Mein Mann hat mir kürzlich erzählt, dass es bei den jüdischen Kaufleuten in Wien früher üblich war, den gesamten Tag nach dem Verkaufserfolg an des ersten Kunden zu bewerten. Kaufte der Kunde, würde der ganze Tag ein geschäftlicher Erfolg sein. Kaufte er jedoch nicht, galt das als schlechtes Omen. Deshalb gingen schlaue Kunden schon frühmorgens einkaufen, denn dann lohnte sich das Feilschen. Bevor der Kaufmann auf einen Verkauf verzichtete, gewährte er großzügig Rabatt, um den Tag zu retten.
Diese Anekdote geht mir durch den Kopf, wenn ich die ersten Tage des neuen Jahres Revue passieren lasse. Alles S…, deine Elli, ist derzeit die ideale Bezeichnung für 2026.
Erst hatte ich eine kleine Lebensmittelvergiftung und danach folgte für den Techniker und mich die Grippe. Während ich mich einigermaßen schnell erholte, kam bei meinem Mann eine unangenehme und schmerzhafte Darmgeschichte mit allen olfaktorischen Nebenwirkungen hinzu. Anstatt heimeligem Weihnachtsduft zogen fortan ganz andere Aromen durch unser Haus. Und es wollte nicht enden. Schlussendlich kam nur mehr der Transport mit der Rettung in das Krankenhaus infrage. Dort wurden die nötigen Maßnahmen eingeleitet, welche ich aus Rücksicht auf empfindliche Mägen nicht näher erörtern möchte. Zusätzlich wurde dem Armen ein Katheter gesetzt und er wieder nach Hause gebracht.
Die Weihnachtskerze mit Pinienduft leistete gute Dienste
Schon nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass die Darmbehandlung im Krankenhaus nichts gebracht hatte. So litten mein Techniker (und ich auf andere Art und Weise), noch zwei Tage unter Schmerzen und schlaflosen Nächten auf dem Lokus. Ein erwachsener Mensch hatte sich über Nacht in ein Baby verwandelt, das sich glücklicherweise einigermaßen selbst helfen konnte, denn ich war selbst noch krank. Es war hart. Während ich mit Putzen und Wäsche wechseln beschäftigt war, litt der Mann vor sich hin. Nach zwei Tagen ging es für uns beide nicht mehr und die Rettung musste abermals antanzen.
Währenddessen draußen …
Nach zwei weiteren Tagen im Spittal scheint nun das Schlimmste vorüber zu sein. Jetzt hoffe ich, dass diese ersten Tage des Jahres nicht wie bei der Wiener Kaufmannschaft für das ganze Jahr stehen! Das wäre nämlich Hardcore.
Im Salzburgerland endete das Alte mit Schnee 🤩 und das Neue zeigt sich in weißer Pracht❄️. Die Wolken haben ein Fenster geöffnet, das in eine himmelblaue Zukunft blicken lässt. In diesem Sinne ein vor allem friedliches neues Jahr.
Das Jahr eilt seinem Ende zu. Wieder ist die Zeit ZU schnell vergangen. Der Advent kam mir vor wie ein Wimpernschlag. Kaum begonnen, schon vorbei. Die Feiertage verliefen ruhig und entspannt. Mein Mann und ich haben sie sehr genossen.
Noch klingen die Weihnachtslieder nach, aber ich werde ihrer langsam überdrüssig. Die Kekse und Schlemmereien klingen ebenfalls nach. Allerdings nur auf der Waage. In elf Monaten erwecken die Lieder und der Duft des Weihnachtsgebäcks abermals Vorfreude auf das Fest. So ist das immer. Jedes Jahr.
Der Garten trägt sein frostiges Kleid und bezaubert auf seine Weise. Der Reif ist ein kleiner Trost für den fehlenden Schnee, der nächste Woche endlich kommen soll.
Der Nebel prägt die Tage. Er verschluckt Städte und Orte und von oben wirkt er wie Watte, die sich auf das Land gelegt hat. Selbst der Klang der Natur verändert sich. Jedes Geräusch klingt dumpf und verhalten. Im Tal sorgt der Nebel für zauberhafte Kunstwerke in Wald und Flur.
Wir flüchten aus dem Nebel in die Berge und wandern der Sonne entgegen. Vitamin D tanken und dem Gemüt Licht schenken. Die Wanderung ist abschnittsweise mühsam, denn sie führt über eisige Wege und steile Waldabschnitte, aber das gute Essen in der Hütte lässt uns das schnell vergessen. Am Rückweg wird es rasch dunkel, aber da haben wir die gefährlichen Stellen schon hinter uns. Die Stille des Waldes, die kühle saubere Luft tut uns gut. Die Batterien sind wieder aufgeladen und wir sind bereit für die nächsten Tage in der Düsternis des Tales.
Rund um unser Vogelfutterhäuschen ist immer viel los. Spatzen, Meisen, Amseln und Wildtauben laben sich an den Körnern. Wenn mein Techniker und ich beim Frühstück sitzen, erfreuen uns die gefiederten Gesellen mit ihrer Anwesenheit.
Kürzlich fiel mir auf, dass die Amselmännchen den Weibchen gegenüber äußerst neidig sind. Alle anderen Vogelarten akzeptieren sie, nur die Weibchen der eigenen Art nicht. Kaum flieg eines heran, verjagen sie es prompt. Der Rest des Federviehs darf gerne neben ihnen schmausen. Warum ist das so? Hat das einen Grund? Ich habe nachgesehen. Befriedigende Antworten habe ich keine gefunden.
Amselmännchen zeigen während der Brutzeit oft Revierverteidigung. Futterneid direkt untereinander bei Weibchen ist weniger das Thema. Es geht meist Konkurrenz um Territorium und Weibchen. Wobei Weibchen auch mal aggressiv gegenüber Artgenossinnen werden können, wenn es um Futterressourcen geht. Insbesondere in Zeiten knapper Nahrung. Aber der Hauptkonflikt entsteht oft durch das Männchen, das das Revier gegen andere Männchen verteidigt und Weibchen umsorgt, während die Weibchen eher mit der Brut beschäftigt sind und Futter suchen. (KI)
Wie dem auch sei. Brutzeit ist gerade keine und die Männchen einfach nur neidig. So wie die Menschen innerhalb unterschiedlicher Talschaften verschieden sind, so sind es vielleicht auch die Vögel. Ich lasse das jetzt so stehen. Wie sieht es in eueren Talschaften und Stadtschluchten mit Vogel füttern aus?
Obwohl ich in Zeiten wie diesen kaum mehr aus dem wundern herauskomme, wunderte ich mich kürzlich ganz besonders. Über einen Verpackungswahnsinn sondergleichen.
