Das schönste Grün des Herbstes …🍁🍂

Immer wieder faszinierend, das satte Grün des Mooses an den Bäumen. Früher war hier nur Fels. Auf knapp 30 cm Humus wachsen hier Bäume in den Himmel, die es früher nicht gab.

Die Kraft der Natur beeindruckt mich immer wieder. Vielleicht sollten Klimahysteriker mehr in die Wälder gehen, statt in und vor Betonwüsten zu protestieren …In den Großstädten kann man schon Mal den Überblick verlieren 😉

Schönen Wochenstart

☀️😊☀️

November Blues

Da sind sie wieder, diese Tage. Nebelig, feucht, kalt und dunkel. Die einen fallen in eine Depression, die anderen leben ganz gut damit. Für mich bedeutet Herbst – herunterkommen vom Gas.

Unser “Wald” hinter dem Haus

Wenn draußen die Sonne lacht, habe ich immer ein schlechtes Gewissen. Ich meine aktiv werden zu müssen. Vermutlich geht es vielen so. Der Herbst entschleunigt mich. Das Kuschelwetter bringt mich herunter. Selbst schreiben macht mehr Spaß. Eine köstliche Kürbissuppe wärmt von innen.

Zu Hause ist es schön warm, es ist ruhiger und beschaulicher in diesen Tagen. Die empfindlichen Pflanzen ruhen sich im Wintergarten aus und ich vor dem Kamin.

Mit dem Fotoapparat fange ich die herbstliche Stimmung im Garten ein. Der hat immer noch viel zu bieten. Mann muss nur hinschauen.


SCHÖNEN SONNTAG

Der Müll und ich …

Vielleicht stehe ich mit meinem Kummer allein da, aber ich muss meinem Unmut Luft machen. Einerseits reist ein bezopftes Mädchen durch die Welt und moniert unsere marode Umwelt, andererseits scheint der Verpackungsindustrie nach nichts anderem der Sinn zustehen, als uns Konsumenten, zu ärgern.

Egal was ich kaufe, alles ist verpackt, als würden die verantwortlichen Manager abends am Biertisch sitzen, um angeheitert Brain zu stormen, wie sie uns das Leben schwerer machen können. Wenn ich meine neue Zahnpasta an die Bürste lassen möchte, muss ich vorerst die Folie herunter kletzeln und die hält, wie Sau. Am allerschlimmsten sind Werkzeuge verpackt. Nicht nur, dass viele Artikel derartig öffnungssicher eingeschweißt sind, dass man selbst mit der Schere Probleme hat, an das Objekt der Begierde heranzukommen, „nein“ man verletzt sich auch noch an den scharfen Hartplastik-Kanten.

Vermutlich deshalb, weil noch immer davon ausgegangen wird, dass nur Männer Handwerken. Ich fordere daher gendergerechte Verpackungen! (Scherz)
Ja, ich weiß, vieles muss wohl wegen der Hygiene gut verpackt sein. Das ist ja in Ordnung. Wir leben halt in einer First World-super „sauber“ Zeit, aber ist es wirklich bei jedem Artikel notwendig? Jetzt werden schon Orangen geschält, um sie dann unter einer Plastikfolie anzubieten. Ist das noch normal?

Sind wir schon zu faul geworden, um eine Orange zu schälen? Oder ist das politische Absicht, mit dem Ziel eine kollektiv faule Gesellschaft zu schaffen. Zwar betrifft mich das nicht, weil ich so etwas Schwachsinniges nicht kaufe, aber die Tatsache, dass die Industrie eine Zielgruppe namens Schälverweigerer ins Leben ruft, macht, erzürnt mich.

Wie lösen das ältere Menschen? Als inzwischen selbst nicht mehr die Jüngste, frage ich mich, wie machen es jene, mit Arthritis in den Fingern? Wie bringen sie den Drehverschluss eines Glases auf, wenn es bereits mir Mühe bereitet? Kürzlich wollte ich ein Fläschchen mit Zitronensaft öffnen. Ohne Erfolg. Ich musste meinen Mann bitten, mir zu helfen und selbst mein Kraftmensch musste sich anstrengen. Interessant, wie die Industrie gedenkt, dem ganzen Verpackungswahnsinn entgegenzutreten.

Bisher sehe ich kaum Veränderung. Außer einer Handvoll Läden, in denen man trendgerecht „Zero Waste“ kaufen kann. Ich will aber auch keine schwere Gläser hin und her schleppen müssen. Ganz zu schweigen, von den Ressourcen die Glasherstellung verbraucht. Nach dem Gebrauch machen mir die Verpackungen noch einmal jede Menge Arbeit. Nachdem ich mich mit ihnen abgemüht habe, darf ich den ganzen Mist auch noch trennen. Daher mache ich mir immer öfter den Spaß, die Verpackung gleich beim Händler zu entsorgen.

In unseren Breiten wird der Müll zwar großteils recycelt, aber auch nur um mir alsbald in Form einer anderen Verpackung abermals das Leben schwerzumachen. Danke Verpackungsindustrie! Lasst euch endlich etwas einfallen!

Macht euch mal locker …

Kürzlich wurde ich Zeugin eines Inter(nett) Diskurses nach dem Motto: Was genau verursacht den sogenannten Klimawandel. Da ging es aber ganz schön zur Sache und das wechselseitige geposte, wer es denn besser wisse, nahm erheiternde Formen an. Dann kam noch der Name eines angeblich einzig richtig liegenden Wissenschaftlers hinzu und dann reichte es mir. Hier mein Post an die Meinungsverschiedenen …(Keine Angst, sie leben noch).

Macht Euch Mal locker. Man muss nur über den Tellerrand hinaus, nur ab und zu in den nächtlichen Sternenhimmel schauen, oder einen Blick auf die vielen Teleskop-Aufnahmen der unzähligen Galaxien werfen, um die Bedeutungslosigkeit aller Handlungen unserer Spezies zu begreifen. Die Erde wird sich klimatisch immer wieder verändern, so wie sie es seit Milliarden von Jahren tut. Mit oder ohne uns. Wir existieren als Spezies zu kurz, um diese Dimensionen zu begreifen, obwohl wir glauben, alles mit Mathematik und den Kenntnissen der Physik erklären zu können.
Unser Planet wird uns dulden oder er wird uns vernichten, wie andere Lebensformen zuvor. Nur die Sonne hat die Macht, die Erde eines Tages auszulöschen. Und das scheint unabwendbar.

Ob es die Menschheit bis dahin noch geben wird, oder ob sie einen Ersatzplaneten gefunden hat, steht in den Sternen.
Die Wegwerfgesellschaft alteriert sich leidenschaftlich auf den sozialen Medien, statt einfach nur weniger Müll zu produzieren, während andere immer noch verhungern. Weniger Müll kann jeder von uns. Allein durch kritisches Kaufverhalten. Ein Arbeiter jedoch, wird sich weiterhin für die »Müll-Produktion« einsetzen, weil er sonst ohne soziale Zuwendung verhungert. Soziale Zuwendungen sind aber nur über Steuergelder lukrierbar. Steuergelder wiederum, bedingen eine florierende Wirtschaft. So what?

