WĂŒrstelstand in Griechenland 🚌 2

METEORA

Was fĂŒr ein Ort. Man kann es nicht beschreiben. Man kann es nur selbst erfĂŒhlen. Die Magie der Felsen, die Geschichte der Mönche, die Fassungslosigkeit ĂŒber den Völkermord von 1915/16. Das ResĂŒmee aus diesem schrecklichen Ereignis, welches in einem der Klöster zu lesen ist, hat mich sehr nachdenklich gemacht. Ich kann nur jedem empfehlen, es sich selbst anzusehen.

Wir verbringen nur einen Tag und eine Nacht hier. Es wĂŒrde eines gesonderten Aufenthalts bedĂŒrfen, um diesen Ort zu begreifen. Hier einige Bilder.


ERHOLUNG IN PLATANIA

Heute am 14. Tag und nach 3057 Kilometern mit dem WĂŒrstelstand, gönnen wir uns eine kleine Auszeit bei einem Freund im Nordosten von Griechenland. WĂ€re ich Journalistin bei der Zeitschrift »Schöner Wohnen«, wĂŒrde ich einen Artikel ĂŒber diesen einzigartigen aus dem Fels geschlagenen Platz schreiben. Weil ich das aber nicht bin, gibt es lediglich ein Foto.

Wir dĂŒrfen bleiben, solange wir wollen. Wir nehmen das Angebot an und bleiben drei Tage. Die HaushĂ€lterin macht das FrĂŒhstĂŒck und sorgt fĂŒr unser Wohlergehen. TagsĂŒber sonnen wir uns am Privatsteg direkt am glasklaren 25 Grad warmen Meer, oder liegen eine Etage höher am Pool. Abends geht’s mit dem Motorboot in den nĂ€chsten Ort, wo wir in einer Taverne frischen Fisch und weitere griechische SpezialitĂ€ten genießen. Dazu gibt es reichlich Wein und Raki. Dann reist unser Gastgeber wieder zurĂŒck nach Österreich. Wir noch nicht, wir reisen weiter.

IMMER DIESE SUCHEREI …

Weil unser Freund zwar traumhaft, aber abgelegen residiert, mĂŒssen wir einen eineinhalbstĂŒndigen Negativschlag zurĂŒck nach Larisa machen. Von dort fĂŒhrt die Autobahn weiter in Richtung Athen. Mein Techniker hat schlecht geschlafen, denn die Zufahrt zum Anwesen ist mehr Waldweg als Straße und WĂŒrstelstand muss eine extrem steile SchlĂŒsselstelle passieren. Leider kommt diese nach einer Spitzkehre, sodass WĂŒrstelstand kaum Schwung holen kann. Es ist eine Herausforderung, die wir mit den Nasen an der Windschutzscheibe bewĂ€ltigen, denn wir verlagern unser eigenes Körpergewicht soweit es geht nach vorne, um den Frontantrieb zu unterstĂŒtzen.

Weiter geht es auf der bestens ausgebauten Autobahn in Richtung Athen. Am Strand von Chalkida machen wir Halt. Es gibt dort einen Campingplatz, den wir jedoch erst Nachts erreichen. Als das Google-Navi uns mitteilt, das Ziel befĂ€nde sich auf der rechten Seite, sehen wir nichts was einem Campingplatz Ă€hnelt. Links rauscht das Meer. Hinter einem Maschendrahtzaun leuchtet ein schwaches Licht. Ich steige aus, um nachzusehen was es damit auf sich hat. In der Dunkelheit erkenne ich eine schwach beleuchtete HĂŒtte. Mit einem „Hallo“ mache ich mich bemerkbar. Zögerlich kommt eine Frau heraus, sieht mich und macht wieder kehrt. Ein alter gebrechliche Herr erscheint. Er macht sich auf den Weg zu mir. Unendlich langsam. Jeder Schritt scheint mĂŒhselig. Endlich steht er vor mir und schaut mich durch den Maschendrahtzaun fraglich an. Im Hintergrund mosert der Techniker „Was ist denn los?“

Ich ignoriere Mr. Ungeduldig und frage den Mann: „Camping?“ Erst kommt gar nichts, dann ein tiefer Seufzer und anschließend ein Nicken. Dann sagt er ein paar SĂ€tze in Griechisch. Ich verstehe nur das Wort Telefon. Gleichzeitig deutet er in eine bestimmte Richtung. Ich schaue um die Ecke und sehe ein Schild. Darauf steht Camping und drei Telefonnummern. Ich wĂ€hle sie alle, komme aber nie durch. Mein Techniker sitzt noch immer im Womo und lĂ€sst vorsichtshalber den Motor laufen. Das Starterproblem ist noch nicht gelöst. Ein weiteres Auto hĂ€lt an. Der Fahrer steigt aus. Ich deute auf das Schild und sage „Camping“? Er nickt. Ich frage: „Where“?, und zeige in die vom Navi angezeigte Richtung. Ein weiterer Wagen nĂ€hert sich und bleibt stehen. Ein junger Mann steigt aus. „You want Camping?“ Endlich einer der mich versteht. Scheinbar wurde er bereits ĂŒber unsere Ankunft informiert.

Er fordert uns auf, ihm zu folgen. Es geht einmal um die Ecke, dann sind wir endlich am Ziel. Nach herausfordernden Einparkmanövern wegen der vielen niedrigen BĂ€ume, stehen wir endlich am Platz. Wir sind bis auf einen griechischen Dauercamper allein. Es verirren sich nur wenige Nichtgriechen hierher, erklĂ€rt der junge Mann. Wundert mich nicht. Der Platz ist zu abgelegen. Mir gefĂ€llt es hier. Wir sind allein und es ist ruhig. Nur das nahe Meer hört man rauschen. Der freundliche junge Mann sucht fĂŒr uns ein offenes Lokal am Strand und fĂ€hrt uns dorthin. Die Saison ist vorbei und er will uns die zwei Kilometer zu Fuß, umsonst, nicht zumuten. Das Essen ist typisch griechisch, die vielen Katzen rundherum ebenfalls und der zwei Kilometer lange RĂŒckweg tut der Verdauung gut.

Wer kann da schon widerstehn ?

Am nĂ€chsten Morgen nehmen wir erstmal ein Bad im Meer und danach ein FrĂŒhstĂŒck auf dem schönen Campingplatz. Ich genieße das Alleinsein besonders, wĂ€hrend wir weitere Schritte planen. Der junge Mann kommt wieder und erklĂ€rt uns, wir könnten nicht mehr den selben RĂŒckweg nehmen wie gestern. Die kleine baufĂ€llige BrĂŒcke sei ĂŒber Nacht unbefahrbar geworden. Ich schaue erst den Techniker an, dann den WĂŒrstelstand und denke: Das werden doch nicht wir gewesen sein …

Fortsetzung folgt 🚌

2 Comments on “WĂŒrstelstand in Griechenland 🚌 2

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