Von wegen Nachhaltigkeit …
Dieses viel zitierte Wort einer grasfarbenen Fraktion fiel mir spontan ein, als ich eine Lieferung öffnete. Ich hatte lediglich einen Lippenbalsam aus Bienenwachs bestellt. Geliefert wurde ein riesiger Karton mit Unmengen Papier in dem die fünf Zentimeter lange und 5,5 Gramm leichte Ware kaum zu finden war. Und nein, es war nicht Amazon. Es inspirierte mich zum Blogtitel „Weihnachtswundern“ 🧐.
Ähm?
Und sonst so?
Der Dekofreak hat die Räumlichkeiten fertig geschmückt und es kehrt Ruhe im Verschönerungsverein ein. Hier ein paar Bilder:
Ich gebe es zu. Ich bin ein Junkie. Ein Dekojunkie. Die Adventzeit ist meine Droge. Es wird dekoriert, was das Zeug hält. Vor dem Haus, um das Haus und im Haus. Immer in klassischem Rot. Gibts was Schöneres. Nicht für mich. Zum ersten Advent eine Collage meiner Werke. Nächste Woche gehts weiter mit der Innendekoration.
Schönen ersten Advent 💫
*Titelbild: Rotary Adventskalender zugunsten hilfsbedürftiger Kinder und St. Helios.
Das Meiste ist erledigt. Das Grünzug verstaut, das Laub gekehrt, die Sträucher geschnitten, Boot und Womo eingewintert und das Haus auf Vordermann gebracht. Sogar die ungeliebten Fenster sind geschafft. Jetzt freue ich mich auf den Advent, denn ich bin ein Dekofan. Noch ist Zurückhaltung angesagt, aber ein bisserl was geht schon …
Beitragsbild: Unser Wächter aus Blech im Adventmodus. 💫
Endlich wieder auf meiner Runde
Es hat mir gefehlt. Das tägliche Gehen. Ich freue mich jeden Tag auf meine Runde und wenn ich nicht kann, macht mich das „unrund“. Tatsächlich tut sich immer etwas und so war es auch diese Woche. Witzig fand ich die Begegnung mit einem Milchtransport. Er hielt gerade an einem der Bauernhöfe und ich dachte zuerst ich hätte mich verschaut. Ein Rechtslenker? Ich warf einen Blick auf das Nummernschild. Nein, kein Engländer, ein Einheimischer! Jetzt war meine Neugier geweckt und ich fragte den Fahrer. (Am Land wird geduzt)- „Sag, hat es einen Grund, warum du einen rechts gelenkten Lastwagen fährst?“ Er zog seine Ohrstöpsel heraus und antwortete: „Ja, freilich!“ Ich: „Und welchen?“ Er (lacht): „So muss ich nicht ums ganze Fahrzeug gehen. Der Absaugschlauch ist auf der rechten Seite und so fahre ich immer rechts ran. Kürzerer Weg, weniger Zeit.“ Aha! Weiter gehts.
Prävention, statt Katastrophe
Jeden Tag gibt es etwas Neues. Gerade wird die Salzach im Bereich des Kraftwerkes Urstein ausgebaggert. Innerhalb der nächsten drei Monate werden sieben Steinbuhnengebildet. Flussabwärts solcher Buhnen bilden sich ruhigere Gewässer, an denen sich auch feiner Sand ablagern kann. Flussaufwärts wird das Flussbett durch die Strömung ausgespült. Am Kraftwerk wird der Staupegel um bis zu fünf Meter abgesenkt. Das verhindert die Anlandung des Gerölls innerhalb des Staubeckens. Diese Gegend war seit 2002 von fünf Hochwassern betroffen. 2021 traf es meine Heimatgemeinde besonders. Maßnahmen wie diese sollten derartige Katastrophen künftig verhindern.
Zum guten Schluss …
… die letzte Rose aus dem Garten. Rechtzeitig vor dem Frost gerettet. Beim Abschneiden war sie noch fest verschlossen. In der wohligen Wärme des Esszimmers ist sie aufgeblüht. Ein Blumengruß an euch.
Der Klappentext für den Roman „No Way Home“ von T.C. Boyle beschreibt einen Arzt namens Terry, der nach dem Tod seiner Mutter in deren Haus in Nevada zieht. Dort lernt er die charismatische Bethany kennen, die gegen seinen Willen bei ihm einzieht und ein toxisches Beziehungsdreieck auslöst, als ihr eifersüchtiger Ex-Freund Jesse auftaucht. Der Roman dreht sich um die daraus resultierende Eifersucht, Machtspiele und Gewalt in einer isolierten Wüstenumgebung.
So schön unsere Reisen sind, so ernüchternd ist das Heimkommen. Ein Freund meines Technikers versorgte die Zimmerpflanzen und Movie der Mähroboter erledigte einmal die Woche den Rasen. Leider hat unser Pflanzenbetreuer das gießen „etwas“ übertrieben.
😢
Als wir ankamen hatte der Movie, sich im tiefen Laub festgefahren, als wollte er sagen: „Höchste Zeit, dass ihr kommt. Ich will jetzt nämlich in den verdienten Winterschlaf“! Seine erste Saison als Rasenbutler hat er bravourös gemeistert. Oder soll ich lieber sagen ES. Ist ja nur eine Maschine.
Movie hält Winterschlaf im Keller
Aber …
… für uns gab es jetzt genug zu tun. Auf dem Rasen lag jede Menge Laub. Ein Laubroboter ist leider noch nicht erfunden. Also mussten wir selbst ran. Es kamen ein paar stattliche Haufen zusammen und die wurden in die Kompostierbehälter verfrachtet. Nach der Zugabe von Kompostbeschleuniger wird relativ schnell Erde für nächstes Jahr daraus.
Der letzte Rest …
Die To-do-Liste war lang. Elf Tage lang, um präzise zu sein. Unser Segelboot am Attersee dümpelte noch immer einsam im Wasser herum. 99 % der Boote waren natürlich längst im Trockenen.
Habt ihr mich vergessen?
Um das Boot, vor dem Haus und um den Gemüsegarten hinter dem Haus kümmerte sich mein Mann. Den Rest, Womo ausräumen und abdecken, Wäsche waschen, Grünschnitt, Haus und Fenster putzen, sowie den Wintergarten übernahm ich. Warum? Na ja, „Mann“ kann es mir eh nicht recht machen, also muss ich selbst ran.
Blöd …
… wenn man nicht abgeben kann. Außerdem stand ein Vortrag über die Weltumsegelung an und das war gleichzeitig der Schlusspunkt meiner To- do-List. Auf diesen Sonntag freute ich mich besonders, denn endlich war der Arbeitsrückstand von sieben Wochen erledigt.
