Der Briefträger und sein Schutzengel

Eine Erzählung aus meiner Kindheit

Friesach, Österreich

1964–1964

Jeden Tag brauste er heran. Fritz der Briefträger. Mit seiner Puch MS 50. Meistens war er schon etwas unsicher auf den Rädern, versuchte aber trotzdem seine Würde zu bewahren. Er war sich seines Status bewusst, denn ein Briefträger war damals noch wer. Er war groß, von hagerer Statur und sah ziemlich durchschnittlich aus. Wie so viele damals trug er ein „Adi-Oberlippen-Bärtchen“. Ich fand das komisch, aber er fühlte sich sehr bedeutend damit.

Meine Oma, die im Übrigen außerordentlich neugierig war, wurde, bevor er kam, immer ganz unruhig. Sie konnte es fast nicht erwarten, ihn über die neuesten Gerüchte ausfragen zu können. Wenn es dann endlich so weit war, holte sie ein Stamperl aus der Kredenz und füllte es mit einem selbstgebrannten Obstler. Weil meine Oma klein war, musst sie sich immer recken und strecken, um die Schnapsflasche zu erreichen, denn die stand zur allgemeinen Sicherheit ganz oben am Geschirrschrank.

Auch ich war aufgeregt, denn der Briefträger brachte außer der Zeitung und einem oder zwei Briefe viele interessante Geschichten mit. Er war so was Ähnliches wie eine Dorfzeitung. Das liebte meine Oma, denn sie war, wie ich schon sagte, außerordentlich neugierig. Wenn dann der Fritz endlich vom Moped stieg und mit seiner großen schwarzen Posttasche vor ihr stand, strahlte sie ihn an und er strahlte mit leicht glasigem Blick zurück.

Danach überreichte er die Post, schmiss anschließend seine Tasche in die Ecke und ließ sich mit einem „ich bin so frei“ hinter dem Schnaps auf der Bank nieder. Meine Oma setzte sich dazu und manchmal durfte ich sogar bleiben und zuhören. Weil unser Selbstgebrannter nicht der Erste war, den Fritz sich an diesem Tag hinter die Binde kippte, war er sehr gesprächig.

Und dann ging es dahin, mit Schnaps, Klatsch und Tratsch. Alles Mögliche wurde besprochen. Geheime Liebschaften, Raufereien, Tod und Teufel. Das dauerte mindestens eine halbe Stunde, wenn nicht länger. Fritz war eine der wenigen Informationsquellen, die wir damals in den Dörfern hatten. Und er kannte intime Details.

Dann sagte meine Oma mit strengem Tonfall; „Jetzt hörst du aber weg, das ist nichts für dich, Kind!“ Jetzt sperrte ich meine Ohren erst recht auf, denn genau das war am interessantesten. Wenn die Berichterstattung abgeschlossen war, hatte er mindestens vier Stamperl intus und ich wunderte mich, wie er jeden Tag seine Runde ohne Unfall schaffte.

Wir waren nicht die Einzigen, die er mit Nachrichten versorgte und überall trank er ein Stamperl oder zwei. Trotzdem ist ihm nie etwas passiert. Ich habe meine Oma einmal gefragt, ob sie sich keine Sorgen macht, dass Fritz vor lauter saufen eines Tages nicht mehr kommt und es vorbei sein wird mit den interessanten Geschichten.

„Ach was“, lachte sie „erst, wenn er in Pension geht. Weil Betrunkene und Kinder haben einen ganz besonderen Schutzengel.“ Und sie sollte recht behalten.

© LoPadi 

Beitragsfoto Pexels

Heiliger Segelsack – es nimmt kein Ende!

Update Nr.

Was blauäugig begann, schreitet munter voran. Frei nach diesem Motto werkt der Techniker fast täglich am Oldtimer. Meine verantwortungsvolle Aufgabe lautet derzeit, den Dreck der sich über Jahre angesammelt hat, so gut es eben geht zu beseitigen. Selbstverständlich warten auch immer wieder Schleif Lackierarbeiten auf mich, die ich ein klein wenig lieber mache, als das depperte Putzen. Putzen ist ein notwendiges Übel, bleibt aber Vergeudung von wertvoller Lebenszeit für mich. Es soll Menschen geben, welche darin einen tieferen Sinn erkennen und für die es befriedigend ist, herumzufeudeln, aber bei mir trifft das nicht zu. Mein Techniker sagt immer, wenn ich putze oder arbeite, verwandle ich mich in einen völlig fremden Menschen. Das wird stimmen, denn mein Fokus liegt ausschließlich beim Fertigwerden und das zack zack. Jeder der mir dabei im Weg steht, erntet einen vernichtenden Kommentar oder bestenfalls denselben Blick.

Je tiefer wir graben, desto mehr Arbeit kommt zum Vorschein. Dieses wiederum scheint kein Ende zu nehmen. Ein freundlicher Mensch hat uns seine Halle zur Verfügung gestellt, so müssen wir wenigstens nicht frieren. Hier gibt es leider kein heißes Wasser, also muss ich das vom Haus zur Halle transportieren. Damit es nicht gleich wieder abkühlt, fülle ich einen Kanister mit heißem Wasser, nehme einen Eimer, lege diesen mit einem Handtuch aus, stelle den Kanister hinein und decke ihn mit dem Handtuch ab. So bleibt das Wasser zumindest für eine Stunde warm. An Bord stehen zwei Gefäße eines mit kaltem Wasser zum Nachspülen und ein leeres zur Entsorgung des Schmutzwassers. Dann geht es das Schiff über die Leiter rauf und runter- entweder um das Schmutzwasser zu entsorgen, oder sauberes Wasser zu holen. Leider geht es nicht anders, denn die verbauten Schiffswände müssen vor der Renovierung gereinigt werden. So schauts zwischenzeitlich aus.

Fortsetzung folgt.

VORHER/NACHHER

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Skitour am Obertauern

Meine Tochter hat mich gestern angezündet und ich habe das Feuer an meinen Mann weitergegeben. „Am Obertauern ist es traumhaft. Mama, wir müssen beim nächsten Sonnentag zusammen Schifahren“, flötete sie. Ok, ich wollte ohnehin meine neuen Tourenski testen, denn die hatte ich mir extra wegen meiner maroden Kniegelenke gekauft. Warum also nicht gleich eine erste gemeinsame Tour-2021 in Angriff nehmen?

Traumhaftes Schigebiet

Von uns aus ist man in einer knappen Stunde am Tauern und schon bei halber Anfahrt wurde der Himmel blauer und die Sonne strahlender. Allerdings sahen wir auch mächtige Windfahnen, die über die Gipfel wehten. „Hoffentlich ist es nicht zu stürmisch“, gab mein Techniker zu bedenken. Aber ich hatte schon eine Idee, wo es auf jeden Fall geschützter sein würde. Also fuhren wir zum Seekarhaus, welches in einem Kar liegt und siehe da- hier war es sogar windstill.

Seekarhaus

Überall in der Presse wurde über Massen von Skifahrern lamentiert, die angeblich die Lifte belagern.
Nichts von alledem war hier zu sehen. Wenig Menschen, alle diszipliniert und mit den neuesten Lappen vorm Gesicht. Im Wirtshaus wurde ausschließlich ‚to go‘ bedient und das kriegten wir auch nur mit, weil wir vor dem Aufstieg aufs Klo mussten. Also wieder einmal alles halb so wild, aber für die Wirte doppelt so schlimm!

NIchts los …

Der Aufstieg war anstrengend, aber der Ausblick herrlich. Obwohl sich alsbald meine Knie wieder meldeten, genoss ich das wunderbare Panorama. Am Gipfel wehte es ganz schön und wir mussten hinter eine Hütte Schutz suchen, um uns für die Abfahrt vorbereiten zu können. Wir nahmen die Piste, denn in den freien Hängen war der Schnee windgepresst und das macht keinen Spaß.

Zwei Spuren im Schnee … 🎶

Alles in allem ein wunderschöner Touren- Nachmittag, den wir mit einem ‚to go-Snack‘ plus Almdudler beendeten. Das ganze hatte nur einen Haken; ich habe zwar neue Schi, aber eigentlich brauche ich neue Knie … 🙈

Das nenne ich eine Piste!

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Mittwochs Poetry Slamassel

Niemand nimmt mir meine Freuden,
niemand nimmt mir meine Kraft
Mag nicht Energie vergeuden, in der hausinternen Haft
Mir geht die Stimmung schon am Senkel,
seh maskierte Menschen nur
Deshalb mach ich mich auf die Schenkel
und wandre flott in die Natur
Dort warten Wiesen, Wälder, Seen,
ganz in weiß wohin ich seh
Und plötzlich ist’s um mich geschehen
ich werf aus Jux mich in den *Schnee!

© Lo Padi 2021

*Ich weiß, ich immer mit meinem Schnee- aber er ist halt so scheee 🤩❄️☃️

Hide and Seek

Das Szenario ist bedrückend. Das Set apokalyptisch. Die Kamera zoomt zwischen Müll hindurch auf einen Jungen. Nicht älter als zehn. Er trägt eine Gasmaske. Laut ruft er „15 – 16 – 17- 18 – 19“. Das Aufsagen der Zahlen im Sekundentakt erinnert mich an meine Kindheit. Es erinnert mich an „verstecken spielen.“ Nur scheint es hier fehl am Platz.

Nächste Einstellung; ein zweiter Junge in ähnlichem Alter rennt durch die trostlosen Gänge eines zerstörten Gebäudes. Er lugt hinter einen Plastikvorhang und stört dabei eine verwahrlost aussehende Frau am Klo. Mit ärgerlichem Gesichtsausdruck zieht sie den verdreckten Fetzen wieder zu.

Szenenwechsel; die Kamera schwenkt auf einen Löffel, in den Wasser aus einem großen Plastikkanister tropft. Der Kanister ist fast leer. Ein Löffel wird behutsam an den Mund eines Verwundeten geführt.Sein Kopf ist verbunden und das Gesicht blutverschmiert. Er liegt auf einer nackten Holzbank. Seine wunden Lippen öffnen sich langsam, um die Kostbarkeit aufzunehmen. Unwillkürlich halte ich die Luft an, weil ich fürchte, es könnte ein Tropfen verschüttet werden. Die Frau, deren hübsches Gesicht in absurdem Kontrast zur verwüsteten Umgebung steht, legt sieben Streichhölzer auf eine Kiste und nimmt ein großes Schlachtermesser. Sie wählt ein Hölzchen und kürzt es. Dann mischt sie die Streichhölzer und lässt sechs Frauen ziehen. Noch begreife ich nicht, wozu das Ganze gut sein soll. Was wird hier entschieden? Eine nach der anderen wählt zögernd ein Streichholz. Die Angst steht ihnen dabei ins Gesicht geschrieben. Die Frau aus dem Klo verweigert. Die Schöne zieht für sie.