Politik, Machtstreben und Geldgier befeuern die Klimadebatte und viele Menschen schließen sich ihr an. Einfach so. Angestachelt durch „wahre“ Medienberichte. 

Ohne Leidensdruck wird sich aber NICHTS ändern. Nur das Klima tut es. Immer wieder. Seit Urzeiten. Mit oder ohne uns. Amen.

Schauen, staunen, demütig sein ...
Schauen, staunen, demütig sein …

Zweierlei Schnee

Wow! Wow! Wow. Ich kann mich nicht satt sehen, an der weißen Pracht. Seit Tagen schneit es. Der Himmel hat mein Flehen erhört. Nun ist er da. Feiner weißer Pulverschnee. Überall. Faszinierend, wie die Dinge rund um das Haus, unter den weißen Massen verschwinden. Bald lässt sich ihre Existenz nur mehr erahnen. Der Schnee verschluckt alles. Auch den Schall. Diese wunderbare Stille, wenn die weiche Decke alle Geräusche dämpft, die kleinen flaumigen Bällchen die von den Ästen schweben, wenn es zu eng wird, für all die vielen Flocken.

Die romantischen Spaziergänge, warm eingemummt in Winterkleidung. Die Schneebälle, wenn sie fliegen-die empörten Schreie und das ausgelassene Lachen der Menschen, wenn einer getroffen, geräuschlos in den Schnee plumpst. Rote heiße Wangen. Danach ein paar Kastanien in den Ofen, dampfenden Glühwein, Kuscheln.

Im Dunkeln das wilde Treiben der Flocken vor den Laternen. Autos – langsam und vorsichtig kaum zu hören. Gezähmt durch diese wunderbare Laune der Natur. Nachts, wenn ich aufwache und aus dem Fenster schaue, freue ich mich wie ein Kind, wenn die Schneedecke wächst und wächst. Die im Süden, die Schnee-losen beneiden uns um die weiße Pracht. Nicht auszudenken, wenn auch noch Weihnachten wäre, wie sollte man diese perfekte Inszenierung aushalten?

Ach was-Schnee von gestern. Blöde Romantik. Alles Quatsch. Der Schnee auf dem wir alle talwärts fahren. Scheiß Matsch, scheiß Verspätungen, scheiß schlechte Autofahrer. Autobahn gesperrt, vergessen zu tanken, Motor aus und frieren. Wer braucht das? Niemand. Ganz zu schweigen vom dauernden schaufeln. Das Kreuz tut weh. Die blöden Schneepflüge schieben den Dreck wieder zurück zu mir. Alles von vorne. Ich hasse es. Dann das Salz. Macht alles kaputt. Mein schönes Auto. „Vorsicht! Putz die Schuhe ab! Der Teppich.“ Streit. Alles nur wegen des blöden Schnees. „Lass den Hund nicht herein“- zu spät – schon hat er sich seines Schnees entledigt. Stinken tut er auch noch. „Das kannst jetzt Du sauber machen.“ Danach Funkstille. „Schau, da postet jemand wie toll der Schnee ist. Der spinnt doch. Wahrscheinlich Pensionist oder arbeitslos. Die haben ja keine Ahnung von der Realität.“

Nicht mal eine Schi Tour ist möglich. Lawinengefahr! Null Sicht. Schlittenfahren geht auch nicht. Da bleibt man stecken. Also wer braucht sowas? Ich nicht!

Kein Schnee im Tal, ein Meter am Berg – das ist ideal. Alles andere ist nur mühsam und alles im Leben hat zwei Seiten. Des einen Freud, des anderen Leid…und bei Euch?

© LoPadi

Café Craigher

Eines muss ich gleich vorausschicken. Als Jugendliche war ich eine Düse. Ich war bei jedem Sau austreiben dabei, neugierig und unerschrocken. Aufgewachsen bin ich wie ein Bub und habe mich auch immer so benommen. Am Bauernhof ist das keine Kunst, denn da haben die Männer das Sagen-zumindest außerhalb der Küche.

Die Erziehung kannte keine Kompromisse. Aber wie das halt so ist mit den Verboten, gerade die machen den Reiz aus. Als ich mit 15 meine Lehre begann, musste ich jeden Morgen mit dem Bus zur Arbeit und abends wieder retour. Als Bücherwurm las ich immer bis lange nach Mitternacht und am Morgen hatte ich das dementsprechende „Aug’“.

Jeden Morgen musste meine Oma mich unter Aufbringung all ihrer Kräfte aus dem Bett holen. Schließlich recht brutal, indem sie mir einfach die Decke wegzog. Das war im Winter nicht so toll, denn es hatte gefühlte null Grad im Zimmer und auf den Fensterscheiben wuchsen die Eisblumen. Dafür stand ein opulentes Frühstück am Küchentisch, dass ich, weil ich trotzdem immer zu spät dran war, kaum anrührte. Daraufhin war meine Oma jedes Mal beleidigt.

„Ich gebe mir so viel Mühe und Du?“, aber was sollte ich machen in meinem Stress … Danach raste ich quer über die Felder zwischen den Stacheldrahtzäunen hindurch zum Bus, den ich in regelmäßig versäumte. Dann stellte ich mich einfach selbstbewusst hin und stoppte bis zum Hauptplatz in der Stadt, wo der Bus eine viertel Stunde Stehzeit hatte. Das funktionierte meistens. Einmal hat mich ein Sattelschlepper bis vor den Bus gefahren. Da haben alle geschaut!

Abends, nach der Arbeit war eine Haltestelle vor den Café Craigher. Wieder eine viertel Stunde Pause. Ich sauste hinein in das Hinterstübchen des Cafés und gönnte mir bei einem Glas Wasser, Iron Butterfly, The Who oder Cozy Powell aus der Musikbox. Musik war mein Leben und ich setzte alles daran in der örtlichen Band „Mesozoikum“ zu singen, was mir später auch gelang. Manchmal gesellte sich der Herr Craigher-Senior persönlich zu mir, was mich immer freute, denn das war eine Ehre. Er nannte mich lächelnd „Gamsle“, weil ich wie eine Gams immer in Bewegung war und munter durch die Gegend sprang.

Herr Craigher hatte viel Verständnis für uns Jugendliche. Trotzdem duldete er nie, dass wir Drogen nahmen und in seinem feinen Café ausflippten. Da brauchte er sich keine Sorgen zu machen, denn uns genügte die Musikbox und uns war nur wichtig, dass sie immer die neuesten Hits ausspuckte. Ein Schilling für ein paar Minuten Glück. Das genügte uns. Zumindest beim Craigher. Woanders wurde natürlich auch gegiftelt, wie überall zu jener Zeit, aber als ehemalige Klosterschülerin war ich total gegen Drogen gepolt, was ich noch heute für eine glückliche Fügung halte.

