Kalt ist es geworden, eine Metapher?

Mein Mann und ich machen fast täglich einen Spaziergang. Das dürfen wir, denn wir sind Österreicher und leben in einem gemeinsamen Haushalt. (Mein Gott, wie sich das anhört). Das Landleben empfanden wir auch in ‚normalen Zeiten‘ als Privileg, aber nun erscheint es fast schon wie ein Luxus.

Es ist gespenstisch leer auf den Wegen. Das ist auch den eisigen Wind geschuldet, der uns um die Nasen pfeift. Aber es ist nicht nur der Wind. Bis auf einen Jogger, einer alten Frau auf Krücken und einem alten Mann, der eine kurze Verschnaufpause eingelegt hat, begegnet uns niemand. In der Luft liegt eine erkleckliche Menge an Feinstaub. Es stinkt quasi zum Himmel. Viele heizen in der Übergangszeit mit billigem Holz, aber darüber regt sich zurzeit niemand auf. Alles eine Frage der Prioritäten.

Die Gärten vor den Häusern sind akribisch gepflegt. Wenn wunderts, steht doch jedem mehr Zeit zur Verfügung, als ihm lieb ist. Ob uns wohl jemand hinter vorgezogenen Gardinen beobachtet? Ob wohl gerade jemand zu seinem Partner sagt; sieh sie dir an, die Unbelehrbaren? Ich sage euch wie’s ist. Uns ist’s wurscht. Wir verhalten uns umsichtig, wie in allen Grippezeiten zuvor. Dafür brauchen wir keine WHO und keine Aufrufe im Radio. Obwohl-in letzter Zeit-am Morgen-nach dem Aufwachen, überkommt mich eine leise Traurigkeit. Warum? Weil ich mich wundere, was wegen eines eher harmlosen Grippevirus möglich ist …

Ab Mittwoch werden bei uns in Österreich in den Supermärkten Schutzmasken ausgegeben und ab dann ist das Tragen derselben in den Supermärkten Pflicht. Eine Ausweitung der Pflicht sich zu maskieren, wird auch schon angekündigt. Unser grüner Vizekanzler meint gar, wir sollten erst gar nicht damit rechnen, dass nach Ostern Schluss ist, mit UNLUSTIG. Wie meint er das? Euch werden wir es noch zeigen? Sind wir in einem Erziehungsheim? Interessant ist, dass sogar die gruselige WHO gegen das Tragen von Schutzmasken ist. Aber egal, wenn Politiker mal handeln, dann fix.

https://orf.at/stories/3159979/

Am Nachhauseweg kommen wir an einem Bauern vorbei, der bereits seit Tagen mit seiner Motorsäge im Einsatz ist. Der Motor plärrt von morgens bis abends. Das ist einer der wenigen Wehmutstropfen am Landleben; von allem losgelöste Bauern. Ich stellen mir jetzt vor, wie einige Männer neidisch auf den Bauer sind, weil sie auch lieber losgelöst wären und nur allzu gerne eine Motorsäge zum plärren bringen würden, oder einen Traktor fahren, als untätig zu Hause zu hocken. Aber das ist nur eine Vermutung. Allerdings lese und höre ich auch von der Zunahme häuslicher Gewalt und das stimmt mich wie auch in Friedenszeiten immer traurig. Friedenszeiten? Unsinn, wir sind ja nicht im Krieg …

Kurzum, die Regierung ordnet an und wir springen. So war es immer schon und so wird es immer sein. Selbst die sonst so kritischen und freiheitsliebenden Künstler, unterstützen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und die Medien mit mehr oder weniger guten Ratschlägen, adressiert an die unverbesserlichen Panikverweigerer. Das hängt mir schon zum Hals raus. Oder alternativ mit TOTAL WITZIGEN Clips (dito). Der Rest der Promis kocht. Am besten, man verbringt so wenig Zeit wie möglich in den SM. Derzeit entspricht die Abkürzung ohnehin eher »Sado Maso«, als Social Media.

Apropos Hals …ich spür da so ein Kratzen …

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