Entwischt … ­čÉÖ

W├Ąhrend der Weltumsegelung schloss ich in der S├╝dsee in der Bucht vor Moorea mit einem stattlichen┬áKraken Freundschaft. Wir trafen uns regelm├Ą├čig an einem vereinbarten Treffpunkt am Riff und spielten ein wenig Verstecken.Ich war fasziniert von der Intelligenz, dieses eleganten tentakelbest├╝ckten Wesens und vorgestern Nacht hatte ich wieder die Gelegenheit auf einen dieser erstaunlichen Meeresbewohner zu treffen.

Wir hatten in einem Restaurant fein gegessen, Segelfreunde getroffen und feuchtfr├Âhliche Bekanntschaft mit einer Tiroler M├Ąnnercrew gemacht. Weinseelig begaben wir uns anschlie├čend zu unserem Beiboot, festgemacht am Landungssteg.

Schon von weitem bemerkten wir das nerv├Âse tanzen eines Lichtstrahls an der Meeresoberfl├Ąche in unmittelbarer N├Ąhe des Steges. Des R├Ątsels L├Âsung war eine Kroatin, die eifrig damit besch├Ąftigt war, mit der Taschenlampe Kraken anzulocken, diese mit einem auf Plastik aufgedrucktem Krebs zu k├Âdern und schlie├člich mit einem Vierzack aufzuspie├čen.

Und weil die vielger├╝hmte Klugheit der Oktopusse scheinbar doch nicht so weit reichte, um einen aufgedruckten Krebs von einem echten zu unterscheiden- hatte die Fischerin auch schon einen stattlichen Burschen am Haken. Mit Schwung lie├č sie ihn der auf den Steg sausen. Reflexartig sprang ich zur Seite, denn sonst w├Ąre mir der Tintenfisch an die Beine geklatscht.

Es ist nicht so, dass ich einen geschmorten Kraken (Polvo ├á galega) nicht sch├Ątze, aber als zivilisatorisches Weichei, wohne ich der T├Âtung derselben ungerne bei. Ohnehin bin ich der Meinung, dass wenn jeder selbst f├╝r das abmurksen seiner fleischlichen Nahrung zust├Ąndig w├Ąre, die Zahl der Vegetarier sprunghaft ansteigen w├╝rde.

Aber zur├╝ck zum Oktopus. Der war nun knapp an mir vorbei auf dem Boden gelandet, hatte sich flugs vom K├Âder befreit und versuchte nun geschickt sich in Richtung Meer abzusetzen. Die Frau nicht faul, griff nach ihrem Vierzack (empfindliche Seelen m├Âgen nun wegschauen), und stach gnadenlos auf die sich windende Kreatur ein. Insgeheim hoffte ich, sie w├╝rde das Objekt der Begierde verfehlen, aber das tat sie mit nichten.

Das Schauspiel stie├č mich ab und faszinierte mich gleicherma├čen, denn die Beschaffenheit der Haut dieses Tieres war derma├čen resistent, dass die Zacken es nicht vermochten den Oktopus aufzuspie├čen. In der Hitze des Gerechtes fiel der Plastikeimer in dem bereits mehrere seiner Kollegen ihr Leben ausgehaucht hatten, um. Dadurch war die Frau kurz abgelenkt. Fast sah es so aus als w├╝rde sie den gesamten Fang verlieren. Um nicht nur bl├Âd rumzustehen, stellte ich den Eimer auf, behielt jedoch meinen sich geschickt wehrenden Freund im Auge. Der nutzte die Chance. Du schaffst es, dachte ich- Du schaffst es.

Und tats├Ąchlich; er schaffte es. Unversehrt glitt er ins Wasser. Die Frau zuckte nur mit den Schultern und lachte. Ich freute mich f├╝r den Tintenfisch und wir stiegen ins Beiboot. Mein Techniker hielt einen Vortrag ├╝ber die Beschaffenheit von Tintenfischhaut.┬áMeine Gedanken aber schweiften ab in die Vergangenheit nach Moorea zu meinem Freund am Riff. Auch er war mir immer wieder entwischt.

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Wenn ihr mehr ├╝ber meine Freundschaft mit dem Kraken und viele andere spannende Begegnungen w├Ąhrend der Weltumsegelung erfahren wollt- dann k├Ânnt ihr das demn├Ąchst in meinem neuesten Buch nachlesen.

260 Seiten, reich bebildert und schon bald ├╝berall im Buchhandel erh├Ąltlich.

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