Jeden Sonntag fuhr ich mit dem Bus offiziell zu meiner besten Freundin, war aber mit der ganzen Clique beim Craigher. Bis eines Tages mein misstrauischer Opa dort auftauchte. Herr Craigher versuchte mich zu warnen. Leider zu spät.

Aber das ist eine andere Geschichte

© LoPadi

Schiff einwintern- Endspurt

Außenborder gewartet, diversen Kleinkram innen und außen repariert. Das Wetter lässt den Abschied vom Meer leichter fallen, obwohl wir immer wieder stimmungsvolle Herbstbilder entdecken.

Different Shades of Grey in Rovinj
…man muss die Grenzen respektieren😉

Euch allen einen schönen Sonntag🙋🏼

Schiff einwintern …

Wir haben heuer viele schöne Stunden mit der »Grande« verlebt. Ein neues Revier, einsame Ankerplätze und entspanntes Segeln.

Ankern in der Nachsaison

Nun ist das Schiff ⛵ dran. Die Segel, Persenning und Bimini müssen abgeschlagen und die Leitungen frostsicher gemacht werden. Letzteres mit einem billigen Vodka, der zufällig auch noch schmeckt und so fällt die Zweckentfremdung ein bisschen schwer 😉.

Vor dem Tauerntunnel, Richtung Süden

Am Tauern liegt schon Schnee, aber hier in der kroatischen Marina sind die Temperaturen noch mild. Wir haben unsere Badesachen dabei, denn es wäre nicht das erste Mal, dass wir im November in das 20 Grad warme Meer springen …

Zwischenstopp in Portoroz

Aber jetzt erst mal ran an die Arbeit …oder vorher doch noch schnell auf eine 🍕?🤦🏼‍♀️

(Alb)- Traum

Es piepst. Eine roter Lichtpunkt blinkt an meinem linken Handgelenk. Daneben strahlen drei azurblaue Tropfen durch die blasse dünne Haut. Ich weiß, was mir blüht. Wenn ich nicht innerhalb von fünf Minuten trinke, wird mein Lebenskonto negativ belastet. Ich hasse diesen Ton. Mein Blick wandert durch den sterilen Raum zur Tür. Kein humanoider Roboter in Sicht. Tagsüber verfolgen sie mich mit ihren unerträglich guten Manieren. Nachts als Monster der Vergangenheit. Immer die gleichen quälenden Bilder.

Menschen werden von Kriegsrobotern aus den Häusern gezerrt. Die Anklage wird an Ort und Stelle in den freien Raum projiziert. Längst vergessene kritische Einträge in sozialen Medien sind der Beweis für Kritik am Regime und somit ein Verbrechen. In den Augen der Opfer die pure Angst. Ich erkenne das Flehen um Abbitte, aber es ist zu spät.

Meine Gedanken schweifen zurück in ein Europa, das alles verschlafen hat. Müde, satte und abgelenkte Bürger, belogen und betrogen durch die Medien. Gesteuert von unsichtbaren Mächten, deren Credo es ist, Angst zu verbreiten. Angst vor dem Fremden und Neuen, Angst vor dem Untergang der Erde. Angst vor allem. Fakten sind bedeutungslos, Halbwissen wird zur neuen Religion. Selbstständiges Denken und Handeln sind gesellschaftspolitisch irrelevant. Ethik ein vergessener Begriff. Rechtspopulisten rufen einen Bürgerkrieg aus. Europa brennt.

Amerika spielt längst nicht mehr Weltpolizei, Russland hat sich mit China verbündet. Die Aufteilung Europas ist längst ausgehandelt. Europa, geschwächt durch den Bürgerkrieg ist leichte Beute. Es herrschen Chaos, Hunger und Not. Der Widerstand ist rasch gebrochen. Die Agitatoren spielen „Retter Europas“. Die Menschen jubeln ihnen zu. Sie fühlen sich befreit. Danach beginnt die größte und umfassendste Gehirnwäsche der Geschichtsschreibung und das Ungeheure tritt ein. In nicht einmal drei Jahren ist das, was einmal Europa war, ausgelöscht.

Diese Gedanken machen mich traurig. Hier in dieser 20 Quadratmeter großen Zelle eines Altenblocks, bewacht von künstlicher Intelligenz. Als Versuchskaninchen für die Alters-Datenforschung trage ich einen Chip im Handgelenk. Mit 105 bin ich noch am Leben rüstig, fit und damit Daten-spezifisch wertvoll. Niemand wird mehr so alt. Man muss „nachhelfen“. Sie erforschen gerade wie und womit.

Zweimal täglich stellen mich die Roboter unter den Body Scan, um neueste Daten zu liefern. Alles nur, um die Lebenserwartung ein paar privilegierter um 30 Jahre zu verlängern. Wenn keine neuen Erkenntnisse mehr aus mir herauszuholen sind, werden sie mich entsorgen, wie die anderen Mitbewohner zuvor. Meine Freundin Rose ist 110. Wenn sie tot ist, werde ich mich nur noch mit humanoiden Robotern oder mir selbst unterhalten können. Ich nenne sie „Scheißding“. Es ist ihnen egal. Es piepst. Trinken ist wichtig für mein Überleben.

Das Piepsen wird lauter. Es ist mein guter alter Wecker. Ich bin zu Hause. Dem Himmel sei Dank!

© LoPadi

Gesucht und gefunden …

Vor vielen Jahren, als ich noch jung und frisch war, fuhr ich jeden Tag mit dem Zug von Friesach nach St. Veit an der Glan zur Arbeit. Die Zeit vertrieb ich mir, man glaubt es kaum – mit Gobelin-Stickerei. Jeder in meiner Familie wurde, ob er es nun wollte oder nicht, mit unglaublichen kitschigen Motiven in noch kitschigeren Barockrahmen beschenkt. Natürlich taten alle immer sehr überrascht und erfreut, aber ich habe die Kunstwerke nie irgendwo hängen sehen. Nicht mal bei mir selbst.

Eines schönen Morgens setzten sich drei junge Männer zu mir. Ich machte sofort eine Blitzanalyse, wie es nur eine Frau beherrscht. Zwei sahen sehr gut aus, aber der dritte strahlte etwas Besonderes aus. Sein Name war Franz. Kurz beobachteten mich die drei beim Sticken, dann sprachen sie über die Schule. Ich tat so, als kriegte ich nichts mit und sei vertieft in mein Hobby. Natürlich bekam ich alles mit. Auch das sie HTL-Schüler waren.

Also fragte ich ganz unschuldig, ob ich denn richtig gehört hätte, und ob sie den in Klagenfurt die HTL besuchten. So kamen wir ins Gespräch. Wir waren bald auf einer Welle. Ich war schon immer technisch interessiert und mit einem burschikosen Schmäh gesegnet. Männerfreundschaften schätzte ich damals mehr als gleichgeschlechtliche. So entwickelte sich zwischen uns vieren eine echte Freundschaft. Ab diesem Zeitpunkt verging die Zugfahrt wie im Flug. Das Sticken gab ich auf. Sehr zur Erleichterung meiner Familie.