Der Zufall trifft eine Frau, die ihr Neugeborenes im Arm hält. Stumm und mit verzweifeltem Gesichtsausdruck übergibt sie das Bündel der Schönen, nimmt den leeren Kanister und geht. Vorsichtig bahnt sie sich einen Weg durch den Schutt des zerstörten Fabrikgeländes. Sie bewegt sich entschlossen und gleichzeitig vorsichtig um keinen Lärm zu verursachen. Dann tritt sie ins Freie, rennt hinter eine schützende Mauer und wartet. Langsam wird mir klar, hier herrscht Krieg!

Die Kamera schwenkt auf einen Gewehrlauf, der aus einem Fenster gegenüber ragt.Hier wartet der Feind darauf, Menschen, die Wasser holen, zu töten.Die Frau wirft den Kanister ein paar Meter von sich fort. Dann rennt sie hinterher.Sie schafft es den Brunnen zu erreichen.Über ein schweres Rad aus Holz holt sie an einem Seil den Eimer hoch. Er ist undicht und verliert das Wasser. Sie denkt nach. In rasender Eile reißt sie sich die Bluse vom Leib, stopft sie in den Eimer, lässt ihn hinab und zieht das kostbare Nass aus dem Brunnen. Sie füllt den großen Kanister nur zur Hälfte und schleppt ihn zurück in das Versteck. Vor dem Eingang in das Gebäude lauert wieder der Tod.

Szenenwechsel in das Versteck. Die Frau vom Klo wiegt das schreiende Baby in ihren Armen.Die Schöne greift nach den Zündhölzern.
Es sind nur noch drei.

*Aus einem Kurzfilm des Serben Ognjen Petkovic. Kurzfilmfestival Zell am See 2019
Dieser Kurzfilm soll die Gräuel des Kroatienkrieges 1991 – 1995 mitten in Europa erinnern

Weitere Kurzfilme von diesem Regisseur aus dieser Zeit auf You Tube

Winterspaziergang in Abtenau

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Abtenau ist eine kleine Marktgemeinde im Salzburger Land, liegt auf 714 Meter Seehöhe und gehört politisch zu Hallein. Da sich der Ort nur ein paar Kilometer südlich von uns befindet und wir heute ein wenig faul waren, beschlossen wir uns gemütlich mit einem leichten Rundweg Bewegung in der herrlichen Winterluft zu verabreichen.

Wir entschieden uns für die Umrundung des Arlsteins. Da es die ganze Nacht über geschneit hatte, lagen stellenweise ein halber Meter Schnee und zum ersten Mal seit langem fühlten wir uns auch in Salzburg wie in einem WIntermärchen.

❄️☃️❄️☃️❄️☃️❄️☃️❄️☃️❄️☃️❄️☃️❄️

Eine gute Woche

Anblick

In der Jägersprache sagt man nicht: „Schau wie schön der Hirsch und seine Hirschkuh, wie sie dort im korrekten Sicherheitsabstand nebeneinanderliegen.“ Nein, man sagt: „Was für ein schöner Anblick.“Diesen Anblick hatten wir heute bei unserem Winterspaziergang in Salzburgs verschneiten Wäldern. Seit einem Jahr herrscht ein Junghirsch über das Gehege und er scheint auch schon seine Favoritin erkoren zu haben. Allerdings sehe ich nirgends weitere Hirschkühe.

Der in die Jahre gekommenen kapitale Platzhirsch ist von heute auf morgen verschwunden. Samt seinem Herde. Er trug ein prächtiges Geweih mit vielen Enden. Vermutlich landete er samt seinen Damen im Magen der Gäste des Hotels nebenan. Nun ist es geschlossen und die Herde hat sich auf ein einziges Paar reduziert.Wir beobachteten uns gegenseitig durch den Zaun, wobei nicht sicher war, wer der Eingesperrte ist. Mir kam vor, sie wirkten irgendwie freier und unbeschwerter. Aber das bilde ich mir sicher nur ein😉.

Alb(Traum)

Im Frühjahr 2019 las ich einen Artikel in einem internationalen Wirtschaftsmagazin. Die Informationen machten mich gruseln. In meinem Kopf entstand prompt eine Geschichte, die ich auf der Plattform
story one veröffentlichte. Sie wurde kaum gelesen, denn der Titel versprach weder Humor noch war er locker leicht, wie die restlichen Überschriften. Heute kam sie mir wieder in den Sinn. Plötzlich ist es vorstellbar und das irritiert mich sehr.

„PIEP“. Ein roter Lichtpunkt blinkt an meinem linken Handgelenk. Daneben leuchten drei azurblaue Tropfen matt durch meine blasse dünne Haut. Ich ahne, was mir blüht. Wenn ich nicht innerhalb von fünf Minuten trinke, wird mein Vitalkonto negativ belastet. Ich hasse dieses Piepen. Mein Blick wandert durch den sterilen Raum zur Tür. Kein humanoider Roboter in Sicht. Tagsüber verfolgen sie mich mit ihren unerträglich guten Manieren. Nachts als Monster der Vergangenheit. Immer dieselben quälenden Bilder.

Menschen werden von Kriegsrobotern aus den Häusern gezerrt. Die Anklage wird an Ort und Stelle in den freien Raum projiziert. Längst vergessene kritische Einträge in sozialen Medien sind der Beweis für Kritik am Regime und somit ein Verbrechen. In den Augen der Opfer die pure Angst. Sie flehen um Abbitte, aber es ist zu spät.

Meine Gedanken schweifen zurück in ein Land, das alles verschlafen hat. Müde, satte und abgelenkte Bürger, belogen und betrogen durch die Medien. Gesteuert von unsichtbaren Mächten, deren Credo es ist, Angst zu verbreiten. Angst vor dem Fremden und Neuen, Angst vor dem Untergang der Erde. Angst vor allem. Fakten sind bedeutungslos, Halbwissen wird zur neuen Religion. Selbstständiges Denken und Handeln sind gesellschaftspolitisch irrelevant. Ethik ein vergessener Begriff. Rechtspopulisten rufen einen Bürgerkrieg aus. Am Ende brennt Europa.

Die USA spielen längst nicht mehr Weltpolizei, Russland hat sich mit China verbündet. Die Aufteilung Europas ist bereits ausgehandelt. Geschwächt durch den Bürgerkrieg ist es leichte Beute. Es herrschen Chaos, Hunger und Not. Der Widerstand ist rasch gebrochen. Die Agitatoren rühmen sich als Retter. Die Menschen jubeln ihnen zu. Sie wähnen sich in Sicherheit. Doch bald beginnt die größte und umfassendste Gehirnwäsche der Geschichte und das Ungeheure geschieht. In nicht einmal drei Jahren ist das, was einst Europa war, so gut wie ausgelöscht.

Diese Erinnerungen machen mich sehr traurig. In dieser 20 Quadratmeter umfassenden Zelle des Altenblocks, bewacht von künstlicher Intelligenz. Als Versuchskaninchen für die Wissenschaft trage ich einen Chip im Handgelenk. Mit 105 bin ich noch am Leben rüstig, gesund und damit Daten-spezifisch wertvoll. Kaum jemand wird mehr so alt. Man muss „nachhelfen“. SIE erforschen an mir die Möglichkeiten.

Zweimal täglich bringen mich die Roboter in den „Body Scan“, um neueste Daten abzurufen. Alles nur, um die Lebenserwartung ein paar privilegierter um Jahre zu verlängern. Wenn keine neuen Erkenntnisse mehr aus mir herauszuholen sind, werden sie mich entsorgen, wie die anderen „Fleischlichen“ zuvor. Meine Freundin Rose ist 110. Wenn sie tot ist, werde ich mich nur noch mit höflichen Robotern oder mir selbst unterhalten. Ich nenne die Robs „Scheißding“. Es ist ihnen egal.
„PIEP“. Trinken ist wichtig für mein Überleben.
Das Piepsen wird lauter. Es ist mein Wecker. Langsam wache ich auf. Es war nur ein Traum.

© LoPadi 2019-04-11

Mein Beitrag zum Fotoprojekt ‚Nahrung‘

Royusch haben zu einem Fotoprojekt zum Thema Nahrung aufgerufen. Da ich gerade Fotos archiviere und mir zufällig eine unfassbar tolle Geburtstagstorte untergekommen ist, teile ich diese mir euch. Das süße Kunstwerk war aus Biskuit mit Schokoglasur und die Figuren und die Geschäftseinrichtung waren aus Marzipan. Der Nährwert ist vermutlich nicht sehr hoch, aber der Genuss für das Auge umso mehr.

Sie wurde zum 60er einer Arbeitskollegin kreiert und wie man unschwer erkennen kann, waren wir damals in der Trachtenbranche tätig. Ich habe in den Neunzigern Filialen in Österreich und Bayern mit konzipiert, Standorte gesucht, die Umsetzung geleitet und die Mitarbeiter gecoacht. War eine tolle Zeit, die ich nicht missen möchte. Die Geschäfte sahen und sehen heute zum Teil noch so aus.

Hier ist die Torte;

Zweierlei Schnee 😀❄️😰

WOW! WOW! WOW! Ich kann mich nicht sattsehen an der weißen Pracht. Seit Tagen schneit es. Der Himmel hat mein Flehen erhört. Nun ist er da. Herrlicher weißer Pulverschnee. Überall. Faszinierend, wie alles rund um das Haus unter den weißen Massen verschwinden. Bald lässt sich ihre Existenz nur mehr erahnen. Der Schnee verschluckt alles. Auch den Schall. Diese wunderbare Stille, wenn die weiche Decke alle Geräusche dämpft, die kleinen flaumigen Bällchen, die von den Ästen schweben, wenn es zu eng wird für all die vielen Flocken.

Die Spaziergänge, romantisch, Arm in Arm aneinander gekuschelt und warm eingemummt in Daunenjacke und Winterstiefel. Der knirschende Schnee unter den Schritten. Die Schneebälle, wenn sie fliegen. Die empörten Schreie und das ausgelassene Lachen der Menschen, wenn sie getroffen werden. Rote, heiße Wangen. Danach ein paar Kastanien vom Stand um die Ecke und dampfender Glühwein. Vorfreude auf das Kuscheln zu Hause auf dem Sofa.

Dann, wenn es dunkel wird, das wilde Treiben der Flocken im Lichtschein der Laternen. Die Autos – kaum zu hören. Langsam und vorsichtig bewegen sie sich über die glatten Fahrbahnen. Gezähmt von dieser wunderbaren Laune der Natur. Morgens, wenn ich aufwache und aus dem Fenster schaue, freue ich mich wie ein Kind, wenn die Schneedecke wächst und wächst. Die ohne das Weiß, die Schneelosen beneiden uns um diese Pracht. Nicht auszudenken, wenn diese Szenarien auch noch auf Weihnachten fielen, wie sollte man eine solch perfekte Inszenierung aushalten?

