Schneeverrückt & mehr ❄️❄️❄️

ich bin ein wenig schneeverrückt
so war ich heute ganz beglückt
als ich nach draußen schaute
sich Schnee vor mir aufbaute

ich bin auch ganz dekorverrückt
und hab das niemals unterdrückt
das zieren meines gartens
während des christkind wartens

ich bin das gern und mir ist gleich
wenn mich ein paar verlachen
das sind für einen mensch wie mich
ganz unwichtige sachen

und wonach seid nun ihr verrückt
und erntet schiefes schauen
ist damit gar ein mann beglückt
oder wirklich nur wir frauen?
😉

Gerettet!

The last Dosis of Roses …

Morgenfrost. 🥶 Ich stehe am Fenster und blicke auf den Rosenstrauch, dessen letzte Knospen erwartungsvoll den wärmenden Sonnenstrahlen entgegen frösteln. Sie möchten sich so gerne noch einmal öffnen und ihre zarten Blätter an den milden Strahlen wärmen. Aber das wird nicht mehr passieren.🥺

Ich krame die Gartenschere hervor und starte eine nicht ganz uneigennützige Rettungsaktion. Ich schneide alle verbleibenden Rosen, deren Knospen zum Schutz vor der Kälte fest verschlossen und noch nicht erfroren sind. Die anderen, deren Blüten sich keck geöffnet haben und deren Ränder frostverbrannt sind, lassen traurig ihre Köpfchen hängen. 🥀 Ich bestatte sie am Komposthaufen und flüstere eine kurze Abschiedsrede.

Den Rest stelle ich in eine Vase, um ihren schönen Anblick noch einmal genießen zu dürfen. Ich frage meinen Techniker, wie viel Chancen er den Rosen einräumt. Er äußert sich nur vage.
Und siehe da, drei Tage später erblühen nahezu alle in ihrer herrlichen Pracht. Sie recken sich dem einfallenden Tageslicht entgegen, welches durch die großen Wohnzimmerfenster strahlt und das sie zu neuem Leben erweckt.🌹🌹🌹

Einfach schön. 🤩 Ob es auch die letzte Rose noch schaffen wird?

Teilen …

Wenn ich ganz oben bin
wo es nicht mehr weiter geht
dem Himmel ganz nah
dem Tal so fern
überkommt mich ein innerer Friede
den ich gerne teile

Wenn ich ganz oben bin
wo es nicht weiter geht
allen Anderen fern
dem Partner so nah
überkommt mich ein Glücksgefühl
das ich gerne teile

Wenn ich ganz oben bin
wo es nicht mehr weiter geht
der Sonne so nah
dem Dunst so fern
überkommt mich eine Zufriedenheit
die ich gerne teile – über Worte und Bilder – mit Euch

Am Gipfel des Trattberges – Salzburger Land

Die diebische Elster …

Alles begann mit dem Satz: „Schatz, hast Du irgendwo mein Hörgerät gesehen, ich glaube, ich habe es verlegt.“ Ich verdrehte die Augen. Verlegt war gleichbedeutend mit verloren und hieß: ‚Hilf mir suchen. ‘Es war bereits das zweite ‚verlegte‘ Hörgerät innerhalb eines Jahres. Ich hätte jetzt natürlich sagen können; ‚schau doch genauer‘, aber mein Mann schaffte es wieder einmal, die detektivische Ader in mir zu wecken.

Die Synapsen meines Technikers sind äußerst aktiv. Ständig beschäftigt mit der Optimierung oder Reparatur sämtlichen Hab und Gutes. Und weil er sich dabei so konzentrieren muss, neigt er zu einer gewissen Zerstreutheit oder wie er es ausdrückt; „über Unwichtiges zerbreche ich mir nicht den Kopf.“ Das kann die Intensität einer Diskussion über den Verlust ‚unwichtiger‘, aber wertvoller Gegenstände in unglaubliche Höhen treiben. Vor allem dann, wenn der Verlust finanziell schmerzhaft ist. Handys und Hörgeräte gehören in unserem Haushalt zu den am meisten ‚verlegten‘ Gegenständen, aber meistens tauchten sie wieder auf.

Nach der Antwort auf meine Frage „Wo hast du das Ding zum letzten Mal gesehen?“, legte ich los. Da sich mein Mann auch diesmal nur sehr vage daran erinnern konnte, wo das war, begann ich mit logistischer Akribie alle Wege nachzuvollziehen, die er eventuell gegangen sein könnte. Er war sich fast sicher, dass er es im Wäldchen hinter dem Haus verloren hatte. Irgendwo im Umfeld eines alten Gartenstuhls inmitten eines Berges von Laub. Eine echte Herausforderung also. Mit einem Metalldetektor, – mein Techniker besitzt sowas tatsächlich, begann ich das infrage kommende Gebiet zu durchforsten. ER beschäftigte sich währenddessen mit weitaus wichtigeren Dingen. Mann halt. Aber wie gesagt, mein Ehrgeiz war geweckt und ich wollte das teure Teil unbedingt finden. Mehrmals durchsuchte ich das Laub, drehte jeden Stein um und erweiterte meinen Radius Meter für Meter. Alles umsonst. Ich fand NICHTS.

Aber ich gab nicht auf. Und tatsächlich; plötzlich schlug der Detektor an. Erwartungsvoll begann ich zu graben. Es war Sommer, es war heiß. Als ich schließlich eine alte verrostete Schraube fand, rann mir der Schweiß bereits in die Augen. Man sollte wissen, wann man aufhören muss. Jetzt. Dabei war ich mir so sicher gewesen, fündig zu werden. Ich hätte meinem Techniker wirklich gerne eine Freude gemacht. Eine Elster schrie. Ich mag Elstern. Sie sind schön anzusehen, aber ihr Geschrei mochte ich noch nie.

Die Monate vergingen. Längst befand sich ein neues Gerät im Ohr meines Mannes. Eines schönen Frühlingstages öffnete ich die Tür des Wintergartens. Auf der Wiese lag noch etwas Schnee, aber die Terrasse war schon geräumt. Plötzlich sah ich etwas in der Sonne glänzen. Ich bückte mich, um den Gegenstand näher zu betrachten. Da lag es, das Hörgerät, als hätte es schon immer dort gelegen.

Eine Elster huschte über mir in das Wäldchen. Ich bekam eine Gänsehaut und war mir sicher, dass mir das niemand glauben würde …

© LoPadi 2020-05-09

Auszug aus meinem demnächst erscheinenden vierten story.one Band: „Ich habe einen Bock geschossen“

Ein Hauch von Winter ❄️❄️und Dinner-Cancelling

Ach, wie liebe ich den Schnee. Eine winterweiße Landschaft, die frische kühle Luft. Einfach herrlich. Wir durften ihn vor ein paar Tagen erleben, diesen Hauch von Winter. In der wunderschönen Salzburger Gebirgslandschaft, zwischen schneebedeckten Bäumen und mächtigen Felsen.

Irgendwann, während des Aufstieges fiel mir ein, dass ich noch nicht gegessen hatte. Bin seit Monaten auf 16/9, oder Dinner-Cancelling, wie man es neudeutsch nennt. Bei mir ist es Frühstücks-Canceln, weil auf diese Mahlzeit kann ich am besten verzichten. Daher esse ich nie vor 12 und zuletzt um 20 Uhr. Und weil es heute Vormittag jede Menge zu tun gab, habe ich einfach vergessen zu essen. Um 12:30 Wanderzeug zusammengerafft, Stöcke eingepackt und ab ging es in Richtung Berg. Mein Techniker hatte außer Tee GSD eine vergessene kleine Orange in seinem Rucksack und das rettete mich erst mal. Am Hochplateau war aufgrund der Gesundheitsdiktatur die Hütte zu und so ging es hungrig wieder bergab.

Der Abstieg über den vereisten oder teilweise noch matschigen Steig war nicht so ohne und ich musste höllisch aufpassen, nicht auszurutschen und bestenfalls auf meinem Allerwertesten zu landen. Die Angst um meine desolaten Knie begleitet mich leider seit einigen Jahren. Es sind die Spätfolgen des schweren Rucksacks, mit dem ich früher in meinen beste Bergzeiten mir nichts- dir nichts über Stock und Stein gesprungen bin. Irgendwo in der Mitte, auf dem Weg ins Tal überholt uns eine flotte Rothaarige im Sauseschritt. Wie herrlich ist doch ein junger und gesunder Körper. Aber wenn man selbst noch jung ist, ist das selbstverständlich. Also, was solls.

Unten angekommen hatte ich keine Lust mehr, auch noch zu kochen. Also beglückten wir unseren lockgedownten Wirt im Ort und bestellten Cord on Bleu mit Kartoffel/Vogerl Salat to go. Er war glücklich, wir waren glücklich. Somit bin ich dem Hungertod und dem Kochen entronnen. Nach so einer schönen Winterwanderung kann man nicht mehr verlangen …

Der Techniker am ‚Schlenken‘ ⛰️, ich am Denken 😇

Eine Pause von der Schiffsrenovierung tut gut. Deshalb haben wir einen ‚faulen Tag‘ eingelegt. Also zumindest ich. Mein Techniker hat die Wanderstöcke gepackt und den Gipfel des Salzburger Hausberges, den Schlenken 1.649 m erwandert. Ich habe außer meiner Yogaroutine🌈 mal gar nichts getan, nur nachgedacht und vor mich hin geträumt. Das hat mir unglaublich gut getan.