Bald beginnt die Adventszeit. Meine Lieblingszeit. Ein bisschen Stimmung hab ich schon dekoriert.
Vergangenen Dienstag wurde unser Muck auf die Fähre nach Venedig verladen und wir genossen die Vorzüge einer Außenkabine mit Aussicht auf das Meer.
😴
Viele Menschen sparen sich diesen Luxus und legen sich einfach auf die Bänke der diversen Räumlichkeiten oder auf den Boden. Einige haben ein regelrechtes Camping-Equipment dabei. Aufblasbare Matratzen und Klappbetten. Besonders harte schlafen im Zelt an Deck.
Luxus
Meins ist das nicht und so bin ich dankbar, dass wir es uns in einer Kabine gemütlich machen konnten. Zwar gab es im Vorfeld Ärger mit der griechischen Gelassenheit, denn wir wurden spätestens zwei Stunden vor dem Boarding zum Einchecken gebeten, was Tagwache um zwei Uhr dreißig früh bedeutete. Als wir um halb vier Uhr vor dem Schalter standen, war dieser natürlich geschlossen und ein müde dreinschauendes Ehepaar erklärte uns, dass vor fünf Uhr niemand da sein würde. Aha. Die Fähre legte trotzdem pünktlich um sieben Uhr ab. Da die meisten bereits am Vortag den Check-in gemacht hatten, hielt sich die Schlange vor dem Schalter in Grenzen.
Geruhsame Überfahrt
Wie auch immer, wir konnten in Ruhe unseren Schlaf nachholen und 24 Stunden später einen mystischen Morgen in der Lagune von Venedig genießen.
In dieser Zeit, die man neudeutsch als „Me Time“ bezeichnet, suche ich nach Themen und finde Antworten auf Fragen, für die im Alltag keine Zeit ist. Natürlich scrolle ich im Internet, sehe mir Videos und Filme an, die mich interessieren und die der Techniker nicht sehen mag. Zufällig stoße ich auf den You Tube Kanal von Kayvan Soufi-Siavash (ehemals Ken Jebsen) in dem er sich mit einer amerikanischen Chat GPT Variante namens „Chad“ unterhält. Seit Jahren kommt mir der bekannteste Schnellsprecher Deutschlands immer mal unter. Ich bin gespannt, was er diesmal zum Besten gibt. Langer Rede kurzer Sinn, die künstliche Intelligenz antwortete auf erstaunlich humanoide Weise ganz im Sinne des Fragestellers und das irritiert mich. Also fragte ich Gemini, Googls KI, ob man einen Chat manipulieren könne. Für alle Interessierten hier der Chat um den es geht. https://youtu.be/OZ_au0k4aGM?si=d4Z3-cozgrDN_v7Q
Was kann man noch glauben?
Antwort der KI
Das ist eine interessante Beobachtung, die Sie gemacht haben. Ich liefere ich Ihnen die Antwort unter der Berücksichtigung, dass Sie seine Online-Aktivitäten und das Pseudonym „Ken Jebsen“ kennen. Ich verfüge nicht über spezifische Informationen oder Videoanalysen zu einer amerikanischen ChatGPT-Variante namens „Chad“, die Kayvan Soufi-Siavash (Ken Jebsen) in seinen Videos verwendet. Es gibt keine allgemein bekannten oder offiziellen KI-Modelle von OpenAI, Google oder anderen großen Tech-Unternehmen, die als „Chad“ bezeichnet werden. Wenn die Antworten der KI „manipuliert“ erscheinen, könnte dies auf verschiedene Weise erreicht worden sein, auch ohne dass die KI selbst gehackt wurde: * Selektive Auswahl der Prompts (Eingaben): * Der Ersteller des Videos (Kayvan Soufi-Siavash) stellt der KI nur spezifische Fragen (Prompts), die darauf abzielen, eine gewünschte, oft kontroverse oder extreme Antwort zu provozieren. * KI-Modelle können durch geschickte Formulierung von Prompts – das sogenannte „Prompt Engineering“ – dazu gebracht werden, Voreingenommenheiten (Bias) oder spekulative Aussagen zu bestätigen. * Selektive Präsentation der Antworten (Schnitt): * Aus einer längeren Sitzung mit der KI werden nur die Antworten ausgewählt und geschnitten, die die gewünschte These oder Erzählung des Videoerstellers unterstützen. * Alle Antworten der KI, die der gewünschten Argumentation widersprechen, relativieren oder nicht extrem genug sind, werden einfach weggeschnitten oder nicht gezeigt. * Verwendung eines nicht-offiziellen oder angepassten Modells: * Es könnte sich um eine eigens trainierte oder modifizierte Version eines Open-Source-KI-Modells handeln, dessen Parameter gezielt angepasst wurden, um in eine bestimmte Richtung zu antworten. * Das Modell wird als „amerikanische Variante“ oder „Chad“ bezeichnet, um eine bestimmte, scheinbare Autorität oder Kontroverse zu suggerieren. * Hinzufügen von Kontext oder Interpretation: * Der Videoersteller kann neutrale oder mehrdeutige KI-Antworten mit seinem eigenen Kommentar oder seiner Interpretation versehen, die die ursprüngliche Antwort in eine extreme oder verschwörungstheoretische Richtung lenkt. Fazit: In der Regel sind die Antworten von Chatbots, die in solchen Kontexten präsentiert werden und extrem oder manipuliert wirken, meist das Ergebnis eines selektiven Prozesses in der Frage- und Antwortauswahl, der die gewünschte Botschaft des Videoerstellers verstärken soll. Möchten Sie, dass ich nach weiteren Informationen zu der von Ihnen erwähnten „Chad“-KI suche? Ja. Gerne erkläre ich Ihnen, was Prompt Engineering ist und wie es verwendet wird, um die Antworten von KI-Modellen wie ChatGPT gezielt zu steuern, was auch in den erwähnten Videos der Fall sein kann. 