Franz und ich entpuppten uns als Seelenverwandte. Wir verstanden uns ohne viele Worte. Wir freuten uns täglich auf das Wiedersehen. Das ging so lange, bis die Jungs die Schule verließen. Auch ich wechselte den Job und zog in ein anderes Bundesland. Wir verloren uns aus den Augen. Damals schien es, als wäre eines der vielen Kapitel des Lebens abgeschlossen.

Eines Tages, ich saß mit Freunden auf einer Skihütte in Zell am See, hörte ich hinter mir eine Stimme. Ich war wie elektrisiert, denn diese Stimme kannte ich. Ich drehte mich um und da war er, mein Seelenverwandter! Es war, als ob kein Tag vergangen wäre. Die Magie war sofort wieder da. Der Schmäh rannte. Franz lebte inzwischen in Brasilien und war erfolgreicher Programmierer.

Abends trafen wir uns in Zell und feierten unser Wiedersehen. Wir schwelgten in Erinnerungen und im Wein. Das führte bei Franz zu einer hundertprozentigen Fahruntauglichkeit und so sank er morgens um fünf auf meine Couch und schlief in der Sekunde ein.

Seither sind 30 Jahre vergangen und immer mal wieder kommt mir Franz in den Sinn. Letzten Monat so intensiv, dass ich das Orakel von Google befragte. Und was soll ich sagen? Ich habe ihn gefunden. Auf Xing. Danke Internet! Aber war es auch wirklich? Das Foto auf dem Lebenslauf sah ganz danach aus. Ach was, wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Ich schrieb eine Mail an seine Firmenadresse.

Gespannt wartete ich ab. Nach drei Tagen kam endlich eine Antwort und was soll ich sagen; er ist es tatsächlich!

Aber das Beste kommt noch. Ein Treffen heuer im Herbst.

© LoPadi

Der Briefträger und sein Schutzengel

Jeden Tag brauste er heran. Fritz der Briefträger. Mit seiner Puch MS 50. Meistens war Fritz schon etwas unsicher auf den Rädern, versuchte aber trotzdem seine Würde zu bewahren. Fritz war sich seines Status bewusst, denn ein Briefträger war damals noch wer.

Meine Oma, die im übrigen außerordentlich neugierig war, wurde, bevor er kam, immer ganz unruhig, denn sie konnte es kaum erwarten, Fritz über die neuesten Gerüchte auszufragen. Wenn es dann endlich soweit war, holte sie ein Stamperl von der Kredenz und füllte es mit Obstler. Weil meine Oma recht klein war, musst sie sich immer recken und strecken um die Schnapsflasche zu erreichen, denn die stand zur allgemeinen Sicherheit ganz oben.

Ich war auch immer ganz aufgeregt, denn der Fritz brachte außer der Zeitung und vielleicht einem oder zwei Briefe, viele interessante Geschichten mit. Das liebte meine Oma, denn sie war, wie ich schon sagte, außerordentlich neugierig. Wenn dann der Fritz endlich vom Moped stieg und mit seiner großen schwarzen Posttasche vor ihr stand, strahlte sie ihn an und er strahlte mit leicht glasigem Blick zurück.

Er war groß, von hagerer Statur und sah ziemlich durchschnittlich aus. Wie so viele damals, trug er ein „Adi- Oberlippen-Bärtchen“. Ich fand das ziemlich komisch, aber er fühlte sich sehr bedeutend damit.

Danach überreichte er die Post, schmiss anschließend seine Tasche in die Ecke und ließ sich mit einem „ich bin so frei„ hinter dem Schnaps auf der Bank nieder. Meine Oma setzte sich dazu und manchmal durfte ich sogar bleiben und zuhören. Weil Omas Schnaps ja nicht der erste war, den Fritz sich an diesem Tag hinter die Binde kippte, wurde er gleich gesprächig.

Und dann ging es dahin, mit Schnaps, Klatsch und Tratsch. Alles wurde besprochen. Geheime Liebschaften, Raufereien, Tod und Teufel. Das dauerte mindestens eine halbe Stunde, wenn nicht länger. Fritz war eine der wenigen Informationsquellen, die wir damals in den Dörfern hatten. Und er wusste ganz viele intime Details.

Dann sagte meine Oma; „Jetzt hörst du aber weg, das ist nichts für dich, Kind!“ Jetzt sperrte ich meine Ohren erst recht auf, denn genau das war am interessantesten. Wenn Fritz dann fertig war, war es selten bei einem Schnaps geblieben und ich wunderte mich oft, wie er jeden Tag die Runde ohne Unfall schaffte.

Wir waren ja nicht die Einzigen, die er mit Nachrichten versorgte und überall trank er ein Stamperl oder mehr. Trotzdem ist ihm nie etwas passiert. Ich habe meine Oma oft gefragt, ob sie sich den keine Sorgen macht, dass Fritz vielleicht eines Tages nicht mehr kommt und es vorbei sein wird, mit den interessanten Geschichten.

„Ach was, meinte sie, erst wenn er in Pension geht. Weil Betrunkene und Kinder haben einen ganz besonderen Schutzengel.“ Und sie sollte recht behalten.

© LoPadi

Atlantic Rallye for Cruisers 1994- oder wie der Atlantik Menschen zusammen bringt …

Als wir im November 1994 mit unserer Tiburon in Las Palmas ankamen, machten wir angesichts des Anblicks perfekt ausgestatteter Regattayachten demütig am Steg der Marina fest. Zwar waren wir keine Anfänger mehr, denn immerhin hatten wir es mit unserem Schiff von Norddeutschland bis hierher geschafft, aber die Flotte beeindruckte uns doch.

Bald wurde aus Demut Stolz, denn alle sahen auf die kleine Tiburon herab und fragten, ob wir damit tatsächlich über den Atlantik wollten. „Na klar wollen wir“, lautete unsere Antwort. „Und dann geht es weiter um die Welt!“ Daraufhin verstummten die meisten oder belächelten uns, aber das störte uns nicht. Wir lernten drei Crews aus Österreich kennen und verbrachten eine lustige Zeit miteinander. Wolfgang, ein Wiener hatte ein kleines Fass Wein im Cockpit vertäut. Das gefiel mir. Ich kaufte ebenfalls ein Fässchen.

Einige Yachten waren echte Rennziegen und trugen klingende Namen wie: Raffles, Absolutely, Red Jack, Samantha Nova, Mephisto oder Revolution. Kurz vor der Atlantik-Rallye for Cruisers lief eine wunderschöne Aluminium Yacht ein, die uns schon in England aufgefallen war. Die Veldana war eine 67 Fuß (ca. 20 m) Hartwig Ketch mit wunderschönen Linien und einem Flush Deck. Alles am Schiff wirkte elitär und nobel. Die Eigner hatten auch kein Anbiedern nötig, denn alle bestaunten ihre Yacht. An den gesellschaftlichen Aktivitäten und den zahlreichen Seminaren, die damals noch von Jimmy Cornell persönlich abgehalten wurden, nahmen sie nicht teil. Schon vor dem Start galten sie als Anwärter auf den Sieg. Uns beide nahmen sie nicht wahr.