Die Wanderung hat wiederum meinem Mann gutgetan. Vor der geschlossenen Hütte hat er ein paar Gleichgesinnte getroffen, die im Gegensatz zu meinem ‚Braven‘ ihr eigenes Bier mithatten. Er begnügte sich mit Tee. Es sind jetzt jede Menge Menschen in den Bergen. Die Autoschlangen an den Straßenrändern der Anfahrten sind am Wochenende enorm. Die Parkplätze alle voll. Deshalb wandern wir, weil wir es uns aussuchen können, an den Wochentagen.

Wir fühlen uns privilegiert, denn all die Pracht der Natur liegt direkt vor unserer Haustür. Das Wetter ist beständig schön und mild. Ich sehne mich aber nach mehr Kälte, denn ich mag das Wandern in kühler, frischer Luft lieber. Ich fühle mich fitter und leistungsfähiger. Und da es demnächst schneien soll, bin ich auch wieder gerne dabei.

Natürlich habe ich für das leibliche Wohl meines Mannes nach seiner Rückkehr gesorgt. Es gab Flammkuchen nach ‚Art des Hauses‘. Und der hat ihm sehr gut geschmeckt😋.

Flammkuchen nach Art des Hauses mit Tomaten, Schinken, Champignons und Rucola (letzteres noch aus dem Hochbeet).

Ein bisschen Italien kann nie schaden 💃🌞🌊

An trüben Tagen mit herbstlichem Nieselwetter und wenig erfreulichen Nachrichten tut ein bisschen Musik vielleicht ganz gut. Und ein bisschen Träumen tut es auch. 

Hier der Text zum mitsingen in italienisch mit deutscher Übersetzung ... 

Che questa mia canzone arrivi a te
Ti porterà dove niente e nessuno l'ascolterà
La canterò con poca voce sussurrandotela
E arriverà prima che tu ti addormenterai...
E se mi sognerai
Dal cielo cadrò
E se domanderai...
Da qui risponderò...
E se tristezza e vuoto avrai
Da qui cancellerò
Sognami se nevica
Sognami sono nuvola
Sono vento e nostalgia
Sono dove vai...
E se mi sognerai
Quel viso riavrò...
Mai più, mai più quel piangere per me
Sorridi e riavrò...
Sognami se nevica
Sognami sono nuvola
Sono il tempo che consola
Sono dove vai...
Rèves de moi amour perdu
Rèves moi, s'il neigera
Je suis vent et nostalgie
Je suis où tu vas
Sognami mancato amore
La mia casa è insieme a te
Sono l'ombra che farai
Sognami da li...
Sognami da li...
Il mio cuore è li...
Il mio cuore è li...

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Source: Musixmatch
Songwriters: Biagio Antonacci

Das Puzzle des Lebens . . .

Martin von Barabü. Das folgende Video von ihm erinnert daran, das wir Menschen besser daran tun, die Dinge vertrauensvoll anzunehmen. Auch wenn sie uns gerade nicht gefallen. Alles hat einen Sinn. Der mag in vielen Dingen liegen. Im Kraftschöpfen aus dem Umgang mit Menschen, welche einem guttun. Aus Enttäuschungen stärker werden, von denen man dachte, sie würden einen umbringen. Aus Krisen wieder auferstehen und den vielen Versuchungen den bequemeren Weg zu wählen, zu widerstehen.

Jeder Mensch muss selbst entscheiden, welchen Puzzlestein er wann und wie setzt. Sicher ist, dass jede davon eine Konsequenz hat, ob im Guten oder weniger Guten. Ihr merkt schon, ich schreibe weniger Guten, den schlecht ist schlecht und tut zumindest mir nicht gut. Das Puzzle des Lebens bleibt spannend. Den Zeitraum, den wir nutzen dürfen, bleibt begrenzt. Ich werde ihn künftig bewusster leben. Besser, konsequenter und bestimmter. Das ging mir heute durch den Kopf. Heute, am ersten Tag der österreichischen Ausgangssperre . . .

. . . und hier noch eine taufrische Rose für euch . . .

BRUCH! 😥

Manchmal möchte ich einfach davonlaufen. Manchmal frage ich mich, warum das zwischen Mann und Frau so kompliziert ist und Frau nicht einfach die Flucht ergreift. Manchmal ist sogar ‚glasklar‘ warum, aber trotzdem bleibt Frau …

Wie schon erzählt, habe ich mich bereit erklärt, meinen Techniker bei seinem Projekt zu unterstützen. Habe ich mich einst desinteressiert von diesem Schiffswrack abgewandt, so hat es letztlich doch Eingang in mein Seglerinnen- Herz gefunden. Irgendwie. Wer versteht schon die Frauen. Tu ich selbst ja oft nicht.

Vermutlich kann ich es einfach nicht lassen. Wo Arbeit lauert, bin ich dabei. Vielleicht ist es zwanghaft. Während meiner Kindheit am großelterlichen Hof wurde jemand der nicht mit anpackte, von vornherein als faul und untragbar eingestuft. Vermutlich deshalb.

Obwohl es für mich äußerst schwierig ist, an der Seite meines Technikers zu arbeiten, muss es im Zuge dieses Projektes manchmal sein. So auch heute. Seit Tagen feudle ich an den ausgebauten Aluminium-Fensterrahmen und dem Sicherheitsglas herum. Erst wollte ich die Fenster selbst ausbauen, dann ließ ich es aber wieder, denn sie sind stellenweise mit Epoxid an der Bordwand verklebt. Da ruiniert man beim Ausbau mehr, als einem lieb ist. Und wenn ICH etwas ruiniere-, dann ist das dem Techniker im Nachhinein von vornherein klar … „Also mach es lieber du“, sagte ich. Mir blieb immer noch das Abziehen und das säubern des Glases. Es war die richtige Entscheidung, denn sogar mein Mann hatte Mühe die Teile auszubauen. Aber das sollte nicht die letzte Schwierigkeit sein.

Schon bei der Renovierung des Weltumsegelungs-Schiffes habe ich eine Abneigung gegen Silikon entwickelt. Diese Abneigung feierte nun fröhliche Urstände. Dieser ‚Bastel-Dreck‘ für Faule gehört verboten. Ich habs trotzdem hingekriegt. Mit einer Ceranfeld-Klinge. Da lag er nun, der fast wie neu aussehende Alurahmen und das blitzblanke Sicherheitsglas. Auf zum Einbau; aber was musste ich sehen?

Schleifarbeiten

Mein geliebter Mann hatte das Sikaflex zu lange antrocknen lassen und so wurde es unmöglich, den Rahmen samt Glas einzupassen. Alles wieder runter … Ich moserte und ging. Da putzte ich lieber den zweiten Rahmen bevor … Währenddessen wollte der Techniker das überschüssige Material abziehen. In einer Stunde sollte ich wiederkommen.

Schließlich präsentierte ich strahlend den zweiten, sauberst geputzten Rahmen. Gleich wurde ich wieder zum Helfen eingeteilt. Schon auf den ersten Blick sah ich, dass zu wenig überschüssiges Material abgezogen worden war. Ich sollte vielleicht erwähnen, dass der Techniker grundsätzlich wenig Geduld mit solchen blöden Arbeiten hat. Immer husch husch. Und was soll ich sagen? Das Glas ließ sich prompt nicht einpassen. Ich reichte dem Manne eine Feile und schlug Folgendes vor: „probiere, das Glas von der Seite reinzuschieben.“ Ich sagte ‚schieben!‘. Als ich den Schlag mit der Feile hörte, zerbrach auch schon das tip top gereinigte Sicherheitsglas zu einem fantasievollen Netzmuster … Schei …

Natürlich war es meine Schuld, weil ICH die Idee mit der Feile hatte … so geht’s zu auf den Beziehungs-Baustellen … Ich denke, wir brauchen eine Pause.

Vorher

Fortsetzung folgt?

Tauperlen …

Freitag, der 13. 2020 wäre überstanden, aber ehrlich, was sollte einem in Zeiten wie diesen noch Schlimmes passieren …

Im herbstlichen Garten blühen aufgrund des ungewöhnlich milden Klimas oder sollte ich sagen des künftig normalen Klimas noch einige Rosen und sonstige Blumen. Am Morgen, wenn die ersten Sonnenstrahlen mit ihrem Licht die Blüten fast schon künstlerisch inszenieren, erfreut mich die Natur mit ihrer Schönheit. Die selbstverständliche Gelassenheit, allem Menschlichen gegenüber, fasziniert mich. Sie weiß sich immer wieder aufs Neue in Szene zu setzen und passt sich allen Widrigkeiten an.

Stille

Totale Stille. Es dauert ein paar Minuten, bis ich sie bewusst wahrnehme die Stille. Nicht einmal ein Windhauch regt sich. Auch kein Blatt, kein Halm. Nicht eine Vogelstimme ist zu vernehmen. Diese Erfahrung ist so ungewohnt, dass ich angestrengt versuche, die Stille zu hören …

Kurz ist das Summen eines Insektes zu vernehmen, dann ist es auch schon wieder still. Selbst hier in Bergen passiert das nur ganz selten. Es ist Zeit, diesen Moment bewusst zu genießen. Loslassen. Also schließe ich meine Augen und wende mein Gesicht der ungewöhnlich warmen Herbstsonne zu.