PAPPERLAPAPP! Alles Schnee von gestern. Feuchte Pappe. Blöde Romantiker. Der Schnee, auf dem wir alle talwärts fahren. Blöder Matsch, blöde Verspätungen, blöde, schlechte Autofahrer. Autobahn gesperrt, vergessen zu tanken, Motor aus und frieren. Wer braucht das? Niemand. Ganz zu schweigen vom dauernden schaufeln. Der Rücken schmerzt. Die blöden Schneepflüge schieben den Dreck wieder zurück. Alles von vorne. Ich hasse es. Dann das Salz. Es macht alles kaputt. Mein schönes Auto. „Vorsicht, putz dir die Schuhe ab. Der neue Teppich!“ Streit. Alles nur wegen dieses blöden Schnees. „Lass den Hund nicht herein!“ Zu spät- schon hat er sich seines Schnees entledigt. Stinken tut er auch noch. „Das kannst Du jetzt sauber machen.“ Funkstille.

„Schau nur da postet jemand, wie sehr er sich über die Schneemassen freut.“ Schmollen.

„Trottel, vermutlich Pensionist oder arbeitslos. Die haben ja alle keine Ahnung von der Realität!“

Nicht mal eine Schitour ist möglich. Lawinengefahr! Null Sicht. Schlittenfahren geht auch nicht. Da bleibt man stecken. Also wer braucht sowas? Ich nicht!

Kein Schnee im Tal, ein Meter am Berg- das ist ideal. Alles andere ist nur mühsam und alles im Leben hat zwei Seiten.
Des einen Freud, des anderen Leid. Und bei Euch?

Ach ja, wir schreiben mittlerweile 2021. Da haben wir andere Sorgen …

© LoPadi 2021

Ice Ice Baby 🥶

Morgen soll endlich auch im Tal der ersehnte Schnee kommen. Momentan ist es einfach nur eiskalt. In Salzburger Lungau hat es nachts bis zu minus 16 Grad. Das ist schon ganz schön wuschi (kalt), wie wir Österreicher sagen.

Am Sonntag führen wir auf Salzburgs Hausberg und fühlten uns dort prompt wie in einem Märchenwald. Alle Bäume und Sträucher waren vom Eis wie verzaubert. Wunderschön fanden wir. Der Schnee knirschte unter unseren Füßen und warm eingepackt ging es die viereinhalb – Kilometer rund um den Berg.

Wir trafen kaum Leute, den der Weg war wegen Holzarbeiten nur eingeschränkt begehbar, aber weil Sonntag war und wir keine Motorsägen hörten, wagten wir es dennoch. Wir schafften die gesamte Runde ohne Probleme. Nur einmal mussten wir ein paar Baumstämme umgehen. Das war alles. Es hat sich ausgezahlt, denn es war wunderschön.

Blick auf Salzburg

❄️❄️❄️❄️❄️❄️❄️❄️❄️❄️❄️❄️❄️❄️❄️

Angst

Jahrelang war mir nicht klar, warum ich unter Ängsten und Zweifeln litt. Meine Ängste hatten viele Gesichter. Versagensangst, Bindungsangst, Existenzangst, Angst vor der Zukunft. Manchmal schien mir die Ängste irrational und manchmal logisch. Sie waren nicht steuerbar. Sie kamen, wuchsen und lähmten mich. Körperlich fühlten sie sich immer gleich an. Im Brustkorb wurde es eng, das Herz raste und ich vergaß zu atmen.

Eines Tages stieß ich zufällig auf ein Interview zwischen einem populären österreichischen Kabarettisten und einer deutschen Journalistin. Es ging um Mutterschaft und Kinder. Interessiert hörte ich zu. Sie erzählte über ihren Spagat zwischen Karrierefrau und Mutter. Als sie die Ratschläge einer Still-Beraterin erwähnte, wurde ich hellhörig, denn von dieser Berufsbezeichnung hörte ich zum ersten Mal.  

Die Still-Beraterin empfahl ihr, das Baby so lange wie möglich zu stillen und begründete das wie folgt:
‚Die Geborgenheit im linken Arm der Mutter, den Kopf an ihrer Brust, nah dem Herzen, ist für die frühkindliche Bindung von großer Bedeutung. Wenn ein Baby schreit, braucht es Trost. Dann bekommt es das Gefühl; ich bin richtig! Wenn man es schreien lässt und sich nicht darum kümmert, erzeugt das beim Kind das Gefühl; ich bin falsch! Das zieht eine lebenslange Prägung nach sich. Weiters riet sie ihr, eine dreijährige Auszeit zu nehmen, um ganz Mutter sein zu können. Das sei für eine positive Entwicklung des Kindes unabdingbar. Der Ehemann habe die Aufgabe, sie dabei zu unterstützen und ihr den Rücken freizuhalten.
 
Das war für sie die Karrierefrau, ein völlig neuer und ungewohnter Ansatz. Aber am Ende hatte die Still-Beraterin sie überzeugt. Sie sagte im Interview: „Jetzt werden einige denken, na großartig, das muss man sich aber auch leisten können. Alleinerziehende Mütter haben es schwer. Aber hier wäre wieder einmal die Politik gefragt. Statt Krippen zu fördern, könnte man Mütter direkt unterstützen. Müssen Frauen, die in Partnerschaft leben, wirklich Geld verdienen, nur um für einen Zweitwagen zu arbeiten, mit dem sie den Nachwuchs zur Betreuung fahren? Nichts gegen Karriere, aber dann vielleicht vorerst ohne Kind“.

Was mich an diesem Interview bewegte, war, dass ich das Gefühl „ich bin falsch“, nur allzu gut kannte. Noch als ich ein Baby war, verließ mich meine Mutter und ich wuchs bei den Großeltern auf. Nie fühlte ich den schützenden Arm meiner Mama, nie ihre warme Brust und nie hörte mein kleines Ohr ihr Herz pochen. Bis zu meinem 21 Lebensjahr kannte ich sie nicht einmal.

Stattdessen waren Drohungen und ein rauer und gewaltsamer Umgang mit Kindern gebräuchliche Erziehungsmethoden. Die wild gestikulierenden, schreienden Erwachsene machten mir Angst. Die Angst vor finsteren Kellerräumen verlieh mir Flügel. Manchmal schien es mir, all renne ich um mein Leben. Vielleicht war das die Ursache für die Ängste und der ewigen Sehnsucht nach Anerkennung und Liebe.

Mutter, aber auch Vater sein, ist eine der wichtigsten Aufgaben unserer Gesellschaft. Ein Kind in Angst und Schrecken zu versetzen, sicher nicht.

©Lo Padi 2021

Beitragsbild: Pexels

Guten Morgen

Selbst in fragwürdigen Zeiten ist dieser Anblick jeden Tag nach dem Aufstehen eine Ermahnung daran, was als einziges Bestand hat.
Der Wandel.
Jeden Tag zeigt sich unser Hausberg in einem anderen Licht, in einer anderen Stimmung.
Jeden Tag erfüllt mich dieses Bild mit Kraft, denn der Berg IST Kraft. Er hilft mir den Wandel zu erkennen und zu begreifen, dass die Natur und unser wunderbarer Planet noch da sein werden, wenn es uns längst nicht mehr gibt und das Leben zu genießen im hier und jetzt.

Mut

Was keiner wagt, das sollt ihr wagen
Was keiner sagt, das sagt heraus
Was keiner denkt, das wagt zu denken
Was keiner anfängt, das führt aus 
Wenn keiner ja sagt, sollt ihr’s wagen
Wenn keiner nein sagt, sagt doch nein
Wenn alle zweifeln, wagt zu glauben
Wenn alle mittun, steht allein 
Wo alle loben, habt Bedenken
Wo alle spotten, spottet nicht
Wo alle geizen, wagt zu schenken
Wo alles dunkel ist, macht Licht

Franz von Assisi

Vorsicht Gesteinsbrocken !

Nachdem es heute Nacht geschneit hat, haben wir uns nach dem Brunch auf einen Winterspaziergang begeben. Für uns gibt es nichts Schöneres, als durch den knirschenden Schnee zu stapfen, frisch Luft zu tanken und die wunderbare Salzburger Natur zu genießen. Wieder einmal zog es uns in das Bluntautal bei Golling. Eine Wanderung in Richtung Wasserfall sollte es werden und eineinhalb bis zwei Stunden waren genau richtig. Wir hatten keine Lust auf eine größere Tour, also mussten 7 Kilometer Bewegung reichen.

Hier ein Video des Wasserfalls im Sommer. Im Winter ist der Weg je nach Schneehöhe begehbar und mindestens so ein schönes ein Erlebnis wie im Sommer. Noch dazu bei freiem Eintritt. 😉

Wir marschierten vom Bluntautal – Parkplatz aus durch den Mischwald zwischen den unzähligen Felsbrocken, welcher die Felsen vor Jahrmillionen von sich gesprengt haben in Richtung Gollinger Wasserfall. Die riesigen Felsbocken sind respekteinflößend. Wir stellen uns vor, wie es wäre, wenn eine plötzliche Urgewalt den Berg wieder in Bewegung brächte und riesige Gesteinsbrocken uns zu erschlagen drohten … Es gäbe zwar genug Felsen, um sich davor zu schützen, aber wären wir auch schnell genug? Das Lachen der Kinder auf ihren Zipfel Bobs und Rodeln bringt uns wieder in die Gegenwart. Jauchzend rasen sie auf dem Waldweg an uns vorbei und haben Mühe, die Geschwindigkeit vor dem Zaun so zu bremsen, dass sie nicht in ihm zerbröseln. Es ist eine Riesen Gaudi und wir lachen und freuen uns mit ihnen über ihr winterliches Vergnügen.

Zwei Stunden sind wir unterwegs. Als wir zurückkommen, hat sich der einst rammelvolle Parkplatz bereits geleert und auch wir schicken uns an, nach Hause zu fahren. Ich backe uns einen frischen Leberkäse mit Erdäpfelsalat und dazu gibt es ein kühles Bier als Begleitung.

Schön wars! 🙂🙃

Briefe …



Heute kam mir ein Gedicht von Richard Exner in den Sinn.
Einfach so.
Und die vielen Jahre, die seither vergangen sind.
Ich grub tief in meinen geheimen Schächtelchen,
denn ich war sicher, es aufgehoben zu haben.
Es hing an sämtlichen Pinnwänden meines Lebens.
Es hat mich überall hin begleitet.
Und ja es gab Zeiten, da hielt ich dieses Stück Papier

in meinen Händen und hatte Tränen in den Augen.
Tränen der Sehnsucht nach einem lieben Menschen.
Dann griff ich nach Stift und Papier und schrieb einen Brief.




Erinnerungen …

Sagen wir so; als Jugendliche war ich eine Düse. Ich war bei jedem Abenteuer dabei, neugierig und unerschrocken. Aufgewachsen bin ich wie ein Bub und so habe ich mich auch benommen. Am Bauernhof war das keine Kunst, denn da haben die Männer das Sagen. Zumindest außerhalb des Wohnhauses. Die Erziehung war wilhelminisch streng und die Regeln klar. Aber wie das halt so ist mit Regeln und Verboten, gerade das macht den Reiz aus.

