Der Müll und ich …

Vielleicht stehe ich mit meinem Kummer allein da, aber ich muss meinem Unmut Luft machen. Einerseits reist ein bezopftes Mädchen durch die Welt und moniert unsere marode Umwelt, andererseits scheint der Verpackungsindustrie nach nichts anderem der Sinn zustehen, als uns Konsumenten, zu ärgern.

Egal was ich kaufe, alles ist verpackt, als würden die verantwortlichen Manager abends am Biertisch sitzen, um angeheitert Brain zu stormen, wie sie uns das Leben schwerer machen können. Wenn ich meine neue Zahnpasta an die Bürste lassen möchte, muss ich vorerst die Folie herunter kletzeln und die hält, wie Sau. Am allerschlimmsten sind Werkzeuge verpackt. Nicht nur, dass viele Artikel derartig öffnungssicher eingeschweißt sind, dass man selbst mit der Schere Probleme hat, an das Objekt der Begierde heranzukommen, „nein“ man verletzt sich auch noch an den scharfen Hartplastik-Kanten.

Vermutlich deshalb, weil noch immer davon ausgegangen wird, dass nur Männer Handwerken. Ich fordere daher gendergerechte Verpackungen! (Scherz)
Ja, ich weiß, vieles muss wohl wegen der Hygiene gut verpackt sein. Das ist ja in Ordnung. Wir leben halt in einer First World-super „sauber“ Zeit, aber ist es wirklich bei jedem Artikel notwendig? Jetzt werden schon Orangen geschält, um sie dann unter einer Plastikfolie anzubieten. Ist das noch normal?

Sind wir schon zu faul geworden, um eine Orange zu schälen? Oder ist das politische Absicht, mit dem Ziel eine kollektiv faule Gesellschaft zu schaffen. Zwar betrifft mich das nicht, weil ich so etwas Schwachsinniges nicht kaufe, aber die Tatsache, dass die Industrie eine Zielgruppe namens Schälverweigerer ins Leben ruft, macht, erzürnt mich.

Wie lösen das ältere Menschen? Als inzwischen selbst nicht mehr die Jüngste, frage ich mich, wie machen es jene, mit Arthritis in den Fingern? Wie bringen sie den Drehverschluss eines Glases auf, wenn es bereits mir Mühe bereitet? Kürzlich wollte ich ein Fläschchen mit Zitronensaft öffnen. Ohne Erfolg. Ich musste meinen Mann bitten, mir zu helfen und selbst mein Kraftmensch musste sich anstrengen. Interessant, wie die Industrie gedenkt, dem ganzen Verpackungswahnsinn entgegenzutreten.

Bisher sehe ich kaum Veränderung. Außer einer Handvoll Läden, in denen man trendgerecht „Zero Waste“ kaufen kann. Ich will aber auch keine schwere Gläser hin und her schleppen müssen. Ganz zu schweigen, von den Ressourcen die Glasherstellung verbraucht. Nach dem Gebrauch machen mir die Verpackungen noch einmal jede Menge Arbeit. Nachdem ich mich mit ihnen abgemüht habe, darf ich den ganzen Mist auch noch trennen. Daher mache ich mir immer öfter den Spaß, die Verpackung gleich beim Händler zu entsorgen.

In unseren Breiten wird der Müll zwar großteils recycelt, aber auch nur um mir alsbald in Form einer anderen Verpackung abermals das Leben schwerzumachen. Danke Verpackungsindustrie! Lasst euch endlich etwas einfallen!

5 Comments on “Der Müll und ich …

  1. Solange wir (ich ebenfalls) so kaufen, wie wir kaufen, warum soll sich die Klientelpolitik ändern. Wie wenige wissen tatsächlich, wie viel Macht ein Verbraucher hätte! HÄTTE.
    fg Olaf

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  2. So ist es Olaf. Packen wenigstens wir es an und hören wir nicht auf, an den Domino- Effekt zu glauben …😊

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  3. Für diese Flaschendingsprobleme habe ich einen Glasöffner bekommen. Und bei den kleinen Dingern geht die Rohrzange.
    Mir graust ja immer vor dem Obst unter Folie, sieht aus wie Bakterien-Vorbereitungsherd.
    Viele Grüße

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