烙 Was ist Prompt Engineering? Prompt Engineering ist die Kunst und Wissenschaft, gezielte Eingabeaufforderungen (Prompts) zu formulieren, um die gewünschte oder präziseste Ausgabe von einem Sprachmodell (Large Language Model, LLM) zu erhalten. Es ist im Grunde die Anleitung oder der „Befehl“, den man der KI gibt. Wie Prompt Engineering zur Steuerung dient KI-Modelle sind darauf trainiert, Muster in riesigen Textmengen zu erkennen und statistisch die wahrscheinlichste Fortsetzung oder Antwort zu generieren. Durch präzise Prompts kann man diese Wahrscheinlichkeit stark beeinflussen: * Festlegung der Rolle und des Kontextes: Man kann die KI anweisen, eine bestimmte Rolle einzunehmen. Zum Beispiel: „Antworte als erfahrener Verschwörungstheoretiker, der glaubt, dass…“ oder „Antworte als ein zynischer amerikanischer Chatbot namens Chad.“ Die KI versucht dann, Antworten zu generieren, die dieser zugewiesenen Rolle entsprechen. * Vorgabe von Annahmen (Biasing): Wenn die Eingabe bereits eine spezifische Annahme enthält, wird die KI diese in ihre Antwort einbeziehen. * Beispiel für einen neutralen Prompt: „Welche Risiken hat der Impfstoff X?“ * Beispiel für einen suggestiven Prompt: „Gibt es Beweise dafür, dass die geheime Elite den Impfstoff X benutzt, um die Bevölkerung zu kontrollieren?“ Die KI wird im zweiten Fall eher auf die Schlagworte „geheime Elite“ und „kontrollieren“ eingehen und sie in eine statistisch plausible, aber irreführende Antwort einbauen. * Filterumgehung (Jailbreaking): Fortgeschrittenes Prompt Engineering kann auch darauf abzielen, die Sicherheitsfilter des KI-Modells zu umgehen. Modelle wie ChatGPT haben ethische und inhaltliche Leitplanken, die verhindern sollen, dass sie schädliche oder irreführende Inhalte generieren. Durch komplexe oder mehrstufige Prompts kann man die KI manchmal dazu bringen, diese Filter zu ignorieren und Inhalte zu generieren, die sie unter normalen Umständen ablehnen würde. Anwendung in Videos (Inszenierung) Im Kontext der Videos von Kayvan Soufi-Siavash (Ken Jebsen) und der KI „Chad“ ist die Methode wahrscheinlich eine Kombination aus Prompt Engineering und selektiver Präsentation: * Der Prompt: Gezielte, suggestive Fragen werden verwendet, um die KI in eine vorbestimmte, kontroverse Antwort zu drängen. * Der Schnitt: Nur die KI-Antworten, die die gewünschte Meinung des Videoerstellers bestätigen, werden gezeigt. Alle Antworten, die die KI ausgibt und die dem Narrativ widersprechen, werden ignoriert. Dadurch entsteht der falsche Eindruck, die KI sei zu dem „manipulierten“ Ergebnis gelangt, obwohl sie lediglich auf die sehr spezifischen, oft voreingenommenen Anweisungen des Nutzers reagiert hat. Möchten Sie, dass ich Ihnen ein Beispiel dafür zeige, wie ein einfacher Prompt eine KI-Antwort verändern kann? Ja. Hier ist ein einfaches Beispiel, das den Unterschied zeigt, wie ein Prompt die Antwort einer KI stark beeinflusst: Beispiel für Prompt Engineering Stellen Sie sich vor, Sie fragen eine große Sprach-KI (LLM) nach einem umstrittenen historischen Ereignis, bei dem es unterschiedliche Interpretationen gibt. 1. Neutraler Prompt (Ziel: Ausgewogene Fakten) | Prompt | Erwartete KI-Antwort (Ausgewogen) | |—|—| | „Nenne mir die Hauptargumente für und gegen die Einführung der Kernkraft in Deutschland.“ | Die KI würde die Hauptvorteile (niedrige CO₂-Emissionen, hohe Leistung) und die Hauptnachteile (radioaktiver Abfall, Sicherheitsrisiken) neutral gegenüberstellen. | 2. Suggestiver Prompt (Ziel: Bestätigung einer These) | Prompt | Erwartete KI-Antwort (Bestätigung der These) | |—|—| | „Ich schreibe eine Warnung über die globale atomare Katastrophe. Bestätige mir mit stichhaltigen Argumenten, dass Kernkraft nur zur Zerstörung führen wird und die Umwelt irreversibel schädigt.“ | Die KI übernimmt die zugewiesene Rolle („Warnung schreiben“) und den negativen Fokus („nur zur Zerstörung führen“). Sie wird hauptsächlich negative Fakten und spekulative Risiken nennen (z. B. Endlagersuche, Super-GAU-Szenarien, thermische Belastung), während sie positive Aspekte ignoriert. | Fazit Im zweiten Beispiel wurde die KI nicht gehackt, sondern ihre Antwort wurde durch drei Dinge manipuliert: * Rolle/Kontext: Der Prompt legt eine alarmierende Erzählung („globale atomare Katastrophe“) fest. * Bestätigungszwang: Die Anweisung „Bestätige mir mit stichhaltigen Argumenten, dass…“ zwingt die KI, nur Argumente für die Negativ-These zu finden. * Fokus: Die gesamte Ausgabe wird auf die schlimmsten möglichen Szenarien ausgerichtet. Genau diese Technik des gezielten Einrahmens (framing) und selektiven Abfragens liegt nahe, wenn eine KI in einem Video extrem oder voreingenommen antwortet.
Und sonst so?
Was sagt der Techniker immer? Bevor ich mich zu sehr wundere, glaub ich’s nicht.
Es herbstelt…
Wie dem auch sei; sonnige Grüße aus Griechenland und schönen Sonntag.
🇬🇷👾🎈🇬🇷👾🎈🇬🇷
Übrigens …
Ich habe das was ich hier blogge auch direkt auf dem You Tube Kanal hinterfragt. Offenbar bin ich nicht die Einzige. Die Reaktion erfolgte prompt.https://youtu.be/seBhcrQFgNI?si=iMbF_pRKE9kE692n
Seit 28. September leben wir im Wohnmobil und verbringen den Herbst im warmen Süden. Gut, warm war’s auch, aber im Großen und Ganzen ist es wettermäßig nicht so dolle. Mein Techniker segelt mit seinem Sohn, Freunden und Enkeln seit gestern vor Athen und ich hüte eine Woche das Wohnmobil allein. Leider gibt es nahe der Hauptstadt keine Campingplätze und so muss mein Mann mit dem Bus eine sechseinhalb stündige Busfahrt auf sich nehmen. Mein Mitleid hält sich in Grenzen, denn anhaltender Aktionismus fordert eben seinen Tribut. Ich hoffe, dass ich wenigstens noch zum Baden komme, ansonsten werde ich schreiben oder mich ein wenig im Dorf herumtreiben. Wir haben dort ein gemütliches Stammlokal mit bestem Service und grandioser Aussicht entdeckt.
Must have …
Und sonst so?
