Andere Zeiten, andere Sprüche Nr.12

Manche Sprüche sind so originell und zeitgemäß, dass dem nichts hinzuzufügen ist.
Und deshalb heute original von Heinz Erhardt (1909-1979);
Verblüht sind Dahlien und Ginster,
die Rechnung steigt für Öl und Licht,
die Nächte werden wieder finster, der
Tag nimmt ab, die Oma nicht.
* Ein Projekt wider dem bitteren Ernst

Luft

Mein Techniker ist auf Kur. Ich habe Zeit und die nutze ich. Recherchieren ist seit zwei Jahren ohnehin fester Bestandteil meines Alltags. Aktuell schüttle ich den Kopf über die Klima-Panikmache. Kaum ein Angst getriggerter Mensch, den ich darauf anspreche, weiß, wovor er sich konkret fürchtet. Er plappert höchstens nach. Gut, Angst ist ein altbewährtes Mittel, um die Massen im Zaum zu halten. Dabei war es noch nie so einfach, sich zu informieren und sich dadurch negative Gedanken zu ersparen.

Bitte nicht missverstehen; selbstverständlich bin ich gegen die Vermüllung des Planeten, sinnlose Eingriffe in die Natur zur Bereicherung weniger rücksichtslose Ausbeutung von ganzen Kontinenten zur Bereicherung weniger und so weiter. Aber dieses CO2 Gedöns halte ich nicht mehr aus. Dann gibt es noch dies seltsamen Wortschöpfungen wie; Klimaverweigerer oder Klimaleugner. Erkläre mir bitte jemand, wie man eine seit Jahrmillionen bestehende Tatsache laufenden Klimawandels verweigern oder leugnen könnte?

Nun zu den Fakten: Reine, trockene Luft hat in bodennahen Schichten der Atmosphäre etwa folgende Zusammensetzung (in Volumen-%): 78 % Stickstoff, 20,94 % Sauerstoff, 0,93 % Argon, 0,04 % Kohlenstoffdioxid. Weitere Edelgase und Bestandteile nehmen zusammen deutlich weniger als 1 % ein (Global Monitoring Laboratory) . Vermisst ihr etwas? Die Titel-Grafik zeigt es deutlich mit dem winzigen grünen Punkt in der rechten oberen Ecke.

Und jetzt kriegen wir uns bitte wieder ein …
Vor allem die Klimaaktivisten, die meistens gar nichts wissen und trotzdem glauben, man müsse an Ahnungslosigkeit festkleben. Nachstehend ein Video von Wolf Dieter Storl, DEM Natur- und Gartenguru schlechthin. Man kann sein Äußeres mögen oder nicht, aber das tut seinem Wissen keinen Abbruch. Übrigens; wir befinden uns gerade am Ende einer Eiszeit.


Zum guten Schluss wünsche ich allen einen wunderbaren ersten Advent.

Andere Zeiten, andere Sprüche Nr.11

Manchmal bin ich überfordert. So viele Meldungen, Meinungen und Schlagzeilen.
Es wird zusehends schwerer, der „Wahrheit“ auf den Grund zu gehen. Recherche erfordert viel Zeit und Geduld und am Ende ist man auch nicht besser drauf als vorher, denn vieles lässt einen ratlos und entsetzt zurück.
Und deshalb heute frei nach Platon;
Ich weiß, dass ich nichts weiß
und das ist gut so.
Denn je tiefer ich grabe,
desto schmutziger wird es.
* Ein Projekt wider dem bitteren Ernst

Andere Zeiten, andere Sprüche Nr.10

*Zum Thema nichts besitzen und glücklich sein; demnächst vielleicht am Mars?
Frei nach Goethe;
WAS DU ERERBT VON DEINEN VÄTERN
ERWIRB ES UND DANN WIRF ES FORT
KLEB NICHT DARAN
ARMUT MACHT GLÜCKLICH
DER MARS IST AUCH EIN SCHÖNER ORT …
* Ein Projekt wider dem bitteren Ernst

Apropos-was wurde aus den ECF- Tomaten?🍅

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Tja, ich machs kurz. Leider nichts. Aber ich gebe nicht auf. Vor der Balkanreise habe ich eine noch Grüne gepflückt und in den Wintergarten zum Reifen gelegt. Eine eiserne Reserve oder Erbgutgarantie quasi.

Das war gut so. Denn als wir von der Balkanreise nach Hause kamen, bot sich ein trauriges Bild. Nachdem es im Oktober zwei Wochen fast ununterbrochen geregnet hat, sind sämtliche schon recht stattlichen grünen Tomaten im Hochbeet abgefallen. Es sah aus, als wären sie buchstäblich ertrunken. Ich habe sie an Ort und Stelle begraben und bin gespannt, ob die Samen im Frühjahr aufgehen.

Die eiserne Reserve habe ich vor drei Wochennach alter ECF- Methode angezüchtet. Sie treibt bereits aus. Vielleicht schaffe ich es im Wintergarten bis zur Reife. Mal sehen. Fortsetzung folgt.

🍅❓🍅❓🍅❓🍅❓🍅❓

Andere Zeiten, andere Sprüche Nr.9

*Zum Thema Panikmache. Gas, Holz, Treibstoff- alles zu Höchstpreisen. Holzpreise bis zu 400 Euro der Festmeter. Da heißt es Nerven bewahren. Es gibt sie immer noch die Händler für 100 … Und wenn dann alle gebunkert haben, gehts noch weiter runter.
WAS DU HEUTE KANNST BESORGEN,
DAS VERSCHIEBE RUHIG AUF MORGEN.
BEI PANIK IST ES UMGEKEHRT,
WIE UNS DER PREIS SPÄTER BELEHRT ,
* Ein Projekt wider dem bitteren Ernst

Der Garten tut gerade so …

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Gräber und Atome

Allerheiligen. Wieder einmal. Die Gräber unseres idyllischen Friedhofs (soweit man eine letzte Ruhestätte als solches bezeichnen kann), sind vorbereitet für den nächsten Akt religiösen Zeremoniells. In Teuflischen rot flackern die Grablichter, als wollten sie den Beelzebub provozieren. Die Szene wirkt ein wenig unheimlich. Trotzdem finde ich Friedhöfe interessant und überall auf der Welt besuche ich sie. Sie erinnern mich an die Endlichkeit. Das Einzige, dem niemand entrinnen kann.

Grabpflege. Ich jäte das letzte verschrumpelte Unkraut und überlege, ob ich die Rose, die ich im Sommer gepflanzt habe, ausreißen soll. Sie gedeiht nicht. Die Erde ist nicht nahrhaft genug. Vorsichtig ziehe ich an dem armseligen Ding. Es leistet kaum Widerstand und schon ist es um die Rose geschehen. Die Arme stand stets im Schatten ihrer prächtigen älteren Schwester, deren Blütenpracht jeden Sommer förmlich explodierte. Ihre üppige Fülle verdeckte sogar den Grabstein. Auf der Umrandung sitzend, spüre ich, wie sich meine Muskeln verhärten. Mein Rücken schmerzt wegen der ungewohnten Haltung. Dummerweise habe ich die Gartenmatte vergessen. Weil ich mich nicht in das feuchte Gras knien will, leide ich. Wie das kleine, dünne Röschen, das ich soeben entwurzelt habe. Sie hatte keine Wahl.

Meine Gedanken schweifen ab. Ich erinnere mich an eine der letzten Diskussionen mit meinem Techniker. Als alles hinterfragender gibt er manchmal Sachen von sich, die mich zum Nachdenken anregen. So auch bei unserem letzten gemeinsamen Friedhofsbesuch. Nachdem er einige Zeit gedankenverloren auf das Grab gestarrt hatte, sagte er plötzlich: „Ob sich wohl ein paar Atome meiner Eltern in dieser Erde befinden?“ Ich dachte nach und sagte lachend: „Möglich wäre es“ „Sie könnten theoretisch überall im Grab verteilt sein.“ „Vor allem in der alten Rose, die schon seit Beginn hier steht.“ „Wahrscheinlich“, antwortete mein Techniker und nickte.

Winzig wie ein Atom und unendlich wie das Universum. Geschichten über Sternenstaub und dem woher und wohin fallen mir ein. Und was wohl geschehen mag mit meinen Atomen, wenn ich einmal selbst ein Häufchen Asche geworden bin. Als ich mich mühsam aufrappele, fällt mir mein Großvater ein. Ein Agnostiker, der sich häufig über die Sorgen der Mitmenschen bezüglich deren Verbleibens nach dem Tod ärgerte.

„Mein Gott ist die Natur. Sie erschafft und sie vernichtet und wir sind ein Teil davon. Jeder von uns ist es, wenn wir gegangen sind, ist es vorbei mit unseren Möglichkeiten etwas zu tun und es wäre besser, wir würden zeitlebens unsere Chancen nutzen, als darüber nachzudenken, was danach ist.“

Ich war zwar damals noch ein Kind, aber diese Erklärung leuchtete ein. Seither gehört der Tod für mich zum Leben und er macht mir keine Angst. Ich zupfe noch ein wenig am Unkraut und betrachte die letzten blühenden Zweige des alten Rosenbuschs. Ein kleines Sträußchen sollte sich noch ausgehen.

Ein paar Atome für zu Hause …

Absegeln …

Noch einmal genießen
die Augen schließen,
das Flattern hören,
den Wind beschwören.
Das Gurgeln, das Gleiten, 
die sonnigen Zeiten.
Es war wunderbar,
bis zum nächsten Jahr ...

Andere Zeiten, andere Sprüche Nr.8

*Anlässlich des österreichischen Nationalfeiertages, erinnere ich mich an jene Zeiten in denen wir unbeschwert dem Winter entgegensahen. Wir sollten das weiterhin tun, denn ich meine:
ABWARTEN
TEE TRINKEN
HEISS DUSCHEN
NICHT STINKEN 🥴
* Ein Projekt wider dem bitteren Ernst

Würstelstand zieht Bilanz.🚌

Puh, das war ganz schön anstrengend

Meine Balkantour ist Geschichte. Sie war anstrengend aber spannend und manchmal musste ich sogar zum Arzt. Ich bin gefühlt an Hunderttausenden Olivenbäumen vorbeigefahren, durch unterschiedlichste Landschaften gecruist und habe Halt auf wunderschönen Aussichtsplätzen und an einsamen Stränden gemacht.

Die Straßen, über die der Techniker mich gesteuert hat, haben mich an meine Grenzen gebracht. Aber ich habe mich nicht unterkriegen lassen. Es sind nur 70 Pferde in meinem Stall und die müssen vier Tonnen ziehen! Ich weiß, dass er es weiß und mich gerade deshalb bewundert. Der musste in den vielen Kurven und beim Ein-und Ausparken hart kurbeln, denn ich habe keine Servolenkung.

Montenegro und Griechenland haben mir am besten gefallen, obwohl wie schon gesagt-die Gebirgspässe waren alle sehr mühsam, aber die Aussicht immer grandios.

Der anspruchsvollste aller Pässe. (Albanien- zwischen Gjirokaster und Sarande)
Eine der besseren Straßen …
An einem Strand in der Nähe von Igoumenitsa/Griechenland

Der Weg war das Ziel

Insgesamt habe ich in 30 Tagen 3500 Kilometer zurückgelegt. Das klingt jetzt vielleicht nicht so viel, aber wenn man bedenkt, dass ich für 50 KM über einen Berg zwei Stunden unterwegs war, dann ist das schon etwas anderes, als auf der Autobahn dahin zu cruisen. Aber Autobahnen sind eh fad.