Als ich mit fünfzehn meine Lehre begann, musste ich jeden Morgen mit dem Bus zur Arbeit. Als Bücherwurm las ich immer bis lange nach Mitternacht und in der Früh kam ich nicht aus den Federn. Jedes Mal holte mich meine Oma unter Aufbringung all ihrer Überredungskunst aus dem Bett. Wenn das alles nichts half, zog sie mir die Decke weg. Das war im Winter nicht so toll, denn es hatte im unbeheizten Zimmer gefühlte null Grad und auf den Fensterscheiben wuchsen die Eisblumen.

Immerhin stand ein opulentes Frühstück auf dem Küchentisch, dass ich, weil ich immer zu spät dran war, kaum anrührte. Daraufhin war meine Oma beleidigt. „Ich gebe mir so viel Mühe und du?“, aber was sollte ich machen. Ich stand unter Zeitdruck. Ich rannte zur Tür hinaus, hastete querfeldein unter den Stacheldrahtzäunen durch zum Omnibus, von dem ich leider allzu oft nur mehr die Rücklichter sah. Daraufhin stellte ich meinen Daumen in Fahrtrichtung und ‚stoppte‘ bis zum Hauptplatz in der Stadt, wo der Bus eine 15-minütige Stehzeit hatte. Das klappte meistens. Einmal fuhr mich der Fahrer eines Sattelschleppers bis neben den Einstieg des Busses. Da fielen den Fahrgästen fast die Augen raus! Abends nach der Arbeit blieb der Bus an einer Haltestelle direkt vor dem Café Craigher stehen. Wieder für 15 Minuten. Ich nutzte die Zeit und sauste in den Raum, in dem die Musikbox stand. Bei einem Glas Wasser gönnte ich mir die Hits von Iron Butterfly, The Who und Cozy Powell. Ich liebte Musik und lebte diese Leidenschaft als Sängerin einer Band aus. Dafür und für den Leadgitarristen gab ich alles.

Manchmal gesellte sich Herr Craigher-Senior persönlich zu mir, was ich toll fand, denn ich mochte ihn sehr. Er war für mich einer von den ‚lässigen Alten‘. Mich nannte er „Gämsle“, weil ich wie eine Gams ständig in Bewegung war und immer herumsprang. Er hatte Verständnis für uns junge Menschen und es machte auch nichts, wenn wir nur wenig konsumierten. Aber er hätte niemals zugelassen, dass wir Drogen nahmen und in seinem feinen Café stoned herumlungerten. Aber da musste er sich ohnehin keine Sorgen machen, denn Musik war unsere einzige Sucht. Ein Schilling für ein paar Minuten Glück. Das machte uns high. Jeden Sonntag fuhr ich mit dem Bus offiziell zu meiner besten Freundin. In Wirklichkeit aber saß ich mit der ganzen Clique im Café. Wenn das meine Familie mitbekommen hätte, wäre es mir gar nicht gut bekommen. Für sie war diese Musik nur ‚Dschinn bumm!‘

Lang ging alles gut. Bis eines Tages plötzlich mein Großvater vor mir stand. Aber das ist eine andere Geschichte … 

Foto von Nick Bondarev von Pexels

Spiegelbilder

Erster Jänner 2021. Mittelprächtiges Wetter, wie so oft in den vergangenen Wochen. Im Kopf ein leichtes atmosphärisches Rauschen. Zuviel ‚Durcheinander‘ gestern. Raus in die frische Luft!
Es dauert nicht lange und der Kopf ist wieder frei. Danke- Natur- du heilst verblüffend prompt.
Wir schlendern entlang des spiegelnden Flusses und erfreuen uns des Farbenspiels, der Stille und des Anblicks

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Zum Jahresbeginn …

ein Artikel meines Lieblings- Essaysten

Das wird schon – oder?

von Dushan Wegner

Was haben Vorarlberg, Eckernförde und der Bus 142 auf dem Stampede Trail in Alaska gemeinsam? Zur Erinnerung: Vorarlberg ist das westlichste Bundesland Österreichs, Eckernförde ist eine Hafenstadt hoch oben im deutschen Norden, und der »Bus 142« spielt eine Schlüsselrolle im Buch und Film »Into the Wild«.

Es sind drei Nachrichten, welche die drei Orte vereinen, drei Meldungen, die ähnliche Verhaltensmuster an den Tag legen. Zwei erfahren wir aus der aktuellen Berichterstattung, eine spielt im Jahr 1992, doch sie schockiert, wenn man davon erfährt, noch immer.

In vielen Ländern jenes Teiles der Welt, der im wirtschaftlichen Wettbewerb zu China steht, üben sich Regierungen im Versuch, mittels Ausgangssperren »das Virus« in den Griff zu bekommen. Nehmen wir einmal an, dass das Virus wirklich so gefährlich ist – und etwas Vorsicht empfiehlt sich ja ohnehin immer – dann ist es doch spannend, dass und wie in Vorarlberg die Skisaison wieder begonnen hat!

»Reger Betrieb in den Vorarlberger Skigebieten«, erfahren wir etwa bei vol.at, 26.12.2020, und in den Sozialen Medien verbreiten sich Fotos dichtgedrängter Skifahrer (etwa @ThomasWalach, 26.12.2020) – die aktuellen Corona-Zahlen zu Vorarlberg erfahren Sie übrigens bei arcgis.com, doch da es sich zum guten Teil um Touristen handelt (thelocal.de, 28.12.2020: »Hundreds of Germans flout Covid rules to enjoy snow«), können wir davon ausgehen, dass die Zahlen wieder woanders steigen (so man dem aktuellen, offiziellen Corona-Narrativ glaubt).

In der zweiten Meldung, der aus Eckernförde, geht es um einen Teenager, der im Gartenhaus des wohl elterlichen Hauses ein »Chemie-Experiment« betrieb (so mopo.de, 29.12.2020). Es ist derzeit an vielen Orten nicht ganz so einfach wie in sonstigen Jahren, an Silvester-Böller dranzukommen, und so hatte er beschlossen, seine Böller selbst zu bauen – und dann flog ihm das alles buchstäblich in die Luft und um die Ohren. 

Der Neunzehnjährige erlitt schwere Brandverletzungen (so bild.de, 29.12.2020). Nachbarn berichten, die Explosion hätte ausgesehen »wie bei einer Atombombe« (bild.de, 30.12.2020 (€)).

Der »Bus 142« schließlich ist der Ort, an denen ein junger Mann namens Christopher Johnson McCandless seine letzten Tage verbrachte.

McCandless war ein 24-jähriger Mann aus wohlhabendem Hause, der 1992 nach Alaska loszog, um der Gesellschaft und all ihrer Heuchelei zu entkommen (ja, natürlich Walden nacheifernd) – und dann dort verhungerte. McCandless war durch und durch mit linkem Gedankengut vollgesogen, seine Kenntnisse über die Wildnis von Alaska waren nicht ganz so elaboriert.

Während McCandless verständlicherweise als Ikone der Linken gilt (wo das »Gefühl« regiert und über Sachkenntnis die Nase gerümpft wird, gilt einer, der konsequent ahnungslos in den unnötigen Tod geht, natürlich als Ikone), wird er vor allem von Einwohnern Alaskas scharf kritisiert.

Die Psychologie-Professorin Judith Kleinfeld schaffte es sogar in die stramm linke Wikipedia: »Viele in Alaska reagieren mit Wut auf seine Dummheit. Man muss ein kompletter Idiot sein, sagen sie, um im Sommer 20 Meilen vom Parks Highway entfernt zu verhungern.« (siehe Wikipedia zu Chris McCandless)

Es existiert eine Verbindung zwischen Vorarlberg, Eckernförde und Bus 142. So unterschiedlich die Skifahrer, der Böllerbastler und jener Alaska-Wildnis-Enthusiast in ihrer jeweiligen Motivation auch sein mögen, eine Eigenschaft eint sie doch: Alle drei gingen und gehen an ihre Tätigkeit mit einer Einstellung heran, die sich zusammenfassen ließe mit den drei Wörtern einer bekannten Redeweise: »Das wird schon!«

Dank Demokratie und Konsumkultur konnte sich in den westlichen Gesellschaften nach dem Zweiten Weltkrieg eine Art »genereller, grundsätzlicher Gewissheit« einstellen, ein Vertrauen darauf, dass es immer ein Sicherungsnetz gibt, das einen auffängt, egal was man auch Dummes angestellt hat.

Wer sich ein Bein bricht oder eben ein Virus einfängt, der vertraut darauf (spannenderweise oft auch in den USA), dass die Ärzte es schon reparieren werden. Auch der Junge, der Böller bastelte, ging mit einem beherzten »Das wird schon!« an die Sache – und jetzt werden die Brandärzte eben tun, was sie tun können. Der 24-Jährige McCandless, der ahnungslos in die Wildnis loszog, im für linke Studenten (die später, nach Studienabbruch zum Beispiel Politiker werden) wesensprägenden Glauben, wenn es sich nur »richtig anfühlt«, dann »wird es schon werden«. (Eine Jungkommunistin, der nachgesagt wird, als DDR-Funktionärin eine »Sekretärin für Agitation und Propaganda« gewesen zu sein, ließ diese »Haltung« in der Formulierung »Wir schaffen das!« zum Leitspruch ihrer verheerenden Regierungszeit werden.)

Der junge Mann auf der Verbrennungsstation, der junge Mann, der in der Wildnis von Alaska verhungerte, die potentiellen Covid-Infizierten von Vorarlberg, all diese Menschen gingen und gehen mit einer »Das wird schon!«-Attitüde an ihre Handlungen – und manchmal »wird es« eben nicht.

Niemand wird widersprechen, dass die Welt sich heute um uns herum verändert, und ich kenne niemanden, der noch immer so naiv wäre, zu glauben, dass es hiernach wieder »so wird wie früher«. (Ich kenne allerdings eine erschreckend große Zahl an Menschen, die zwar sagen, dass ihnen bewusst ist, dass es gar nicht »wie früher« werden kann, die aber praktisch so handeln, als würde es »werden wie früher«, beginnend damit, dass sie Regierung und Propaganda praktisch alles glauben, selbst wenn diese sich von einem Tag auf den anderen widersprechen.)

In Köln hat man jene Grundregel sogar zum Teil des »Rheinischen Grundgesetzes« erklärt. Im Text »Die Wahrheit in den Lücken« vom 4.2.2019 notierte ich, dass und warum diese angeblich eherne Regel immer häufiger angezweifelt wird (doch Vorsicht: Zweifel ist gefährlich!).

»Wir, »der Westen« haben in vielen Jahrzehnten darauf vertrauen gelernt, dass »es schon werden wird«. (Der Rest der Welt plant und handelt unter teils deutlich anderen Prämissen, was etwa den Erfolg bestimmter Gruppen in MINT-Fächern mit-erklären könnte.)