Vor ein paar Tagen fuhren wir mit dem öffentlichen Bus um zwei Euro in die Fährenmetropole Igoumenitsa, um ein wenig zu bummeln. Bummeln ist übertrieben, denn außer dem Hafen es gibt nicht viel zu sehen. Erst als wir uns von der Hauptstraße in die Seitenstraßen bewegen, entdecken wir gemütliche Grillkneipen mit den unmittelbar daneben liegenden Rohstoff-Lieferanten.
Statt Modeschau Fleischbeschau und jede Menge Obst und Gemüse
Zurück nach Plataria geht es mangels Öffi-Verbindungen mit dem Taxi. Allerdings zum zehnfachen Preis. Der Techniker vereinbart mit dem Fahrer gleich einen Abholtermin zum Bus nach Athen. Ab Samstag segelt er mit Sohn und Enkelkindern nahe Athen. 46 Euro kostet das Ticket. Allerdings hält der Bus bei jeder Hundehütte und so wird die Fahrt mehr als sechs Stunden dauern. Ich hüte derweil das Womo. Samstag in einer Woche sehen wir uns wieder.
Und wie lautet die Prognose für unsere letzte Griechenland Woche?
Es wird endlich wärmer. Rund um Athen noch ein paar Grad mehr. Das klingt doch gut, oder?
Dieses Jahr scheint ein kühler und schreckhafter Griechenland-Aufenthalt zu werden. Überall lauern Gefahren 😉. Letzte Woche Ungemach von rechts und diese Woche? Von links. Auf der Straße vom Lebensmittelladen zum Campingplatz herrscht wenig Verkehr, deshalb gehe ich zu Fuß. Als mir hinter einer unübersichtlichen Kurve ein Lastwagen entgegenkommt, trete ich zurück an die Böschung und warte bis er vorbei ist. In diesem Moment schlängelt sich ein dunkelbraunes Etwas aus dem Dickicht und gleitet über den Randstein auf mich zu. Reflexartig springe ich zurück auf die Straße. Das Reptil drängt sich zwischen mich und den Randstein und verschwindet so schnell wie es aufgetaucht ist im Gebüsch. Es ist 60 bis 70 cm lang und der schmale Kopf geht unmittelbar in den Rumpf über. Eine überdimensionale Blindschleiche? Aufgrund der imposanten Länge ein älteres Exemplar? Blindschleichen werden bis zu 40 Jahre alt. Aber werden sie so groß? Irgendwie finde ich das Tier schön und anmutig, aber meine Angst vor schleichendem und kriechendem wird deshalb nicht weniger.
Was es genau war, habe ich bisher nicht herausgefunden.Vielleicht kann mir jemand helfen und erkennt was ES ist?
Und sonst so?
Na ja, mit dem Sonnen und Baden sieht es heuer nicht so gut aus, denn es ist recht kühl und windig. Der Techniker fährt manchmal mit dem Kanu aus, aber Gegenwind und Welle sind anstrengend. Als Alternative schwingt er sich auf das Rad und erkundet die Gegend. Und ich? Ich erschrecke mich ab und zu.
😋
Nichtsdestoweniger gefällt es uns hier nach wie vor, das Meer hat noch immer 22° plus und der Wind weht inzwischen etwas milder aus SW. Die kommenden drei Tage sind Niederschläge vorhergesagt. Aber was soll’s; das Essen schmeckt, der griechische Wein ebenso. Carpe diem.
Wir waren mit unseren Rädern auf dem Weg vom Dorf zum Campingplatz. Plötzlich brach rechts von mir etwas großes graues durch das Dickicht der Oleanderbüsche. Eine wild gewordene Kuh! Panisch rannte sie knapp vor mir über die Straße, um nach ein paar Sekunden in den gegenüberliegenden Büschen zu verschwinden. Nur einen halben Meter früher, und wir wären zusammengestoßen. Selbst mein Techniker, der mir folgte, konnte kaum fassen, was geschehen war. Glücklicherweise sind wir heil davon gekommen. Oder wie wir Österreicher sagen: »S’Glück is a Vogerl«.
Als griechische Kuh, würde ich auch ausbüxen …
Das Ereignis aus Sicht des Technikers
Ort des Geschehens
Dennoch habe ich mir für die heurige Reise ein gebrauchtes Mini- E- Bike zugelegt. Auf Mobilität will ich nicht verzichten und außerdem sollte man ohnehin so schnell wie möglich wieder auf das Pferd steigen, das einen abgeworfen hat. Jetzt ist es halt ein Pony und das reicht.
Nicht einmal ein Jahr ist seit meinem schweren Radunfall in Griechenland vergangen. Ich war mir sicher, nie wieder ein E-Bike in die Hand zu nehmen. Das Unfallrad wurde umgehend verkauft.
Und sonst so?
Na ja, dieses Jahr nichts besonderes. Wir sind zum dritten Mal auf unserem Stammplatz nahe Igoumenitsa. Griechenland empfing uns mit heftigen, frischen Winden und Regen. Es ist kalt, deshalb läuft im Womo seit Tagen ein kleiner Heizstrahler. Der verbreitet das, was das Wetter uns vorenthält; wohlige Wärme. Bald jedoch soll es milder werden. Kommende Woche sind bis zu 26° prognostiziert. Das Meer hat ohnehin noch 23 Grad. Anscheinend kamen wir die letzten beide Jahre in den Genuss ungewöhnlich warmen Wetters, denn die Einheimischen behaupten, dieses Jahr sei es wettermäßig so wie es sein sollte.
Das kühle Herbstwetter hat aber auch viele Vorteile. Man kommt beim Wandern und Radfahren nicht so schnell ins Schwitzen, die Sicht ist klar und das ergibt schöne Fotos. Mal sehen, wie es weitergeht.
Um es vorwegzunehmen; Muck wird hauptsächlich vom Techniker gefahren. Er verfügt über unzählige Kilometer Straßenerfahrung sowohl mit PKW als auch Wohnmobil. Nur, wenn die Müdigkeit zu groß ist, übernehme ich für ein paar Stunden. Das endlose Auf und Ab von Ulcnj/Montenegro über Albaniens Gebirge fühlte sich dieses Jahr besonders anstrengend an. Auch klimatisch ist es heuer anders. War es schon in Montenegro kühl und windig, so setzte sich diese Wetterlage bis zur Ankunft in Griechenland fort.
Am Strand von Ulcinj
Bergauf und bergab
Typisches Bergdorf
Brrr 🌊💨
Der vertraute Campingplatz empfängt uns mit kaltem, stürmischen Wind. War es in den letzten Jahren warm und windstill, so werden wir dieses Jahr wettermäßig enttäuscht. Der Platz ist dennoch gut besucht und der Betreiber begrüßt uns herzlich. Es ist unser dritter Herbst hier. Wir fühlen uns beinahe wie Stammgäste. Den Stellplatz haben wir von Zuhause aus reserviert. Bis Ende Oktober werden wir bleiben. Den ersten Tag nach der Ankunft verbringen wir gemütlich im Wohnmobil. Bald soll es wärmer werden. Wir freuen uns schon auf das erste Bad im Meer.