Ich bin insgesamt auf 15 Campingplätzen gestanden, welche meine Crew mit Googles Hilfe gesucht und gefunden haben. Sieben Länder habe ich besucht. Slowenien, Bosnien, Kroatien, Montenegro, Albanien, Griechenland und Italien. Einmal durfte ich auf einer riesigen Fähre übernachten. Das war vielleicht ein Erlebnis! Außerdem habe ich mir dadurch viele Kilometer Rückweg erspart. Sieben mal wurde ich mit Diesel gefüttert. 10 Liter davon habe ich pro 100 KM verdaut. Mein Futter kostete je Liter überall unter zwei Euro. Gelegentlich brauchte ich etwas Wasser, um mich ein wenig zu erfrischen. Aber so richtig heiß ist mir nie geworden. Das hat meinen Techniker sehr gefreut. Der ist überhaupt mein größter Fan. Mein Frauchen leider nicht so. Aber das wird vielleicht noch.
Auf der griechischen Autobahn haben sie uns regelrecht abgezockt. Für 500 Kilometer mussten wir 73 Euro Straßengebühr zahlen! Wahrscheinlich habe ich deshalb so wenig griechische Kollegen auf der Autobahn gesehen.
Einmal hat mich der Techniker über einen unbefestigten Küstenweg übersäht mit Löchern und Steinen zu einem Freund gejagt. Da habe ich wirklich gedacht es ist aus und vorbei mit mir. Aber ich hab auch das geschafft. Dafür durfte ich dann zwei Tage auf einem feinen Privatparkplatz mit einer traumhaften Aussicht rasten. Meine Crew hat sogar das Angebot im Haus zu übernachten ausgeschlagen. Sie sind beide bei mir geblieben. Das fand ich schön.

Rasten mit Aussicht

Pannen

Als mir in Montenegro meine Bremsleitung gerissen ist, hat sie ein hilfsbereiter, junger Automobildoktor ersetzt. Er wollte nicht einmal Geld dafür! Das habe ich in Österreich noch nie erlebt. Überhaupt habe ich auf der ganzen Reise ganz viele liebe Menschen getroffen. Bis auf einen. Der hat meinem Techniker im Zug die Brieftasche geklaut.
Meinen defekten Scheibenwischer haben sie in einer Werkstatt um 15 Euro reparieren lassen und durch das viele Gerüttel hat ein Scheinwerfer gelitten, und der Kontakt von einem Lämpchen hat sich gelöst. Das hat der Techniker selbst gemacht. Ein kaputtes Fenster hat mein Frauchen repariert. Jetzt bin ich wieder dicht. Zwischendurch hatte sogar mein Herz leichte Aussetzer. Aber mit ein paar gefühlvollen Schraubenzieher-Schlägen auf den Startermagnet hat es wieder zu schlagen begonnen.
Ach ja, und die Kurbel für die Fensterscheibe auf der Fahrerseite ist abgefallen. Das war bei den Autobahngebührenstellen besonders blöd. Aber das Frauchen ist einfach ausgestiegen, um mich herumgelaufen und hat alles erledigt.

Bremsleitung gerissen (Montenegro)

Fazit:

Toll war’s. Wir haben so viel zusammen erlebt. Ich bin zwar schon ein altes Mädchen, aber immer noch sehr robust. Das habe ich meiner Crew bewiesen. Deshalb bin ich auch ein bisschen stolz auf mich.


Ciao, vielleicht bis zur nächsten Reise. 🙂 Und vielleicht fährt das Frauchen auch wieder mit …

Meine bisherigen Reisen findet ihr unter:
https://lopadistory.com/https-wordpress-com-block-editor-page-lopadistory-com-593/

Andere Zeiten, andere Sprüche Nr.7

Der heutige Spruch bezieht sich auf all die (bedauernswerten) Menschen, welche sich Dia oder Urlaubsfilme ihrer Verwandten oder Freunde höflichkeitshalber stundenlang ansehen mussten …
*Eine Bilanz der Balkantour gibts am kommenden Sonntag. ;-))
Wenn einer einer Reise tut, dann kann er was erzählen- wer’s lesen mag, tut’s freiwillig, man muss sich ja nicht quälen.
*Ein Projekt wider dem bittern Ernst.

Würstelstand in bella Italia 🚎

Als die Fähre im Hafen von Bari anlegt, komme ich mir witzigerweise angekommen vor. Vielleicht liegt es daran, dass Italien schon seit meiner Kindheit jenes Land war, welches immer zu meinem Leben dazugehörte. Jenes Urlaubsland, nicht weit von meinem Kärntner Heimatort entfernt, in dem ich immerhin 30 Jahre verbracht habe. Das Anlanden hat etwas Mystisches, denn es liegt leichter Dunst über der Stadt. Es ist Sonntag und viele Italiener sind in ihren Motorbooten unterwegs. Natürlich kreuzen sie immer knapp vor dem Bug der Fähre herum. Unbeschwert, plappernd, fröhlich. Es ist neun Uhr.
Superfast ist pünktlich.

BARI

Campen auf der Fähre

Obwohl das Meer und gnädig und kaum bewegt ist, bin ich müde. Habe im Würstelstand kaum geschlafen. Das Brummen der Schiffsmotoren ist ständig präsent und es riecht trotz Open Deck – sagen wir mal – streng! Aber immer noch besser, als auf dem Boden oder im Freien zu schlafen. Auf unserer Etage gibt es eine Dusche und vier WCs. Die zahlreichen Lkws, Wohnmobile und Pkws habe ich nicht gezählt. Auf jeden Fall war die Bude bis zum letzten Stellplatz ausgebucht. Wir gönnen uns erst einmal ein Frühstück im Restaurant. Kaum sind wir fertig, bittet uns eine Durchsage wieder auf das Deck.
Das Laden und entladen der Fahrzeuge funktioniert unter Anleitung der Helfer wie am Schnürchen. Unsere Befürchtung, im Rückwärtsgang das Deck verlassen zu müssen, erweist sich als unbegründet. Links von den Womos und Pkws parken die großen Brummis in dreier Reihen und die verlassen als erste das Schiff. Danach können die anderen Fahrzeuge bequem wenden und die Fähre ist ruckzuck geräumt.

Die Nacht verbringen wir zum letzten Mal auf einem Campingplatz am Meer. An staunenden Italienern vorbei laufen wir in das erfrischende Nass und spülen die Müdigkeit von uns. Die alten Männer, in ihren warmen Klamotten schmunzeln über uns. Egal. Wir sind happy.
Ab nun wird es schwer, in Italien noch offene Campingplätze zu finden. Erst in Ravenna haben wir mit einem BIO- Campingplatz Glück. Wir lernen zwei sympathische Deutsche kennen und tauschen Reiseerlebnisse aus.
Weiter geht es nach Aquileia in der Nähe von Grado. Aber vorher muss ich noch eine Geschichte los werden.

NEPP in TERMOLI

Vorab; Termoli ist ein liebliches Fischer-Städtchen im Zentrum Süditaliens in der Region Molise. Dort soll es eine berühmte Fischsuppe geben. Die Brodetto di Pesce. Leider lässt mich diesmal mein gutes Bauchgefühl, was Restaurants anbelangt im Stich. Geblendet durch den romantischen Außenbereich, lassen wir uns nieder.


Hier meine Zwei-Sterne-Rezension auf Google dazu:
Wir bestellten vorsichtshalber erst einmal EINE Suppe zum Probieren. Schon das war ein Problem, denn der Bedienende verstand kein Wort Englisch und wir sprechen nur marginal italienisch. Wir bestellten offenen Weißwein dazu und das obligatorische Mineralwasser. Dann kam die Suppe. Ein wässeriges Etwas mit grätenreichem Beifang, zwei Muscheln, zwei kleinen Scampi, inhaltslosen Krebsschwänzchen und etwas Tintenfisch. Klein geschnittene Tomaten verliehen dem spärlichen Sud etwas Farbe. Der Weißwein war gut. Das Wasser aus der exklusiven Glasflasche schmeckte nach Wasser. Dann kam die Rechnung. Die Fischsuppe allein kostete 36 Euro! Vier Gläschen Wein, 20 Euro. 6 Euro für das Gedeck und der Rest für das Wasser. Ich hob beim Bezahlen lediglich eine Augenbraue, worauf mich die in feinstem Zwirn gekleidete Wirtin argwöhnisch fragte, woher ich den käme. Ich verriet es ihr, worauf sie die Preise in meiner Heimatstadt mit den Preisen in ihrem Restaurant verglich. Sie redete sich in Rage, worauf ich mit einem entspannten „egal“ das Lamento beendete. Die mit der Hand auf einen Zettel geschmierte Rechnung behalte ich als Andenken. Aber vielleicht hätte ich damit zur Guardia di Finanza eine Etage tiefer gehen sollen? Nein, wir sind ja nicht nachtragend, aber um eine Lehre reicher.

Lichtblick Aquileia

Die endgültig letzte Station unserer Reise ist Aquileia. Wir sind eher zufällig hier, weil es der einzige offene Campingplatz der Gegend ist. Außerdem befindet sich das hübsche Städtchen Grado ganz in der Nähe. Und das ist immer einen Besuch wert. Der Campingplatz ist nahezu leer und herrlich ruhig. Er liegt im Schatten uralter Bäume in unmittelbarer Nähe der Ausgrabungsstätten. Eine ganz eigenartige Stimmung überkommt einen angesichts der römischen Ruinen. Fast spürt man die Vergangenheit, glaubt geschäftige Manschen zwischen den antiken Mauern zu sehen und einen kurzen Moment in einer anderen Welt zu verweilen.
Am nächsten Tag besuchen wir das archäologische Museum und kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Es gibt so viel Interessantes zu sehen. Wie viele kluge und talentierte Menschen es damals doch gab. Wie viel Wissen, wie viel Können.
In Momenten wie diesen begreife ich noch weniger, auf welche Zeiten wir gerade zusteuern.

Besonders erschütternd ist dieser Engel im Friedhof der Basilika von Aquileia mit einem toten Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg. Dieser schrecklichste aller Weltkriege forderte weltweit 17 Millionen Opfer!

Um das Ende unserer Balkantour nicht allzu traurig abzuschließen, hier ein paar Highlights:

Im nächsten Beitrag gibt es Zahlen und Infos zur Tour. Bis dann☀️.

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WÜRSTELSTAND- Quo vadis?

FÄHRE, ODER DENN GANZEN WEG WIEDER ZURÜCK?

Wem von euch ist Igoumenitsa ein Begriff? Nein? Es ist jene Stadt im Norden Griechenlands, knapp an der albanischen Grenze, von deren Hafen aus, Fähren Reisende und Berufstätige auf benachbarte griechische Inseln oder nach Italien verschiffen. Inklusive Würstelstand und uns. Aber weil wir nicht reserviert haben, müssen wir vier Tage warten. Diesmal ist mein Techniker not amused und überlegt, ob wir nicht die gesamte Strecke auf eigenen Rädern wieder zurückfahren sollen. Ich schweige lieber und kaufe die Tickets🙄

VON DELPHI NACH IGOUMENITSA

Auf der Route von Delphi nach Igoumenitsa, kommen wir an riesigen Feldern mit Solaranlagen vorbei. Zusätzlich drehen zahlreiche Windräder träge ihre Flügel. Diese Langsamkeit täuscht. „An den Blattspitzen werden Geschwindigkeiten von 270 Stundenkilometern erreicht“, belehrt mich der Techniker. Zufälligerweise entdecken wir, Tage später während des Wartens auf die Fähre, auf dem Terminal ein Lager mit Flügeln. Wer von euch entdeckt meinen Mann davor?

Giganten

Nächster Halt: Burano Beach. In der Hochsaison tanzt hier vermutlich der Bär, aber als wir ankommen nur eine einsame Gottesanbeterin.

Das Tor ist offen. Tags zuvor gab es einen heftigen Sturm und dementsprechend sieht es hier aus. Allein der einsame Strand lädt zum Verweilen ein. Irgendwann machen wir den Platzwart ausfindig, geben ihm 40 Euro und bleiben zwei Nächte. Das ist für unsere Verhältnisse relativ lang. Und nur, weil mein Techniker eine Gripperl hat. Auch ein Held der Landstraße braucht dann Ruhe und Pflege.

