Veröffentlicht am 17. September 2023 von Lopadistory
Bevor es mit dem Womo losgeht, noch eine kleine Geschichte;
1989 auf dem Flug nach Mallorca
„Spinnst Du?“, rief meine Freundin empört und schüttelte den Kopf. „Den Bruno überraschen, in seinem Ferienhaus, bist Du verrückt?“ Ich verstand die Aufregung nicht. „Warum?“ „So eine Gelegenheit ergibt sich nie wieder und es ist die letzte Chance, ihn persönlich kennenzulernen“, warf ich ein. „Mach was Du willst.“ „Ich mag den nicht, ohne mich!“ Damit waren Diskussion und Plan beendet.
1983:
Ich war 25. Die Roten unter Bruno Kreisky regierten seit 13 Jahren mit absoluter Mehrheit. Von Kindesbeinen an, hatte mir Großvater eingetrichtert, wer politisch die Guten und wer die Bösen sind. Letzteres waren aus seiner Sicht die Schwarzen. In seinem Fall verständlich, denn „christlich soziale“ Parteischergen knüpften 1934 einen Arbeitskollegen vor seinen Augen auf. Das prägt. Und weil ich Opa liebte, färbte diese Gesinnung auf mich ab. Es ging gar nicht anders.
Ende der Siebziger fing der Erfolg der Partei an zu bröckeln. Affären und Skandale beschädigten den Ruf. Wie so viele Wähler war ich enttäuscht. Die korrupten Seilschaften der Cliquen gefielen mir nicht. Kurz entschlossen schrieb ich dem Kanzler einen sechs Seiten langen Brief. Er begann mit den Helden der Dreißigerjahre und endete mit dem Vorwurf über den Sittenverfall der Partei. Die Gründer der Bewegung würden sich im Grab umdrehen!
Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Meine Aufregung und der Respekt waren so groß, dass ich mich erst nicht traute, das Kuvert zu öffnen. Schließlich siegte die Neugier. In der linken Ecke des Briefkopfes stand in schlichten Buchstaben BRUNO KREISKY. Ich konnte es noch immer nicht glauben. Er schrieb, dass er sich über den Brief gefreut habe. Meine negative Sichtweise jedoch mache ihn traurig. Er würde mich gerne kennenlernen und ich sollte nach Wien kommen. Ein Foto mit persönlicher Widmung lag bei.
„Was für eine Ehre“, schwärmte mein Großvater- und ja, das empfand ich auch. Dennoch schob ich die Einladung vier Jahre vor mich her. Großvater wurde 80. Ich bat Kreisky um ein paar persönliche Zeilen für seinen glühendsten Verehrer. Diese trafen prompt ein. Die Zeit verstrich. Es ergab sich ein beruflicher Termin in Wien. Wieder schrieb ich einen Brief. Ob er sich an mich erinnere und ob ein Treffen möglich sei. Er antwortete, dass er leider nach Brüssel verreisen müsse und ein paar Wochen auf den Balearen verbringe.
Wenig später, auf einem Flug nach Mallorca, kam mir die spontane Idee, ihn in seinem dortigen Ferienhäuschen zu besuchen. Meine Freundin fand das verrückt. Vielleicht war es das, aber ich bereue es bis heute, alle Chancen verpasst zu haben.
© LoPadi 2023-09-17
Veröffentlicht am 15. September 2023 von Lopadistory
Veröffentlicht am 10. September 2023 von Lopadistory
Den Sommer über war „Digital Detox“ und Schreibfaulheit angesagt. Ich war selten in den sogenannten sozialen Medien unterwegs, denn außer schlechten Nachrichten, gab es ohnehin nichts zu lesen. Mir fiel auch nichts ein, worüber ich hätte schreiben wollen, und die Wiederholung von der Wiederholung fand ich fad. Das neue Buchprojekt stockt, weil ich immer mehr das Gefühl habe, dass Bücher schreiben inflationär wird, beziehungsweise schon ist. Die Blog-Rubriken „Was wurde aus …“, habe ich vor, nach unserer großen Herbstreise fortzusetzen. Bei „Andere Zeiten, andere Sprüche“ überlege ich, ob ich es weiterführe.

Aber es gibt Neuigkeiten. Wir haben unser altes Wohnmobil den „Würstelstand“ verkauft und ein neues, (gebrauchtes) erstanden. Ein bisschen moderner, bequemer und in gutem Zustand. Mitte September werden wir damit in Richtung Süden starten. Ziel Griechenland. Insgesamt möchten wir eineinhalb Monate durch die Gegend cruisen.
In den vergangenen Jahren war der September für einen großen Segeltörn reserviert, aber heuer begnügen wir uns mit der „Kleinen“ am Attersee, weil die „Große“ am Meer ist mit Nutzungsoption verkauft. Man kann nicht auf allen Kirtagen tanzen und außerdem werden Liegeplätze und Unterhalt immer teurer. Mein ultra aktiver Techniker hat zwar schon wieder etwas interessantes, großes und unschlagbar günstiges im Auge, aber ich hoffe, dieser Kelch geht an uns vorbei.

Auf der Kleinen am Attersee war der Motor kaputt und so hat der Techniker die meiste Zeit mit Reparaturen statt Segeln verbracht. Ich war fein raus, denn zu unserem neuen Womo-Stellplatz gehört auch ein Badeplatz. So konnte wenigstens ich die Sommerfrische, wie man im Salzkammergut sagt, genießen. Schließlich gingen sich auch für meinen Mann noch zwei Regatten aus und so hatte auch er diesen Sommer noch Spaß am See.


Haus und großen Garten gibt’s auch noch und so ist uns nie fad. Mein Mann hat im Frühjahr eine neue Gartenhütte gebaut und den Gemüsegarten erweitert. Endlich haben wir Helfer gefunden, die während unseren zahlreicher Abwesenheit einigermaßen verlässlich die Pflanzen gießen. Einigermaßen deshalb, weil sie während der Hitzeperioden mit den vielen Aufträgen völlig überfordert waren.






Aktuell geht es los mit Reisevorbereitungen. unserer diesjährigen Womo-Reise mit Endziel Peloponnes. Ich werde im Blog regelmäßig berichten. Das hat auch einen praktischen Grund, denn ich wandle die Berichte aller Reisen direkt vom Blog in Bücher um. Das funktioniert mit epubli recht gut. Digitale Fotos von unseren Abenteuern sehen wir uns sehr selten an. In den reich bebilderten Büchern hingegen, blättern wir gern.

Dann bis bald 🙂🚌🎈


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