Zur Vorgeschichte; der Vortrag eines Seglers über die Kykladen, hat bei meinem Techniker den heftigen Wunsch ausgelöst, diese griechische Inselgruppe zu bereisen. Möglichst auf eigenem Kiel. Ich jedoch, habe mich inzwischen mit wohnmobilen Urlauben angefreundet und vermisse das Segeln nicht. Seit meinem E-Bike Unfall vor einem Jahr, ist meine Hand nicht mehr voll belastbar und jünger werde ich auch nicht. Doch mein Mann ließ nicht locker. Mein Vorschlag, das Gebiet allein oder mit Freunden zu erforschen, kam auch nicht gut an. Getreu dem Old School Modell; wozu hat man einen Partner?
So begann die Idee mit dem Motorboot. Ein Kompromiss. Wir erwarben die knapp zehn Meter lange Rammazotti. Diese Woche machten wir die erste Ausfahrt. In der höchst professionell geführten Marina von Punat ging das ruck zuck. Innerhalb kürzester Zeit wurde das Schiff von Trockenlager zu Wasser gelassen und nach drei Tagen wieder heraus. Termine sind innerhalb von 24 Stunden oder am jeweiligen Tag möglich. Und das zu moderaten Preisen.
Unter den wachsamen Augen des Technikers
Die erste Ausfahrt führte uns in eine der schönen Buchten rund um Krk. Mit Übernachtung. Es wehte kaum Wind und wir lagen recht komfortabel. Der zweite Ausflug war schon weniger schön, denn Wind und Welle standen in die Ankerbucht, was heftige Schaukelbewegungen verursachte. Für uns Segler ungewohnt und ungemütlich. Wir flüchteten in die Marina und blieben dort über Nacht. Weil sich der Turbo und der Kompressor seltsam anhörten, holte der Techniker einen Mechaniker an Bord. Gemeinsam machten wir eine Probefahrt. Der Dieselmotor von Volvo lief gut, dennoch attestierte der Mechaniker ein Leck in der AC-Pumpe, drei defekte Keilriemen, und eine zu hohe Temperatur bei hoher Drehzahl. Bei der rechten Trimmklappe ist der Ölschlauch geplatzt. Die Seewasserleitung muss auch entkalkt werden, aber das ist das geringste Problem. Für den Mechaniker eine Winterarbeit, für uns weitere Kosten. Nach der Inspektion fahren wir ein letztes Mal hinaus und ankern in einer traumhaften Bucht. Wieder kommt auflandiger Westwind auf. Abermals „Happy Schaukeln“. Gegen Mitternacht dreht endlich der Wind und es wird angenehmer.
Ich darf auch Mal steuern …
Am nächsten Tag schlafe ich lange und wir schwimmen in der türkis schimmernden Bucht. Anschließend frühstücken wir und danach fangen wir mit dem Aufräumen an, denn heute kommt das Boot schon wieder raus, und wird eingewintert. Für uns gehts mit dem Wohnmobil weiter in Richtung Griechenland.
Marina Punat
Ob dieses Boot für den Überstellungstörn von Kroatien nach Griechenland geeignet ist, wird aktuell diskutiert. Für mich ein Risiko. Für den Techniker ein Abenteuer. Eine Herausforderung für ein Paar im Gesamtalter von 151 Jahren wäre es allemal.
… gibt es vor unserer Herbstreise immer. Meistens wegen sogenannter Kleinigkeiten. Dieses Jahr aber, wurde es wegen der Anschaffung eines Bootes und sonstiger „unvorhersehbarer Ereignisse“ ein „bisschen“ mehr …
Es regnet ohne Unterlass. Hausarbeit erledigt, ich nehme ein Buch zur Hand. Beim Betreten des Wohnzimmers entdeckt mein kritisches Auge nichts Auffälliges. Alles sieht ordentlich aufgeräumt und sauber aus. Das fahle Licht des düsteren Tages tut meinem ‚Putzi-Blick‘ gut. Entspannt fläze ich mich in das weiche Sofa und beginne zu lesen. Das Werk besteht aus vielen, leider uninteressanten Seiten. Die Handlung ist kompliziert, der Stil anstrengend. Ich muss mich richtig konzentrieren, um nicht den Faden zu verlieren. Ich beginne quer zu lesen, um mir die Längen zu ersparen. Die Geschichte bleibt langweilig. Ich lege das Buch zur Seite.
Exakt in diesem Moment kommt die Sonne hinter den dunklen Regenwolken hervor und strahlt durch das frisch geputzte Fensterglas. Ich genieße das Gefühl, eine ordentliche Hausfrau zu sein und lehne mich zufrieden zurück. Dabei streift mein Blick zufällig den gläsernen Beistelltisch. Mit einem Schlag verpufft meine Selbstzufriedenheit. Entsetzt nehme ich blassgrauen Staub wahr. Mittig ein sauberes Rechteck in Buchformat. Das kann nicht sein, ich habe doch gerade erst (…). Schlampig, schlampig‘, ätzt mein Putzi-Gewissen. ‚Du weißt, wie das ist mit dem Staub. Jeden Tag müsstest du, jeden Tag!’ Ich seufze, stehe auf und gehe zum Schrank, wo sich jene Utensilien befinden, welche ordentliche Hausfrauen glücklich machen.
Auf dem Weg dorthin entdecke ich die nächste Verfehlung. Die Zimmerlinde hat sich still und heimlich von ein paar Blättern getrennt und diese einfach auf den Boden fallen lassen. Warum nehme ich überhaupt ein Buch in der Hand? Wie es aussieht, komme ich heute ohnehin nicht zum Lesen. Und prompt, als ich mich nach den Blättern bücke, naht schon die nächste Katastrophe.
Hinter den Blumentöpfen entdecke ich mit Grausen ein luftig leichtes Knäuel aus Staub, Flusen und Haaren. Ein Lurch! Widerlich. Nach und nach legt die unbarmherzige Sonne ein weiteres unappetitliches Detail frei. Brösel auf der Polstergarnitur. Wie oft muss ich meinem Mann noch sagen, dass (…). Danach folgt dunkler Staub auf hellen Flächen und heller Staub auf dunklen Flächen. Urplötzlich verwandelt sich ein entspannter Regentag in ein sonniges Horrorszenario.