In der ersten Nacht parkt eine junge Griechin neben uns. Sie hatte Angst, so alleine, erzählt sie mir am nächsten Morgen. Den Tag verbringt sie mit ihrem Hund allein am Strand. Nachts stellt sie sich mit ihrem kleinen PKW lieber an Würstelstands schützende Seite. Ansonsten haben wir das gesamte Areal und den Strand für uns alleine.

Unser letzter Stellplatz in Griechenland nennt sich Camping Kalami und ist sechs Kilometer von den Fährenterminals entfernt. Aufgrund der guten Lage für Camper im Transit, ist der Platz gut gebucht. Wir haben Glück und stehen direkt am Meer. Es gibt ein Restaurant, die sanitären Anlagen sind in Ordnung und die Betreiber freundlich. Vier Tage Wartezeit vergehen wie im Flug. Am Ende fällt sogar dem Techniker der Abschied schwer.

Αντίο Ελλάδα

Hier ein paar Eindrücke vom Transit nach Italien. Fähre: Superfast. Dauer: 9 Stunden. Übernachtung im Camper.

Die vielseitigen Übernachtungsmöglichkeiten kann man nutzen- muss man nicht😉

Nächsten Sonntag: Finale in Italien🇬🇳. Bis dann.

🌊🚌🛳️🌊🚌🛳️🌊

Würstelstand in Delphi 🚌

Zwischenstopp im griechischen Kitzbühel.                   Die nächste Reparatur.                 Am Nabel der Welt. Ein neuer Freund.

Nobel-Schiort Arachova

Ja, richtig gelesen. Wir staunen nicht schlecht, als das erste Schild für Schiwerbung am Straßenrand erscheint. Zugegeben- die Almen ähnliche Landschaft erinnert an unsere Heimat Österreich, aber damit haben wir nicht gerechnet. Als sich der auf 971 Metern Seehöhe gelegene Wintersportort Arachova vor uns auftut, sind wir baff. Überall schicke Läden und Lokale. Wie in Kitzbühel oder am Arlberg. Nur Liftanlagen könnten wir keine ausmachen, die befinden sich noch weiter oben in 2455 Metern Höhe im Parnassosgebirge.

Schon wieder …

Aber zurück zum Reisealltag; andauernd ist etwas kaputt. Diesmal das rückwärtige Fenster auf der Fahrerseite. Der untere Teil ist geborsten. Schon vor dem Reiseantritt bildeten sich Risse, die mein Techniker provisorisch verklebte. Durch die heftigen Vibrationen während den Fahrt auf lausigen Straßen, sind die Doppelscheiben endgültig hinüber. I am not amused! Ein Glück, dass wir uns in einer Schönwetter Phase befinden. In geduldiger Puzzle Arbeit werden erst die gebrochenen Teile, und danach die groben Risse innen und aussen mit einem Spezialband verklebt. Am Ende das ganze Fenster von außen abgedichtet. Sicher ist sicher. Nasses Bett hatten wir schon!

Der Mann hält sich derweil auf der Polizeistation auf, um den Diebstahl anzuzeigen. Obwohl sinnlos- da wir das Diebsgut ohnehin nie wiedersehen werden. Aber für den Ersatz des Führerscheins und der Gesundheitskarte ist eine Anzeige vonnöten.

DEILPHI; oder wenn Zeus zwei Adler los schickt …

… und diese irgendwo in Griechenland landen, dann ist dieser Ort ab sofort der Nabel der Welt. Das behauptet zumindest der Mythos rund um die sagenumwobene Stadt Delphi. Der Stein im Beitragsbild ist die Markierung. Das Original- der sogenannte Omphalos, steht im Museum. Das Orakel von Delphi, welches diesen Ort reich und berühmt gemacht hat, kennt fast jeder. Schon damals, ließen sich die Reichen und Mächtigen bei wichtigen Entscheidungen von mehr oder weniger seriösen Wahrsagerinnen beraten. Krösus zum Beispiel, wurde die von ihm falsch interpretierte Weissagung zum Verhängnis. Er würde im Krieg ein Volk auslöschen, sagte das Orakel. Nur nicht genau welches. Es war sein eigenes.

Uns haben neben den Tempeln, das durch Menschenhand gefertigte riesige Stadion und die perfekt poligonal verlegten Mauern beeindruckt. Und nicht zu vergessen die wunderbare Landschaft in der dieses antike Juwel eingebettet ist.

Sahnehäubchen🤩       Stellplatz und Restaurant

Neben den Kunstschätzen genießen wir einen sehr schöne Stellplatz und ein hervorragendes Lokal in Delphi. Was das Kulinarische anbelangt, meiden wir Lokale in der ersten Reihe. Ich werde nicht müde, einfache und traditionelle Gaststätten zu suchen und meist werde ich fündig. In Delphi ließ ich mich, wie so oft, von der Intuition leiten und landete einen Volltreffer. In der Taverna Ta Sklakia servieren uns die freundlichen Wirtsleute köstliches Lamm, süffiges griechisches Bier, guten Wein und zum Schluss einen Raki mit viel Eis. Letzterer kommt zwar aus der Türkei, ist uns aber lieber als der typisch griechische Ouzo.

Lammkeule auf griechisch

Eine weitere angenehme Fügung ist der Campingplatz mit einer fantastische Aussicht auf den Golf von Korinth. Es gibt sogar einen Pool. Ein Standard in dieser Gegend, da es genügend Quellen in den Bergen gibt. Mit dem sympathischen Eigentümer entwickelt sich ein spannender Diskurs über Gott und die Welt. Er ist wie fast alle Griechen, die wir getroffen haben unzufrieden mit der Regierung. Auch hier herrschen Korruption und Freunderlwirtschaft. Das Land werde von fünf Clans regiert, erzählt er uns. Alternativen kämen erst gar keine hoch. Auch in diesem Land gilt; hilf dir selbst, dann … Wir finden, er hat das recht gut hinbekommen mit seinem Campingplatz. Auf den Rotwein, der an diesem Abend reichlich fließt, lädt er uns ein. Menschen wir er, sind uns auch in Salzburg jederzeit willkommen …

🚌🏔️🚌🏔️🚌🏔️🚌

Weiter geht’s nächste Woche mit: U⁸ngenutzten Ressourcen, alternativer Energie und dem warten auf die Fähre nach Bari … Bis dann🚌☀️

Würstelstand in Athen 🚌

Ein Schrott(Stell)Platz, Ein Luxus Womo, Akropolis, Geldbörse weg …

„All people are crazy here in Athens“, meint der Taxifahrer, als er mit uns durch den mörderischen Verkehr Athens fährt. Das können wir nur bestätigen. Auch hier gilt; First commes, first go. Die Motorrad und Moped Fahrer würfeln ständig um ihr Leben.

Wir sind geschlaucht. Am 17. Tag hat’s uns wieder erwischt😟. Diesmal ist nicht Würstelstand der Grund der Aufregung, sondern das Diebsvolk von Athen. Den Techniker hat’s erwischt. Ich könnte jetzt sagen; Hab’s kommen sehn-, tus aber nicht, denn ich hänge ja quasi selbst mit drinnen. Ich weiß nicht, wie oft ich dem Manne schon gesagt habe, er solle sich eine ‚Banane’ zulegen, die er sich wie meinereins, vor den Körper schnallt, um Hab und Gut  immer im Auge zu behalten. Nein, es muss lässig die Seitentasche der Cargoshort sein, damit dir Langfinger leichter zugreifen können. Erst kurz vor der Endstation auf dem Weg zum Campingplatz, hat er es bemerkt. »Du, meine Geldbörse ist weg«, sagt er plötzlich. Ich: »Geh, das kann nicht sein. Schau genauer nach«. Das tut er, aber sie ist tatsächlich weg. Erst meinen wir, sie am Bahnschalter im Zentrum liegen gelassen zu haben. Daher steigen wir an der nächsten Station aus und fahren zurück.

Gar nicht so einfach, denn die Bahnkarten gelten nur ‚one way‘. Die Karten für die Hinfahrt haben wir längst entsorgt. In bester Schwarzfahrer-Manier hängen wir uns an die Fahrgäste vor uns an und schieben uns eng an die zu 80% Maskierten geschmiegt, durch die elektronische Schranke. Alles umsonst. Die Dame am Kartenschalter teilt uns mit bedauerner Miene mit, dass hier weder jemand etwas liegengelassen, noch  abgegeben hätte. Sie rät uns zum Fundamt eine Station weiter zu fahren. Machen wir, aber erstens finden wir es nicht und als es dann endlich soweit ist, ist es natürlich schon geschlossen. Ein zufällig anwesender Polizist erklärt uns, dass wir die Geldbörse sowieso nie wiedersehen werden, denn jede Minute wird hier eine geklaut. Na toll!

Wir rufen sämtliche relevanten KK-Dienste an und lassen die Karten sperren. Bei einer ist es zu spät. Der Dieb hat bereits zwei Mal 45 Euro abgebucht. Danach ist aber Schluss mit lustig für den oder die Ganovin, denn wie uns der Polizist verrät, werden sehr oft Frauen zur Ablenkung eingesetzt, während ihre Kavaliere zuschlagen. Also Männer; Vorsicht bei der Anmache seitens fremder Frauen in Athens Öffis.

Auf der Rückfahrt lassen wir die Fahrgäste an des Technikers Seite revuepassieren. Es kann nur einer gewesen sein, aber diese Erkenntnis kommt zu spät. Anzeigen lohnt sich nicht, denn es werden kaum Fälle aufgeklärt. Eine Verlustanzeige muss dennoch gemacht werden, denn das fordert der österreichische Amtsschimmel für den Ersatz von Führerschein und E- Card. Gegen Mitternacht hat unsere Odyssee ein Ende. Nach der beeindruckenden Akropolis leider ein trauriger Abschluss unseres Tages in Athen.

Eher ungefährlich diese Grazien …

Schon bei der Ankunft gab es Schwierigkeiten mit einem der beiden einzigen Campingplätze. Angeblich kein Platz mehr- obwohl der Techniker noch genügend freie Stellplätze sieht. Allerdings nur durch die Eisenstäbe des geschlossenen Tores, von wo aus ihn die unfreundliche Verwalterin abwimmelt.

Bleibt nur noch der Campingplatz ‚Paradise‘, bei dem Nomen leider kein Omen ist. Zu Beginn sieht alles noch ganz harmlos aus, denn die freundliche Tochter der Besitzerin empfängt uns herzlich, erzählt und von Snacks und Drinks am angeschlossenen Pool und dass wir uns hinstellen dürfen, wo es uns gefällt. Hier wie überall; Die obligatorischen Bettelkatzen.

Belagerung

Ein wenig heruntergekommen sieht es schon aus, aber das wahre Ausmaß dieses Schrottplatzes wird erst jenseits des Einfahrtstores sichtbar. Geblendet von einem luxuriösen blütenweissen MAN- Expeditions- Truck  erkennen wir nur langsam wo wir gelandet sind. Überall verlassene Wohnmobile und Wohnwagen, grausliche sanitäre Anlagen und ein Saustall in jeder Ecke. Komischerweise ist der Pool blitzsauber, aber das Wasser eiskalt. Trotzdem nehmen wir ein erfrischendes Bad. Es hat immer noch 30 Grad im Schatten.