Am 20. November war es dann so weit. 170 Schiffe waren auslaufbereit. Wir gingen es gemütlich an und hielten uns aus der Rangelei an der Startlinie heraus. Bei einer Distanz von 2700 Meilen (ca. 4.345 km), schien es uns kindisch um Sekunden zu kämpfen. Als der Startschuss fiel, krachte es auch schon. Einige Yachten stießen zusammen und mussten wieder umkehren. Wir segelten in aller Ruhe am Rand des Regattafeldes dem Ziel entgegen. Während der ersten beiden Tage sahen wir ab und zu noch ein paar Schiffe, aber schon bald waren wir allein. Der Atlantik war uns gewogen. Das Wetter auch. Als wir in den Dezember hinein segelten, zelebrierten wir die Advent-Samstage mit Lebkuchen von Mama und tranken ein Gläschen Wein aus dem Fässchen. Am Achterstag funkelte der Schmuck des Adventskranzes.

Die gefürchteten „Black Squalls“, vor denen wir gewarnt worden waren, blieben weitestgehend aus. Wir beide schoben brav unsere vier-stündigen Wachen und liefen nach 23 Tagen ohne Aufsehen in der Rodney Bay auf St. Lucia ein. Nachdem wir festgemacht hatten, sprangen plötzlich die Österreicher hinter den Yachten hervor und brachten uns gemeinsam mit Jimmy Cornell ein Ständchen. Wir hatten es geschafft. Zwei Wochen nach der Veldana. Sie hatte tatsächlich gewonnen und die Eigner gratulierten uns.

Plötzlich waren wir alle gleich. Der Atlantik hat uns zusammengebracht.

© LoPadi

Zeichnung aus meinem Weltumsegelungs- Tagebuch
Tiburon 2 Vor dem Wind mit Schleppgenerator achteraus
Weihnachten am Schiff von Segelkameraden in Südafrika

Wieder einmal “Waldbaden”

Was ich vom „damit kann man auch noch Geld verdienen Masche-Waldbaden“ halte, habe ich ja bereits in einem Beitrag ausführlich beschrieben. Wir auf dem Land nennen das Schwammerlsuchen oder „Böckerl“ (Tannenzapfen) klauben oder einfach im Wald spazieren gehen. Aber wie gesagt …

Heute hatten wir Lust auf Wald. Kostet nichts und tut gut. Im Herbst ist es ja besonders schön, alleine schon wegen der Farbenpracht und den angenehmen Temperaturen. Das Wetter bei uns in Salzburg ist gerade perfekt und so waren wir ein paar Stunden unterwegs, unterbrochen von einer Brotzeit und dem verweilen an besonders schönen Aussichtspunkten.

„Mei“, sagte ich zu meinem Mann, „bei uns ist es so schön, was haben wir für ein Glück an diesem Ort der Welt geboren zu sein“. Da gab er mir recht. What else?

Das Werbeversprechen “Wald macht glücklich” – stimmt. Aber das wussten wir immer schon.
Man kann sie natürlich auch umarmen …
Das sind doch schöne Aussichten, oder?

© LoPadi

Ich habe die Langsamkeit entdeckt …

Ich habe die Langsamkeit entdeckt,

ich kann es nicht fassen, wo war sie versteckt?

Plötzlich erscheint rasches Geschreibsel

nicht mehr opportun, wie ein Überbleibsel.

Ein Überbleibsel aus hektischen Tagen

Rastlos, voll Ballast, mit ständigen Fragen

Ist es so richtig, wird es gefallen.

Die Zeit läuft davon, gefällt es auch allen?

Wo war er der Atem, das ein und das aus

bis jetzt angehalten, nun muss er heraus

Jetzt schnell ein Versuch, das ist es wohl wert

Damit ich auch sehe was mir widerfährt

wenn ich einen Gang herunterschalte,

bin ich dann plötzlich nicht mehr die Alte,

nervöse, getriebene Menschengestalt,

in deren Brust sich die Hektik ballt?

Ich atme langsam, ganz langsam- entspannt

fixiere den Punkt an einer Wand,

verweile darauf und atme weiter

und plötzlich wird das Leben heiter.

Ich habe die Langsamkeit entdeckt,

ich kann es nicht fassen, wo war sie versteckt?

Der Text- diesmal ganz langsam geschrieben

Dabei bin ich ganz ruhig geblieben

Der Text ist fertig, er dauerte lang

Ist er auch gut, frag ich mich bang-

Da wispert die Langsamkeit: Egal,

dann schreibe ihn halt noch einmal …

© LoPadi

Hide and Seek

Vor kurzem war ich Gast beim Filmfestival Zell am See. Dort lernte ich den serbischen Filmemacher Ognjen Petkovic kennen. Sein Kurzfilm „Hide and Seek” hat mich tief bewegt und schockiert. Er hat mir bewusst gemacht, wie privilegiert wir in Friedenszeiten leben und wie sehr wir uns dafür einsetzen sollten, dass es so bleibt. Da ich den Kurzfilm im Internet nicht finden konnte, erzähle ich euch die Geschichte …

Die Szene wirkt bedrückend. Das Set apokalyptisch. Die Kamera zoomt zwischen den Müll hindurch auf einen Jungen. Nicht älter als Zehn. Er trägt eine Gasmaske. Laut ruft er „15, 16, 17, 18, 19.“ Das Aufsagen der Zahlen im Sekundentakt erinnert mich an meine Kindheit. Es erinnert mich an „verstecken spielen.“ Nur scheint es hier fehl am Platz.

Nächste Einstellung; ein zweiter Junge in ähnlichem Alter rennt durch die trostlosen Gänge des zerstörten Gebäudes. Er lugt hinter einen Plastikvorhang und stört eine verwahrlost aussehende Frau am Klo. Mit ärgerlichem Gesichtsausdruck zieht sie den verdreckten Fetzen wieder zu.

Szenenwechsel; die Kamera schwenkt auf einen Löffel, in den Wasser aus einem großen Plastikkanister rinnt. Der Kanister ist nun leer. Der Löffel wird behutsam an den Mund eines Verwundeten gelenkt. Dessen Kopf ist verbunden und das Gesicht blutverschmiert. Er liegt auf einer nackten Holzbank. Seine trockenen Lippen öffnen sich langsam, um die feuchte Kostbarkeit aufzunehmen. Ich merke, wie ich die Luft anhalte, weil ich fürchte, es könnte ein Tropfen verschüttet werden. Nun wird mir klar. Es herrscht Krieg.

Die Frau, deren hübsches Gesicht in absurdem Kontrast zur verwüsteten Umgebung steht, legt sieben Streichhölzer auf eine Kiste, nimmt ein großes Schlachtermesser und macht damit ein Hölzchen ein Stück kürzer. Dann mischt sie die Streichhölzer und lässt sechs Menschen- allesamt Frauen je eines davon aus ihrer Hand ziehen. Noch begreife ich nicht, wozu das Ganze gut sein soll. Trotzdem halte ich den Atem an. Eine nach der anderen zieht vorsichtig und angespannt ein Streichholz. Die Frau aus dem Klo verweigert. Die Schöne zieht für sie.