Was für ein wundervoller Augenblick …

007 und die g’sunde Watsch’n

Ehrlich, ich mochte ihn. Lange Zeit war er für mich der Inbegriff an bondscher Männlichkeit. OK, dass diese maskuline Ausstrahlung mit einem Toupet einherging, sah ich ihm nach, denn alle übrigen Qualitäten machten dies wett. Als Bond lagen ihm die Frauen zu Füßen. Klar, bei der Ausstrahlung und das bestimmt nicht nur im Film. Da war ich mir ganz sicher. Unvergesslich seine Rolle in ‚Jagd auf roter Oktober.‘ Allein dieser durchdringende Blick, hinter dem ein Gehirn arbeitete, das geniale und unvorhersehbare Schachzüge ausheckte. Der Inbegriff eines Strategen. Sean halt. Roger hingegen war mir ein wenig zu sophisticated and a ‚Little to British‘, aber immerhin recht souverän im Anbandeln mit den diversen Göttinnen des jeweiligen Zeitgeistes. Auch ihn möge Gott selig haben.

Dann, eines Tages kam ER. Mein Agent des 21. Jahrhunderts. Als er zum ersten Mal in geheimer Mission aus seinem Aston stieg, wusste ich; der ist MEINS. Diese eisblauen Augen, diese dezent aufgeworfene, leicht arrogante Oberlippe … Mein Mann hingegen, nur ein klein wenig uncooler, mochte ihn von der ersten Sekunde an nicht. „Pffft, das ist doch kein Bond!“monierte er. „Das ist doch bloß ein aufgeblasener Zwerg“, unkte er weiter. Auch Männer können ganz schön herumeifern. Deshalb sagte ich nichts dazu, schmunzelte ein wenig vor mich hin und bestaunte fasziniert, wie unkaputtbar der schweigsamste 007 aller Zeiten war.

Und den Brosnan Pierce will ich auch noch erwähnen. Der war irgendwie – irgendwie. Nicht Fisch und nicht Fleisch. Also für mich zumindest. Da waren sich mein Mann und ich einmal einig.

Ich fasse zusammen; Bond mit Haarteil, bester 007 für meinen Liebsten. Eisblauauge bester 007 für mich.

Kürzlich erfuhr ich über die Medien, dass meines Mannes Favorit in hohem Alter von uns gegangen ist. Dazu muss ich sagen, dass wenn ich meinem Mann einfach nur darüber erzählt hätte, dass SEIN Held nicht mehr unter uns weilt, wäre das zu einer investigativen Diskussion ausgeartet. Nach dem Motto: Wann, wieso, woran? Deshalb begann ich vorab zu recherchieren und stieß dabei auf wenig Erfreuliches. Darunter auf ein Playboy-Interview aus den Sechzigern, in dem er kundtat, dass man einem Weibe, wenn nichts anders fruchtet, schon ab und zu eine mit der flachen Hand geben dürfte. Speziell dann, wenn man sie vorher mehrmals gewarnt hätte. In den Achtzigern bekräftigte er seine Theorie nochmals in einem Interview mit Barbara Walters. Erst 2006 distanzierte er sich davon. Da war ich baff. Mein Techniker auch.

Häusliche Gewalt widert mich seit jeher an. Da ist mir das ‚Eisblauauge‘ schon lieber, der als stolzer Vater mit Babytrage zum Shoppen ging. Dafür erntete er von einem englischen Fernsehmoderator blöde Häme. Als Inbegriff der Männlichkeit macht man so was einfach nicht, meinte der.

Der nächste Bond soll angeblich eine SIE sein. Wenn ja, bin ich schon gespannt, ob sie die Männer durch die Gegend watscht, oder ob sie beweist, dass Frauen tatsächlich in der Lage sind, Konflikte besser zu lösen …

James Bond | Emoji Meanings | Emoji Stories

© LoPadi 2020-11-08

Beitragsbild: http://matthew-wiebe-zkclxSVi1Fc-unsplash

Holz …

Holz ist ein faszinierendes Material der aus der Natur. Wir machen es uns in unterschiedlichster Weise zunutze. Als Baumaterial, als Inneneinrichtung zum Heizen, zum Schnitzen und und und …. Schon die Baumrinde mit ihrer rauen Haptik fasziniert mich. Der Duft der Zirbe belebt mich und das Pech des blutenden Baumes bleibt, wenn ich unvorsichtig bin, hartnäckig an meinen Fingern kleben. Holz wächst immer wieder nach und in einem Holzhaus zu leben bedeutet, sich in einer ganz speziellen Atmosphäre zu bewegen und zu atmen.

Bei einer herrlichen Winterwanderung entdeckten wir letztes Jahr eine urige Jagdhütte mit verwitterten Schindeln, die mich zum Fotografieren animiert haben. Aber seht selbst und mögt ihr Holz auch so gerne?

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Natur heilt …

… fühlt jeder der in ihr verweilt.

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Wer sich verkriecht hinter den Mauern, der ist für mich nur zu bedauern …
Freude ist bewusstes Leben, voll Zuversicht und vorwärts streben.
Wer stehen bleibt, hat schon verloren, klingt es noch heut in meinem Ohren.
Ist ‚Downsizing‘ der neue Wert, wo es dann niemanden mehr schert,
ob neues Auto oder Haus- der neue Trend: Bedürfnis-Aus?
Gibt es DIE Wahrheit samt den Fakten? Was verbirgt sich in den Akten?
Doch will ich nicht den Tag vermiesen, und deshalb das Poetry schließen.
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Gräber und Atome

Allerheiligen. Wieder einmal. Die Gräber unseres idyllischen Friedhofs (soweit man eine letzte Ruhestätte als solches bezeichnen kann), sind vorbereitet für den nächsten Akt religiösen Zeremoniells. In Teuflischem rot flackern die Grablichter, als wollten sie den Beelzebub provozieren. Die Szene wirkt ein wenig unheimlich. Trotzdem finde ich Friedhöfe interessant und überall auf der Welt besuche ich sie. Sie erinnern mich an die Endlichkeit. Das Einzige, dem niemand entrinnen kann.

Grabpflege. Ich jäte das letzte verschrumpelte Unkraut und überlege, ob ich die Rose, die ich im Sommer gepflanzt habe, ausreißen soll. Sie gedeiht nicht. Die Erde ist nicht nahrhaft genug. Vorsichtig ziehe ich an dem armseligen Ding. Es leistet kaum Widerstand und schon ist es um die Rose geschehen. Die Arme stand stets im Schatten ihrer prächtigen älteren Schwester, deren Blütenpracht jeden Sommer förmlich explodierte. Ihre üppige Fülle verdeckte sogar den Grabstein. Auf der Umrandung sitzend, spüre ich, wie sich meine Muskeln verhärten. Mein Rücken schmerzt wegen der ungewohnten Haltung. Dummerweise habe ich die Gartenmatte vergessen. Weil ich mich nicht in das feuchte Gras knien will, leide ich. Wie das kleine, dünne Röschen, das ich soeben entwurzelt habe. Sie hatte keine Wahl.

Meine Gedanken schweifen ab. Ich erinnere mich an eine der letzten Diskussionen mit meinem Techniker. Als alles hinterfragender gibt er manchmal Sachen von sich, die mich zum Nachdenken anregen. So auch bei unserem letzten gemeinsamen Friedhofsbesuch. Nachdem er einige Zeit gedankenverloren auf das Grab gestarrt hatte, sagte er plötzlich: „Ob sich wohl ein paar Atome meiner Eltern in dieser Erde befinden?“ Ich dachte nach und sagte lachend: „Möglich wäre es“ „Sie könnten theoretisch überall im Grab verteilt sein.“ „Vor allem in der alten Rose, die schon seit Beginn hier steht.“ „Wahrscheinlich“, antwortete mein Techniker und nickte.

Winzig wie ein Atom und unendlich wie das Universum. Geschichten über Sternenstaub und dem woher und wohin fallen mir ein. Und was wohl geschehen mag mit meinen Atomen, wenn ich einmal selbst ein Häufchen Asche geworden bin. Als ich mich mühsam aufrappele, fällt mir mein Großvater ein. Ein Agnostiker, der sich häufig über die Sorgen der Mitmenschen bezüglich deren Verbleibens nach dem Tod ärgerte.

„Mein Gott ist die Natur. Sie erschafft und sie vernichtet und wir sind ein Teil davon. Jeder von uns ist es, wenn wir gegangen sind, ist es vorbei mit unseren Möglichkeiten etwas zu tun und es wäre besser, wir würden zeitlebens unsere Chancen nutzen, als darüber nachzudenken, was danach ist.“

Ich war zwar damals noch ein Kind, aber diese Erklärung leuchtete ein. Seither gehört der Tod für mich zum Leben und er macht mir keine Angst. Ich zupfe noch ein wenig am Unkraut und betrachte die letzten blühenden Zweige des alten Rosenbuschs. Ein kleines Sträußchen sollte sich noch ausgehen.