Unsere Nachbarn mit dem Expeditionsteil sind der einzige Lichtblick hier. Ihr Truck hat 400 PS, ist mit allen Schikanen ausgestattet und wird demnächst für lächerliche 6000 Euro in ihre alte Heimat Südamerika verschifft. Es sind Brasilianer. Sie  planen eine Expeditionsreise durch Südamerika. Wir tauschen Adressen aus, denn zwischen uns hat es sympathiemäßig sofort gefunkt. Nach dem Kennenlernen düsen sie auf ihrer schicken Suzuki in die Stadt. »So was will ich auch«, raune ich meinem Techniker zu. Der schmunzelt und antwortet: »Und die 30 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer auch«? Ok, dann wart ich halt, bis wir reich sind😉!

Festung

Das nächste Mal: Delphi und eine böse Überraschung … Bis dann 🙋🏼

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Würstelstand in Griechenland 🚌 2

METEORA

Was für ein Ort. Man kann es nicht beschreiben. Man kann es nur selbst erfühlen. Die Magie der Felsen, die Geschichte der Mönche, die Fassungslosigkeit über den Völkermord von 1915/16. Das Resümee aus diesem schrecklichen Ereignis, welches in einem der Klöster zu lesen ist, hat mich sehr nachdenklich gemacht. Ich kann nur jedem empfehlen, es sich selbst anzusehen.

Wir verbringen nur einen Tag und eine Nacht hier. Es würde eines gesonderten Aufenthalts bedürfen, um diesen Ort zu begreifen. Hier einige Bilder.


ERHOLUNG IN PLATANIA

Heute am 14. Tag und nach 3057 Kilometern mit dem Würstelstand, gönnen wir uns eine kleine Auszeit bei einem Freund im Nordosten von Griechenland. Wäre ich Journalistin bei der Zeitschrift »Schöner Wohnen«, würde ich einen Artikel über diesen einzigartigen aus dem Fels geschlagenen Platz schreiben. Weil ich das aber nicht bin, gibt es lediglich ein Foto.

Wir dürfen bleiben, solange wir wollen. Wir nehmen das Angebot an und bleiben drei Tage. Die Haushälterin macht das Frühstück und sorgt für unser Wohlergehen. Tagsüber sonnen wir uns am Privatsteg direkt am glasklaren 25 Grad warmen Meer, oder liegen eine Etage höher am Pool. Abends geht’s mit dem Motorboot in den nächsten Ort, wo wir in einer Taverne frischen Fisch und weitere griechische Spezialitäten genießen. Dazu gibt es reichlich Wein und Raki. Dann reist unser Gastgeber wieder zurück nach Österreich. Wir noch nicht, wir reisen weiter.

IMMER DIESE SUCHEREI …

Weil unser Freund zwar traumhaft, aber abgelegen residiert, müssen wir einen eineinhalbstündigen Negativschlag zurück nach Larisa machen. Von dort führt die Autobahn weiter in Richtung Athen. Mein Techniker hat schlecht geschlafen, denn die Zufahrt zum Anwesen ist mehr Waldweg als Straße und Würstelstand muss eine extrem steile Schlüsselstelle passieren. Leider kommt diese nach einer Spitzkehre, sodass Würstelstand kaum Schwung holen kann. Es ist eine Herausforderung, die wir mit den Nasen an der Windschutzscheibe bewältigen, denn wir verlagern unser eigenes Körpergewicht soweit es geht nach vorne, um den Frontantrieb zu unterstützen.

Weiter geht es auf der bestens ausgebauten Autobahn in Richtung Athen. Am Strand von Chalkida machen wir Halt. Es gibt dort einen Campingplatz, den wir jedoch erst Nachts erreichen. Als das Google-Navi uns mitteilt, das Ziel befände sich auf der rechten Seite, sehen wir nichts was einem Campingplatz ähnelt. Links rauscht das Meer. Hinter einem Maschendrahtzaun leuchtet ein schwaches Licht. Ich steige aus, um nachzusehen was es damit auf sich hat. In der Dunkelheit erkenne ich eine schwach beleuchtete Hütte. Mit einem „Hallo“ mache ich mich bemerkbar. Zögerlich kommt eine Frau heraus, sieht mich und macht wieder kehrt. Ein alter gebrechliche Herr erscheint. Er macht sich auf den Weg zu mir. Unendlich langsam. Jeder Schritt scheint mühselig. Endlich steht er vor mir und schaut mich durch den Maschendrahtzaun fraglich an. Im Hintergrund mosert der Techniker „Was ist denn los?“

Ich ignoriere Mr. Ungeduldig und frage den Mann: „Camping?“ Erst kommt gar nichts, dann ein tiefer Seufzer und anschließend ein Nicken. Dann sagt er ein paar Sätze in Griechisch. Ich verstehe nur das Wort Telefon. Gleichzeitig deutet er in eine bestimmte Richtung. Ich schaue um die Ecke und sehe ein Schild. Darauf steht Camping und drei Telefonnummern. Ich wähle sie alle, komme aber nie durch. Mein Techniker sitzt noch immer im Womo und lässt vorsichtshalber den Motor laufen. Das Starterproblem ist noch nicht gelöst. Ein weiteres Auto hält an. Der Fahrer steigt aus. Ich deute auf das Schild und sage „Camping“? Er nickt. Ich frage: „Where“?, und zeige in die vom Navi angezeigte Richtung. Ein weiterer Wagen nähert sich und bleibt stehen. Ein junger Mann steigt aus. „You want Camping?“ Endlich einer der mich versteht. Scheinbar wurde er bereits über unsere Ankunft informiert.

Er fordert uns auf, ihm zu folgen. Es geht einmal um die Ecke, dann sind wir endlich am Ziel. Nach herausfordernden Einparkmanövern wegen der vielen niedrigen Bäume, stehen wir endlich am Platz. Wir sind bis auf einen griechischen Dauercamper allein. Es verirren sich nur wenige Nichtgriechen hierher, erklärt der junge Mann. Wundert mich nicht. Der Platz ist zu abgelegen. Mir gefällt es hier. Wir sind allein und es ist ruhig. Nur das nahe Meer hört man rauschen. Der freundliche junge Mann sucht für uns ein offenes Lokal am Strand und fährt uns dorthin. Die Saison ist vorbei und er will uns die zwei Kilometer zu Fuß, umsonst, nicht zumuten. Das Essen ist typisch griechisch, die vielen Katzen rundherum ebenfalls und der zwei Kilometer lange Rückweg tut der Verdauung gut.

Wer kann da schon widerstehn ?

Am nächsten Morgen nehmen wir erstmal ein Bad im Meer und danach ein Frühstück auf dem schönen Campingplatz. Ich genieße das Alleinsein besonders, während wir weitere Schritte planen. Der junge Mann kommt wieder und erklärt uns, wir könnten nicht mehr den selben Rückweg nehmen wie gestern. Die kleine baufällige Brücke sei über Nacht unbefahrbar geworden. Ich schaue erst den Techniker an, dann den Würstelstand und denke: Das werden doch nicht wir gewesen sein …

Fortsetzung folgt 🚌

ANDERE ZEITEN, ANDERE SPRÜCHE Nr.6

*Aus Tagebuch einer Reisenden …

Erstens kommt es nicht anders,
und zweitens, als Frau. denkt.
Wir wissen alles schon vorher 😜

🚌🚌🚌🚌🚌

*Ein Projekt wider dem bitteren Ernst

Würstelstand auf Balkantour 🚌 3 (Montenegro und Albanien)

IRRFAHRTEN in MONTENEGRO

Unser nächstes Ziel ist Kotor, in Montenegro. Die Route dorthin bietet einen herrlichen Ausblick auf die Küsten des Landes. Ungewöhnlich viele Zypressen ragen aus den sattgrünen. Wäldern.
In der Bucht von Kotor jagt uns Google wieder ins Gebirge um uns kurz danach über einen Feldweg wieder hinunterzudiktieren. Wir halten an, um die vorgeschlagene Route auf der Karte einzusehen. Wie sich herausstellt, ist sie kompletter Nonsens. Wir wenden. Der Starter zickt abermals, springt aber nach dem dritten Versuch, Universum sei Dank, an. Wir fahren die einem Fjord ähnliche Bucht von Kotor entlang und halten bei einer der zahlreichen Muschelfarmen an. Auf der kleinen Terrasse genießen wir Austern und Miesmuscheln zu relativ günstigen Preisen. Verschenkt wird auch hier nichts. Der Besitzer ist ausgesprochen bemüht. Er holt jede Mahlzeit frisch aus seiner Zucht. Und weil ihm gerade das Weißbrot ausgegangen ist, düst er für uns zur Bäckerei. Nach dem Essen erklärt er uns den Weg zum nächsten Ziel. Allemal besser als Google. Weiter geht die Reise nach Virpazar. Der Ort liegt an einem riesigen Feuchtgebiet in der Nähe von Podgorica Der arme Würstelstand muss wieder über einen steilen Pass. Ich sag’s noch einmal 70 PS bewegen 3,5 Tonnen.

Die Aussicht ist wieder einmal großartig. Wir suchen den geplanten Campingplatz und finden ihn nicht. Wir fragen Einheimische. Die sind freundlich, aber uneins. Die Einen meinen den Campingplatz zu kennen, die Anderen behaupten es gäbe gar keinen. Na toll. Inzwischen geht die Sonne unter und wir haben noch immer keinen Stellplatz. Letzter Versuch; vor einem Hotel frage ich einen Kellner. Der weiß auch nichts, kennt aber angeblich einen anderen Campingplatz in der Nähe, zu dem er uns voraus fahren würde. Wir nehmen das Angebot an und folgen ihm. Nach 20 Minuten Fahrt durch diverse Wohngebiete und enge Gässchen fragen wir uns, was zum Teufel der Mann mit uns vorhat. Kopfkino … Endlich hält er an. Ich steige aus und stehe vor einem gepflegten Schrebergarten mit ein paar Häuschen darauf. Drei Männer erwarten uns bereits. Der Platz scheint etwas klein für unser Womo. Mein Techniker ist not amused.  An der abschüssigen Kante der Zufahrt besteht die Gefahr einer Bodenberührung. Außerdem müssen wir morgen im Retourgang wieder hinaus. Müde von der Herumsucherei riskieren wir es dennoch. Der Besitzer stellt uns eine der Hütten zur Verfügung, in der wir WC und Dusche benutzen können. Alles zusammen für 25 Euro. Ich koche uns ein paar Spaghetti und anschließend geht es in die wohlverdiente Heia.

MURPHY’S LAW?

Am nächsten Morgen klagt mein Mann, dass er schlecht geschlafen habe, weil er ständig darüber nachdachte, wie wir Würstelstand unbeschadet wieder heraus bekommen. Leider ist seine Sorge berechtigt.

Die Räder drehen im weichen Boden durch und erst im dritten Anlauf gelingt es ihm, unter rauchender Kupplung das Hindernis zu überwinden. Ich bekomme das Alles gar nicht mit, da ich noch in der Hütte mit dem Abwaschen des Frühstücks Geschirrs beschäftigt bin.


Als ich nachkomme, steigt mein Mann aus dem Wagen. »Die Reise ist zu Ende. Die Bremsleitung ist gerissen. Genau an der Kante. Wie ich es befürchtet habe«, sagt er  und geht zurück zu den Hütten. Ich stelle das Geschirr ab und finde erstmal keine Worte. Ein Glück, dass der Vermieter noch anwesend ist.

Dann geht es Schlag auf Schlag. Plötzlich kommen von allen Seiten hilfsbereite Menschen. Die Frau des Vermieters nimmt sich meiner an und lädt mich zu einer Tasse Kaffe ein. Ich lehne dankend ab. Ich will wissen, wie es weiter geht. Inzwischen kriecht auch schon ein Mechaniker aus der Nachbarschaft unter das Womo und bestätigt unter mitleidigem Seufzen den Schaden an der Bremsleitung. Nun kurbeln drei weitere Helfer abwechselnd das tonnenschwere Womo hoch und demontieren ein Hinterrad, damit der Fachmann arbeiten kann. Mit viel Mühe gelingt es ihm die abgerissene Bremsleitung zu demontieren. Danach organisiert er telefonisch einen Ersatzteilhändler und fährt mit meinem Mann dorthin.