Es ist denkbar symbolstark, dass jener »Magische Bus 142« ausgerechnet im Umbruchsjahr 2020 via Helikopter aus der Wildnis entfernt wurde (nytimes.com, 19.6.2020). Der Grund war schlicht, dass dieses Mahnmal der großen linken Selbstüberschätzung zu viele Pilger angezogen hatte, von denen (so weit man weiß) zwei starben und über ein Dutzend aufwändig gerettet werden mussten. Es ist ein zuverlässiges Merkmal linken »Abenteurertums«, Dritten die Kosten und Verantwortung für ihr Handeln aufzubürden, seien die »zahlenden Dritten« etwa Eltern oder Steuerzahler. Es ist komfortabel, etwas zu »riskieren« und »seine Grenzen zu spüren«, solange Kosten und Risiko von jemand anderem getragen werden – es bleibt, wenn man darüber nachdenkt, eine »simulierte« und »künstliche« Gefahr, und das selbst da, wo sie tödlich endet. (Randnotiz: Auch kluge Menschen »riskieren«, doch sie rechnen ihr Risiko durch – und sie »riskieren« oft in Situationen, in denen nicht zu riskieren tatsächlich die »riskantere« Handlung wäre!)

Das »Das wird schon!«-Prinzip funktioniert nur solange, wie es ein Sicherungsnetz gibt, das die Fehler korrigiert, nur solange, wie die Zahl der sich selbst in Gefahr Bringenden überschaubar bleibt, nur solange, wie die vor lauter linkem Enthusiasmus begangenen Irrwege korrigierbar sind, nur solange wie die konservative, vernünftige Welt, gegen die in spätpubertärem Leichtsinn rebelliert wird, überhaupt existiert – und nur solange, wie man nicht in ernsthafter Konkurrenz zu Gesellschaften und Denkschulen steht, die dem »Das wird schon!«-Prinzip ein ruhiges und aktiv handelndes Bewusstsein des unbarmherzigen Zusammenhangs von Ursache und Wirkung entgegensetzen.

Das »Das wird schon!«-Prinzip funktioniert nicht mehr. Der »Bus 142« ist weg. Unser Handeln führt (wieder und immer öfter) zu genau den Ergebnissen, zu denen es nach aller Erfahrung und Logik führen sollte.

2020 ist ein Jahr, in welchem Ursache und Wirkung auch in der westlichen Welt wieder näher zueinander rücken. Manche sagen, das sei logisch, andere sagen, das sei gerecht – ich stimme beiden zu.

Wir werden (neu?) lernen, Verantwortung für unser Handeln zu tragen, ob in Vorarlberg, in Eckernförde oder in Alaska.

Wohl denen, die sich auch heute schon darin üben, Verantwortung für ihr Tun zu übernehmen!

Die Tage werden länger, aber um wie viel? ☀️

Seit 21. Dezember werden die Tage wieder länger. Was mich anbelangt, bin ich eher ein Kind der Dunkelheit. Herrlich, die kuscheligen Stunden bei Kerzenlicht und einem Gläschen Roten. Diese langen Tage, die immer irgendwie ausgefüllt werden müssen- purer Stress! In dieser Hinsicht war ich schon immer ein bisschen ‚anders‘ …

Auf die Frage hin, ob mein Techniker und nebenbei auch Hobbyastronom den wüsste, wie schnell ich mich wieder an längere Tage gewöhnen muss, schnappt der sich fluchs Papier und Stift und macht sich konzentriert ans Rechnen.

Meinen dezenten Hinweis auf die Datenbanken von google ignorierte er geflissentlich, und so lasse ich ihn mit seiner wissenschaftlichen Arbeit allein und recherchiere selbst.
Mit einer gewissen Erleichterung stelle ich fest, dass es erst ab März täglich um drei bis vier Minuten heller wird. Zirka ein halbes Stündchen pro Woche. Bis zur Sommer- Sonnenwende am 21. Juni um 5h31. Dann werden die Tage (endlich) wieder kürzer.🙂

Der Techniker präsentiert stolz seine Berechnungen, gespickt mit allerlei Handzeichnungen und jeder Menge Zahlen. Das Ergebnis ist identisch, aber eben ‚handmade‘. Mit Zahlen kann er wirklich gut, aber irgendwie finde ich ihn auch ein bisschen ‚anders‘ … 😉

https://www.sueddeutsche.de/panorama/sonnenaufgang-tageslaenge-februar-maerz-astronomie-1.4346852

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Ein schrecklicher Irrtum …

Wir trafen uns immer auf ‚32‘. Wir, das waren vier Arbeitskolleginnen. ‚32‘ war die Nummer jener Freisprechanlage, über die wir auch am Klo erreichbar waren. Oder zumindest im Vorraum, in dem zwei kleine Bänke standen, auf denen wir uns täglich trafen, um den neuesten Flurfunk auszutauschen. Christa, die Reinigungskraft, Marie und Gerti aus der Schuhabteilung und ich aus der Deko. Es war zudem das einzige Örtchen, an dem man rauchen durfte. Die Namen sind erfunden. Die Geschichte ist es leider nicht.

Eines von Maries kleine Händchen war unter einem frischen Mullverband versteckt. In letzter Zeit wirkte sie verstört und in Gedanken. Sie lebte mit ihrem Mann und dem gemeinsamen Baby abgeschieden in einem alten Haus in einem abgelegenen, schattigen Tal. Marie und ihre Familie gehörte die Wohnung im Parterre. Im Stockwerk darüber lebte der Schwager. Da Maries Mann die meiste Zeit des Jahres auf Montage war, war sie froh, mit dem Baby nicht allein sein zu müssen. Mit dem Schwager im Haus fühlte sie sich sicher.

„Was ist mit deinen Händen?“, fragte ich. Sie schwieg. „Marie, was ist los, hast du dich geschnitten? Sag schon!“ Nach einigem zögern fing sie mit gesenktem Blick und leiser Stimme an zu erzählen. „Mein Mann war seit einer Woche endlich wieder einmal zu Hause. Unsere Kleine freut sich immer wie verrückt, wenn er da ist und ich natürlich auch. Am Sonntagvormittag ist er nach dem Frühstück noch mal weggefahren, um im Gasthaus Zigaretten zu holen. Ich habe die Zeit genutzt, um aufzuräumen. Auf einmal steht mein Schwager in der Tür. Er hat ein Brotmesser in der Hand. Er hatte einen ganz komischen Blick. Als ober nicht bei sich wäre. Ich frage: „Was ist los, was willst du? Aber anstatt etwas zu sagen, packt er mich mit der freien Hand und wirft mich auf das Bett. Dann hat er mir das Messer mit solcher Gewalt in mein Brustbein gestoßen, dass sich die Schneide gebogen hat. Ich habe erst gar nicht begriffen, was da abläuft, aber ich habe ohne nachzudenken die Klinge umfasst und sie mit beiden Händen festgehalten, damit er nicht tiefer zustechen kann. Ich hab mich nicht einmal getraut zu schreien, weil ich nicht gewusst habe, wie er darauf reagieren würde. Mir ist so viel durch den Kopf gegangen. Warum macht er das, was habe ich ihm getan? Dann habe ich gesehen, wie mein Blut zwischen den Fingern auf die Bluse tropft, aber ich habe die Schneide nicht losgelassen“.

„Plötzlich habe ich die Stimme meines Mannes gehört. Der Schwager hat sofort von mir abgelassen, hat auf das Messer in seiner Hand geschaut und gestammelt: Um Himmels willen, was habe ich getan? Ich hab nur gedacht; ‚der hat den Verstand verloren‘, bin aufgesprungen und zu meinem Kind gerannt. Das war in meine größte Sorge. Aber sie hat im Nebenzimmer friedlich geschlafen und überhaupt nichts mitbekommen.“

Wir waren sprachlos. Christa fing sich als Erste: „Und- hast du ihn angezeigt?“ Schweigen. Gerti und ich einstimmig: „Hast du?“ „Nein“, sagte Marie leise. „Seine Familie hat beschlossen, ein Gutachten von einem prominenten Psychologen erstellen zu lassen und ich durfte auf keinen Fall zur Polizei. Seine Eltern haben mich richtiggehend angefleht“. Wir waren nun endgültig fassungslos. „Spinnst du, was ist, wenn er wieder ausflippt und dich umbringt? Ich würde keine Minute mehr bleiben“, rief Gerti. „Der Psychiater garantiert, dass es eine einmalige Angelegenheit war“, sagte Marie ruhig, zuckte mit den Schultern und senkte ihren Blick. Wir kriegten uns gar nicht mehr ein und rieten ihr eindringlich, den Kerl anzuzeigen. Immer wieder jeden Tag. Marie wollte es nicht. Wir gaben schließlich auf.

Einen Monat später- Landesnachrichten im Radio. ‚Heute Nachmittag hat sich in (-) ein Verbrechen ereignet. Eine junge Frau wurde auf brutalste Weise ermordet‘. Mir lief es augenblicklich kalt über den Rücken, denn in der Sekunde wusste ich, von wem die Rede war.
Marie.
Sie war tot! Ermordet von ihrem Schwager, der noch am selben Tag ein Geständnis ablegte.
Der Psychologe hatte sich geirrt.
Bis heute frage ich mich, ob wir drei nicht zu früh aufgegeben haben …

© Lo Padi 2019 Auszug aus meinem story one – Band Nr.3 „MACH DEN MUND AUF“

Festtags- Spaziergänge

Wir waren wieder jeden Tag draußen in unserer wunderbaren Kärntner und Salzburger Landschaft. Wir haben An- Aus und Einblicke genossen. Die herrlich frische Winterluft eingesogen und neue Motive entdeckt. Ich nehme Euch mit, auf unsere Spaziergänge und sage etwas wehmütig Adieu Weihnachten 2020. 🌟

Mönchsberg

Salzburger Dom

Müllner Kirche

Blick auf den Gaisberg

Puch und Umgebung

❄️☃️❄️☃️❄️☃️❄️☃️❄️☃️❄️☃️❄️☃️❄️

Lieblinge am Baum …

Engelswarnung vor Völlerei und dabei so schnuckelig – oder?

