Kreisky, Sinowatz und eine Bar

Anlässlich des Todestages des letzten großen österreichischen Staatsmannes Bruno Kreisky eine Kurzgeschichte zum Thema Vergänglichkeit …

Als ich vor 22 Jahren, nach der Weltumsegelung beschloss, Salzburg als neuen Lebensmittelpunkt zu wählen, waren rationale Entscheidungen ausschlaggebend. Die Stadt lag zentral und schien damit als Basis für einen Neustart optimal. Es wurde einem aber nicht leicht gemacht, sich hier als Zugereiste zu Hause zu fühlen. Nur langsam gewöhnte ich mich an die abweisende und verschlossenen Art der Menschen. Ich sehnte mich zurück in die Segler Community, in der wir alle füreinander da gewesen waren, ohne etwas dafür in Rechnung zu stellen. Arroganz und Unfreundlichkeit waren mir fremd geworden.

Dennoch gab ich nicht auf und grüßte in meiner neuen Heimat mit geradem Blick in die Augen der Menschen fröhlich darauf los. Umsonst. Sie stierten an mir vorbei, entweder auf den Boden oder in die Spiegelung der Schaufenster, um ihre prächtige Erscheinung zu prüfen. Ich arbeitete damals gleich über der Grenze, im nahen Bayern und deshalb schien mir das alles nicht so schlimm. Früh morgens verließ ich Salzburg und abends kam ich wieder zurück.

An den Wochenenden zog es mich in die Gastroszene der Stadt. Eines Nachts entdeckte ich die Steingasse. Ich war sofort fasziniert von dieser düsteren Stadtschlucht, zwischen den jahrhundertealten Häusern mit den originellen Bars und Pubs. Trotzdem bedurfte es einiger nächtlicher Ausflüge, bis ich SIE entdeckte; MEINE Bar!

Als ich den winzigen, verrauchte Raum in einem uralten Gewölbe betrat, fühlte ich mich sofort wie zu Hause. Rechts neben dem Eingang hingen Porträts von Bruno Kreisky und Fred Sinowatz im Andy Warhol-Stil. Das passte damals perfekt in mein Weltbild. An den kleinen Tischen gab es kaum mehr Platz und auch die winzige Bar war voll besetzt. An ihrem rechten Ende strahlte ein riesiger, wunderschöner Blumenstrauß. Links daneben stand eine Schüssel mit tiefroten frischen Tomaten. Jemand machte mir Platz und ich zwängte mich in die letzte freie Ecke neben dem Strauß.

Hinter der Bar musterte mich der Barmann interessiert. Mit rauer Stimme fragte er nach meinen Wünschen. Ich lobte den ausgezeichneten Musikgeschmack. Die Schallplatten stapelten sich in ihren abgegriffenen Hüllen in einer Nische. Er mischte geschickt progressive Nummern mit coolem Italo Sound jenseits eines Eros Ramazzotti und spielte gekonnt mit der jeweiligen Stimmungslage im Lokal. Die Weinauswahl war exzellent aber teuer. Wen er jemanden mochte, schenkte er immer etwas in das Glas. Ich verbrachte unbeschwerte Stunden diskutierend, lachend, trinkend und tanzend an diesem einzigartigen Ort. Dann zog ich fort.

Gestern war ich nach langer Zeit mit meinem Mann wieder dort. Die Bar; menschenleer. Kreisky und Sinowatz von der Wand verschwunden. Statt der schönen Blumen; Plastik. Tomaten; fort. Bedienung; keine da. Musik; langweiliges Chill out-Gedödel. Der neue Besitzer nahm uns endlich wahr und musste seinen Kellner erst zur Aufmerksamkeit gegenüber uns Gästen anspornen. Da wusste ich; es ist vorbei!

Korrektur-Programme – Meine Erfahrung

Womit ich bisher gearbeitet habe

Seit ich schreibe, beschäftige ich mich zwangsläufig mit Korrekturprogrammen. In einem älterem Beitrag habe ich meine Erfahrung mit Papyrus Autor (€169/ Jahr inklusive Duden Korrektor!) beschrieben. Bisher bin ich ganz gut mit der Kombination Word-Editor und LanguageTool Premium € 59/Jahr) gefahren. Allerdings hat sich beim Korrektorat meines aktuellen Manuskriptes gezeigt, dass einige Fehler vom Programm übersehen wurden.

Vor Kurzem entdeckt

Kürzlich bin ich durch eine Selfpublishing-Plattform auf Duden Mentor aufmerksam geworden. Ich habe es mir angesehen und muss sagen, dass es mich, zumindest in der Premium Version, vor allem was Grammatik und Lesbarkeit anbelangt, überzeugt. Wie bei allen Korrekturprogrammen, bei denen der Text nach einem Reglement und nicht nach Kreativität beurteilt wird, selbst entscheiden, ob man zugunsten eines eigenen Schreibstils z. B. Wortwiederholungen beibehalten will oder nicht.

Plug in

Nun zum Haken. Ich nutze derzeit Duden Mentor Premium (€ 15 Euro/Monat). Das Programm ist allerdings nicht Plug in-tauglich. Das bedeutet, dass man keine Prüfung über den gesamten Text machen kann. Es geht nur über Copy/Paste. Das ist zeitaufwendig und nervt. Die Korrektur ist hervorragend. Außerdem kann ich monatlich kündigen und nutze das Programm nur dann, wenn ich es brauche.

Fazit

Für ein professionelles Verlagskorrektorat gibt es keinen Ersatz. Damit ist man zu 99 % sicher. 100 % gibt es auch hier nicht. Mit circa 800 Euro für 250 Seiten erspart man sich im Endeffekt viel Ärger und vor allem Zeit. Diese nutze ich lieber für einen kreativen Schreibfluss. Ansonsten ist meiner Meinung nach Papyrus Autor inklusive Duden Korrektorat die beste und im Endeffekt günstigste Alternative.

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