Der Zufall trifft eine Frau, die ihr Baby im Arm hält. Stumm und mit verzweifeltem Gesichtsausdruck übergibt sie das Kind der Schönen, nimmt den leeren Kanister und geht. Vorsichtig bahnt sie sich einen Weg durch den Schutt des riesigen Fabrikgeländes. Sie wirkt entschlossen und achtet gespannt auf jedes Geräusch. Dann tritt sie ins Freie, verbirgt sich aber schnell hinter einer schützenden Mauer. Sie sucht Deckung. Aber warum? Die Kamera schwenkt auf einen Gewehrlauf, der aus einem Fenster gegenüber ragt.

Gegenüber wartet der Feind darauf, Menschen die Wasser holen, nach pervertiertem Gutdünken zu töten. Sie wirft den Kanister aus der Schusslinie. Dann rennt sie ihm hinterher. Ich halte den Atem an, aber sie schafft es und erreicht einen Brunnen. Über ein schweres Holzrad holt sie schwer atmend den Eimer hoch. Er ist durchlöchert. Sie denkt nach. In rasender Eile reißt sie sich die Bluse vom Leib, stopft sie in den Eimer, lässt ihn hinab und holt so Tropfen um Tropfen aus dem Brunnen. Danach schleppt sie den schweren Kanister wieder zurück. Dort vor dem Eingang lauert der Tod auf sie.

Szenenwechsel. Ein Schuss. Die Frau sitzt mit ihrem Baby in der Ruine. Die Schöne bereitet die Zündhölzer vor. Es sind nur mehr drei.

Ein Kurzfilm aus Serbien von Ognjen Petkovic

© Lo Padi

Fakten zur „Klimalüge“ und eine Antwort auf die Frage Cui bono …

Ich bin weder Wissenschaftlerin noch Aktivistin, aber eines tue ich immer öfter, ich hinterfrage. Hier zwei Beiträge die zumindest Fakten und keine Vermutungen beinhalten. Medien sind nur Instrumente derer, die von Meinungsmache profitieren. Wir MÜSSEN uns die Zeit nehmen, kritischer zu hinterfragen. Wenn nicht, sind wir Lemminge der Geschichte. Die Verteilung der Ressourcen und ich spreche von Geld, wird immer über unsere Köpfe hinweg entschieden.

Was mir wichtig ist, ist der persönliche Beitrag eines jeden gegen die Vermüllung der Erde. Hier kann jeder bei sich anfangen und einen wertvollen Beitrag leisten. Ich tue das, wo ich nur kann. Alleine das stößt schon auf Widerstand und ich werde mit dem Argument belächelt; Plastik ist letztendlich Erdöl und Erdöl ist fossil. Fossil ist Natur und ich soll mich nicht so anstellen. Und was ist mit den vielen Arbeitsplätze, die an dieser Industrie gekoppelt sind.?

Statement des Tages

Sehr oft fühlen sich Menschen bemüßigt, einem zu sagen, wie man zu funktionieren hat und was richtig oder falsch ist.

Es dauerte lange, bis ich zwischen konstruktiver und eigennütziger Kritik unterscheiden konnte. Es war ein Lernprozess, aber jetzt kann ich’s. Ein außerordentlich befreiendes Gefühl…

😊 🌞

Der „Putzi-“ Blick

Regen, Regen, Regen. Mein kritischer Blick entdeckt beim Betreten des Wohnzimmers nichts Auffälliges. Die beiden mir bekannten Arten von Staub, scheinen unsichtbar geworden zu sein. Das fahle Licht des düsteren Tages entzieht sie meinem „Putzi-Blick“.

Ich lege mich entspannt auf die einladende Couch und nehme ein längst überfälliges Buch zur Hand. Es besteht aus vielen, vor allem uninteressanten Seiten. Die Handlung ist kompliziert, der Stil anstrengend. Ich muss mich richtig konzentrieren, um nicht den Faden zu verlieren. Prinzipienlose, würden einfach den Schluss lesen, das vermutlich einzig Interessante an diesem Wälzer.

Schon nach zehn Minuten langweile ich mich. Genau in diesem Moment kommt die Sonne hinter den dunkel umrandeten Regenwolken hervor und strahlt durch das frisch geputzte Fensterglas. Ich genieße das Gefühl, eine ordentliche Hausfrau zu sein und wende mich wieder selbstzufrieden dem Buch zu. Dabei streift mein Blick zufällig den gläsernen Beistelltisch.

Mit einem Schlag verpufft meine Selbstzufriedenheit. Mit Entsetzen nehme ich einen hellgrauen Film am Glas wahr. Nur in der Mitte glänzt ein sauberer Fleck in Buchformat. Staub! Das kann doch nicht sein, ich habe doch gerade erst. „Schlampig, schlampig, ruft mein schlechtes Gewissen, du weißt doch, wie das ist mit dem Staub. Jeden Tag müsstest du, jeden Tag!“ Ich seufze, erhebe mich und mache mich auf den Weg zum Schrank, wo sich jene Utensilien befinden, die jede anständige Hausfrau glücklich machen.

Auf dem Weg dorthin entdecke ich die nächste Sauerei. Die Zimmerlinde hat sich still und heimlich von ein paar Blättern getrennt und diese einfach auf den nun ebenfalls, staubigen Boden fallen lassen. Warum habe ich überhaupt noch das Buch in der Hand? Wie es aussieht, komme ich heute ohnehin nicht mehr zum Lesen. Also weg damit. Und prompt, als ich mich nach den Blättern bücke, naht schon die nächste Katastrophe.

Hinter den Blumentöpfen hockt ein luftig, leichtes Knäuel aus Staub, Flusen und Haaren. Ein Lurch! Widerlich. Nach und nach legt die unbarmherzige Sonne weitere unappetitliche Details frei. Brösel auf der Polstergarnitur, wie oft soll ich meinem Mann noch sagen, dass … es folgen dunkler Staub auf hellen Flächen und heller Staub auf dunklen Flächen. Urplötzlich verwandelt sich ein düsterer aber entspannender Regentag in ein sonniges Horrorszenario.

