„Waldbaden“ mit Hindernissen

Habt ihr schon vom Trend des Waldbadens gehört? Mich hat das neugierig gemacht und ich habe recherchiert. Es werden tatsächlich Kurse in denen man sich zur Waldbaden- Trainerin ausbilden lassen kann, angeboten. Zwei Module zu je drei Tagen, um schlappe 1.100 Euronen! Danach ist man zertifizierte WaldversteherIn mit dem Anrecht auf Weitergabe des erworbenen Wissens. Außerdem gibt es reichlich Literatur zu „Shinrin Yoku wie die Japaner das baden im Wald nennen. Kommt ja von dort. 1980 wurde diese bahnbrechende Idee geboren.

Geschichte

Schon der persische König Cyrus hat vor 2500 Jahren erkannt, dass Bäume gestresste Menschen „entschleunigen“. Er ließ in der damaligen Hauptstadt einen riesigen Park anlegen. Kluger Mann, denn Sensible wissen um die beruhigende Wirkung eines entspannten Momentes in einem Park oder Wald. Aber Waldbaden? Da wird ja der Hund in der Pfanne verrückt, dachte ich und wagte es heute gemeinsam mit meinem Mann auf eigene Faust. Schwarzbaden sozusagen …

Unser Zugang zum Wald

Es ist ja nicht so, dass wir uns im Wald nicht auskennen. Es ist auch nicht so, dass wir uns dort nicht zu benehmen wissen. Wir halten Wanderwege ein und die Klappe halten wir auch. Ein sensibler Mensch geht ja in den Wald um die Ruhe zu genießen und um vielleicht sogar eines scheuen Rehleins ansichtig zu werden. Sowas funktioniert nur bei Stille. Und was wir selbst mitbringen, nehmen wir selbstverständlich wieder mit nach Hause!

Lass uns auch einmal „baden“ …

Seit dem schneereichen Winter waren wir nicht mehr in unserem Stamm-Wald. Die Schneemassen haben sich ja gerade erst in Wasser aufgelöst und das einst blendende Weiß hat sich in eine braune Suppe, welche die Flüsse fast zum Überlaufen bringt, verwandelt. Wir finden, dass es gerade heute ideal ist, um Waldwandern, Pardon baden zu gehen. Wir also los. Statt Seebad Waldbad. Toll was man heutzutage für Möglichkeiten hat!

ABER …

… was ist bloß mit dem Wald geschehen. Die vertrauten Pfade sind kaum wiederzuerkennen. Überall liegen entwurzelte oder geknickte Bäume die uns den Weg versperren. Absicht? Lässt uns der Wald ohne Zertifikat nicht mehr rein? Aber wir sind ja nicht blöd. Wir kennen unseren grünen Freund und wissen wie schlimm ihm die Schneemassen des vergangenen Winters zugesetzt haben. Es war einfach zu viel für ihn. Viele unserer grünen Freunde liegen darnieder oder sind unter der Last eingeknickt. So baden wir quasi im Wildwasser und müssen um viele Hindernisse herumschwimmen. Macht aber auch Spaß und ist außerdem gut für die Kondition!

Fazit

Und so genießen, spüren und erfreuen wir uns an unserem geliebten Wald. Und das aus einem ganz einfachen Instinkt heraus. Wir spüren es einfach. Wir brauchen keine Anleitung dazu. Es passiert einfach, sobald wir den Wald betreten. Ob man das lernen kann? Ob man dem ganzen einen Namen geben muss? Keine Ahnung, von mir aus gerne. An einem Baumstumpf hat mich schließlich der Übermut gepackt und ich habe mich im Holzstock-Brustschwimmen versucht. Ich wollte einfach mal richtig Waldbaden!

… und- habt ihr schon Erfahrung im Waldbaden?

Schönen Sonntag noch- Eure Lo :-))

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Ich bin aufgeschlossen, schaue gerne hinter die Kulissen und lasse mich von Blendern nicht aufs Glatteis führen. Menschen die offen und freundlich sind und die zurücklächeln, wenn man sie auf der Straße trifft, schätze ich. Die Grantigen können mir gestohlen bleiben. Ich schreibe für mein Leben gerne und kann dies nun endlich ohne Einschränkung tun! Ruhestand ist schon was schönes- schwöre!

2 Comments Hinterlasse einen Kommentar

  1. In Japan wird es bereits von Ärzten als „Rezept“ verschrieben. Das Geheimnis dahinter scheint tief zu liegen, vielleicht einfache Schwingungen oder dass der Mensch sich als Teil eines Ganzen empfindet. Vielleicht auch etwas, das tief in den menschlichen Genen steckt.

    Was auch immer der Grund dafür ist, es spielt keine Rolle – lediglich der Umstand, dass es hilft zählt 🙂

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