Fleischersatz …

Plötzlich jede Menge Zeit …

Kennen sie das? Ein Termin fällt aus, der Göttliche ist für zwei Tage geschäftlich unterwegs und man hat plötzlich jede Menge Zeit.  Wie schön! Liegestuhl raus?  Sonnen? Nein, viel zu heiß. Ach ja, der Garten… da gibt es genug zu tun. Unkraut zupfen und vor allem Gießen. Wo ist noch Schatten? Los gehts. Kein Grün ist vor mir sicher, aber irgendwann bin ich auch damit fertig. Was nun? 

Zeit findet Arbeit …

Einkaufen. Ich flaniere etwas ziellos durch die Abteilungen des Supermarktes. Zeit ist schon was Feines. Man muss sich nicht hetzen. Plötzlich eine Erinnerung- in der Sekunde habe ich ein Ziel. Die vegetarische Abteilung. Ich suche und finde sie rechts neben den Würsten. Komischer Platz. Als ob ein echter  Fleischtiger je Veganes ausprobieren würde. Aber bin ich nicht selbst einer und was mache ich nun vor all dem blassen Fleischersatz? 

Marketing

Schuld ist eine Werbebroschüre in der mir Vater und Sohn einer bekannten Leberkäs- Manufaktur weiß machen möchten, dass sie es nach jahrelanger Herumprobiererei  geschafft haben,  Fleischersatz zu basteln der schmeckt.  Das hat sich nun in mein Hirn eingebrannt und jetzt ist es mir wieder eingefallen. Und schau, da ist es ja, das Tiefzieh- Tässchen mit dem Fleischersatz. Drei Euro und ein paar zerquetschte  erscheinen mir geschenkt, für dieses 150 Gramm leichte und angeblich gelungene,  Forschungsprojekt. 

Wenn das Greta wüsste…

…hätte sie bestimmt ihr Freude daran. Da steht nämlich klimaneutral auf der Packung! Gekauft. Schnell düse ich nach Hause, werfe en passant eine Ladung Wäsche in die Maschine und mache, gönne mir vor dem Essen noch eine Runde Yoga. Danach suche in meinen Hochbeeten nach eine Beilage. Ich finde eine Zucchini und in meinem Übermut pflücke ich auch noch eine „Pink Lemon“ zwecks Verfeinerung der Speise. Ich liebe den einzigartigen Duft und Geschmack dieser tollen Frucht.

Ich improvisiere …

Erstmal wird die Zucchini in Scheiben geschnitten und resch angebraten. Noch schnell ein bisschen frischen Knoblauch dazu und das Ei, dass ich in meiner Euphorie beim Auspacken des Einkaufs zerdepscht habe. Ich verschwende nichts. Dann öffne ich aufgeregt die Tiefzieh Tasse. Sechs leichenblasse Fischstäbchen gleiche Dinger liegen nun vor mir. Na ja, Hauptbestandteil sind ja Kräutersaitlinge und Reis. Also kein Wunder. In der Pfanne ist noch Platz, also lege ich die Stäbchen einfach neben die Zucchini. Ich verschwende auch kein Geschirr … Ein wenig Salz noch und dann heißt es warten.

Ergebnis

Nun denn, seht selbst. Optisch nicht so übel, aber so schön gebräunt wie auf der Packung sind sie mir nicht gelungen. Die Tricks der Lebensmittelfotografie kennt man ja. Aber schmeckt es den auch? Die Zucchini sind al dente und durch den Knoblauch und ein wenig Salz genau so wie ich sie mag. Das Ei schmeckt auch ganz gut dazu. Aber jetzt der Fleischersatz. Das Saitling- Reis- Eiweiß Stäbchen. Mhm, der Biss ist etwas gummiartig, aber der Geschmack recht ordentlich. Die Würze ist fein abgestimmt. Der Hauch von Schärfe macht sich bemerkbar. Nicht schlecht. Mit meinem selbstgemachten Spitzkohl Pesto schmeckt es sogar recht gut. Ich esse alle sechs, obwohl ich nur drei vorhatte. Na ja, Hunger hab ich auch.

Ob ich es noch mal kaufen würde?

Ich denke schon. Wenn ich Gäste habe, die gerne vegetarisch essen, dann kann ich mir den Fleischersatz gut auf einem sommerlichen Salat vorstellen. Oder vielleicht auch mit einer schmackhaften Sauce. Wer kein Fleisch mag, für den ist es eine gute Alternative. Ich selbst bleibe bei Fleisch. Gegrilltes oder gebratenes Rind oder Huhn schmecken mir einfach besser.

Fazit:

Ich hätte heute auch auf der faulen Haut liegen können, aber dann wüsste ich nicht, dass es für mich (noch) keinen Fleischersatz gibt …

Action Freizeit Umwelt

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Leben und Leben lassen, ist meine Devise. Menschen die offen und freundlich sind,mag ich. Schreiben wirkt gleichermaßen entspannend aber auch aufregend für mich. Es ist einfach schön, Gedanken in Worte zu fassen und nun endlich auch die Zeit dafür zu haben.

6 Comments Hinterlasse einen Kommentar

  1. Dieser Ersatz ist nicht Labor, sondern besteht nur aus Reis, Pilzen und Eiweiß. Vater und Sohn Neuburger haben sich wirklich Mühe gegeben…😊

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