Überall, sichtet das „Putzi-Auge“ unfassbar schmuddelige Details. Dabei bin ich noch nicht einmal beim Schrank angelangt und statt ein Buch zu lesen, kratze ich nun Krümel vom Möbelstoff. Mit dem tiefen Seufzer der Erleichterung verschwinden Krümel, Blätter und Flusen im Abfalleimer. Nun noch den Staubwedel geholt und …

Aber so plötzlich wie die Sonne gekommen ist, verschwindet sie hinter der nächsten Regenfront. Der Wind hat gedreht und die Regentropfen prasseln gegen meine frisch geputzten Scheiben. Doch das düstere Licht trübt meinen Blick. Ich greife nach meinem Buch …

© LoPadi

Aus dem Buch: Kreisky, Sinowatz und eine Bar …

“Papyrus Autor”- Ein Test

Nachdem mehrere Autoren das Papyrus Autor Programm als positiv bewertet haben, habe ich mir die Probeversion heruntergeladen. Ich schreibe ja aktuell an meinem Buch und arbeite mit einer Lektorin zusammen. Das hat dem Manuskript gutgetan. Es ist besser geworden. Kerstin macht mich auch auf Logikfehler aufmerksam und bremst meinen phasenweise “flapsigen” Schreibstil. Das passt für mich.

Nun aber zu Papyrus. Wie gesagt ich arbeite mit der Probeversion. Man kann ja nur immer eine Seite überprüfen, aber das genügt, um sich einen Überblick zu verschaffen. Frustriert hat mich die Tatsache, wie viele Wörter man weglassen muss, bis Papyrus den Text als lesbar anerkennt. Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass das Programm für Journalisten oder Sach- und Fachbuch-Autoren besser geeignet ist, als für kreative Schreiberlinge.

Ich gehöre noch zu einer Generation, die berühmte Weltliteratur gelesen hat und sich dadurch über einen erklecklichen Wortschatz verfügt. Papyrus scheint kein Verständnis für gehobene Literatur aufzubringen. Ich wollte sicher gehen. Deshalb kopierte ich die Textpassage eines berühmten Schriftstellers in das Papyrus-Dokument und staunte nicht schlecht. Ich würde sagen, durchgefallen! Schriftsteller, dein Text ist unlesbar. Du magst berühmt sein, aber eben nicht mehr zeitgemäß. Whats App Nutzer hören vermutlich nach der zweiten Zeile auf, zu lesen …

Hier der Text:

Als ich auf meinem Sofa saß, die mageren Knie unter der Kaffeetasse in die Höhe gezogen, Hut und Handschuhe auf dem Boden neben sich, mit dem Löffel immer langsam im Kreise rührend, die schlummerlosen rötlichen Augen, die aussahen, als ob ihnen die Wimpern weggesengt worden wären, mir zugewendet, ohne aber mich anzublicken, während die unangenehmen Schattierungen in seinen Nüstern mit seinem Atem kamen und gingen und die schlangenhaften Windungen seinen Körper vom Kinn bis zu den Stiefeln durchliefen, da empfand ich, dass ich ihn tief innerlich hasste.

Papyrus stellt fest:

1. Lesbarkeit 0

2. Es werden mehrere Sätze empfohlen…

Wer erkennt den berühmten Schriftsteller oder sogar den Titel des Buches?

Habt ihr Erfahrung mit Papyrus?

Wie ist Eure Meinung dazu?

Mit Humor in die neue Woche

Neue Woche neue Chance. Nach einem heißen und sonnigen Wochenende geht es wieder ans Schreiben. Hier in Salzburg regnet es nun schon seit Stunden, aber das macht mir nichts aus. Ganz im Gegenteil. Bei Regen macht mir das Schreiben noch mehr Spaß. Da versäume ich nichts. Auch der Garten kann warten, denn die Pflanzen freuen sich über den Segen von oben. Ich habe es eh schon mehrmals erwähnt. Wir leben in einer privilegierten Region mit jeder Menge Wasser und das wird mir jeden Tag aufs Neue bewusst. Aber nun gehts weiter mit meinem Manuskript, denn 100 Seiten hab ich noch…

Nachricht aus dem Natur Büro 💻🌻

Arbeiten am neuen Buch

Der Sommer ist zurück, der See lockt. Aber der muss warten. Das Manuskript für das neue Buch soll in drei Wochen fertig sein. Danach bin ich für einen Monat auf Segeltörn in Griechenland. Da heißt es ranhalten.

Noch zirka 100 Manuskript Seiten

Für mich der schönste Arbeitsplatz der Welt

Nach dem Törn folgt das Lektorat. Dabei soll der Schreibstil nicht zu sehr beeinträchtigt werden. Trotzdem muss die fortlaufende Logik in der Geschichte für die Leser nachvollziehbar sein. Von Grammatik und Rechtschreibung mal abgesehen.

Es klappt nicht immer mit dem Schreiben

Deshalb nutze ich den Flow des Momentes und ich muss dran bleiben, bevor er abreißt. Gerade tauche ich in meine Erlebnisse im australischen Outback ein und vergesse die Welt um mich herum. Nur die sanfte Brise, die durch mein Natur Büro streift, nehme ich wahr…

Schreiben in wohltuender Abgeschiedenheit…

Erntezeit

Alles reift. Die Früchte prall und verlockend. Hochsommer ist Erntezeit. Schön, wenn man einen Garten sein Eigen nennen darf.

…selbst gezogene Tomaten schmecken einfach köstlich…

Ernten ist großartig, aber man steht auch immer in Konkurrenz mit den Gegebenheiten der Natur. Schwerer Regen- die Tomaten platzen, Braunfäule, Läuse, Fliegen, Schnecken dringen in die verwundeten Früchte ein… Alle wollen an der Ernte teilhaben…

…kein Wunder, dass die Wespen mitnaschen wollen…

Herrlich wie die Trauben reifen, wie köstlich sie schmecken. Das wissen auch die Wespen, kommen in Schwärmen, laben sich am süßen Saft.

…saftige, schmackhafte Zitronen

Das gefällt uns nicht, denn wir fürchten um unsere Arbeit und Ernte. Wir nennen sie Schädlinge, bekämpfen sie und schaden damit letztendlich auch den Nützlingen.

…die nächsten 🍅 kommen…

Teilen fällt schwer, wenn man sich so sehr bemüht hat. Schließlich aber begreift man, es ist immer noch genug da für alle…

Der Orangenbaum in zweiter Blüte

Schönes Wochenende🌞🍅🍇🍋🥬

Mein neues Buch…:-)

Verlag: Story one, 80 Seiten, bebildert

Soeben habe ich per Post das erste Exemplar meines neuen Buches direkt von der Druckerei erhalten. Es ist immer wieder ein ganz besonderer Moment, etwas das man selbst erschaffen hat, in Händen zu halten.

Die Themen der Geschichten kommen aus den Bereichen Kindheit, Sucht, Liebe, Begegnungen, Abschieden, einem deja vu, Segeln und anderen Erlebnissen aus einem reichhaltigen Leben. Das Buch ist in allen Buchhandlungen und online erhältlich.

Über Feedback freue ich mich sehr. Einen Textauszug findet ihr unter der Rubrik Veröffentlichungen.