Inzwischen trifft ein weiterer Mechaniker ein. Mit Händen und Füßen gestikuliere ich, dass alles schon am Laufen sei. Er hinterlässt mir vorsichtshalber seine Telefonnummer. Mann kann ja nie wissen … Wie hilfsbereit hier alle sind, verblüfft mich. Einfach großartig!

Kurzum- das Ersatzteil wird aufgetrieben und nach zweieinhalb Stunden sind wir wieder unterwegs. Die Reparatur kostet inklusive gebrauchter Bremsleitung 55 Euro. Der bescheidene Mechaniker verlangt viel zu wenig für seine Mühen. Das kommt für uns natürlich nicht in Frage. Schließlich einigen wir uns auf einen Kompromiss.

Bei sommerlichen 28 Grad, gönnen wir uns nach all der Aufregung einen Tag am Sandstrand von Ulcinj. Das Meer ist noch warm genug zum Baden und die Nächte sind angenehm kühl. Nur mehr vereinzelt verirren sich Menschen hierher. Der einzige Wehmutstropfen sind die vielen herumstreunenden Hunde. So niedlich einige von ihnen auch sind, so nervig ist ihr ununterbrochenen Bellen in der Nacht.

Dann erwischt meinen Techniker auch noch eine Magenverstimmung. Ich bin nicht sicher, ob das nicht auch etwas mit den letzten Ereignissen zu tun hat. Das alles kann einem schon auf den Magen schlagen.

ALBANIEN

Nach dieser kurzen Erholung geht es weiter über die albanische Grenze. Wir sind schon sehr gespannt, denn dieses Land wurde uns von vielen als äußerst reisenswert empfohlen.

Was uns nach den ersten 300 Kilometern auffällt, ist die extreme Schere zwischen Arm und Reich. Einerseits Wellnessresorts und Luxuslimousinen- andererseits alte Frauen mit Eselskarren an den Autobahnen und Armut in den ländlichen Gegenden.

Der Straßenverkehr ist mörderisch. Hier gilt ; First come, first go. Mit verweichlichter und rücksichtsvoller Einstellung kommt man hier nicht weit. Es ist sehr oft sehr knapp! Bis kurz nach Vlorë kommen wir, dann machen wir Halt. Unser heutiger Campingplatz liegt direkt am Meer und ist, sagen wir mal bescheiden ausgestattet. Die sanitären Anlagen sind sauber und die Rezeptionistin spricht gutes Deutsch und erzählt ein wenig über Land und Leute. Sie spendiert selbstgebrannten Raki. Danach essen wir in einem Restaurant mit typischer albanischer Küche. Ich Lamm, mein Mann wenig. Er fühlt sich noch immer nicht gut. Vom Meer her weht ein stürmischer Wind. Es ist kühl geworden. Ich brühe dem Techniker eine Tasse Kräutertee, dann geht’s ab in die Heia. Keine Hunde heute. Wie schön.

Am nächsten Tag geht es Meinem Mann quält noch immer der Magen. Ich lerne eine Motorradtramperin aus Belarus kennen. Ein zartes Persönchen mit schwerer Maschine. Ich frage, ob sie die deutsche Bikerin Lea Rick kennt. »Wir Solobikerinnen kennen uns alle«, antwortet sie. »Wir sind eine eingeschworene Community.« Ich finde Frauen wie sie großartig und das sage ich ihr auch. Ich wünsche ihr eine gute Reise und sie düst ab, dem nächsten Ziel entgegen.

Wir machen uns auf den Weg in Richtung Griechenland. Dabei überqueren wir den bisher steilsten Pass. Würstelstand quält sich tapfer bis zum höchsten Punkt. Nachdem wir kurz stehen bleiben, um die grandiose Aussicht zu genießen, beschließt der Starter wieder einmal zu streiken. Keine Ahnung wie das Universum das immer fertig bringt, aber in der Sekunde taucht ein Fachmann auf, instruiert meinen Techniker was zu tun sei, schließt mit einem Schraubenzieher den Starter kurz und schwuppdiwupp springt der Motor an. Unmittelbar darauf ist der Mann wieder verschwunden. Selbst mein Techniker ist beeindruckt.

Albanien ist topografisch ein ewiges auf und ab und hin und her. Allein um von Küste zu Küste zu gelangen, erfordert es endlos scheinende Zeit über steile Gebirgspässe und enge Kehren. Die wunderbare Aussicht und die herrlichen Strände entschädigen uns allerdings für die endlose Kurverei. Albanien ist voll wilder Schönheit und Überraschungen. Man muss immer auf der Hut sein, denn in jeder Kurve an den entlegenen Dörfern kann einem eine Kuh oder eine Gruppe Esel entgegenkommen. Wobei die Esel sich an den Straßenrand halten. Die Kühe nicht …

🐄🚌🐄🚌🐄🚌🐄

Würstelstand auf Balkantour 🚐 2 (Slowenien, Bosnien, Kroatien)

Immer diese Aufregungen! Haben wir alles, Brauch ma noch was? Während der letzten beiden Tage vor der Abreise war ich mit Stauen und putzen beschäftig. Wie am Schiff, aber ohne Wasser darunter. Natürlich werden wir etwas vergessen. Man vergisst immer etwas. Hauptsache nicht den Reisepass! Ist mir einmal passiert und dazu sage ich nur; wenn Blicke töten könnten …

Tagebuch

Seit einer Woche sind wir unterwegs. Erste Station BLED. Wir übernachten auf dem hübschen River-Camping – Platz um 40 Euro die Nacht. Ohne Stromanschluss. Den generieren wir über die Solarzelle am Dach.

Der Bledersee im Regen

Am Donnerstag geht es weiter Richtung Sarajevo. Es regnet in Strömen und exakt vor dem Grenzübergang Slowenien/Kroatien gibt der Scheibenwischer auf. Ausgerechnet auf der Fahrerseite. Für die Reparatur suchen wir einen Unterstand. Wir finden ihn auf einem abgesperrten Teil. Sofort eilen aufgeregte Polizistinnen herbei, um zu sehen was wir im Schilde führen. Die Sache ist mit einem Hinweis auf den verdrehten Scheibenwischer bald geklärt und mein Techniker macht sich an die Reparatur. Nach ein wenig Geschraube scheint er wieder zu funktionieren. Aber nicht lang. Nach fünf Minuten dasselbe wieder. Im Blindflug fahren wir zur nächsten Tankstelle.

I mog nima …

Würstelstand gibt sich diesmal ganz besonders zickig. Hilft nix. Ein neuer Versuch mit Stanniolpapier und viel Geduld scheint vorerst zu klappen. Nach ein paar Kilometern stellt sich der Wischer abermals quer und wir müssen wieder an eine Tankstelle. Nächster Versuch. Dazwischen verwirft der Techniker den Tagesplan. Zwei Campingplätze lassen wir aus und fahren bis kurz nach der bosnischen Grenze, um dort zu übernachten. Kurz vor dem Ziel zickt das Womo abermals oder ist es vielleicht doch das Karma welches nach einem heftigen Streit wegen des ständigen Umdisponierens seitens des Technikers zuschlägt? Der Motor lässt sich nach einem kurzen Stopp nicht mehr starten. Wir versuchen den Tonnen-schweren Würstelstand leicht bergauf in Richtung Straße zu schieben, aber das ist nicht zu schaffen. (Logischerweise). Genervt steigt der Techniker wieder ein, startet und … Der Motor springt an. Im Geiste huldige ich dem Universum.

An der bosnischen Grenze wird noch richtig kontrolliert und die Pässe werden sorgfältigst geprüft. Wo wir den hin wollen, wird gefragt. Wir nennen artig die Adresse. Nur nicht mit den Beamten anlegen. Noch mehr Trouble brauchen wir heute nicht. Die Fahrt zum Campingplatz führt durch das trostlose Grenzgebiet. Vorbei an unbewohnten Einfamilienhäusern. Die Ruinen welche der Krieg hinterlassen hat, ragen gespenstisch aus der Landschaft. Der Wiederaufbau wirkt armselig und fast alle Häuser sind unbewohnt. Und das 27 Jahre nach Kriegsende. Vereinzelt gibt es kleine Handwerksbetriebe. Sie sind das einzige Lebenszeichen dieser Region.

Typische Wohnsiedlung in Bosniens Städten

Wir finden den Campingplatz nicht. Google leitet uns auf einem mit Schlaglöchern übersäten Feldweg in eine dschungelähnliche Sackgasse mit einer verfallenen Hütte. Die App funktioniert hier nicht. Wir suchen eine Gaststätte um wenigstens unseren Hunger zu stillen. Der Wirt weiß nichts von einem Campingplatz und rät uns in Doboj auf einer 24 Stunden-Tankstelle zu übernachten. Auf seinem Parkplatz dürfen wir nicht bleiben.

Nach 10 Kilometern Sucherei, finden wir endlich die Tankstelle. Sie ist vollgeparkt mit LKW. Wir weichen auf einen freien Kiesplatz aus. Als ich endlich ins Bett komme, höre ich, wie ein Brummi knapp neben meinem Fenster einparkt. In der Hoffnung, dass er uns nicht den Seitenspiegel abrasiert, schlafe ich ein. Am nächsten Tag hat der Himmel wieder alle Schleusen offen. Um uns herum der Duft nach Fäkalien. Wir wechseln den Platz, um ohne Würgereiz frühstücken zu können.

Der Scheibenwischer gibt wieder seinen Geist auf. Nachdem es zu regnen aufgehört hat suchen wir eine Werkstatt. Ach ja, ich hätte fast vergessen zu erwähnen, dass Würstelstand an zwei Stellen undicht ist. Feuchte Bettwäsche und Matratzen. Mein ohnehin nie dagewesener Enthusiasmus, was Campen anbelangt, erreicht seinen Tiefpunkt. Die Werkstatt müht sich redlich, das alte Wischerteil zu reparieren und es scheint zu klappen. Es bekommt eine neue Verschraubung verpasst. Bei der Gelegenheit checkt der Mechaniker warum das Womo sich manchmal nicht starten lässt. Es stellt sich heraus, dass der Anlasser defekt ist. Die Beschaffung des Ersatzteils und die Reparatur würden 2 Tage dauern. Das ist uns zu lange. Es bleibt also weiter spannend.

Sarajevo voraus

Weiter geht’s über Sarajevo nach Dubrovnik in Kroatien. In Bosnien navigieren wir per Karte, denn Google findet keine Routen. Bosnien ist landschaftlich wunderschön. Bei der Fahrt durch due beiden Nationalparks fühlen wir uns in die Almlandschaften unserer Heimat versetzt. Die steilen Pässe sind eine Herausforderung für den betagten Würstelstand mit seinen 70 Pferdestärken. Für den Techniker auch. Die fehlende Servolenkung fordert in den unzähligen Kurven seine Armmuskulatur. Nach vier Stunden Gekurve kommen wir endlich in Dubrovnik an.

Hotelruine im Nationalpark
Allein auf der Straße
Braunkohle-Kraftwerk in Gacko/Bosnien
Bosnisches Geld- 1 konvertive bosnische Mark entspricht stets 0,5113 Euro. Ein Liter Diesel kostet 1,70 Euro

Den Campingplatz kann ich erst nach dem Grenzübergang googeln, denn in Bosnien funktioniert die Navigationsapp nicht. Wir haben Glück und finden einen netten Stellplatz. Die große Anlage ist gut besucht. Immer mehr Camper schätzen den Urlaub außerhalb der Saison. Die Temperaturen liegen zwischen 24 und 28 Grad, das Meer ist angenehm warm und es weht eine erfrischende Brise. Das Duschen genieße ich besonders. Nach der Katzenwäsche auf dem LKW-Parkplatz in Bosnien fühlt es sich herrlich an.