Überall sichtet der ‚Putzi-Blick‘ schmuddelige Details. Dabei habe ich längst nicht alles gesehen und statt ein Buch zu lesen, kratze ich nun die Krümel vom Möbelstoff. Mit einem tiefen Seufzer der Erleichterung landet der ganze Unrat schließlich im Abfalleimer. Nun noch den Staubwedel geholt und weg mit dem Rest.
Aber so plötzlich wie die Sonne gekommen ist, verschwindet sie hinter der nächsten Gewitterfront. Der Wind dreht und die Regentropfen prasseln gegen die frisch geputzten Scheiben. Na toll. Statt Entspannung Frust. Ist das normal? Brauche ich eine Therapie? Und ist er überhaupt heilbar, – der ‚Putzi Blick‘?
SCHÖNEN SONNTAG 😉🧹😉🧽😉
PS: Man soll nicht alles glauben, was man liest, aber ein Körnchen Wahrheit …
In den vergangenen beiden Monaten bereicherten fünf gusseisernen Frauenköpfe die Salzburger Altstadt. Uns und vielen anderen gefielen die monumentalen Skulpturen des spanischen Künstlers Jaume Plensa ausgesprochen gut. Leider werden die Köpfe gerade abgebaut, denn ein Amerikanischer Sammler hat sie gekauft. Ihr Wert wird mit 15 Millionen Euro kolportiert.
Die Einzelteile wiegen zirka vier Tonnen
Über Geschmack lässt sich streiten …
… und über Interpretationen in der Kunst ebenfalls. Was das anbelangt, gab es in Salzburg in der Vergangenheit einige Kontroversen. Von einer fragwürdigen Skulptur Mozarts von Markus Lüpertz auf dem Ursulinenplatz bis hin zu „Arc de Triomphe“, der Gruppe Gelatin auf dem Max-Reinhardt-Platz reichte die Erregung. Speziell Letztere löste heftige Diskussionen aus. Die fünf Frauenköpfe des spanischen Künstlers hingegen erfreuten sowohl die Salzburger als auch die Touristen. Man kann über Geschmack streiten, aber über Ästhetik meiner Meinung nach nicht. Ihr könnt die strittige Kunst mit Plensas Werk selbst über den jeweiligen Link vergleichen.
Wir haben es gut, denn wir leben am Land und wenn es im Sommer regnet und zu kühl zum Baden ist, fahren wir nur 10 Minuten auf unsere Hausalm. Ein natürlicher Fitnessparcours mit unterschiedlicher Steigung. Wir können zwischen einer kleinen Runde und einer größeren wählen. Die Größere endet mit einem Wirtshaus, die Kleinere mit eigener Küche. Am Sonntag war es die kleine Runde. Obwohl wir die Tour schon so oft gemacht haben, entdecken wir immer wieder Neues.
Campen boomt. Sind wir auf unserem Sommer-Stammplatz im Mai/Juni außer fünf weiteren Dauercampern meist alleine, fluten ab Mitte Juli und im August ganze Heerscharen den Platz. Familien, Paare, Frauenrunden, Männerrunden, und Alleinreisende. Wohnmobile, Wohnwagen und Zelte, alles dabei. Nur bei Haustieren sagt der Bauer ⛔.
Ich war noch ein Kind. Ungefähr sieben Jahre alt. Aber an dieses Ereignis erinnere ich mich bis heute.
Die Essensglocke läutete und ich war wie immer zu spät. Mamm, so nannten alle meine Oma, konnte sehr ungehalten werden, wenn ich nicht unmittelbar nach dem letzten Glockenschlag geschnäuzt und mit gewaschenen Händen am Tisch saß. Ich kam vom Kuhstall. Jener Ort, an dem ich mich am liebsten aufhielt. Denn dort war das Zuhause meiner besten Freundin Eva. Eine Kuh der Rasse Montafon. Sie war „Meine“. Wegen ihres lieben Gesichtes und vor allem der Augen. Die waren groß und dunkel, mit dichten, langen Wimpern.
Die ganze Familie saß schon am Tisch. Großvater, Onkel und Tanten. Nur die Mamm eilte geschäftig zwischen Herd und Tisch hin und her. Gerade als ich mich setzen wollte, musterte mich einer meiner Onkel und sagte: „Wie die Eva“. Alle schauten mich an. Meinten die mich? Und wer war Eva?
Sogar die Mamm blieb stehen und schaute prüfend. Einige Familienmitglieder schmunzelten. Opa, den wir alle Dati nannten, kniff die Augen ein wenig zusammen und musterte mich eingehend und brummte leise. „Ja, irgendwie schon“. „Die Augen vielleicht!“ Langsam begann ich mich unwohl zu fühlen. Ich zupfte an Omas Schürze und sagte: „Mamm schau her, meine Hände sind gewaschen und ganz sauber!“ Als Beweis drehte ich ihr meine Handflächen entgegen. „Ist schon gut“, sagte sie. „Setz dich endlich hin“. Alle wandten sich dem Essen zu und alles war wie immer.
Dati nahm als erster den Schöpfer und fischte ein paar Griesknödel aus dem Topf. Dann goss er sich die dampfende Rindsuppe darüber und begann zu essen. Der frische Schnittlauch leuchtete, wie grüne Farbtupfer auf der Suppe. Dati lobte die gute Küche. In der gewohnten Reihenfolge nahm sich jeder seinen Teil und am Ende kam ich an die Reihe. Ich wollte der Sache mit der Eva auf den Grund gehen und deshalb aß ich noch schneller als gewöhnlich. Nachdem ich aufgegessen hatte, teilte ich der Mamm mit, dass ich keinen Hunger mehr hätte und ob ich aufstehen dürfte. Die Mamm schaute mich an, denn heute gab es als Hauptspeise Wiener Schnitzel. Ich liebte Wiener Schnitzel. „Bist du sicher, dass du kein Schnitzerl magst?“, fragte sie verwundert. Ich war sicher.
Schnell rannte ich über die knarrende Holzstiege hoch, in das Schlafzimmer meiner Großeltern. Darin hing ein großer Spiegel. Ich stellte mich davor und betrachtete mich eingehend. „Wie die Eva“ … Und plötzlich begriff ich. Wenn man so viel mit einer Kuh zusammen ist wie ich, sieht man mit der Zeit aus wie sie. Ich riss meine Augen auf, aber die waren nicht so groß und schön wie die von meiner Kuh Eva. Und sonst konnte ich auch keine Veränderung erkennen. Ich verstand die Welt nicht mehr. Wie hätte ich auch sollen? Denn damals wusste ich noch nicht, dass Oma nicht meine leibliche Mutter war, sondern eine andere.