Ein paar Atome für zu Hause …

Die Baronin

Wegen der vielen Arbeit für mein letztes Buch habe ich die Kurzgeschichten mehr als vernachlässigt. Aber nun geht es wieder los mit den Gschichtl’n aus dem Alltag und dem Leben.

Ihr Verhalten war speziell. Etwas Erhabenes war an ihr. Etwas Majestätisches. Sie hielt ihren Kopf nicht wie die anderen ihrer Zunft, normal und gewöhnlich. Nein- sie trug ihn als selbstbewusste Verlängerung ihres Halses und strahlte dadurch eine gewisse Arroganz aus. Als wir sie zum ersten Mal sahen, wurde schnell klar, dass wir froh sein konnten, überhaupt von ihr wahrgenommen zu werden. Sie hielt stets Abstand und ließ sich an einem Platz nieder, der künftig ihr liebster werden würde. Dabei beobachtete sie uns auf eine interessierte aber zugleich distanzierte Weise. „Sie ist schön und klug“, sagte ich zu meinem Mann. „So verhält sich nur eine Katzendame.“ Wir gaben ihr einen Namen. ‚Baronin.‘

Sie hielt weiterhin gebührenden Abstand und wir ließen sie in Ruhe. Wochenlang kam und ging sie wieder, wie es ihr beliebte. Sie beobachtete uns aber mit, wie mir schien, mit mäßigem Interesse. Sie war eine rostrote Schönheit und ihre unnahbare Art machte sie noch schöner. Während wir im Sommer auf der Veranda aßen, döste sie auf ihrem Lieblingsplatz unter dem Pampasgras vor dem Teich und beobachtete die Vögel und uns. Wir machten uns Gedanken. Sollten wir sie an den Tisch bitten? Ihr etwas anbieten? Nie hätte sie gebettelt. Aber wir ließen es bleiben. Sie war wohlgenährt und ihr Zuhause woanders. Wir wussten nur nicht, wo.

Die Jahre vergingen. Die schöne Rothaarige kam immer wieder und mit der Zeit ließ sie sich sogar berühren. Nur kurz und flüchtig-, aber immerhin. Wir hatten sogar den Eindruck, dass sie begann, die Streicheleinheiten zu genießen. Wir kamen uns immer näher. Eines Tages stand sie plötzlich vor der Eingangstür, und bevor wir es uns versahen, spazierte sie mit nobler Zurückhaltung durch unser Revier. Sie untersuchte alles mit äußerster Genauigkeit und schritt wie auf Zehenspitzen und mit erhobener Lunte durch sämtliche Räume. Es sah zum Schießen aus. Nachdem sie alles inspiziert hatte, verließ sie uns wieder. Sie war eben speziell. Schließlich brachten wir in Erfahrung, dass sie einem unserer Nachbarn gehörte und das sie als Katzenkind ausgesetzt worden war. Sie war ihm zugelaufen. Völlig unterernährt und traumatisiert. Auch er beschrieb die ‚Baronin‘ als sehr ‚speziell.‘

Wir reisen viel. Meist für längere Zeit. Das kommt bei der Baronin gar nicht gut an. Wenn wir wieder zu Hause sind, lässt sie sich für eine lange Zeit nicht blicken. Wenn sie dann endlich geruht, uns einen Besuch abzustatten, gibt es erst einmal eine körperliche Züchtigung. Sie wirft sich divenhaft auf den Boden und holt sich genüsslich ihre Streicheleinheiten. Aber plötzlich beißt sie zu. Danach stolziert sie nach dem Motto; ‚wie ihr mir so ich Euch‘ davon. Erinnerte sie sich an die Zeit, als sie ausgesetzt wurde? Wir vermuten es. Was wir aber seit Neuestem wissen, ist, dass SIE ein ER ist. Von wegen typisch weibliches Verhalten!

Er heißt Nico. Wie unpassend. Ihm wird es nichts ausmachen, aber uns. Wir haben ihn standesgemäß umgetauft auf ‚Baron…‘

Zurück aus dem Süden

Istrien 2020

Unser letzter Aufenthalt für dieses Jahr war aufgrund der Reisewarnung eine kleine ‚Bauchwehaktion‘. Nicht für meinen Techniker, der folgt sowieso nur seinen Regeln, aber für mich, die ich ohnehin sensibilisiert bin. Aber ich habe mich umsonst gesorgt, denn alle Grenzen- Italien, Slowenien und Kroatien waren überhaupt kein Problem. Durchgewunken- fertig. Lediglich bei der Rückreise hatten wir in Slowenien eine Fahrzeugkontrolle und das Pech übersehen zu haben, dass unsere Vignette abgelaufen war, was zu einer Bußgeldforderung von 150 Euronen führte. Dabei hatten wir noch Glück, denn es kann bis zu 800 Euro teuer werden. Der Beamte war zudem virushysterisch und legte größten Wert auf Lappen, Abstand und Disziplin. Ich blieb lieber im Auto sitzen, denn mein Temperament kann da schon mal über mich hinaus wachsen …

Wie dem auch sei, die Tage im Süden waren temperaturmäßig angenehm und mein Techniker noch mal im mit 19 Grad- erfrischenden Meer schwimmen. Unser Schiff liegt nun winterfest und sturmsicher im Hafen. Einige male war ich auf Fotosafari. Hier eine kleine Zusammenfassung davon.

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ABENDSPAZIERGANG🌒

Es ist kühl geworden. War mein Techniker am Nachmittag noch im Meer schwimmen (19°)- so sind wir jetzt froh, warme Jacken eingepackt zu haben. Nur mehr wenige Restaurants und Bars haben geöffnet. Der Rest hat schon zu. Hinter verschlossenen Türen werken die Kellner, die sich in der Nebensaison in Maler und Handwerker verwandeln. Damit verdienen sie weiterhin ihr bescheidenes Salär und sind nicht arbeitslos. Unser Lieblingskellner geht demnächst mit 72 Jahren in Pension und wird dann als Alleinverdiener von 360 Euro im Monat leben müssen. Seinen trockenen Humor verliert er trotzdem nicht. Er wird uns fehlen.

Wir schlendern den Strand entlang und begegnen nur mehr vereinzelt Menschen. Nachsaison. Auf den Campingplätzen schimmert da und dort Licht hinter den Sichtschutz-Rollos. Der zunehmende Mond leuchtet fahl und zaubert einen unruhigen Lichtstreifen auf das leicht bewegte Meer. Es ist so still und friedlich, dass wir uns wie die einzigen Menschen auf dieser Welt fühlen.

Noch ein paar Tage …

Die alte Geschichte mit den Fröschen 🐸

Während ich das Privileg habe, mich dem Corona-Wahnsinn zu entziehen, geht es vielen, die mitten im Arbeitsprozess stehen, deutlich schlechter. Einige kämpfen bereits um ihre Existenz, denn eine Restriktion jagt die andere.

Gestern stieß ich zufällig auf die alte Geschichte mit den Fröschen und ich fragte mich, ob dieser Cartoon nicht schon längst der weltweiten Daseins-Realität entspricht …

Wie schon gesagt, mich betrifft es (vielleicht noch) nicht. Mein Techniker und ich haben das Glück des fortgeschrittenen Alters, und vorhandener Ressourcen. Aber nix ist fix und deshalb halte ich an meinem Lebensmotto fest …

NIEMALS: 🙈🙉🙊

Sonnige Grüße aus dem Süden.

*Beitragsbild: Pexels

Stille, Idylle, Yoga und ein doofer …🙉

Heute habe ich meinen Techniker bei der Schiffsverschönerung allein gelassen, die Yogamatte geschultert und bin an den Strand. Schließlich sollte das Schiff einwintern auch mit ein wenig Urlaub verbunden sein. Und da es für mich kaum etwas schöneres gibt, als Asanas am Meer, zog ich los und suchte mir ein einsames Plätzchen … 🙏

Nach den Übungen entspannte ich mich ein wenig in der wärmenden Sonne, bis ein überambitionierter Mountainbiker die Stille und Idylle des Momentes zerstörte. Die stupid wummernden Bässe seines Handylautsprechers übertönen sogar das sanfte Rauschen des Meeres. Mir ist schleierhaft, warum manche vermeintlich coole Typen glauben, sie müssten einem ihren Musikgeschmack aufzwingen … 😏 Ich zog mich zurück und wanderte hinauf zur Kirche. Dabei entdeckte ich wieder viele neue Motive und experimentierte mit der Handykamera.

Danach ging es wieder hinunter an den Hafen, wo mir mein Techniker stolz seine Arbeit präsentierte. Ich verteilte 25 Deka Lob 🥇- was halt ein Mann so braucht- und zauberte ihm damit ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht. So einfach ist das manchmal … 😉

Ein harter Job und schöne Lieder. 🐟🐟🐟

Nach getaner Arbeit, beschließen wir, bei herrlichem Sonnenschein, einen Spaziergang zu machen.☀️ Wie so oft, zieht es uns zu den Fischern an die Pier vis a vis.

Einige Männer sind gerade beim reinigen und aufräumen. Jeder Handgriff sitzt. Hundert Mal getan, routiniert und schnell. Die Schleppnetz-Ringe klirren beim Verstauen auf den Stahlrohren aneinader, die Fischbehälter donnern mit dumpfen Kunststoffgeschabe ineinander. Der finale Wasserstrahl entfernt die letzten Partikel an Schuppen, Blut und Schleim. Das verwischen der Spuren nach getaner Arbeit.

