AUF DER PIRSCH

Es gibt sehr besondere Pl√§tze in √Ėsterreich und einen solchen haben wir heute besucht. Er ist neben seiner Natursch√∂nheit auch eines der ergiebigsten Pilzreviere.
Um uns das Essen und ein Bier zu verdienen, begaben wir uns vorher auf die Schwammerlpirsch.


Gleich in den ersten drei Minuten kamen mir zwei pr√§chtige Exemplare vor die Linse, die ich jedoch bei n√§herer Betrachtung stehen lie√ü, da die Waldw√ľrmchen sich offensichtlich daran g√ľtlich getan hatten. Wohlan und weiter. Mein Techniker trennte sich von mir und durchforstete das Revier auf der gegen√ľberliegenden Seite. Er war sich sicher, kapitale Exemplare zu sichten und mir zur verabredeten Zeit zu F√ľ√üen zu legen. Ich erlaubte mir ein sp√∂ttisches L√§cheln. Mein Ehrgeiz war geweckt. Hurtig stieg ich den steilen Waldhang hoch. Doch was musste ich sehen? Spuren von anderen J√§gern, vermutlich Wilderern aus Italien, welche hier unsensibel und vor allem vor mir durch den Forst trampelten …

Ich fand kaum noch Stellen, die nicht bereits bejagt wurden und k√§mpfte mich weiter durch das Unterholz, um doch noch unber√ľhrte Pl√§tze zu finden. Unter einer stattlichen Fichte entdeckte ich schlie√ülich die ersehnten braune K√∂pfchen. Innerlich jubelnd z√ľckte ich mein Jagdmesser und trenne den herrlich duftende Steinpilz von seinen Wurzeln, damit er n√§chstes Jahr wieder wachsen m√∂ge. Bald darauf entdeckte noch einige mehr und freute mich √ľber die erfolgreiche Pirsch.

Ich suchte eifrig weiter und verlor dabei jegliches Zeitgef√ľhl. Als ich auf die Uhr blickte, waren bereits zwei Stunden vergangen. Hopp, hopp, J√§gersfrau, dem Tale zu! Fokussiert auf braune Pilzk√∂pfchen war ich ungl√ľcklicherweise in einem feuchten Graben gelandet und suchte nach einem Ausweg. Unter mir sumpfiges Gel√§nde, rechts und links steile Waldh√§nge. Das sah nach Ungemach aus. Was hatte ich einst beim Bergsteigen gelernt; ¬Ľbegib dich nie in einen Graben, denn dort fressen dich die Raben¬ę, …

Na ja, jetzt war ich schon hier und es blieb mir nichts anderes √ľbrig, als die steile Waldflanke wieder hochzuklettern. Gut, dass ich mir schon vorher einen Fichtenstock zurechtgeschnitten hatte. Ohne diesen w√§re ich jetzt ‚Äöetwas‚Äė in der Bredouille gewesen. M√ľhsam arbeitete ich mich den Steilhang entlang immer auf der Hut nicht auf den Fichtennadeln ins Rutschen zu kommen. H√∂her und h√∂her, bis ich endlich auf einen Forstweg stand. Aufatmen. Wo war noch gleich der Ausgangspunkt? Ich folgte einfach dem immer lauter werdenden Ger√§usch der Landstra√üe und stand schlie√ülich mit leicht erh√∂hter Temperatur und roten Wangen vor meinem Techniker. Nat√ľrlich tat ich so, als w√§re nichts passiert und fragte umgehend nach seinem Jagderfolg.

¬ĽErst Du¬ę, meint er nur und schon √∂ffnete ich mein R√ľcks√§ckchen und hielt ihm die Beute unter die Nase.
Immerhin entlockte ihm der Anblick ein anerkennendes ¬ĽWow, allerhand!¬ę Aber auch er konnte einige Pilze vorweisen. Obwohl bei n√§herer Betrachtung fanden sich einige von W√ľrmern zerfressene Exemplare, was seinen Erfolg etwas schm√§lerte … Aber was solls, es war ein spannender Tag in einer der sch√∂nsten Gegenden √Ėsterreichs und wir freuen uns schon auf die vielen K√∂stlichkeiten, welche ich aus den Steinpilzen und Eierschwammerl zaubern werde …

Wo wir die Pilze gefunden haben? Das verr√§t kein Pilzj√§ger… ūüėČ

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