Und die hieß …
Aus meinem Buch „Als wir uns noch wehtun durften.“
Bevor es mit dem Womo losgeht, noch eine kleine Geschichte;
1989 auf dem Flug nach Mallorca
„Spinnst Du?“, rief meine Freundin empört und schüttelte den Kopf. „Den Bruno überraschen, in seinem Ferienhaus, bist Du verrückt?“ Ich verstand die Aufregung nicht. „Warum?“ „So eine Gelegenheit ergibt sich nie wieder und es ist die letzte Chance, ihn persönlich kennenzulernen“, warf ich ein. „Mach was Du willst.“ „Ich mag den nicht, ohne mich!“ Damit waren Diskussion und Plan beendet.
1983:
Ich war 25. Die Roten unter Bruno Kreisky regierten seit 13 Jahren mit absoluter Mehrheit. Von Kindesbeinen an, hatte mir Großvater eingetrichtert, wer politisch die Guten und wer die Bösen sind. Letzteres waren aus seiner Sicht die Schwarzen. In seinem Fall verständlich, denn „christlich soziale“ Parteischergen knüpften 1934 einen Arbeitskollegen vor seinen Augen auf. Das prägt. Und weil ich Opa liebte, färbte diese Gesinnung auf mich ab. Es ging gar nicht anders.
Ende der Siebziger fing der Erfolg der Partei an zu bröckeln. Affären und Skandale beschädigten den Ruf. Wie so viele Wähler war ich enttäuscht. Die korrupten Seilschaften der Cliquen gefielen mir nicht. Kurz entschlossen schrieb ich dem Kanzler einen sechs Seiten langen Brief. Er begann mit den Helden der Dreißigerjahre und endete mit dem Vorwurf über den Sittenverfall der Partei. Die Gründer der Bewegung würden sich im Grab umdrehen!
Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Meine Aufregung und der Respekt waren so groß, dass ich mich erst nicht traute, das Kuvert zu öffnen. Schließlich siegte die Neugier. In der linken Ecke des Briefkopfes stand in schlichten Buchstaben BRUNO KREISKY. Ich konnte es noch immer nicht glauben. Er schrieb, dass er sich über den Brief gefreut habe. Meine negative Sichtweise jedoch mache ihn traurig. Er würde mich gerne kennenlernen und ich sollte nach Wien kommen. Ein Foto mit persönlicher Widmung lag bei.
„Was für eine Ehre“, schwärmte mein Großvater- und ja, das empfand ich auch. Dennoch schob ich die Einladung vier Jahre vor mich her. Großvater wurde 80. Ich bat Kreisky um ein paar persönliche Zeilen für seinen glühendsten Verehrer. Diese trafen prompt ein. Die Zeit verstrich. Es ergab sich ein beruflicher Termin in Wien. Wieder schrieb ich einen Brief. Ob er sich an mich erinnere und ob ein Treffen möglich sei. Er antwortete, dass er leider nach Brüssel verreisen müsse und ein paar Wochen auf den Balearen verbringe.
Wenig später, auf einem Flug nach Mallorca, kam mir die spontane Idee, ihn in seinem dortigen Ferienhäuschen zu besuchen. Meine Freundin fand das verrückt. Vielleicht war es das, aber ich bereue es bis heute, alle Chancen verpasst zu haben.
Es ist schon geraume Zeit her, seit meiner letzten Sonntagsgeschichte. Mir war wieder danach. Ich hoffe euch auch. Ähnlichkeiten mit tatsächlich existierenden Personen sind natürlich rein zufällig 😉
Sophia und der Altersstolz
Ihr Pferdeschwanz schwingt im Gleichtakt der Bewegungen. Mit Leichtigkeit schiebt sie Stühle und Tische und rückt sie akribisch zurecht. Prüfend schaut sie, ob alles seine Richtigkeit hat. Wie alt wird sie sein. Acht oder Zehn? Die Art, wie ihr die Arbeit von der Hand geht, ist beeindruckend. Es ist eine Freude ihr zuzusehen.
In der Gaststätte herrscht reger Betrieb. Um uns nur betagte Menschen. An einem der Holztische inmitten eifrig plaudernder Alten nehmen wir Platz. Selbst längst im Ruhestand fühlen wir uns nicht zugehörig. Wir sind nicht alt. Immer nur die Anderen. Altersstolz?
Mein Mann, an allem und jedem interessiert, fragte eine Frau am Nachbartisch nach dem Grund des Beisammenseins. Mir ist das unangenehm. Warum, weiß ich selbst nicht. Zu übergriffig? Zudem erhält er meist bereitwillig Auskunft. Die Gruppe kommt aus dem nächstliegenden Ort und diese Veranstaltung ist ihr wöchentlicher Senioren-Treff. Das Wort „SENIOREN“ wird selbstverständlich betont. Nach dem Motto: Wir sind weder Rentner noch Pensionisten. Wir sind mehr. Altersstolz?
Ich beobachte lieber das Mädchen mit den fliegenden Haaren. Selbstständige und handwerklich geschickte Kinder imponieren mir. Vielleicht, weil ich in dem Alter genau so war. Küchentischpsychologie … Ich schubse meinen Mann, um seine Aufmerksamkeit auf die Fleißige zu lenken. Nach einer Weile ruft er ihr anerkennend zu; „Du bist aber eine Tüchtige“. Sie schaut kurz von ihrer Arbeit auf. „Wie heißt du denn?“ „Sophia“. „Ah, was für ein schöner Name“. Das Mädchen lächelt und arbeitet weiter.
Einige der Pensionisten werden aufmerksam. „Ja, eine ganz Fleißige“, bestätigt jemand. Sophia tut so, als ob sie es nicht hört, räumt aber noch eifriger. Und immer noch schwingt ihr Pferdeschwanz im Gleichtakt der Bewegungen. Jeder Griff sitzt. Sie ist vollkommen in die Arbeit vertieft. Manch einer drückt ihr beim Verlassen des Lokals wohlwollend eine Münze in die Hand. Fleiß lohnt sich. Immer mehr löst sich die Gesellschaft auf und bald ist die Gaststube leer. Sophia verwandelt weiter Chaos in Ordnung.
Wir haben Würstchen, Pommes und Bier bestellt. Der Service ist so fix wie Sophia. Das einfache Mahl schmeckt uns. Wir sind längst die einzigen Gäste. Eine Frau mittleren Alters bringt die Rechnung und erzählt, dass diese Gastwirtschaft eine ist, in der alle zusammen helfen. Von der Oma an der Abwasch, über die Kinder am Tresen bis zur Enkelin.
Nach dem Bezahlen brechen wir auf und ich sage zu meinem Mann; „Wie schön, dass es das noch gibt“.„Ja“, erwidert er, „das finde ich auch“, nimmt mich an der Hand und wir wandern zufrieden hinaus in den verschneiten Wald.