Saisonende
Herrlich ruhig
Beeindruckendes Ingenieurskönnen
Dubrovnik
Sportplatz über den Dächern der Stadt

Wir hängen einen Tag Sightseeing in der hoffnungslos überfüllten Altstadt an. Seit dem Serienhit Game of Thrones ist der Ansturm auf die Festungsstadt noch größer geworden. Morgen geht’s weiter nach Montenegro.


Ich werde berichten …

🚐🌍🚐🌍🚐🌍🚐

Würstelstand auf Balkantour 1

Wie sagt man so schön- wenn’s dem Esel zu wohl wird, geht er auf’s Eis. In unserem Fall reisen wir mit dem Wohnmobil in die Sommerverlängerung. Über Slowenien, Bosnien, Kroatien, Montenegro und Albanien geht es nach Griechenland.

Würstelstand wurde auf Vordermann gebracht, Undichtheiten und sonstige altersbedingte Schäden behoben. Wir hoffen, nichts übersehen zu haben, denn wenn der Würstelstand für vier Wochen unser Heim wird, sollte er die Mindeststandards an Komfort erfüllen. Ob das auch klappt, werde ich in einem Blog-Tagebuch wöchentlich dokumentieren.

Seit vier Tagen sind wir unterwegs. Die Abreise fielmir auch diesmal nicht leicht. Unser Garten hat sich vom sommerlichen Desaster endlich erholt und strahlt in seiner alten Pracht. Und schon ruft mein Techniker: „Auf zu neuen Projekten!«

Wenigstens steht uns ein bewährter Gartenbetreuer zur Verfügung. Somit bin ich zuversichtlich, dass die Pflanzenpflege diesmal klappt und uns „Eseln“ nach der Rückkehr keine Enttäuschung bevorsteht. Vorsichtshalber habe ich den Status quo fotografiert. Man weiß ja nie …

🚎

Besonders viel Freude machen mir die Easy Cheesy Fleischtomaten. Aus einem winzigen Samen ist ein prächtiger Strauch geworden. Ich wünsche mir, dass uns die Früchte bei unserer Rückkehr in sattem Rot entgegen leuchten. 🍅

Aber vorher geht’s auf Balkantour …

Bis dann 💭

🚎🌍🚎🌍🚎🌍🚎🌍




Andere Zeiten, andere Sprüche Nr.5

*Frei nach Goethe und zur aktuellen Situation in Deutschland gleich zwei Sprüche …
Österreich hat ja einen etwas g’miadlicheren Zugang zu allen Dingen.

Was du ererbt von deinen Vätern,
verspiel es nicht, du bereust es später-
oder:
Was Robertchen nicht lernt,
lernt Robert nimmermehr.

*Ein Projekt wider dem bittern Ernst

Wandern in der Biosphäre … oder der Tag an dem sich meine Wanderschuhe auflösten.

Der Salzburger Lungau, ein UNESCO-Biosphärenpark, war am vergangenen Montag das spontane Ziel für eine Wanderung. Der Lungau ist so etwas wie der Kühlschrank
Salzburgs, denn selbst in der unerträglichsten Hitzewelle ist es im Lungau
stets angenehm frisch. Im wärmsten Monat, dem Juli, betragen die
Durchschnittstemperaturen in St. Michael lediglich 12,2 Grad! Das liegt vor
allem an den kalten Nächten, an denen sogar im Sommer ab und zu geheizt wird.
Im Jänner bringt es der Lungau auf  -7,2 Grad. Wer es also kühl
mag, ist hier bestens aufgehoben. Wer schöne und weitestgehend unberührte
Berglandschaften und Almen mag, ebenfalls. Wir entschieden uns für den
Lanschitzsee im hinteren Lessachtal.

Die frei laufenden Kühe ließen sich auf der schmalen Straße keineswegs aus
der Ruhe bringen und manchmal während der fünf Minuten, in denen wir im
Schritttempo hinterherzockelten hatte ich den Eindruck, sie wollten uns zeigen,
wer hier das Sagen hat.

Unser Ausgangspunkt war eine einladende Almhütte. Die hoben wir uns für eine Jause nach der Wanderung auf. Während des folgenden steilen und steinigen Weges trieb mich der Gedanke an ein kühles Bier in ein paar Stunden weiter. Der Weg war steil, steinig und anstrengend, aber die wunderschöne Landschaft entschädigte uns reichlich. Nach zweieinhalb Stunden erreichten wir unser Ziel. Hier gab es nur uns das Rauschen des Windes in den Lärchen und das Funkeln der Sonne im glasklaren Bergsee. Darin schwammen unzählige Forellenkinder, von denen einzelne keck aus dem Wasser sprangen. Wir waren allein am See und genossen die Stille und den Zauber der unberührten Landschaft.

Am Weg ins Tal bemerkte ich, dass etwas mit meinen Schuhen nicht stimmte. Die
Sohle hielt zwar immer noch verlässlich auf den rutschigen Felsblöcken, aber
irgendetwas war anders. Als wir an einem Wasserfall Rast machten, sah ich die
Bescherung. Beide Sohlen lösten sich auf. Gut, dass wir nicht mehr weit hatten
und die Schuhe von ausgezeichneter Qualität waren. Immerhin hatten sie 24 Jahre
auf den Sohlen und da darf man schon mal schwächeln.

Die Schuhe hielten bis zur Hütte durch. Leider war diese schon geschlossen.
Kein Bier, keine Jause! Die lange Suche nach einem offenen Lokal endete
schließlich erfolgreich in Tamsweg und der Tag mit einem wehmütigen Gang zur Mülltonne.

Schön wars.

🥾👣🥾👣🥾👣🥾

Andere Zeiten, andere Sprüche Nr.4

*Narrative …

Quäle nie ein Volk zum Scherz, auch nicht für Krieg, das bringt nur Schmerz.

*Ein Projekt wider dem bittern Ernst.

Salzburger Frustspiele 2022 …

… oder was ein Theaterstück mit Riechsalz zu tun hat.

Die Salzburger Festspiele 2022 sind vorbei.
Mein Techniker besteht auf mindestens einen Festspielbesuch pro Saison. Ich nicht unbedingt.
Außer es werden tolle Opern oder gehör- und harmoniefreundliche Konzerte geboten. Dann bin ich gerne dabei. Die Kartenpreise sind nicht ohne, also möchte ich dafür mit kulturellem Genuss belohnt werden.
In Salzburg Stadt war nichts mehr zu ergattern, nur für eine Aufführung auf der Pernerinsel, einem weiteren Veranstaltungsort gab es noch Karten.

Iphigenia- frei nach Goethes Iphigenie auf Tauris. Es war nicht das erste Mal, dass wir uns eine Aufführung in der ehemaligen Saline ansahen. Und das war auch schon der Haken. Diese Aufführungen fielen stets nach dem „neuesten Setting“ aus und die Inszenierungen hatten mit den ursprünglichen Inhalten kaum etwas zu tun. Also sagte ich: „Bist Du sicher?“
Er sagte: „Ja, das schauen wir uns an“.

Der Abend kam. An den maskierten Ferialpraktikanten der Salzburger Festspiele vorbei gönnten wir uns erst ein Gläschen Pro Secco im Innenhof der Saline. Plötzlich einsetzender Regen ließ uns leider allzu schnell zu den reservierten Plätzen im Saal flüchten. Beim Hinsetzen fiel mir das puristische Bühnenbild ins Auge, gepaart mit einem unangenehmen Geruch, der allerdings nicht von dort kam. Das Oeuvre kam von rechts. Abhängig davon, ob sich mein Sitznachbar mehr oder weniger bewegte. Schweiß pur, aber nicht frisch, sondern antik inklusive älterer Textilien, welche wie sein junger Träger leicht verwahrlost wirkten. Ich wandte mich ab und schaute nach, wie lange ich in diese Duftwolke eingehüllt sein würde. Zweieinhalb Stunden ohne Pause. Na toll! Ich informierte meinen Mann über das olfaktorische Desaster. Reaktion: Schulterzucken.

Das Stück begann und wie neuerdings üblich, betraten halb nackte Menschen die karge Bühne. Vor einem Flügel saß Iphigenia und klimperte lustlos darauf herum. Exakt zwei Töne in immer wiederkehrender Reihenfolge und das über Minuten. Ansonsten tat sich lange nichts. Nach schier endlos scheinenden Minuten kamen Eltern, Onkel und Tanten hinzu, wobei mir eine Tante auffiel, welche permanent die Beine in Richtung Männer breitmachte und sich neben ihren Textpassagen abenteuerlichen eindeutig erotischer Verrenkungen hingab.

Iphigenia war als Klavier-Virtuosin inszeniert. Sie war das aber nur geworden, weil sie als Kind Opfer sexueller Übergriffe seitens ihres Onkels Menelaos geworden war, was wiederum zu einer heftigen MeToo-Debatte zwischen Eltern, Onkeln und sexsüchtiger Tante führte. (Wenn sich die Tante nicht gerade rekelte). Dies wiederum erregte meinen Sitznachbarn und dieser begann nervös auf seinem Stuhl herumzuwetzen, was ihn noch heftiger ausdünsten ließ. Zufälligerweise hatte ich meinen Fächer dabei. Die Rettung. Die kommenden Stunden hielt ich damit äußerst dezent die schlechte Luft von meiner Nase fern. Dezent wegen meines grenzenlosen Verständnisses hinsichtlich „Diversität“.

Vor dem letzten Akt durfte das geneigte Publikum mitverfolgen, wie das Bühnenbild in einen Meeresstrand verwandelt wurde und am Ende brannte der Flügel. Iphigenie hatte entschieden, das Klavierspiel endgültig aufzugeben. Nicht ohne sich vorher lautstark die Finger zu brechen. Die durch die Lautsprecher verstärkten Knackgeräusche waren nicht zu überhören und holten selbst mich aus der Lethargie.
Wobei; schauspielerisch war die Leistung exzellent. (Ensemble des Hamburger Thalia Theaters). Für das „gegenwärtige Setting“ konnten sie nichts.

Dann war es vorbei. Als wir den Saal verließen, hörte ich einen Besucher den anderen fragen: „Na, wie hat es dir gefallen?“ „Äh, ich bin froh, dass ich draußen bin“ war seine Antwort. Ich auch, dachte ich. Dem Techniker hat es irgendwie gefallen. Irgendwie.

Die Salzburger Nachrichten titulierten ihren Kulturartikel dazu folgendermaßen: Traumadichte lässt sich nicht regulieren.
Ich glaube doch. Und zwar indem ich derartige Inszenierungen künftig meide und bei Menschenansammlungen immer etwas Riechsalz mitführe. Angesichts der kommenden Zeiten ohnehin keine so schlechte Idee, oder? 😉

🎭🎭🎭🎭🎭🎭

Beitragsbild: Pexels

Andere Zeiten, andere Sprüche Nr.3

*Frei nach angeblich Einstein

GENIESSE DEINE ZEIT
DENN DU LEBST NUR JETZT UND HEUTE
MORGEN KANNST DU DIE VERGANGENEN ZWEI JAHRE NICHT NACHHOLEN.
UND ÜBERHAUPT-WER WILL DAS SCHON …

*Ein Projekt wider dem bittern Ernst.

Kürbisbrot

Dieses Rezept habe ich allerdings mit Zucchini auf Instagram entdeckt. Es ist so simpel, dass ich es mit unserem Kürbisüberschuss versucht habe. Und was soll ich sagen-, mein Techniker schwärmt in höchsten Tönen und das treibt mich zu immer neuen und besseren Varianten mit allerlei andrem Gemüse an. Es ist unglaublich einfach und die Zubereitung nach Gefühl (Gemüse, Mehl, Trockenhefe, Salz, Brotgewürz, etwas Knoblauch wer es mag) nimmt inklusive Kürbis raspeln 5 Minuten in Anspruch. Den Teig anschließend 40 Minuten an einem warmen Platz gehen lassen und anschließend ebenso lang backen-et voilà …

🍠🍞🍠🍞🍠

Andere Zeiten, andere Sprüche Nr.2

*Wahrheit

Wer einmal lügt,
dem glaube gern,
ob Bild, TV oder dem Stern.

