Ice Ice Baby 🥶

Morgen soll endlich auch im Tal der ersehnte Schnee kommen. Momentan ist es einfach nur eiskalt. In Salzburger Lungau hat es nachts bis zu minus 16 Grad. Das ist schon ganz schön wuschi (kalt), wie wir Österreicher sagen.

Am Sonntag führen wir auf Salzburgs Hausberg und fühlten uns dort prompt wie in einem Märchenwald. Alle Bäume und Sträucher waren vom Eis wie verzaubert. Wunderschön fanden wir. Der Schnee knirschte unter unseren Füßen und warm eingepackt ging es die viereinhalb – Kilometer rund um den Berg.

Wir trafen kaum Leute, den der Weg war wegen Holzarbeiten nur eingeschränkt begehbar, aber weil Sonntag war und wir keine Motorsägen hörten, wagten wir es dennoch. Wir schafften die gesamte Runde ohne Probleme. Nur einmal mussten wir ein paar Baumstämme umgehen. Das war alles. Es hat sich ausgezahlt, denn es war wunderschön.

Blick auf Salzburg

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Angst

Jahrelang war mir nicht klar, warum ich unter Ängsten und Zweifeln litt. Meine Ängste hatten viele Gesichter. Versagensangst, Bindungsangst, Existenzangst, Angst vor der Zukunft. Manchmal schien mir die Ängste irrational und manchmal logisch. Sie waren nicht steuerbar. Sie kamen, wuchsen und lähmten mich. Körperlich fühlten sie sich immer gleich an. Im Brustkorb wurde es eng, das Herz raste und ich vergaß zu atmen.

Eines Tages stieß ich zufällig auf ein Interview zwischen einem populären österreichischen Kabarettisten und einer deutschen Journalistin. Es ging um Mutterschaft und Kinder. Interessiert hörte ich zu. Sie erzählte über ihren Spagat zwischen Karrierefrau und Mutter. Als sie die Ratschläge einer Still-Beraterin erwähnte, wurde ich hellhörig, denn von dieser Berufsbezeichnung hörte ich zum ersten Mal.  

Die Still-Beraterin empfahl ihr, das Baby so lange wie möglich zu stillen und begründete das wie folgt:
‚Die Geborgenheit im linken Arm der Mutter, den Kopf an ihrer Brust, nah dem Herzen, ist für die frühkindliche Bindung von großer Bedeutung. Wenn ein Baby schreit, braucht es Trost. Dann bekommt es das Gefühl; ich bin richtig! Wenn man es schreien lässt und sich nicht darum kümmert, erzeugt das beim Kind das Gefühl; ich bin falsch! Das zieht eine lebenslange Prägung nach sich. Weiters riet sie ihr, eine dreijährige Auszeit zu nehmen, um ganz Mutter sein zu können. Das sei für eine positive Entwicklung des Kindes unabdingbar. Der Ehemann habe die Aufgabe, sie dabei zu unterstützen und ihr den Rücken freizuhalten.
 
Das war für sie die Karrierefrau, ein völlig neuer und ungewohnter Ansatz. Aber am Ende hatte die Still-Beraterin sie überzeugt. Sie sagte im Interview: „Jetzt werden einige denken, na großartig, das muss man sich aber auch leisten können. Alleinerziehende Mütter haben es schwer. Aber hier wäre wieder einmal die Politik gefragt. Statt Krippen zu fördern, könnte man Mütter direkt unterstützen. Müssen Frauen, die in Partnerschaft leben, wirklich Geld verdienen, nur um für einen Zweitwagen zu arbeiten, mit dem sie den Nachwuchs zur Betreuung fahren? Nichts gegen Karriere, aber dann vielleicht vorerst ohne Kind“.

Was mich an diesem Interview bewegte, war, dass ich das Gefühl „ich bin falsch“, nur allzu gut kannte. Noch als ich ein Baby war, verließ mich meine Mutter und ich wuchs bei den Großeltern auf. Nie fühlte ich den schützenden Arm meiner Mama, nie ihre warme Brust und nie hörte mein kleines Ohr ihr Herz pochen. Bis zu meinem 21 Lebensjahr kannte ich sie nicht einmal.

Stattdessen waren Drohungen und ein rauer und gewaltsamer Umgang mit Kindern gebräuchliche Erziehungsmethoden. Die wild gestikulierenden, schreienden Erwachsene machten mir Angst. Die Angst vor finsteren Kellerräumen verlieh mir Flügel. Manchmal schien es mir, all renne ich um mein Leben. Vielleicht war das die Ursache für die Ängste und der ewigen Sehnsucht nach Anerkennung und Liebe.

Mutter, aber auch Vater sein, ist eine der wichtigsten Aufgaben unserer Gesellschaft. Ein Kind in Angst und Schrecken zu versetzen, sicher nicht.

©Lo Padi 2021

Beitragsbild: Pexels

Guten Morgen

Selbst in fragwürdigen Zeiten ist dieser Anblick jeden Tag nach dem Aufstehen eine Ermahnung daran, was als einziges Bestand hat.
Der Wandel.
Jeden Tag zeigt sich unser Hausberg in einem anderen Licht, in einer anderen Stimmung.
Jeden Tag erfüllt mich dieses Bild mit Kraft, denn der Berg IST Kraft. Er hilft mir den Wandel zu erkennen und zu begreifen, dass die Natur und unser wunderbarer Planet noch da sein werden, wenn es uns längst nicht mehr gibt und das Leben zu genießen im hier und jetzt.

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