliche Beziehung. Das hatte Folgen. Mary wurde schwanger. Auf Suva war sie im achten Monat. Die immer fröhliche Mary trug grundsätzlich geblümte Kleider mit Strohhut und farblich passendem Band. Auch an Bord. Sie war von einer ungewöhnlich positiven Aura umgeben und ihr Urvertrauen schien ihr unglaubliche Kraft zu verleihen. Genau das strahlte sie auch an jenem Tag aus, an dem sie uns alle verblüffte. Am frühen Vormittag drehte sie, unter Motor mit ihrer starken, kleinen Yacht eine Runde um uns ankernden Segler. Natürlich alleine. Ihr Liebster begleitete sie in gebührendem Abstand auf eigenen Kiel. Wir staunten nicht schlecht, als wir erfuhren, dass sie in ihrem „Zustand“ alleine nach Neuseeland segeln wollte …
© LoPadi
Die vollständige Geschichte findet ihr im Buch „Mixed Pickles“
Buch im Handel und online erhältlich

Versuchung

Da war er wieder- dieser Impuls. Er kam aus dem Nichts, einfach so. Er traf Rosalind unvorbereitet wie immer. Sollte sie nachgeben? Sollte sie standhaft bleiben? Rosalind fühlte wie das Verlangen und der Puls langsam anstiegen. Wie der verführerische Gedanke sie lockte. Sollte sie den Schritt wagen? Es würde nur etwas Anstrengung bedürfen ein kurzes Verlassen der warmen, gemütlichen Komfortzone, ein paar Schritte nur.
Rosalind stellte sich das Glücksgefühl vor, dass sie durchströmen würde, wenn sie diesem plötzlichen Impuls folgte und erschauerte wohlig. Gleichzeitig wusste sie, dass sie damit ein ihr selbst auferlegtes Tabu brach.
War es das wert?
Tausend Gedanken schossen Rosalind durch den Kopf. Ihre Zukunft hing von dieser Entscheidung ab. Dieser Entscheidung, geboren aus einem lächerlichen, spontanen Impuls. Sie fühlte sich plötzlich willenlos, elend und schwach. Verzweifelt versuchte sie Bilder herauf zu beschwören, die sie daran hindern sollten, diese Torheit zu begehen. Diese Bilder halfen tatsächlich ein wenig und brachten Rosalind zur Vernunft. Ihr Pulsschlag beruhigte sich, die verführerischen Gedanken wurden schwächer. Sie dachte schaudernd an die Konsequenzen. Sie wären ZU fatal. Es würden etwas an ihr ruinieren, zerstören und am Ende ihr Selbstbewusstsein auslöschen. Für manche würde sie sogar unsichtbar werden. Da war Rosalind ganz sicher. Warum nur war es so schwer, dieser Versuchung zu widerstehen?
© LoPadi

Die vollständige Geschichte findet ihr im Buch „Mixed Pickles“
Buch im Handel und online erhältlich

Action

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Ich bin aufgeschlossen, schaue gerne hinter die Kulissen und lasse mich von Blendern nicht aufs Glatteis führen. Menschen die offen und freundlich sind und die zurücklächeln, wenn man sie auf der Straße trifft, schätze ich. Die Grantigen können mir gestohlen bleiben. Ich schreibe für mein Leben gerne und kann dies nun endlich ohne Einschränkung tun! Ruhestand ist schon was schönes- schwöre!

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