*Ein Projekt wider dem bittern Ernst.

Er naht …

Endlich ist der da der große Regen. Seit gestern fließt es unentwegt vom Himmel. Lebensspendendes Wasser. Die Natur atmet auf. Es hat deutlich abgekühlt. 18 Grad. Die Türen und Fenster sind weit geöffnet, um die kühle Luft durch das Haus strömen zu lassen. Nächste Woche sollen es abermals 30 Grad werden. Sommer halt. Aber eines lässt sich auch nicht verleugnen. Es herbstelt. Der Wechsel der Jahreszeit kündigt sich an.
Er naht-der Herbst.

Andere Zeiten, andere Sprüche Nr.1

Bei einem Spaziergang kam mir die Idee, Narrative und „weise Sprüche“ aus der verwerflichen Vergangenheit in der Art abzuwandeln, dass sie in die großartige neue Zeit* passen.

*Ein Projekt wider dem bittern Ernst.

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Kinder-Erziehung …

„Wenn du nicht brav aufisst, wird es morgen nicht regnen! “


Sonntagsgruß von der Alm🐮

Eine erfrischende Almwanderung ist schon was Feines. Die herrliche Luft, das satte Grün, die lieblichen Blumen.

Unter dem Blick einer gestrengen Kuh endet die Wanderung mit einer köstlichen Jause und einem kühlen Bier. Herz, was willst Du mehr!

🐮🌿🐮🌿🐮🌿🐮

Das easy cheesy Fleischtomatenwunder🍅

Ein Sommermärchen …

Vor einiger Zeit trug es sich zu, dass eine Bürgersfrau aus dem Salzburger Land am Markt von Rijeka ein paar wunderschöne Fleischtomaten entdeckte. Sofort kam ihr der geliebte Gatte in den Sinn, dem sie versprochen hatte, etwas von ihrer Reise mitzubringen. Sie wusste um seine Liebe zur Anzucht von Gemüse und da die Tomaten von wohlfeiler Vollkommenheit waren, kaufte sie der Marktfrau ein paar davon ab.

Sie kannte das Geheimnis der easy cheesy Tomatenaufzucht und freute sich, ihren Mann damit zu überraschen. Als sie ihm zu Hause das Geschenk überreichte, war er zwar erfreut, aber als Gelehrter, der er nun einmal war, äußerte er Zweifel am Erfolg. Das Weib indes ließ sich nicht beirren, zerstreute die Zweifel und begann mit der Aufzucht.

Von einem Mahl behielt sie eine Scheibe der Frucht zurück und legte diese in einen Topf mit Erde. Diesen stellt sie auf ein Fenstserbänkchen, um die Samen unter der wärmenden Sonne und ein wenig Wasser heranwachsen zu lassen. Und bald geschah das Wunder. Die Samen keimten und verwandelten sich in zartes Grün. Die Bürgersfrau war entzückt und rief nach ihrem Manne, um ihm das Wunder zu zeigen. Dieser brummte ein anerkennendes „aha“ und widmete sich wieder seinen Studien. Die Frau hegte und pflegte das Pflänzchen und achtete darauf, das es nicht verdurste. Das Gemüsepflänzchen dankte es ihr und wuchs munter heran.

Just als es groß genug war, um in das Freie umgepflanzt zu werden, begann die Reisezeit und dem Weibe wurde schmerzlich bewusst, dass niemand sich um die Aufzucht kümmern würde. Sie konnte froh sein, einen Aushilfsgärtner zu finden, der ein wenig auf den Garten achten sollte. Drei der Pflänzchen überließ sie ihrem Gatten. Das Kleinste behielt sie für sich. Liebevoll pflanzte sie es in ein Hochbeet neben einen Basilikumbusch. Es wird schon passen, weil es das auch im Kochtopf tut, dachte sie.

Sechs lange Wochen verbrachte die Familie in der Fremde. Sechs lange Wochen waren die Pflänzchen sich selbst überlassen. Mit der Zeit verblasste die Sorge um die kleinen Tomatenzöglinge und schwanden aus ihrem Sinn. Doch als sie von der Reise heimkehrten, begann das große Wehklagen, denn der Aushilfsgärtner hatte versagt und aus dem schönen Garten war ein verdorrter Ort geworden.

Im Hochbeet des Weibes herrschte wildes Durcheinander. Nur die robusten Kohlsprossen schienen unversehrt. Sie schlug die Hände übereinander und besah die Lage. Da fiel ihr neben dem Basilikum ein prächtiger Busch mit kleinen gelben Blüten ins Auge. Sie konnte kaum glauben was sie sah. Aus dem kleinen Tomatenpflänzchen war ein stattlicher Strauch geworden. Umrahmt und beschützt vom blühenden Basilikum. Und als sie noch genauer hinsah, entdeckte sie die ersten kleinen Früchte. Sie rief nach ihrem Manne und zeigte ihm strahlend sein Geschenk, welches nun zur allgemeinen Freude wuchs und gedieh.

🍅🍅🍅🍅🍅🍅🍅

PS: Wie alles begann: Anzucht

Übersiedelt …

Vermutlich haben die Leserinnen und Leser meines Blogs bereits erkannt, dass wir ein recht umtriebiges Paar sind. Nun gut- meinerseits könnte es etwas ruhiger ablaufen, aber mein Ehemann, Technikgenie und Kapitän, kann nicht anders. Er hat einen unruhigen Geist. Zwar sieht unser Leben für Außenstehende wahnsinnig aufregend und nach ewigem Urlaub aus, aber die Wenigsten wissen, wie viel Arbeit die diversen „Latifundien“ verursachen. Wenn man reich ist wie ein Scheich und über das nötige Personal verfügt ist das natürlich kein Problem. Wenn dies nicht der Fall ist, sieht das so aus;

Das „Personal“ bin ich. Unisono. Nicht dass mein Göttergatte mir nicht helfen würde. Ab-und-zu ist dies auch der Fall, aber der Großteil bleibt an mir hängen. Und seien wir ehrlich, Männer verlieren relativ schnell das Interesse an Säuberungs- und Erhaltungsarbeiten. Und das bedeutet ständiges Nacharbeiten, denn sooo genau nehmen es die Männer nicht. Vermutlich gibt es Ausnahmen. Gehört habe ich davon. Persönlich kenne ich keinen. Deshalb mache ich es lieber selbst.

Diese Woche sind wir von der Großen am Meer auf die Kleine am See übersiedelt. Der Vorteil; wir sind in 40 Minuten zu Hause und können den Garten versorgen. Der Nachteil. Schlafen auf der Kleinen ist möglich, aber unbequem. Und natürlich verursacht auch ein kleines Schiff Arbeit. Jedes Mal, wenn wir kommen, haben es sich an die 50 Spinnen unter der Scheuerleiste gemütlich gemacht und spinnen fleißig ihre Nester und Netze. Viele Male stoße ich mit dem Kopf an den niedrigen Durchgang zum Vorschiff und ich frage mich, ob ich zu blöd bin oder es am Alter liegt, dass ich es mir nicht merke. Möglicherweise beides. Bin halt die Große mit ihrer Kopffreiheit gewohnt.

Auch auf dem kleinen Schiffchen muss dafür gesorgt werden, dass es dem verwöhnten Manne an nichts fehlt. Essen, Süßigkeiten und Getränke. Natürlich in ähnlicher Auswahl wie zu Hause, um ein Versorgungstrauma zu verhindern. Die Kühlakkus nicht vergessen, denn bei 30 Grad plus verdirbt die Wurst und lauwarme Getränke mag auch ich nicht. Natürlich gibt es auch schöne Momente. Die stillen Abende am Ankerplatz oder das einfache Mahl im kleinen, aber gemütlichen Salon. Am schönsten jedoch- und deshalb tue ich mir das alles an- ist der direkte Sprung vom Schiff in den See und die Ruhe und Abgeschiedenheit, die man sonst kaum noch findet.

Und habe ich es schon erwähnt? Im September will mein unruhiger Geist mit dem Womo über Albanien nach Griechenland reisen. Das allerdings muss ich mir noch gründlich überlegen …

Schönen Sonntag Euch 🌈☀️

Ein paar Schweißperlen später …

Es ist geschafft! Nach dem Rasenschnitt, der Entsorgung der vertrockneten Pflanzen, ausgiebigem gießen und viel Mühe kann er sich langsam wieder sehen lassen- unser Garten. Ein paar Pflanzen waren nicht mehr zu retten, aber es gibt genügend „Überlebende“.

Die Natur lässt sich nicht unterkriegen, wie nur eine Woche Regeneration beweist. Neue Blumen wurden angeschafft. Mein Techniker schenkte mir einen Phlox. Es wäre der Erste, welcher bei uns überlebt! Einstweilen leuchtet er noch in jenem Topf, dessen Pflanzen völlig verdorrt waren.

Das schönste Geschenk aber ist, dass mein vom Techniker totgesagtes Feigenbäumchen die erste Frucht trägt und die ersten Kohlsprossen sichtbar sind.

Der Wein in der Laube gedeiht ebenfalls prächtig. Die Blätter sahen gar nicht gut aus, aber nach ein paar Eimern Wasser haben sie sich schnell erholt. Einen weiteren Strauch habe ich brutal zurückgeschnitten, weil ich schon einige Male die Erfahrung gemacht habe, dass soweit noch Wasser in der Pflanze ist, sich diese erholt und wieder austreibt. Mal sehen. Ich will nichts unversucht lassen.

Und nun noch ein paar Vergleiche zwischen Freud und Leid. Ich gehe aber davon aus, dass es bald wieder die reine Freude sein wird. Vor September/Oktober droht von unserer Seite keine Gefahr mehr … Wir bleiben.

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Nie wieder …

Schon vor dem Sommertörn hatte ich ein mulmiges Gefühl. Würde unser Garten die vier Wochen Abwesenheit überstehen? Wird der erstmalig eingesetzte Gartenbetreuer halten, was er verspricht? Unser bisheriger Betreuer stand leider nicht zur Verfügung. Die Suche nach einem Ersatz schien vorerst aussichtslos. Bis ich im Internet nur vier Kilometer entfernt einen Hausbetreuer mit guten Rezensionen entdeckte. Ich rief ihn an und siehe da-er hatte noch Kapazitäten frei. Hurra! Nach einem Treffen, in dem ich ihm den gesamten Betreuungsbedarf erklärte, hatte ich ein recht gutes Gefühl. Dennoch- ich konnte mich diesmal kaum von unserem kleinen Paradies trennen. Alles blühte und gedieh, dass es eine Freude war. Eine Vorahnung?

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Es ist so schön gerade …

… darum haben wir verlängert …🥳

Diamonds are …

the girls best Friends … Finde ich auch😉. Besonders wenn das Meer vor dem Sonnenuntergang Diamanten gleich, funkelt.

SCHÖNEN SONNTAG 🎈

Alles hat ein Ende …

… so auch unser heuriger Sommertörn. Wieder im Heimathafen angelangt ist es Zeit für ein Resümee …

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Kitsch as Kitsch can …

Wenn man dieses Foto malen würde, wär’s vermutlich Kitsch. Aber egal- schön allemal. Eine Bougainvillea, wie sie nur in mediterranem Klima gedeihen kann.

Schönen Sonntag allerseits.🏵️

Feuer!