Mein Lieblingsengelchen

Kein Weihnachten ohne Elch

… last but not least die schönste aller Kugeln. Eine von Hand bearbeitete Partnerkugel als Geschenk von meiner lieben Freundin Brigitte.
Ein gelungenes Manifest des Weihnachtsfriedens zwischen dem Techniker und mir 😍 … ⛵

🌟❄️🌟❄️🌟❄️🌟❄️🌟❄️🌟❄️🌟

Bescheidene Wünsche 🎀

Nicht, dass es uns dieses Jahr an seltsamen Ereignissen mangelt oder uns fad wäre- oder besser gesagt MIR fad wäre. Neiiiin! Großes Haus, riesiger Garten, neues Buchprojekt und ein anspruchsvoller Mann. Der Höhepunkt des virusbestimmten Jahres war und ist unser neues- altes- renovierungsbedürftiges Schiff. Der Techniker braucht eben Aufgaben. Seit er nicht mehr beratend tätig ist, genieße ich die zahlreichen Ratschläge, welche mir ungefragt erteilt werden. Speziell was eben dieses neue Projekt anbelangt. Da muss ich noch viiiiiel lernen! 🤓

Schleichend ist das Schiff zum Mittelpunkt unseres Daseins geworden. Immerhin ist es eine Ablenkung vom ‚viralen‘ Affentheater rundherum. Manchmal regt dieses Projekt in mir die Verhaltensweisen eines Primaten an, aber die strenge Erziehung meiner Großeltern verhindert das Schlimmste. 🤬

Der Feinstaub, erzeugt durch diverse Holz- Säge und Schleifarbeiten in der Kellerwerkstatt hat sich inzwischen im gesamten Haus verstreut. Mein Techniker hat Wichtigeres zu tun, als darauf zu achten, wo überall im trauten Heim er den Staub über seine Socken verteilt. Richtig gelesen. Über die Socken. Manchmal vergisst er nämlich in der Werkstatt Schuhe anzuziehen und dann bleibt das ganze Zeug an den Füßen hängen … 🙄 Kürzlich flätzten wir entspannt auf der Couch, da fiel mein Blick zufällig auf das Fußkleid meines Angetrauten und was soll ich sagen … Kreisch!
„Runter von der Couch und Socken wechseln“, ist der harmloseste Auszug aus dieser Debatte.

Nachdem nun endlich die Fenster eingebaut sind- ich habe berichtet- geht es an den Holzboden (alles neu) und die Decksluken (alles alt, aber soll wie neu werden). Irgendwie habe ich mir den Titel Malermeisterin eingehandelt, den zwischen bin ich für sämtliche Mal und Lackierarbeiten zuständig, obwohl wir eine klare Vereinbarung hatten. Fenster, Tisch und Stiege- mein Part. Rest- Techniker. Denn eigentlich freute ich mich auf mehr Zeit zum Schreiben, während der Mann am Werken ist. Eigentlich. 📖📚

Bis heute habe ich keine Zeile meines neuen Buchprojektes realisiert. So schauts aus. Und es bleibt zu befürchten, dass noch ‚etwas‘ länger dauern wird, bis ich wenigstens ein Konzept erstellt habe. Aber ich werde bescheiden. Als mich der Techniker fragte, was ich mir denn zu Weihnachten wünsche, sah ich ihm erst tief in die Augen und dann auf die Socken. „Ein schleifstaub-freies Haus“ war die bescheidene Antwort. Denn ehrlich; was will ich mehr … 🤷

Kleine Fortschritte …

Vorher
Nachher
Kleinigkeiten
Das war einmal mein Wirtschaftsraum
Verdreckt, verpfuscht, undicht …
Fast wie neu

Mein Weihnachtsgeschenk; die aufgeräumte, halbwegs entstaubte Werkstatt des Meisters

GLÜCK 🌟

Glück ist für mich, das Treffen mit meinen Kindern in der herrlichen Pracht des Kärntner Winters.

Glück ist für mich, ein gemeinsames Frühstück am liebevoll gedeckten Tisch und ihre Wertschätzung zu spüren.

Glück ist für mich, sich unbeschwert zu unterhalten, zu lachen, zu diskutieren und einander auch unterschiedliche Meinungen augenzwinkernd zuzugestehen.

Glück ist für mich das Strahlen des Technikers, wenn ich wieder nach Hause komme, um vom Selbigen in die Arme genommen zu werden …

So ist es mit dem Glück. Es kommt und geht. Man kann es nicht festhalten, aber das Hier und Jetzt bewusst genießen.

Milchhaut

Vor Kurzem, als mich jemand fragte, ob ich heiße oder kalte Milch zum Kaffee nehme, fiel mir prompt eine Geschichte aus meiner Kindheit ein.

Die Milch kam vom eigenen Hof und frisch von der Kuh. Sie wurde in einem weißen Krug aus Steingut im Kühlschrank aufbewahrt. Wenn ich vor dem Frühstück die Milch herausnahm, schwamm an der Oberfläche eine fette Rahmschicht. Die war ein bisschen gelblich und wenn man den Krug ein wenig schüttelte, bildeten sich interessante sonnengelbe Muster. Dann durfte ich mit dem Kochlöffel so lange umrühren, bis die Sonnenmuster in der Milch vollständig verschwanden. Danach schüttete meine Oma die Milch in einen Kochtopf und stellte diesen in die Mitte des riesigen holzbefeuerten Herdes.

Mit ernster Miene sagte sie: „Du bleibst jetzt da stehen und passt auf, dass die Milch nicht überkocht!“ Da stand ich nun mit meinen acht Jahren und 128 Zentimetern und hatte Mühe in den Topf zu schauen. Ich reckte meinen Hals, um nur ja nichts zu versäumen und um zu sehen, wenn die Milch ‚stieg‘. Es gab immer eine gewaltige Schelte und wahrscheinlich auch eine hinter die Ohren, wenn ich diese verantwortungsvolle Tätigkeit nicht mit aller gebotenen Sorgfalt erledigte. Und das tat ich, denn die Angst saß mir im Nacken.Die Milch war tückisch. Wenn ich mich auch nur einen winzigen Augenblick ablenken ließ, schlug sie zu. Die entwickelte ein perfides Eigenleben und stieg rasend schnell am Topf empor. Sie bildete ganz oben eine große Blase. Sobald die platzte, ergoss sich die fette Milch über den Topfrand auf die heiße Herdplatte. Sofort bildete sich eine braune Kruste, die erbärmlich stank. Es roch nach Versagen und Ärger. Daran wollte ich lieber gar nicht denken. Wir Kinder hatten damals noch unglaublichen Respekt vor der Strenge der Erwachsenen.

Also schaute ich wie hypnotisiert auf die Milch und wartete den kritischen Zeitpunkt zwischen kochen und steigen ab. Genau in diesem Moment würde ich den Topf Ruck zuck vom Herd ziehen und der Oma freudestrahlend verkünden. „Jetzt ist sie fertig“. Und die Oma würde sagen: „Dann bring sie zum Tisch!“ Dort warteten die Männer mit ihren Kaffeehäferl und schenkten sich Kaffee ein. Darauf gossen sie die dampfend heiße Milch. Ein Stück Bauernbrot mit Butter oder gekochte Polenta mit Marmelade dazu, und alle waren zufrieden. Ich auch. Zufrieden über meine tadellose Leistung.

Erleichtert setzte ich mich und weil ich so brav gewesen war, bekam ich von der Oma einen kleinen Schluck Kaffee mit ganz viel Milch. Die Mischung war noch immer heiß. Mund und Zunge wollte ich mir nicht verbrennen, also wartete ich. Und dann passierte es. Auf dem schönen hellbraunen Milchkaffee bildete sich eine dünne, runzelige Haut. Grauslich! Beim Umrühren, blieb der Hautfetzen am Löffel hängen. Mir grauste noch mehr. Vorsichtig zog ich den Löffel aus dem Häferl und streifte die Haut auf einen Teller ab. „Wäh“ sagte ich. Großes Gelächter.

Da schwor ich mir, wenn ich groß bin, gibt es nur kalte Milch zum Kaffee.

© LoPadi 2020

Sunshine Blogger Award

Der Sunshine Blogger Award wird Bloggern von anderen Bloggern verliehen, die kreativ, positiv und inspirierend sind. Nach der Nominierung hat der/die Blogger*in die Ehre einen Beitrag schreiben zu dürfen, in dem für die Nominierung gedankt und ein Link zu deren Blog erstellt wird.

DANKE Elke, vom Blog https://gedankenmusik.com/ für die Nominierung. Zuerst war ich etwas verwirrt, aber nachdem ich auf Deiner Seite war, und nach einigen Fragen, ist mir dann doch irgendwann ein Licht 🌟aufgegangen. Ich weiß nicht, wer vor Weihnachten soviel Zeit hat, 11 weitere Blogger zu nominieren, aber Du hast gemeint es müssen nicht 11 sein, aber ich werde es versuchen. Dieses Jahr ist ohnehin vieles anders und damit auch der Faktor Zeit. Wenn es Euch, die ich Euch nominiere, nicht freut oder Ihr keine Zeit habt, auch OK. Ich habe es weitergeführt, weil Elke sich so viel Mühe gegeben hat und ihre ‚Nomina‘ ebenso.

Diese Fragen hat Elke, an mich gestellt:

  1. In diesen Momenten kann ich über mich selbst lachen…
    In Momenten, an denen ich scheitere … manchmal …
  2. Einer meiner Lieblingsbeschäftigungen ist…
    Das Tun mit den Händen
  3. Welches Lied, welches Buch haben mich besonders berührt?
    ‚The Rose‘ von Bette Midler und ‚Ein Hummerleben‘ von Erik Fosnes Hansen
  4. Das schönste Geschenk, das ich mir machen kann, ist…
    Jemandens Augen zum Leuchten zu bringen
  5. Mein Erholungsrezept für zwischendurch ist…
    Faulenzen
  6. Das würde ich gern wiederholen… nochmals erleben…
    Zwei Tage auf Cocos Keeling, einem Inselparadies vor Nordwestaustralien
  7. Welche Ziele geben mir Willen und Zuversicht?
    Stark zu bleiben, auch wenn sich einige abwenden
  8. Welche Reise bringt mich ins Schwärmen?
    Eine fantastische Reise im Kopf
  9. Ich zeige Mitgefühl und Verständnis, indem ich…
    jenen Mitgefühl und Verständnis entgegenbringe, die es niemals von mir vermuten
  10. Ein erfolgreicher Tag ist für mich…
    Wenn ich meine Ziele erreicht habe
  11. Von welcher Stärke hätte ich gern noch mehr?
    Nachsicht und Gelassenheit

Das sind die von mir nominierten Blogger:

https://laimperialfeng.wordpress.com/
https://zwischentiberundtaunus.com/
https://dieseekocht.com/
http://elkeunterwegs.wordpress.com/
http://fotokartusch.wordpress.com/
http://ernstblumenstein.wordpress.com/
http://karlswortbilder.wordpress.com/
http://nocheinglaswein.wordpress.com/
https://traumlounge.wordpress.com/
http://annamariebirken.wordpress.com/

Es gibt noch einige Blogger und Innen, die ich gerne nominiert hätte, aber bei manchen äußerst Beschäftigten, hatte ich einfach Bammel …

Meine Fragen an die von mir nominierten Blogger sind:

  1. Was bedeutet Dir ein Award?
  2. Was bedeutet Dir bloggen?
  3. Möchtest Du manchmal das Blogger- Handtuch werfen?
  4. Warum?
  5. Was ist das Beste am bloggen?
  6. Was ist Dein absoluter Traum für die nahe Zukunft?
  7. Die drei wichtigsten Dinge in deinem Leben
  8. Bist Du Eule oder Lerche – Nacht oder Morgenmensch?
  9. Nenne mir drei Dinge, die Dich in Rage bringen
  10. Nenne mir drei Dinge die Dich entspannen
  11. Welche wichtige Frage hättest Du Dir gerne gestellt?