Das Licht der untergehenden Sonne wirkt auf mich wie die Bühnenbeleuchtung einer Theaterinszenierung. Einige Männer singen. Es sind melancholische und ins Herzen gehende Harmonien. Ich mag diese melodischen Gesänge. Sie laden zum Mitsummen ein.

Aber es ist beileibe keine romantische Inszenierung. Es ist harte Arbeit. Jeden Tag, bei jedem Wetter. Der Hunger nach Fisch und Meeresfrüchten muss immens sein, denn trotz der seltsamen Zeiten, verlassen Tonnen von Fisch die Trawler und irgendwer wird sie verzehren.

So wie wir; abends, gemütlich im Restaurant …

Euch allen eine gute Woche 🌄

Zusammenn geht halt oft schwer …

Da haut jetzt aber einer rein. Mein Techniker ist in seinem Element. Die Schleifmaschinen surren, die Flex jault und die Werkstatt versinkt in Staub und Spänen. So muss es sein. So ist der Mann ein Mann. Ab und zu öffne ich möglichst unauffällig die Tür in den geheiligten Arbeitsreich und linse vorsichtig auf die Work in Progress … Vorsichtig deshalb, weil ich nicht UNBEDINGT in jeden Arbeitsprozess mit eingebunden werden möchte. Ich muss ja nicht überall dabei sein. Aber zu spät! „Gut, dass Du da bist,“ tönt es „und halt mal fest,“ lauten die prompten und unmissverständlichen Anweisungen.

Allerdings- das mit dem unmissverständlich- ist so eine Sache. „Wo jetzt genau halten?“ frage ich. „Na wo schon “… Pfft, bin ich Gedankenleserin? Irgendwann halte ich endlich richtig und dann aber schon wieder falsch und alsbald regt sich ein Fluchtimpuls. Es ist nämlich so. Wir können gaaanz schlecht zusammen. (Arbeiten). Sonst schon, aber arbeiten … Ich komme vom Bauernhof, da heißt es Anpacken und mitdenken und weil ich schon soviel angepackt und mitgedacht habe, mache ich mir meine eigenen Gedanken wie es RICHTIG geht.

Das wiederum führt zu kleineren und größeren Konflikten, die durchaus damit enden können, dass ich nach dem fünften Mal hin und her beleidigt den den Arbeitsplatz verlasse und meine Assistenzstelle mit den Worten: „Mach doch deinen Kram allein“, hinschmeiße. So bin ich nun mal. Deshalb teilen wir unsere Arbeiten auf. Dann flutscht es wunderbar.

Die Polsterungen, der Fenster Ausbau, das Lackieren- all das wartet noch auf mich und zwar nur auf mich.
Weil zusammen arbeiten geht halt halt oft schwer …

Augenblicke …

Endlich eine Regenpause. Hurra, die Sonne scheint 🌞 Es ist später Nachmittag und ihre Strahlen tauchen den Garten in magisches Licht. Nichts wie raus, um die Gelegenheit zu nutzen. 📸

Schnee am Untersberg! ❄️ Der erste im heurigen Jahr. Zart wie Puderzucker aber es ist Schnee! Ich liebe das erste Weiß auf den Bergen.

Die Eiskristalle haben ein kühles Lüftchen mitgebracht und ich beeile mich, in meinem Indoor-Fähnchen, ein paar schöne Motive festzuhalten. Der Zauber ist nur von kurzer Dauer, denn schon bald überziehen die nächsten Regenwolken den Himmel und bald ist alles wieder trist und Grau. Mich fröstelt.

Schnell hinein in die warme Stube. Der Schokoladekuchen im Backrohr verströmt seinen herrlichen Duft im ganzen Haus. Fast wie Weihnachten. 🌟 Dann plötzlich höre ich die Eingangstür. Mein Techniker ruft. Er ist zurück von seinen Erledigungen. Ein unumgängliches Zeichen, meine kreative Schublade zu schließen. Er hat auch etwas mitgebracht. Ich ahne es schon …

Arbeit …

🌞🌤️⛅🌥️☁️🌨️

Feuchtgebiete 💦 …

Feuchtgebiete überall, nein- nicht das was manche denken
Feuchtgebiete überall, fühl nur Schmerz in den Gelenken
Feuchtgebiete überall, auf den Wegen und den Wiesen
Feuchtgebiete überall, dieses Wetter ist zum Schießen
Feuchtgebiete überall, und ich bin übermütig
Feuchtgebiete überall, ich hoffe ihr seid gütig.
Feuchtgebiete und viel Matsch, heute schreibe ich nur Quatsch 😉

Eine amüsante Woche wünsche ich. 🌈

💦💧☔💦💧💦☔💧💦☔💧💦☔

Schlaflos, Gestresst, Unruhig? 🥺

Die 4-7-8 Technik

Erst kürzlich plagten mich angesichts aktueller Projektbedrohungen und unzähliger Maskierter die mich im Traum verfolgten, akute Schlafprobleme. Was tun? Hin und her wälzen bis der Tag anbricht oder ein wenig lesen, bis die Augen zufallen? Alles versucht- nichts hat geholfen.

Da fiel mir die bewährte Technik von Dr. Andreas Weil ein. Die hilft immer. Leider wollte mir nicht einfallen, wie sie funktioniert. Auf jeden Fall ist es eine Atemtechnik mit einem wiederkehrenden Zählrhythmus. Irgendetwas mit; keine Ahnung …Es wollte mir partout nicht einfallen. Zu lange her.

Und weil ich sowieso nicht schlafen konnte, kramte ich in meiner Alternativ-medizinischen Literatur und wurde fündig. Es hat damit zu tun, dass man sich so sehr auf das atmen und zählen konzentrieren muss, dass kein Platz mehr für grüblerische Gedanken bleibt. Das konzentrierte Zählen macht müde und das ist doch der erwünschte Effekt. Vielleicht braucht auch ihr mal ein Sedativum-naturalis zum Einschlafen. Und so gehts:

Vier Sekunden DURCH DIE NASE einatmen
Sieben Sekunden den Atem anhalten
(Keine Angst, so schnell erstickt man nicht)
Acht Sekunden DURCH DEN MUND ausatmen

DREI MAL WIEDERHOLEN

Bei mir wirkt diese Methode immer. Durch das tiefe Einatmen und Luftanhalten zirkuliert der Sauerstoff besser im Körper und damit werden Spannungen abgebaut. Ein ganz natürliches Beruhigungsmittel also. In diesem Sinne …

Schönes Wochenende und schlaft gut. 🥱

Einfach grün …

…ich weiß auch nicht warum, aber die Farbe grün hat es mir einfach angetan. Vielleicht fühle ich mich auch deshalb so wohl in der Natur. Noch gibt es in unserem Garten genug von meiner Lieblingsfarbe und ein paar Eindrücke möchte ich heute mit Euch teilen. Die kommenden Tage sollen ganz schön regnerisch werden und vielleicht erfreut sich die/der eine oder andere über das Grün genau so wie ich …

Ein schönes Wochenende 🙂

Neue Projekte braucht der Mann …

Mein Techniker hat ein neues Projekt. Nach dem wir heuer unser altes H-Boot zum Verkauf ausgeschrieben hatten (wir brauchen unbedingt was größeres 😐 ), wurde ratz fatz ein Neues angeschafft. »Das Angebot ist ein Schnäppchen,« sagte mein Mann strahlend. »Es gibt nur mehr drei von diesem Schiffstyp, eine Rarität quasi, eine ‚K2000‘, sogar in einer österreichischen Werft gebaut.«
Die Werft in Korneuburg gibt es natürlich längst nicht mehr. Der verstaatlichte Betrieb ging pleite.
Wir auch, wenn es mit den Projekten so weiter geht.

Dabei könnten wir es so gemütlich haben. Wir sind ja beide im sogenannten Ruhestand. Es ist ja nicht so, dass wir ein lasches Paar wären. Nein, ganz im Gegenteil. Im Sommer segeln wir. Im Winter gehen wir auf Schitour und Wanderungen machen wir sowieso das ganze Jahr über. Dann wären da noch die Wohnmobiltouren. Heuer eher weniger, wegen der Plandemie 🙄. Nebenbei rufen Haus und Garten und ein Bildschirm aus dem mich ein leeres Word Dokument anstarrt …

Als ich das ‚Projekt‘ das erste mal sah- und ich darf durchaus von mir behaupten, dass ich inzwischen ein bisschen Ahnung von Booten habe, wollte ich gleich wieder weg. Als ich die Leiter wieder hinunter stieg, hatte ich nur den einen Gedanken: ‚Hoffentlich sehe ich das vergammelte Objekt nie wieder!‘ Unten angelangt rief ich meinem Techniker mit fester Stimme zu: »Ich will sie nicht«, und stapfte zurück zum Auto. Von mir aus konnten wir gleich wieder fahren. Wie konnte er nur denken dass …

Heute steht das ‚Projekt‘ bereits hinter dem Haus auf einem Lagerplatz, neben unserem Womo und wartet darauf von mir gemocht zu werden. Da kann es lange warten. Auch der zweite Blick überzeugt mich nicht. Trotzdem klettere ich noch einmal hoch. Vielleicht hat mich der erste Eindruck doch getäuscht.
Es sieht nicht danach aus.
Unter Deck Schmutz und feuchte Stellen überall. Dieselgeruch und fremde Düfte die sich von den Voreignern im Interieur festgesetzt haben. Ich schaue meinem Techniker tief in die Augen und sage: »DEIN Projekt! Das sieht nach einem halben Jahr Arbeit aus. Aber bitte, dann hast Du zu tun und ich komme endlich zum Schreiben!« Im Geiste sehe ich mich schon das nächste Buch veröffentlichen. Dabei streift mein Blick die provisorisch abgedichteten Fenster, die ungepflegte Pantry und den Salontisch, dessen Holz auch schon bessere Zeiten gesehen hat. Eigentlich könnte man es ganz hübsch einrichten.
Erinnerungen an vergangene Renovierungen kommen hoch. War es nicht total spannend ein Schiff wieder auf Vordermann zu bringen und bin ich nicht eine begnadete Handwerkerin 🤔?