Hier geht’s zur Bestellung:

Kreisky, Sinowatz und eine Bar-Kurzgeschichten

https://www.buecher.de/shop/fachbuecher/kreisky-sinowatz-und-eine-bar-life-is-a-story/lopadi/products_products/detail/prod_id/57430527/

Mixed Pickles– Kurzgeschichten

https://www.buecher.de/shop/fachbuecher/mixed-pickles-life-is-a-story/lopadi/products_products/detail/prod_id/55346797/

Da wo ich herkomme…

Da wo ich herkomme, ist es wunderschön. Jedes Mal, wenn ich in meine Heimat reise, geht mir das Herz auf. Ich genieße die Landschaft mit ihren typischen Häusern, den typischen Veranden und dem wunderschönen Blumenschmuck. Ich fühle mich sofort wieder “daheim”. Das Ausseerland im Steirischen Salzkammergut ist für seine Bodenständigkeit bekannt und wird oft auch als „10. Bundesland Österreichs“ bezeichnet.

Die Straßen sind schmal und kurvenreich, sie vertragen keine Automassen. Dirndl und Lederhose werden von Jung und Alt selbstverständlich getragen. Hauptsächlich aber an Sonn- und Feiertagen und bei Festen. So ein Fest ist der Altausseer Kiritag (Bierzelt) und wer an den drei Tagen am ersten Septemberwochenende schon einmal dabei war, wird es nie mehr vergessen.

Die Ausseer pfeifen auf “Mainstream” und “Zeitgeist” und alles Unnötige wird einfach als “Fia wos soi des guad sei” abgetan. Das Fremde wird geduldet, hat sich aber anzupassen. Vielleicht ist das der Grund, warum sich viele Unternehmer (Sommerfrischler) hier so wohlfühlen. Niemand kriecht ihnen zu Kreuze. Sie werden geduldet. Nicht zuletzt, weil sie auch was “bringen”. Trotzdem haben sie sich an die Regeln zu halten. Massentourismus? Fehlanzeige.

Der Fremde (Sommerfrischler) wird geduldet, hat sich aber anzupassen. Hier wird mir wieder klar, warum ich so bin, wie ich bin und woher das kommt. Bodenständig halt. Darum komme ich immer wieder gerne hierher und sei es nur, um wieder geerdet zu werden.

Aussee is a lustigs Tal, das sag i allemal. San schene Mentscha drein, da mecht i sein.”


Wochenend- Story

Heute eine Geschichte aus meinem zweiten Buch, das demnächst erscheint.

Kreisky, Sinowatz und eine Bar …

Als ich vor 22 Jahren, nach der Weltumsegelung beschloss, Salzburg als neuen Lebensmittelpunkt zu wählen, waren rationale Entscheidungen ausschlaggebend. Salzburg lag zentral und schien damit als Basis für einen Neustart optimal. Es wurde einem nicht leicht gemacht, sich als Zugereiste in dieser Stadt zu Hause zu fühlen.

Langsam gewöhnten ich mich an die abweisende und verschlossenen Art dieser Menschen. Ich sehnte mich zurück in die Segler Community, in der wir alle füreinander dagewesen waren, ohne etwas in Rechnung zu stellen. Arroganz und Klassenunterschiede waren mir fremd geworden.

Dennoch gab ich nicht auf und grüßte in meiner neuen Heimat fröhlich darauf los und sah dabei gerade die Augen der Menschen. Umsonst. Ihr Blick entglitt mir. Sie stierten an mir vorbei, auf den Boden oder in die Spiegelung der Schaufenster, um ihre prächtige Erscheinung zu prüfen. Weil ich jedoch im nahen Bayern arbeite, schien mir das alles nicht so schlimm. Früh morgens verließ ich die Stadt und Abends kehrte ich wieder zurück.

Am Wochenende zog es mich in die Gastroszene der Stadt. So entdeckte ich eines Nachts die Steingasse. Ich war sofort fasziniert von dieser dunklen Schlucht, flankiert von Jahrhunderte alten Häusern mit den vielen Bars und Pubs. Trotzdem bedurfte es einiger nächtlicher Ausflüge bis ich SIE entdeckte;

MEINE Bar!

Als ich den winzigen, verrauchte Raum mit dem uralten Steingewölbe betrat, fühlte ich mich wie zu Hause. Rechts neben dem Eingang hingen Porträts von Bruno Kreisky und Fred Sinowatz. Auch das passte damals perfekt in mein Weltbild. An den kleinen Tischen gab es kaum mehr Platz und auch die winzige Bar war voll besetzt. An ihrem rechten Ende dominierte ein riesiger, echter und wunderschöner Blumenstrauß. Links daneben stand eine Schüssel mit tiefroten frischen Tomaten. Ich zwängte mich in die Ecke neben die Blumen. Jemand machte mir Platz.

Hinter der Bar musterte mich der Barmann interessiert. Eine Frau, alleine. Mit rauer Stimme fragte er nach meinen Wünschen. Ich bestellte und lobte den guten Musikgeschmack. Uralte Schallplatten stapelten sich in einer Nische. Doors, Iron Butterfly und Cream. Er mischte progressive Musik mit coolem Italo Sound jenseits Eros Ramazzottis und spielte gekonnt mit den jeweiligen Stimmungen seiner Gäste. Die Weinauswahl war exzellent aber teuer. Wen er jemanden mochte, schenkte er immer etwas mehr ein. Ich verbrachte unzählige Stunden diskutierend, lachend, verliebend, trinkend und tanzend an diesem Ort. Dann zog ich fort.

Gestern war ich nach langer Zeit mit meinem Mann wieder dort.

Die Bar: Menschenleer.

Kreisky und Sinowatz: Von der Wand verschwunden.

Frische Blumen: Aus Plastik.

Tomaten: Weg.

Bedienung: Niemand da.

Musik: Nichtssagendes Chill out Gedödel.

Draußen im Freien standen Tische an denen ein paar Menschen saßen. Der neue Besitzer musste seinen Kellner erst zur Aufmerksamkeit gegenüber den Gästen anspornen.

Da wusste ich; es ist vorbei!

© LoPadi

Band 1 ist überall im Buchhandel und bei Amazon erhältlich.

Schau dir “Lisa Fitz über HC Strache: Ibiza ist überall! | SWR Spätschicht” auf YouTube an

Mit diesem gelungenen Vortrag schließe ich persönlich diese Affäre ab.

Den selbst gebastelten Sonnenschutz werde ich während der nahenden kühlen Tage entfernen. Die Weintrauben davor, entwickeln sich gut.

Ab in die Natur! Ideales Wanderwetter. Es gibt so viel zu entdecken. Holz- Tattoos zum Beispiel …
Viel Vergnügen mit der Fitz und schönes Wochenende💦🚴🤸

Regen als Segen- Trinkwasser das Gold von morgen

Wie oft höre ich Menschen über den Regen jammern. Sie sehnen sich nach Sommer und Sonne. Ich auch. Aber ich denke, es ist an der Zeit auch in unseren Breiten den Regen als Segen zu empfinden. Unser Trinkwasser ist ein schützenswertes Privileg und Lebensgrundlage für Menschen Tiere und Pflanzen.

Reines Trinkwasser wird einst wertvoller sein als Gold. Da bin ich mir ganz sicher.

Stimmungsvolle Aulandschaft nach dem Regen …
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