Nachsaison- oder was?

Nachdem wir das beschauliche Montenegro verlassen haben und wieder über Dubrovnik im schönen aber äußerst gewinnorienten Kroatien einklariert haben, geht die Suche nach sicheren und freien Ankerplätzen los. Frei, bedeutet ohne Bojenfelder, denn eine Nacht vor Boje schlägt »ohne Frühstück« mit mindestens 35 Euro zu Buche.

Einklarieren in Dubrovnik

Ein schwieriges Unterfangen, wie sich bald herausstellt. Bis Korcula haben wir noch das Gefühl, in der beschaulichen Nebensaison zu segeln. Ab Hvar allerdings, sieht die Sache gaaaaanz anders aus.

Viel Wind, aber GSD aus der richtigen Richtung

Die zahlreichen Marinas scheinen hier nach wie vor unzählige Chartercrews auszuspucken, die mit einem Schlag und in Massen unter Motor oder segelnd in den Süden streben. Nun heißt es wieder Acht geben auf so manche in nautischer Hinsicht, sorgenlose Crew.

Wir kämpfen uns tapfer durch den ungewohnten Massen- Segeltourismus und sind froh, als wir den Pulk hinter uns haben. Nähe Trogir laufen wir nach einem anstrengenden Segeltag in eine Bucht ein, die laut der praktischen Segelbroschüre des Herrn K.H. Beständig einen geschützten Liegeplatz verspricht.

Wir freuen uns schon auf ein ruhiges Ankerplätzchen

Während der Ansteuerung überholen wir eine überfüllte Charteryacht mit gezählt 8 Frauen von denen mindestens die Hälfte stockbesoffen ist. Damit reihen sie sich perfekt in die Chartercrews ein, die bereits an den unzähligen Bojen, Schiff an Schiff hängen. Die Bucht ist erfüllt vom Gejohle und Geschrei enthemmter Individuen auf unterschiedlichsten Schiffstypen🤪.

Ich sende eindeutige Signale😬 an meinen Skipper und die werden glücklicherweise richtig interpretiert. Wir drehen ab. Auf der Suche nach einem ruhigen Plätzchen werden wir unweit von Trogir fündig und sind erleichtert, als der Anker in 15 Meter Wassertiefe gleitet.

Hier liegen wir mit nur einem weiteren Schiff und beenden einen anspruchsvollen Segeltag mit einem gemütlichen Abendessen an Bord. Zum Glück gibt es noch Alternativen. Die findet man meist dort, wo es nichts gibt, außer Landschaft und Meer, fernab von Kneipen und Bars.😊

Endlich…

Morgen geht es weiter in Richtung Norden.

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