»Na ja,« höre ich mich plötzlich sagen. »Vielleicht lässt sich doch etwas daraus machen … «

FORTSETZUNG FOLGT ?

Mal wieder »Waldbaden«🌲

Gibt es etwas schöneres, als an einem sonnigen Herbsttag ein Waldbad zu nehmen? Ich könnte es auch Waldspaziergang nennen, aber ich fühle mich in der herrlich frischen Luft mitten im Wald wie in einem Bad voll Glückseligkeit. Kling kitschig? Egal, so geht’s mir halt.

Zauberhafte Herbstbeleuchtung

Immer wieder finden sich die Strahlen der flach stehenden Sonne einen Weg durch die Äste, Blätter und Nadeln und zaubern wunderbare Licht- und Schattenspiele. Wir wandern zügig und schweigend, denn so können wir uns besser auf das zwitschern der geflügelten Waldbewohner konzentrieren. Die gleichmäßigen Schritte, das hören, das fühlen und atmen wirken wie wohltuende Meditation.

Meine ‚Lungenkraftanstalt‘

Zum Abschluss gibt’s vor einer gemütlichen Almwirtschaft was deftiges zu Essen und als krönenden Abschluss einen hausgemachten Beerenkuchen. Danach geht es an einem wunderschönen, aber leider selten gewordenen Bauerngarten vorbei, durch meine Lungenkraftanstalt Wald zurück nach Hause.

Wann gibt’s DIE wieder?

Abends gibt’s Sonntags-Tatort. Die Becker, der Waschke. Bisschen speziell, aber genau so mag ich es. Wie mein Waldbad auch.

Tollkirsche – passt irgendwie zum Tatort, finde ich …

ENDLICH! 😅

Es ist soweit. Mein neuestes Werk ist veröffentlicht. Es war NICHT einfach! Seit 2008 ging ich mit diesem Projekt ‚schwanger‘. Unmittelbar nach der Weltumsegelung fragten mich viele, ob ich nicht Lust hätte ein Buch zu schreiben, aber ich lehnte ab. Ein dreijähriger Ausstieg auf einer kleinen Segelyacht schien mir nicht eines Buches wert. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass sich nicht WIRKLICH jemand dafür interessierte. Natürlich war diese Reise für einige spannend und wir wurden gebeten Vorträge zu halten. Aber wenn sie uns danach Fragen stellte und wir antworteten, hatten wir den Eindruck, als hörten uns die meisten nur mit halbem Ohr zu. Und zack, nach dem letzten Satz, berichteten sie übergangslos von ihren eigenen Segelerlebnissen. Einmal wurden wir allen Ernstes gefragt, wie oft wir während der Atlantiküberquerung geankert hätten … ⚓💭

Viele Jahre später kramte ich meine Tagebücher wieder hervor und begann darin zu lesen. Schnell zog mich der Mikrokosmos des damaligen Lebens in seinen Bann und ich versank in meinen eigenen Geschichten. Unwillkürlich fragte ich mich: ‚War diese Frau wirklich ich?‘ Wie habe ich das alles ausgehalten? Dieses Leben auf drei Quadratmetern zu zweit, das Kochen bei jedem Seegang, den Partner täglich 24 Stunden um mich, drei Jahre lang …

Aber dann las ich von den Sternstunden auf See, dem einmaligen Gefühl während der langen Wachen, in denen man niemals allein war. Von den Kreaturen im und über dem Ozean, welche meist unsichtbar und doch stets präsent waren. In diesen Momenten fühlte ich mich wie ein winziger Teil des großen Ganzen. 💫

Ich begann zu schreiben, ohne viel darüber nachzudenken ob es stilistisch anspruchsvoll, oder grammatikalisch auf der Höhe war. Ich verzettelte mich enorm, weil ich versuchte auch die turbulente Zeit danach einfließen zu lassen. Ich ließ ein Exemplar bei BoD drucken und gab es Freunden zum lesen. Die Reaktionen waren nebulös- höflich, abnickend, aber nicht wirklich überzeugend. Ich legte das Werk zur Seite und vergaß es.

Kurz vor meiner Pensionierung, dachte ich darüber nach, wie ich mir die Zeit vertreiben würde. Geschrieben habe ich schon immer gern und was die Fantasie in meinen Aufsätzen anbelangte, war ich schon in der Schule gut. Ich würde wieder schreiben. Soviel stand fest. Diesmal holte ich mir professionelle Hilfe in einem Autoren-Workshop und geriet prompt in einen Schreibtaumel. Zur gleichen Zeit entdeckte ich Story one. Diese Plattform eignete sich wunderbar dafür, meinen Stil zu finden und zu verbessern. Ich schrieb Kurzgeschichten und sie kamen recht gut an. Und weil es bei diesem Verlag so genial einfach war, veröffentlichte ich drei Büchlein. Das alles war äußerst erfreulich und tat meinem Schreiben gut, aber es weckte auch einen gewissen Ehrgeiz und die Erinnerung an mein vergessenes Werk.

Ich kramte das Buch wieder hervor und bat die Seminarleiterin, es über die Weihnachtsfeiertage zu lesen. Als Beurteilung wollte ich nur Hot oder Schrott gelten lassen. Zu meiner Überraschung fand sie es lesenswert, bemerkte aber gleichzeitig, dass es noch einiger Korrekturen bedurfte und ich die Abschnitte nach der Reise weglassen solle. Das würde den nur Leser verwirren. Und weil es gerade so gut passte, fragte ich, ob sie das Buch gemeinsam mit mir lektorieren möchte. Die Angelegenheit nahm ein volles Jahr in Anspruch, denn uns beiden fehlte die Zeit, es schneller durchzuziehen. Aber wir brachten es zu Ende. Inklusive Exposé für die Verlage. Just nach der Fertigstellung kam Corona. Ich schrieb fünfzehn zum Thema passende Verlage an. Alle bis auf drei schickten freundliche Absagen. Na ja, was hatte ich erwartet?

Zwei Monate später stieß ich zufällig auf Morawa, einen österreichischen Verlag, mit einer Self- Publishing Plattform. Es passte sofort. Freundliche und hilfsbereite Mitarbeiterinnen unterstützten mich und waren da, wenn ich sie brauchte. Bis zur Veröffentlichung dauerte es dennoch zwei weitere Monate. Hauptsächlich deshalb, weil ich versuchte dem Manuskript quasi ‚zu Fuß‘ mittels Korrekturprogrammen und einer Freundin den letzten Schliff zu verpassen. Irgendwann nach dem gefühlten vierzigsten Mal, hatte ich genug vom Korrekturlesen und übergab das Manuskript einer professionellen Agentur. Das hätte ich besser schon früher gemacht, denn dann hätte es mein Techniker mit seiner nervlich angeschlagenen Frau nicht so schwer gehabt … Obwohl; ich litt genauso. Denn mein Mann teilt mich äußerst ungern. Auch nicht mit einem Manuskript in dem er nicht einmal vorkommt.

Aber jetzt ist gut und die Fische fliegen endlich!

🐬🐬🐬🐬🐬

Erhältlich in allen Buchhandlungen oder online.
SBN/EAN978-3-9911039-6-7
Paperback – Verlag My Morawa

https://www.morawa.at/detail/ISBN-9783991103967/Padi-Lo/Wenn-Fische-fliegen-lernen#null

Es müssen nicht immer Blumen sein …

Diesmal ein herbstlicher Blätterstrauß aus meinem Garten. Farbenfroh und beruhigend zu gleich.

Das ist der Herbst, wie ich ihn liebe, Und wie geht es Euch mit dieser Jahreszeit? Vermisst Ihr den Sommer schon? Andererseits; heute habe ich ganz schön geschwitzt im Garten, denn es hatte locker noch 20 Grad.