Und wie geht es weiter?
Veröffentlicht die Antworten bitte auf Eurer Seite mit der Weitergabe des Awards an Eure Favoriten.

  • Danke der Person, die dich nominiert hat, und füge einen Link zu ihrem Blog bei.
  • Beantworte die 11 an dich gestellten Fragen.
  • Nominiere weitere 11 Blogger für den Award und stelle ihnen ebenfalls 11 Fragen.
  • Benachrichtige die Nominierten im Kommentarfeld einer ihrer Beiträge.
  • Füge das Ansinnen und das Logo des Sunshine Blogger Award in deinem Beitrag ein.
    Das kannst du selbst gestalten oder dir eins herunterladen

Ich bin schon gespannt auf die Resonanz.
Liebe Grüße Lore

Sehnsucht nach Schnee

❄️
❄️❄️
❄️❄️❄️
❄️❄️❄️❄️
❄️❄️❄️❄️❄️❄️
❄️ Es will nicht schnein
❄️❄️verdammt noch mal
❄️❄️❄️❄️da liegt die Mütz
❄️❄️❄️❄️❄️da liegt der Schal
❄️❄️es steht der Schi in der Garage
❄️❄️auch das erzeugt ne leichte Rage,
❄️❄️denn Schilauf über Stock und Stein
❄️❄️um jeden Preis muss auch nicht sein.
❄️❄️❄️❄️Mein Enkelsohn die coole Socke
❄️❄️❄️❄️❄️erzählt von jeder Menge Flocke
❄️❄️❄️❄️❄️❄️❄️im Süden hier in Österreich
❄️❄️❄️❄️da werd ich traurig auch noch gleich.
❄️❄️❄️❄️Doch bin ich ja nicht blöd, nein munter-
❄️❄️❄️❄️❄️❄️❄️am Wochenende fahr ich runter!

©Lo Padi 2020

Fazit: Kommst du Schnee nicht zu mir, komme ich einfach zu dir.

😉❄️😉❄️😉❄️😉❄️😉❄️😉

Beitragsbild: Pexels

Das Weihnachtsglöckchen

Weihnachtsglöckchen im Test - Im Test - derStandard.at › Lifestyle

Meine Kindheit verbrachte ich am Bauernhof meiner Großeltern. Die gesamte Familie war von ausgesprochen pragmatischer Natur. Man argumentiert logisch, redete lediglich darüber, wovon man tatsächlich Bescheid wusste und aß nur, was man kannte. Was man nicht wusste oder kannte, war Unsinn und somit nicht der Rede wert. Ein Geheimnis blieb ein Geheimnis. An Wunder glaubte keiner. Ich auch nicht. Bis auf eines; bis heute frage ich mich: Wer hat am Heiligen Abend das Glöckchen geläutet? Als Kind habe ich nicht darauf geachtet, denn es war klar, dass es nur das Christkind sein konnte. Aber später, als ich nicht mehr daran glaubte, begann ich mich zu fragen. Wer war es wirklich?

Der 24. Dezember lief stets nach einem gewohnten Ritual ab. Wir Kinder hatten am Nachmittag das Haus zu verlassen, um entweder Schlitten zu fahren oder ‚bretteln‘ zu gehen. Es gab in der Nähe keinen Lift und so wanderten wir mit unseren alten, oft schon über Generationen vererbten Schiern zum nächstgelegenen Hügel. In meiner Erinnerung lag immer genügend Schnee, denn vom Klimawandel war damals noch keine Rede. Manchmal bauten wir Iglus, tobten herum oder lieferten uns gewaltige Schneeballschlachten. Erst als es dämmerte, stapften wir durchnässt und müde nach Hause. Unsere Wangen glühten und unser einfaches Gewand aus Wolle war übersäht mit Knöllchen gefrorenen Schnees. Wir schlüpften aus unseren feuchten, schweren Sachen und zogen uns „etwas Schönes“ an.

Danach setzten wir uns hungrig an den riesigen Esstisch in der geräumigen Küche. Es gab wie jedes Jahr Wurstaufschnitt und Mayonnaisesalat. Und jedes Jahr war einem von uns Kindern vor lauter Aufregung schlecht. Der Großvater brummte ständig irgendwas vor sich hin. Das war seine Art zu zeigen, dass er den Rummel rund um Weihnachten nicht mochte. Es war ihm zu viel. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass er jemals etwas geschenkt hat. Auch nicht uns Kindern. Das ist aber bei den vielen Packerl gar nicht aufgefallen. Um sieben Uhr- nach dem Essen kam das Christkind. Wir standen alle in der Küche und warteten gespannt auf das Läuten des Weihnachtsglöckchens. Die Wohnstube lag direkt daneben und die Tür war, bis das Christkind kam, den ganzen Tag verschlossen. Es brauchte schließlich seine Ruhe beim Schmücken des Baums. Dann war es endlich so weit. Es läutete und wir durften eintreten. Am festlich geschmückten Baum leuchteten die Kerzen, die Funken der Sternreißer blitzten und darunter lagen die ersehnten Packerl.

Als ich älter wurde und nicht mehr ans Christkind glaubte, passte ich ganz genau auf, ob während des Wartens jemand den Raum verließ, aber immer waren alle da! Bis heute weiß ich nicht, wie es möglich war, dass das Glöckchen läutete.

Egal, wen aus der Familie ich frage, ich bekomme keine befriedigende Antwort. Alle lächeln geheimnisvoll und sagen: „Das Christkind natürlich!“ Und wenn ich sage: „Das kannst Du der Tante Emma erzählen“, kommt als Antwort: „Dann ist es wohl ein Weihnachtswunder“

©Lo Padi 2020

Still ruht der See

Während im Süden und Südosten unseres Landes der Schnee die Landschaft in winterliches Weiß verwandelt, wandern wir noch immer in feuchtkalten, nebelverhangenen Ebenen. Wir flanieren an Salzburgs Mattsee, einem kleinen, verträumten Gewässer, an dessen Ufer sich ein hübscher Ort gleichen Namens schmiegt. Es ist dieses Jahr so still wie alles jenseits der Shoppingcenter und Einkaufsmeilen.

Sie dürfen wieder und sie tun es ausgiebig. Nicht so intensiv wie in den Jahren zuvor, aber heftig genug, um mich davon abzuhalten, mich unter die vermummten Gestalten zu mischen.

Die Gesichter der Menschen, die uns begegnen, sind offen, aber sie unterhalten sich leise. Geduldig warten Kitesurfer auf Wind und sogar die Kinder wirken stiller als sonst. Wir selbst sind es auch, denn es ist alles gesagt. Wir sind der Erregungsdiskussionen müde. Flanieren schweigend nebeneinander die Promenade entlang. An den Uferböschungen ragen riesige Baukräne in den Himmel. Wer über Kapital verfügt, investiert in Beton und Immobilien. Kein Lüftchen regt sich. Die Kiter sind enttäusch. Sie beginnen in ihren Neoprenanzügen zu frieren und machen sich auf den Weg nach Hause.

Still ruht der See …

Währenddessen in Kärnten (mit kurzem dialektischen ‚Einwurf‘ meiner Tochter) …

Heisse Weihnachten🌞🔥

„Schon komisch, oder warum laden die uns zu sich nach Hause ein, um gemeinsam mit ihren Familien Weihnachten zu feiern, die kennen uns doch kaum.“ „Vielleicht, weil WIR gerade KEINE Familie haben?“, lautete die trockene Antwort des mir angetrauten Pragmatikers.

Richtig. Wir waren auf Weltreise und gerade in einer Kleinstadt an Australiens Westküste gelandet. Unsere Familien waren über 14.000 KM weit weg. Freunde und Schnee vermissten wir sehr, obwohl es für weiße Weihnachten auch zu Hause längst keine Garantie mehr gab. Aber damals, in Down Under, ließ uns die Vorstellung an eine herrlich verschneite Winterlandschaft wehmütig werden.

An diesem 24. Dezember 1996 gab es weder rote Wangen noch kalte Nasen. Stattdessen jede Menge Schweiß unter Australiens sengender Sonne. Zudem überlegten wir fieberhaft, wie wir all den Einladungen zu den Weihnachtsparties bei ‚wildfremden‘ Einheimischen nachkommen sollten. Es fiel uns nicht leicht, zu entscheiden, bei welchen Menschen wir das Fest verbringen sollten, ohne jemanden vor den Kopf zu stoßen. Weltumsegler genossen in den Küstenstädtchen hohes Ansehen und so waren wir begehrte Gäste. In der Marina gab es einen richtigen Kult um die segelnden Exoten. Jeder riss sich um uns, wir wurden ständig angesprochen und bewundert und fühlten uns fast wie kleine Stars. Völlig ungewohnt für uns eigenbrötlerische Mitteleuropäer. So viel Gastfreundschaft waren wir nicht gewohnt und es war uns fast schon ein wenig peinlich.

Jedes Schiff hatte seinen ‚Mentor‘ und bald saßen wir gemeinsam mit der Familie und allen Verwandten im Garten vor dessen Haus und erzählten einander Geschichten. Besonders interessant wurden spannende Erzählungen vom Segeln und Schilderungen aus unserer Heimat empfunden. Die Mentoren wiederum gaben mystische Aborigines-Geschichten von der ‚Traumzeit‘ zum Besten. Diese handelten von Legenden, die besagen, dass die Welt ein unablässiger Schöpfungsprozess ist und die ‚Traumzeit‘ immerwährend mit neuen geschichtlichen Ereignissen ‚gefüllt‘ wird.

Einzig die ‚Cockroaches‘ störten den Zauber, wenn sie über die reich gedeckte Tafel huschten. Auch daran hatten wir uns längst gewöhnt. Ich fühlte mich auf angenehme Art und Weise zwischen entspannten Menschen und klirrenden Weingläsern und dem dumpfen Klang aneinanderschlagender Bierflaschen angekommen. Inmitten dieser keineswegs mehr fremden Aussies auf diesem urtümlichen Kontinent, dessen Ränder nur spärlich besiedelt waren. Ein Nachmittag voller Gelassenheit, Fröhlichkeit und leicht süßlichen Duftnoten in der schwülen Dezemberluft. Wir fühlten uns wie Weltreisende und Entdecker, die von ihren Abenteuern berichten durften. Wir waren alle erfüllt von aufrichtiger Neugier und schenkten einander Wertschätzung.

Ein Heiligabend, den wir erst weit nach Mitternacht unter den weichen Südseeklängen der Ukulelen im Kreis von Seglern aus aller Welt beseelt ausklingen ließen.