Ich muss ja gestehen, dass ich die dunkle Jahreszeit liebe. 🌚 »Du bist ein bisschen ein Kind der Finsternis«, sagt mein Techniker und versteht das natürlich gar nicht. Von ihm aus, wären 365 Sommertage optimal. Ich liebe den Wechsel der Jahreszeiten. Dauernd nur schönes Wetter finde ich fad. Außerdem genieße ich es total, wenn es dunkel ist und draußen stürmt (außer am Schiff) und ich es mir drinnen so richtig gemütlich machen kann 🙂

In diesem Sinne; willkommen Herbst 🍁

*Titelfoto Pexels

Der Zarte Pinselstrich hat seinen Platz …

Wie ich in meinem Blog Eintrag Sonne Sturm und eine Künstlerseele beschrieben habe, hat ein Bild des istrischen Malers Mario Santrač, welcher eine Galerie in Porec betreibt, mich sehr berührt. Der Künstler ist äußerst zurückhaltend und sensibel und Marketing interessiert ihn nicht. Seine besten Werke sind sogar unverkäuflich. Er hängt zu sehr daran. Seine Homepage stellt sein Talent mehr als unzureichend da. Da mich Hannah vom fantastischen Foto Blog fotokartusch.com gebeten hat, das Bild zu veröffentlichen tue ich es hiermit. Ich bin nicht sicher, ob das Stillleben durch die Spiegelung des Glases das erkennen lässt, was ich darin sehe, aber ich habe es versucht. Ohnehin sind Geschmäcker verschieden. Ich liebe es. 😌

Schön wars …

Ein klarer Morgen nach stürmischer Nacht

Um fünf Uhr früh weckt mich heftiges Knarzen und das Heulen des Sturms. Obwohl wir im sicheren Hafen liegen, schwankt das Schiff bedenklich. Regen prasselt auf das Oberdeck. Der Rumpf vibriert und ich werde in meiner Koje hin und her geschaukelt. Ich stehe auf und krabble verschlafen an Deck. Steile, konfuse Wellen im Hafen, wie man sie sonst nur auf offener See sieht. Die Laufplanke droht ins Wasser zu fallen. Ich suche nach einem Bändsel und sichere sie. Der Steg, an dem wir festgemacht haben hebt und senkt sich und unsere ‚Grande Liberté‘ fährt hart in die Belegleinen. Die wiederum knarzen mit einem alles durchdringendem Geräusch und das ist extrem nervtötend. Hoffentlich hält das Material das alles aus. Ok, kann ja nicht immer nur sanft und friedlich sein, denke ich. Schiet-Wetter gehört beim Segeln einfach dazu.

Halb wach, fülle ich einen Eimer mit Salzwasser und füge Spülmittel hinzu. Dann kippe ich die Mischung über die Leinen. Dabei schwanke ich wie eine Betrunkene und muss mich festhalten, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Nach dem »Leinengießen« kehrt etwas mehr Ruhe ein. ‚Funktioniert, ‘ denke ich zufrieden und krieche fröstelnd in meine Koje zurück. Kalt ist es geworden. Zeit abzureisen. Bei dem Wetter fällt der Abschied wenigstens nicht so schwer …
Ich finde keinen Schlaf mehr und lasse in Gedanken die vergangen drei Wochen revuepassieren.

Fazit: Schön wars!

Ein Kormoran trocknet sein Gefieder
Kulinarische Genüsse mit herrlicher Aussicht
Die Nachsaison ist unsere Saison …
Sanddorn

Sonne☀️Sturm🌬️Regen☔und eine KÜNSTLER-SEELE🖌️ …

Gegen Ende unseres Istrien- Aufenthalts erleichtert uns das Wetter den Abschied vom Meer. Bereits letzte Nacht wehte es enorm und heute bläst es unverdrossen weiter. Um die 40 Knoten,+ (130 km/H+). Nachts ächzten und knarzten die Festmacher-Leinen und wieder einmal kamen meine Ohrstöpsel zum Einsatz. Trotzdem ein gutes Gefühl, bei diesem Wetter nicht auf See sein zu müssen, sondern im sicheren Hafen.

Den heutigen Tag verbringen wir in Porec, flanieren durch die vertrauten Gässchen und bestaunen das Krims-Krams des jeden Freitag stattfindenden Antikmarktes. Es ist gespenstisch ruhig. Die Laden- und Lokalbesitzer klagen über ausbleibende Touristen. Sie trösten sich damit, das zumindest die kroatischen Landsleute ihr Geld hier ausgeben. Die Geschäftsleute befürchten weitere Umsatz-Einbußen bis hin zu Schließungen und schütteln den Kopf über Reisewarnungen und machen die Politik für den wirtschaftlichen Einbruch verantwortlich.

In meiner Lieblingsgalerie entdecke ich ein wunderschönes Stillleben. Der feine Pinselstrich und die gefühlvolle Komposition ziehen mich unmittelbar in den Bann und lassen mich leichtsinnig werden. Ich kaufe es. Mein Techniker wundert sich. Aber so ist das bei mir. Wenn mir etwas besonders Schönes ins Auge fällt, entscheide ich spontan. Als der Künstler das Bild von der Wand nimmt, streicht er noch einmal liebevoll über den Rahmen und greift fast unmerklich an sein Herz. Diese Geste rührt mich. Das ist keine Schmierenkomödie, sondern sichtliches Bedauern über das Abschiednehmen von einem seine Werke. Und es ist wahrhaftig ein Kunstwerk, jenseits des üblichen Kommerzes. Dieses wunderschöne Bild erfüllt mich mit großer Freude.

Einige Gemälde in der Galerie, sind seit Jahren unverkäuflich. Selbst mein Techniker konnte den Künstler nie dazu überreden, sich von einem dieser Bilder zu trennen. »Warum malt er es nicht einfach noch einmal?«, meinte er pragmatisch. Spürt er nicht die Beweggründe dieser Künstlerseele? Ich kann ihn verstehen. Hätte ich die Gabe auf so empfindsame Weise zu malen, ginge es mir genau so.

Nachdem wir die Galerie verlassen haben, weht uns wieder der stürmische Wind ins Gesicht. Überall in Europa schlägt das Wetter in Richtung Herbst/Winter um. Da haben wir es hier, bei 24 Grad Wärme und zeitweisem Sonnenschein noch ganz gut. NOCH, denn am Montag geht’s nach Hause. Wir machen Platz für unsere Freunde. Sie sollen ebenfalls noch ein paar schöne Herbsttage am Schiff genießen dürfen.

Am Abend sehen wir auf der Wetterapp, dass am Arlberg bereits der Winter Einzug gehalten hat. Wenn wir Pech haben, schneit es am Nachhauseweg auch in den Tauern.🤔 Aber wir wollen den Teufel nicht an die Wand malen … Erfreuen wir uns lieber an den letzten unbeschwerten Tagen im Hier und Jetzt. Auch wenn es draussen stürmt und die Festmacher-Leinen ächzen und knarzen. Was soll’s.

Stürmische Nächte

Auf Kaiserin Elisabeths Spuren

Immer wenn wir in der Marina-Icici bei Opatija liegen, spazieren wir die bezaubernde Uferpromenade entlang, auf der unsere kapriziöse Kaiserin ihre strammen Spaziergänge absolvierte. Eine Wespentaille kommt eben nicht von ungefähr.

Allein das mehr als 100 Jahre alte Bronze/Messing-Geländer entlang des Kaiser- Franz-Josef-Weges (Lungomare), hat einen Materialwert von mehreren Million Euro, sagt mein Techniker. Ich bin beeindruckt. 😲Hoffentlich haben das keine Räuber gehört … Ich finde diese vollendete Handwerkskunst einfach nur schön.

Genau so schön, wie diesen wunderbaren Spaziergang am Meer. Jedes Jahr. Und immer wieder entdecke ich neue Perspektiven und Motive.

Die ehemalige Villa Madonna alias Villa Schalek in der Kaiser Franz Joseph angeblich des öfteren mit Katharina Schratt getechelmechtelt  hat, ist heute ein schnöder Glücksspieltempel. Seine Gattin Elisabeth auch nicht fad, trieb ebenfalls ihre Spielchen. Angeblich mit dem schneidigen ungarischen Graf Andrássy. Sie soll in dieser »Angelegenheit« drei Mal inkognito in Opatija gewesen sein.

Die Villa Madonna unter Casino-Beleuchtung

Opatija ist immer eine Reise wert. Gerade jetzt im Herbst, wo es ruhiger wird, die luxuriösen Hotels erschwinglich sind, das Meer noch zum Baden, die Berge zum wandern und die mediterranen Köstlichkeiten zum genießen einladen…

Euch allen eine gute Woche. Wir bleiben noch ein wenig am Meer🌊🌊🌊 …

Entwischt … 🐙

Während der Weltumsegelung schloss ich in der Südsee in der Bucht vor Moorea mit einem stattlichen Kraken Freundschaft. Wir trafen uns regelmäßig an einem vereinbarten Treffpunkt am Riff und spielten ein wenig Verstecken.Ich war fasziniert von der Intelligenz, dieses eleganten tentakelbestückten Wesens und vorgestern Nacht hatte ich wieder die Gelegenheit auf einen dieser erstaunlichen Meeresbewohner zu treffen.

Wir hatten in einem Restaurant fein gegessen, Segelfreunde getroffen und feuchtfröhliche Bekanntschaft mit einer Tiroler Männercrew gemacht. Weinseelig begaben wir uns anschließend zu unserem Beiboot, festgemacht am Landungssteg.

Schon von weitem bemerkten wir das nervöse tanzen eines Lichtstrahls an der Meeresoberfläche in unmittelbarer Nähe des Steges. Des Rätsels Lösung war eine Kroatin, die eifrig damit beschäftigt war, mit der Taschenlampe Kraken anzulocken, diese mit einem auf Plastik aufgedrucktem Krebs zu ködern und schließlich mit einem Vierzack aufzuspießen.

Und weil die vielgerühmte Klugheit der Oktopusse scheinbar doch nicht so weit reichte, um einen aufgedruckten Krebs von einem echten zu unterscheiden- hatte die Fischerin auch schon einen stattlichen Burschen am Haken. Mit Schwung ließ sie ihn der auf den Steg sausen. Reflexartig sprang ich zur Seite, denn sonst wäre mir der Tintenfisch an die Beine geklatscht.

Es ist nicht so, dass ich einen geschmorten Kraken (Polvo à galega) nicht schätze, aber als zivilisatorisches Weichei, wohne ich der Tötung derselben ungerne bei. Ohnehin bin ich der Meinung, dass wenn jeder selbst für das abmurksen seiner fleischlichen Nahrung zuständig wäre, die Zahl der Vegetarier sprunghaft ansteigen würde.

Aber zurück zum Oktopus. Der war nun knapp an mir vorbei auf dem Boden gelandet, hatte sich flugs vom Köder befreit und versuchte nun geschickt sich in Richtung Meer abzusetzen. Die Frau nicht faul, griff nach ihrem Vierzack (empfindliche Seelen mögen nun wegschauen), und stach gnadenlos auf die sich windende Kreatur ein. Insgeheim hoffte ich, sie würde das Objekt der Begierde verfehlen, aber das tat sie mit nichten.

Das Schauspiel stieß mich ab und faszinierte mich gleichermaßen, denn die Beschaffenheit der Haut dieses Tieres war dermaßen resistent, dass die Zacken es nicht vermochten den Oktopus aufzuspießen. In der Hitze des Gerechtes fiel der Plastikeimer in dem bereits mehrere seiner Kollegen ihr Leben ausgehaucht hatten, um. Dadurch war die Frau kurz abgelenkt. Fast sah es so aus als würde sie den gesamten Fang verlieren. Um nicht nur blöd rumzustehen, stellte ich den Eimer auf, behielt jedoch meinen sich geschickt wehrenden Freund im Auge. Der nutzte die Chance. Du schaffst es, dachte ich- Du schaffst es.

Und tatsächlich; er schaffte es. Unversehrt glitt er ins Wasser. Die Frau zuckte nur mit den Schultern und lachte. Ich freute mich für den Tintenfisch und wir stiegen ins Beiboot. Mein Techniker hielt einen Vortrag über die Beschaffenheit von Tintenfischhaut. Meine Gedanken aber schweiften ab in die Vergangenheit nach Moorea zu meinem Freund am Riff. Auch er war mir immer wieder entwischt.

🐙🌊🐙🌊🐙🌊🐙🌊🐙

Wenn ihr mehr über meine Freundschaft mit dem Kraken und viele andere spannende Begegnungen während der Weltumsegelung erfahren wollt- dann könnt ihr das demnächst in meinem neuesten Buch nachlesen.

260 Seiten, reich bebildert und schon bald überall im Buchhandel erhältlich.

MEERES-HÜHNER

🌊🐔🐟🐟🐟🐟🐟🐟🐟🐟🐟🐔🌊

Immer wenn ich an das Heck komme, warten sie schon. Die ‚Meereshühner‘.

Sie gackern nicht, obwohl sie immer hungrig sind und dennoch können sie es kaum erwarten, dass ihnen in ihrem großen blauen Garten etwas zufällt. Was das Fressen anbelangt, sind sie wie der Blitz. Jeglicher organischer Abfall ist in nullkommanix verschlungen und nie werden sie satt. Wenn ich morgens ins Wasser springe, warte ich insgeheim darauf, dass sie mich anknabbern. Blödsinn? Nein! Als mein Techniker vor zwei Wochen im Attersee schwamm, versuchten ein paar Süßwasser-Hühnchen sich an ihm zu laben. Behauptet er zumindest. Trotzdem achte ich darauf, das die Salzwasser-Hühner einigermaßen satt sind. Man weiß ja nie …

In diesem Sinne- Mahlzeit😉 ⛵

An der Schwelle zum Trans-humanismus

Urlaub bedeutet auch viel Zeit zum lesen und nachdenken. Den Link am Ende des Beitrags habe ich kürzlich entdeckt und er hat mich zum Nachdenken angeregt. Vielleicht ist sein Inhalt auch etwas für den einen oder anderen von Euch. Auch in Österreich wird derzeit eine zweite Welle regelrecht herbeigebetet oder sollte ich besser sagen; herbeigetestet.

Mehr und mehr wundere ich mich darüber, wie Menschen sich über Medien steuern lassen und sich von einem Virus in hellste Aufregung versetzen lassen. Niemand spricht mehr von Selbstheilungskräften oder dem Immunsystem, das in uns existiert und uns sehr gut schützen kann. Allerdings funktionieren diese Kräfte nur dann optimal, wenn wir frei von Angst und Stress sind. Aber genau das Gegenteil wurde und wird von politischen Kräften mit eifriger medialer Unterstützung seit nunmehr Monaten geschürt.

Seit März habe ich das Gefühl auf einer Einbahnstraße zu fahren, deren Ziel ein kollektives Vergessen ist. Ein Vergessen von bewährtem Wissen, der Existenz eines Hausverstandes und einer tief in uns existierenden mentalen Kraft. Dieses Gefühl der Ohnmacht inmitten des Stromes gibt mir sehr zu denken. Selbst hier, unter blauem Himmel, strahlendem Sonnenschein, würziger Seeluft, Wind und Wellen.

Heute sende ich nachdenkliche Grüße aus einem Land in dem ich auf Grund einer »Reisewarnung« gar nicht sein sollte. Aber es sind auch Grüße vom Ursprung allen Lebens- dem Meer. Grüße von der erhabenen Schönheit dieses unerbittlichen Elements, das dennoch unendlich heilende Kraft in sich birgt. Eine Kraft, die gerade jetzt wichtiger ist denn je. 🌊🌊🌊

Euch allen eine gute Woche voller Zuversicht und Freude.😊 Und hier der Link:

https://www.storl.de/gesundheit-phytotherapie/an-der-schwelle-zum-transhumanismus/

Omas Kochkiste …

Was für ein Tag, was für ein Segeln. Einfach wunderbar. Sieben bis 14 Knoten Wind schieben und auf leicht bewegter See voran. Kaum Yachten unterwegs. Unser erstes Ziel wie immer die Bucht von Portic. Am Leuchtfeuer Porer vorbei segeln wir in die fast menschenleere Bucht.

Schon zwei Stunde zuvor stehe ich in der Pantry und schneide einen Kürbis in kleine Stücke. Mit leicht angebraten Zwiebeln köchelt das Gemüse vor sich hin.

Unter Deck merke ich, dass der Wind zugenommen hat und wir nach dem Kurswechsel bei der Ansteuerung etwas »Lage schieben« werden. Was tun mit zwei heißen Kochtöpfen am Herd? Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, denke ich und spontan fällt mir Omas »Kochkiste« ein.

Früher hatte jeder »ordentliche Haushalt« eine solche Kiste in der Küche. Meistens befand sie sich unter der Sitzbank in der Essecke. Sie war meist mit Stroh oder Holzwolle gefüllt und hatte ein, zwei Kullen in welche die Kochtöpfe passten. Das Essen wurde kurz vorgekocht und dann in der Kiste fertig gegart. Meist Eintöpfe, Erdäpfel oder Gemüse.🍠🥦🧅🥔

Mhm, ich überlege. Und wenn ich einfach die beiden Abwaschbecken nehme? Darin kann nichts überschwappen und es ist noch sicherer als am kardanisch aufgehängten Herd. Gesagt- getan.

Mein Techniker🙏 gibt mir noch einen Isolationstipp für den Boden. Ich lege zwei Holzbretter in die Becken und stelle Suppentopf und Erdäpfel hinein. Dann decke ich alles mit Handtüchern zu und lege noch ein Kissen oben drauf. Fertig.👍

Anschließend widme ich mich gemeinsam mit dem Kapitän unbeschwert der Ansteuerung und am Ankerplatz packe ich alles aus, würze die Kürbissuppe und servieren das dampfend heiße Essen.

Stressfreies Kochen, energiesparend, sicher und optimal gegart. Danke Oma.😊

Premiere

Noch nie habe ich meine Yogaroutine am Steg der Marina absolviert, denn das wäre mir höchstens peinlich. »Du bist dahingehend ein bisschen komisch …«, sagt mein Mann. »Tja, Prägung«, antworte ich. »Sich als Kind in Szene zu setzen, war in meiner Familie verpönt«

Meistens übe ich unter Deck, abends vor dem Schlafen gehen, wenn der Techniker schon friedlich sägt. Am Ankerplatz, bei ruhiger See und wenig Nachbarn, manchmal an Deck. Heuer allerdings sind überhaupt keine Menschen hier, sodas ich mich ungestört verrenken kann.

Dennoch nehme ich in meinem Augenwinkel eine männliche Gestalt am Steg gegenüber wahr, der mich ungeniert beobachtet. Egal, soll er. Ich fühle mich gerade so zentriert, dass mich nichts aus dem Gleichgewicht bringen kann …

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