© LoPadi 2020-12-03

Mein Neues Buch

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Wer von uns hat nicht schon einen Bock geschossen. In welcher Form auch immer …
Davon und von vielem mehr handelt mein neues Buch …

Inhalt:

Vom unvergesslichen Kindheitserlebnis mit dem geliebten Großvater über Reisegeschichten in Costa Rica, einem Waldsterne-Koch und aufregenden Episoden der Weltumsegelung spannt sich der erzählerische Bogen des vierten story.one Bandes.

Bestellen bei Thalia

Bestellen bei Hugendubel

Bestellen bei Morawa

Ich freue mich über jede Rezension 🙂

🌟Einen schönen
Adventsonntag🌟

Schneeverrückt & mehr ❄️❄️❄️

ich bin ein wenig schneeverrückt
so war ich heute ganz beglückt
als ich nach draußen schaute
sich Schnee vor mir aufbaute

ich bin auch ganz dekorverrückt
und hab das niemals unterdrückt
das zieren meines gartens
während des christkind wartens

ich bin das gern und mir ist gleich
wenn mich ein paar verlachen
das sind für einen mensch wie mich
ganz unwichtige sachen

und wonach seid nun ihr verrückt
und erntet schiefes schauen
ist damit gar ein mann beglückt
oder wirklich nur wir frauen?
😉

Gerettet!

The last Dosis of Roses …

Morgenfrost. 🥶 Ich stehe am Fenster und blicke auf den Rosenstrauch, dessen letzte Knospen erwartungsvoll den wärmenden Sonnenstrahlen entgegen frösteln. Sie möchten sich so gerne noch einmal öffnen und ihre zarten Blätter an den milden Strahlen wärmen. Aber das wird nicht mehr passieren.🥺

Ich krame die Gartenschere hervor und starte eine nicht ganz uneigennützige Rettungsaktion. Ich schneide alle verbleibenden Rosen, deren Knospen zum Schutz vor der Kälte fest verschlossen und noch nicht erfroren sind. Die anderen, deren Blüten sich keck geöffnet haben und deren Ränder frostverbrannt sind, lassen traurig ihre Köpfchen hängen. 🥀 Ich bestatte sie am Komposthaufen und flüstere eine kurze Abschiedsrede.

Den Rest stelle ich in eine Vase, um ihren schönen Anblick noch einmal genießen zu dürfen. Ich frage meinen Techniker, wie viel Chancen er den Rosen einräumt. Er äußert sich nur vage.
Und siehe da, drei Tage später erblühen nahezu alle in ihrer herrlichen Pracht. Sie recken sich dem einfallenden Tageslicht entgegen, welches durch die großen Wohnzimmerfenster strahlt und das sie zu neuem Leben erweckt.🌹🌹🌹

Einfach schön. 🤩 Ob es auch die letzte Rose noch schaffen wird?

Teilen …

Wenn ich ganz oben bin
wo es nicht mehr weiter geht
dem Himmel ganz nah
dem Tal so fern
überkommt mich ein innerer Friede
den ich gerne teile

Wenn ich ganz oben bin
wo es nicht weiter geht
allen Anderen fern
dem Partner so nah
überkommt mich ein Glücksgefühl
das ich gerne teile

Wenn ich ganz oben bin
wo es nicht mehr weiter geht
der Sonne so nah
dem Dunst so fern
überkommt mich eine Zufriedenheit
die ich gerne teile – über Worte und Bilder – mit Euch

Am Gipfel des Trattberges – Salzburger Land

Die diebische Elster …

Alles begann mit dem Satz: „Schatz, hast Du irgendwo mein Hörgerät gesehen, ich glaube, ich habe es verlegt.“ Ich verdrehte die Augen. Verlegt war gleichbedeutend mit verloren und hieß: ‚Hilf mir suchen. ‘Es war bereits das zweite ‚verlegte‘ Hörgerät innerhalb eines Jahres. Ich hätte jetzt natürlich sagen können; ‚schau doch genauer‘, aber mein Mann schaffte es wieder einmal, die detektivische Ader in mir zu wecken.

Die Synapsen meines Technikers sind äußerst aktiv. Ständig beschäftigt mit der Optimierung oder Reparatur sämtlichen Hab und Gutes. Und weil er sich dabei so konzentrieren muss, neigt er zu einer gewissen Zerstreutheit oder wie er es ausdrückt; „über Unwichtiges zerbreche ich mir nicht den Kopf.“ Das kann die Intensität einer Diskussion über den Verlust ‚unwichtiger‘, aber wertvoller Gegenstände in unglaubliche Höhen treiben. Vor allem dann, wenn der Verlust finanziell schmerzhaft ist. Handys und Hörgeräte gehören in unserem Haushalt zu den am meisten ‚verlegten‘ Gegenständen, aber meistens tauchten sie wieder auf.

Nach der Antwort auf meine Frage „Wo hast du das Ding zum letzten Mal gesehen?“, legte ich los. Da sich mein Mann auch diesmal nur sehr vage daran erinnern konnte, wo das war, begann ich mit logistischer Akribie alle Wege nachzuvollziehen, die er eventuell gegangen sein könnte. Er war sich fast sicher, dass er es im Wäldchen hinter dem Haus verloren hatte. Irgendwo im Umfeld eines alten Gartenstuhls inmitten eines Berges von Laub. Eine echte Herausforderung also. Mit einem Metalldetektor, – mein Techniker besitzt sowas tatsächlich, begann ich das infrage kommende Gebiet zu durchforsten. ER beschäftigte sich währenddessen mit weitaus wichtigeren Dingen. Mann halt. Aber wie gesagt, mein Ehrgeiz war geweckt und ich wollte das teure Teil unbedingt finden. Mehrmals durchsuchte ich das Laub, drehte jeden Stein um und erweiterte meinen Radius Meter für Meter. Alles umsonst. Ich fand NICHTS.

Aber ich gab nicht auf. Und tatsächlich; plötzlich schlug der Detektor an. Erwartungsvoll begann ich zu graben. Es war Sommer, es war heiß. Als ich schließlich eine alte verrostete Schraube fand, rann mir der Schweiß bereits in die Augen. Man sollte wissen, wann man aufhören muss. Jetzt. Dabei war ich mir so sicher gewesen, fündig zu werden. Ich hätte meinem Techniker wirklich gerne eine Freude gemacht. Eine Elster schrie. Ich mag Elstern. Sie sind schön anzusehen, aber ihr Geschrei mochte ich noch nie.

Die Monate vergingen. Längst befand sich ein neues Gerät im Ohr meines Mannes. Eines schönen Frühlingstages öffnete ich die Tür des Wintergartens. Auf der Wiese lag noch etwas Schnee, aber die Terrasse war schon geräumt. Plötzlich sah ich etwas in der Sonne glänzen. Ich bückte mich, um den Gegenstand näher zu betrachten. Da lag es, das Hörgerät, als hätte es schon immer dort gelegen.

Eine Elster huschte über mir in das Wäldchen. Ich bekam eine Gänsehaut und war mir sicher, dass mir das niemand glauben würde …

© LoPadi 2020-05-09

Auszug aus meinem demnächst erscheinenden vierten story.one Band: „Ich habe einen Bock geschossen“

Ein Hauch von Winter ❄️❄️und Dinner-Cancelling

Ach, wie liebe ich den Schnee. Eine winterweiße Landschaft, die frische kühle Luft. Einfach herrlich. Wir durften ihn vor ein paar Tagen erleben, diesen Hauch von Winter. In der wunderschönen Salzburger Gebirgslandschaft, zwischen schneebedeckten Bäumen und mächtigen Felsen.

Irgendwann, während des Aufstieges fiel mir ein, dass ich noch nicht gegessen hatte. Bin seit Monaten auf 16/9, oder Dinner-Cancelling, wie man es neudeutsch nennt. Bei mir ist es Frühstücks-Canceln, weil auf diese Mahlzeit kann ich am besten verzichten. Daher esse ich nie vor 12 und zuletzt um 20 Uhr. Und weil es heute Vormittag jede Menge zu tun gab, habe ich einfach vergessen zu essen. Um 12:30 Wanderzeug zusammengerafft, Stöcke eingepackt und ab ging es in Richtung Berg. Mein Techniker hatte außer Tee GSD eine vergessene kleine Orange in seinem Rucksack und das rettete mich erst mal. Am Hochplateau war aufgrund der Gesundheitsdiktatur die Hütte zu und so ging es hungrig wieder bergab.

Der Abstieg über den vereisten oder teilweise noch matschigen Steig war nicht so ohne und ich musste höllisch aufpassen, nicht auszurutschen und bestenfalls auf meinem Allerwertesten zu landen. Die Angst um meine desolaten Knie begleitet mich leider seit einigen Jahren. Es sind die Spätfolgen des schweren Rucksacks, mit dem ich früher in meinen beste Bergzeiten mir nichts- dir nichts über Stock und Stein gesprungen bin. Irgendwo in der Mitte, auf dem Weg ins Tal überholt uns eine flotte Rothaarige im Sauseschritt. Wie herrlich ist doch ein junger und gesunder Körper. Aber wenn man selbst noch jung ist, ist das selbstverständlich. Also, was solls.

Unten angekommen hatte ich keine Lust mehr, auch noch zu kochen. Also beglückten wir unseren lockgedownten Wirt im Ort und bestellten Cord on Bleu mit Kartoffel/Vogerl Salat to go. Er war glücklich, wir waren glücklich. Somit bin ich dem Hungertod und dem Kochen entronnen. Nach so einer schönen Winterwanderung kann man nicht mehr verlangen …

Ein bisschen Italien kann nie schaden 💃🌞🌊

An trüben Tagen mit herbstlichem Nieselwetter und wenig erfreulichen Nachrichten tut ein bisschen Musik vielleicht ganz gut. Und ein bisschen Träumen tut es auch. 

Hier der Text zum mitsingen in italienisch mit deutscher Übersetzung ... 

Che questa mia canzone arrivi a te
Ti porterà dove niente e nessuno l'ascolterà
La canterò con poca voce sussurrandotela
E arriverà prima che tu ti addormenterai...
E se mi sognerai
Dal cielo cadrò
E se domanderai...
Da qui risponderò...
E se tristezza e vuoto avrai
Da qui cancellerò
Sognami se nevica
Sognami sono nuvola
Sono vento e nostalgia
Sono dove vai...
E se mi sognerai
Quel viso riavrò...
Mai più, mai più quel piangere per me
Sorridi e riavrò...
Sognami se nevica
Sognami sono nuvola
Sono il tempo che consola
Sono dove vai...
Rèves de moi amour perdu
Rèves moi, s'il neigera
Je suis vent et nostalgie
Je suis où tu vas
Sognami mancato amore
La mia casa è insieme a te
Sono l'ombra che farai
Sognami da li...
Sognami da li...
Il mio cuore è li...
Il mio cuore è li...

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Source: Musixmatch
Songwriters: Biagio Antonacci

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