Mittwoch Nachmittag. Wir segelten bei steiffer Brise von IST nach ILOVIK. Plötzlich bildete sich am Horizont eine mächtige Rauchwolke. Ich meinte sogar, Flammen zu sehen, war mir aber nicht sicher. Der Kapitän vermutete sofort ein Großfeuer. Ob auf See oder am Land war nicht erkennbar. Allein die Rauchwolke war gigantisch.

Heute die Bestätigung. Waldbrand in Vodice (Ralsina/ Zaton). Noch vor einer Woche staunten wir über die gekonnten Übungsmanöver eines Wasserflugzeuges aus dieser Region. Gestern wurde leider Ernst daraus.

Training für den Notfall …

Die betroffenen Menschen tun mir leid. Ist doch das Durchschnittseinkommen der Kroaten gering und somit der Verlust von Hab und Gut besonders tragisch. 20 Häuser wurden zerstört, 3.300 Hektar Wald vernichtet. Der Wald wird sich erholen. Die Menschen hoffentlich auch.

https://www.imago-images.de/offers/501262/News/Aktuelles-Zeitgeschehen/Kroatien,-Waldbrand-bei-Vodice?db=stock

Titelfoto: Fritz Glaser

Für ein Maulvoll Wurst …🪰

Das morgendliche Frühstück an Bord gehört zu den erfreulichsten Momenten unseres Segelalltags. Der Wasserkocher blubbert, gespeist durch die Energie der Solaranlage. Die Eier brutzeln und bald wird aromatischer Kaffeeduft den Salon erfüllen. Ich durchstöbere den Eisschrank nach den Wurstvorräten. Ein Stück davon habe ich gestern in der geöffneten Verpackung verstaut. Ich krame sie hervor und staune nicht schlecht …

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Wenn das Beiboot fliegen lernt 🌬️

17 Tage segeln wir nun schon durch die grandiose kroatische Inselwelt. Bisher war lediglich die Hitze ein Problem. Aber das auch nicht wirklich, denn das Meer steht ja jederzeit als Abkühlung zur Verfügung. Dennoch hat uns die viele Sonne und das Dolce Vita möglicherweise etwas dumb im Kopfe werden lassen. Kann ja vorkommen. Sollte es beim Segeln aber nicht.

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Kroatien …

wie ich es liebe. Ein ruhiger Ankerplatz vor einer beschaulichen Wochenend-Siedlung mit Steinhäusern und Fischerbooten. Vor Sonnenuntergang schwimmen wir ans Ufer und machen in unserer Badekleidung eine kleinen Spaziergang in das Landesinnere der Insel UGLJAN.

Wir sind allein. Niemand begegnet uns. Es ist noch immer sehr warm. Danach schwimmen wir im 26 Grad warmen Meer zurück an Bord. Nur vier Grad Unterschied zur Außentemperatur, aber es erfrischt.

Am südlichen Horizont schimmert die silbergraue Silhouette der Kornaten. Morgen geht es weiter.

Kurs Süd …

Am Horizont die Kornaten

☀️🤿☀️🤿☀️🤿☀️

Urlaubsgefühle … ☀️🎈

Wir sind auf dem Weg zum Abendessen mit der Aussicht auf ein eisgekühltes Bier. Das motiviert, denn obwohl bereits später Nachmittag, ist es drückend schwül.

Die Wanderung führt durch eine karge Landschaft von herber Schönheit. Vorbei an uralten Steinmauern, die früher gegen das Austrocknen der bewirtschafteten Felder mühevoll zusammengetragen wurden, um Besitz zu markieren und innerhalb derer heute nur mehr Schafe und Ziegen weiden.

In der unwirtlichen Geröllwüste leuchten uns vereinzelt Blüher entgegen. Sie sind eindeutig zäher als wir. Jeder Schritt in der Hitze macht uns zu schaffen. 🥵. Mein Sonnenhut liegt nutzlos an Bord und ich verwünsche meine Schusseligkeit.

Und dennoch- losgelöst vom Alltag empfinde ich es erträglich.

Urlaubsgefühle halt- Urlaubsgefühle …

Nationalgericht Cevapcici

🎈☀️🎈☀️🎈☀️🎈

Ein guter Smutje an Bord hält … ⛵🍲

Entspannt liege ich am Vorschiff und genieße die Sonne. Eine steife Brise weht und meine einzige Sorge ist es, mir keinen Sonnenbrand zu holen. Mein Skipper, der einsame Buchten nicht im selben Maße schätzt wie ich, hat sich gerade ins Beiboot geschwungen, um an Land zu rudern, wo er nach zweieinhalb Stunden Fußmarsch im nächstgelegenen Ort eine Tüte Eis erhofft. Was Schleckermäulchen so alles auf sich nehmen …

Wir liegen in einer einsamen Bucht und sind das einzige Schiff. Eine Rarität in der überlaufenen Adria. Das mag auch daran liegen, dass es hier kaum Handyempfang gibt und keinerlei Gastronomie. Aber wer braucht das schon. Wir nicht. Haben wir doch für vier Wochen Proviant an Bord und sind damit Selbstversorger. Natürlich gönnen wir uns das eine oder andere Mal ein feines Essen an Land, aber am Schiff finden wir es gemütlicher.

Wenn der Kapitän wieder zurück ist, werde ich mich an den Gasherd schwingen, um uns ein Mahl zu zaubern. Denn wie eingangs angedeutet- ein guter Smutje an Bord hält Leib und Seele zusammen😉.

Gefüllte Zucchini mit Bratkartoffeln und gemischtem Salat 😋

⛵🍲⛵🍲⛵🍲

Angekommen …

… und so ein schöner Empfang. Darauf mussten wir gleich anstoßen … „Prostate“☀️⛵

Heute am Herd…

Morgen geht es endgültig in den Süden. Heute hat es heftig geregnet und meine durstigen Garten-Zöglinge haben sich darüber sehr gefreut. Kurz hörte ich zwischendurch ein paar Hagelkörner in humaner Größe an das Dachfenster knaspern. Aber wie gesagt nichts Schlimmes. Und Zack hat es abgekühlt, was ganz guttat, denn schon frühmorgens war es extrem schwül und drückend. So fiel es mir auch leichter am Herd zu stehen, die morgens Geernteten Ribisel zu Marmelade zu verkochen und den Rhabarber mit ein paar Streusel zu Kuchen zu verarbeiten. Das wird meinen Techniker, der schon sehnsüchtig am Schiff auf mich wartet, freuen😇. Nebenbei stach mir unterwegs in der Wiese der Spitzwegerich ins Auge und ich pflückte ihn flugs, um die Hausapotheke zu bereichern.

Morgen geht es los. Heute ist Donnerstag und ich wuselte außer im Garten meist in der Küche herum. Nun ist alles gepackt und vorbereitet. Morgen Samstag schaue ich mit einem Gemüsebouquet en passant bei meiner Tochter in Kärnten vorbei. Letztes Wochenende haben wir gemeinsam ihren 40er gefeiert und ich muss sagen, dass ich ganz schön geschlaucht war, den Madame wollte ordentlich bespaßt werden. Es war unglaublich lustig und die ganze Gesellschaft feierte ausgelassener denn je. Na ja, kein Wunder. Ob ich während des Urlaubes schreibe, weiß noch nicht, aber fotografiert wird mit Sicherheit.

Dann sag ich mal pfiat Euch, und wenn ihr das lest, bin ich schon am geliebten Meer.

☀️⛵🌊☀️⛵🌊☀️⛵🌊

Uneins …

mit mir selbst.

Warum?

Weiterlesen: Uneins …

Mein Techniker ist schon vor Ort und ich soll baldigst nachkommen.

Wohin? In den Urlaub!

Jetzt werden einige denken; was ist denn an Urlaub so schlimm? Natürlich nichts. Ganz im Gegenteil, aber der Garten ist gerade so schön und die Gemüsebeete quellen förmlich über. Alles wächst und gedeiht prächtig. Das alles muss ich nun zurücklassen und in die Obhut eines Gartenbetreuers geben.

Ja, ich weiß, es gibt Schlimmeres. Es schmerzt eben, diese selbst gezogene Pracht zurückzulassen. Aber ich werde mitnehmen, was geht. Ein paar Zucchini, etwas Kopfsalat und eine perfekt gewachsenen Fenchelknolle. Den wuchernden Rucola verarbeite ich zu einem Pesto. Und zwar so viel, dass es für einen Monat am Schiff reicht. Den Rhabarber habe ich ebenfalls geerntet. Der wird heute zu einem Kuchen verarbeitet. Das freut den Kapitän.

Übrigens zum Thema 🍅easy cheesy Fleischtomaten ; wir haben die Pflänzchen ins Freie gesetzt und überlassen sie nun sich selbst. Nachdem ich die Babys so liebevoll hochgezogen habe, hoffe ich, dass sie unsere Abwesenheit überleben.

Heute haben mein Mann und ich telefoniert und er berichtete, dass der sonst so beschauliche Hafen total überlaufen sei. Nach zwei mageren Urlaubsjahren ist die Wunsch zu Reisen offenbar groß. Alle wollen ans Meer. Außerdem nutzen viele die Feiertage, um Urlaubstage zu sparen.

Unseren großen Jahrestörn haben wir heuer erstmals in den Juni/Juli vorverlegt, weil uns die Herbststürme im Oktober vergangenen Jahres ziemlich zugesetzt haben. Wir sind nicht mehr so stark wie früher und ein Urlaub darf auch ein wenig erholsam sein, finde zumindest ich. Aber die Mannsbilder lieben halt das Abenteuer. Selbst nach dem schlimmsten Sheet-Wetter ist aller Mühsal vergessen, sobald sie beim gegrillten Fisch und einem Bierchen sitzen. Und was gäbe es denn zu erzählen, wenn nichts Spektakuläres passierte.

Sei’s drum- spätestens am Wochenende fahre ich runter und lege unser Gartenparadies in fremde Hände. Wird schon schief gehen 🤔

⛵🥬🥒⛵🥬🥒⛵🥬🥒

Es ist wieder soweit …

Mein Naturbüro feiert Auferstehung. Leider nutze ich es zu wenig, denn der Garten gedeiht heuer so fantastisch, dass ich ständig irgendwo herumwuseln muss. Das Gemüse im „Konkurrenzbetrieb“ meines Technikers explodiert förmlich und mein Hochbeet gedeiht ebenfalls prächtig. In meiner Schussligkeit habe ich Koriander und Kerbel statt Blattpetersilie erstanden und diese wuchern unverdrossen zu einem Strauch heran. Also wieder ausgraben und vor das Hochbeet setzen, wo sie fröhlich weiterwachsen. Überhaupt wächst heuer ALLES. Das Unkraut und die Schnecken werden gefühlt ebenfalls größer.

Aber sei’s drum. Es ist herrlich, in dieser großartigen Natur zu leben und sie genießen zu dürfen. Allerdings muss ich mich baldigst um eine Urlaubsvertretung kümmern, denn es geht demnächst nach Kroatien auf unser Schiff und ich hoffe, dass der Garten nach unserer Rückkehr noch zu erkennen ist. Wir wollen circa einen Monat bleiben, und da kann schon einiges passieren. Aber ich will mal nicht so sorgenvoll sein, sondern einfach diesen bisher so schönen Frühsommer weiter genießen und ihn am Meer in einen Hochsommer übergehen lassen. Kraft und Freude für den ungewissen Herbst tanken. Der wird wieder einige Energie kosten. Das spür ich schon …

*Vergessen und vorbei?

Diese *Überschrift eines Beitrags aus dem Blog Lyrik trifft Poesie by Schillar hat mich neugierig gemacht. Ich las den dazugehörigen Beitrag. Er erinnerte mich an die Anfänge meiner Bloggerei vor drei Jahren. Damals war mir nicht ganz klar, worüber ich berichten sollte. Sollten es ausschließlich Kurzgeschichten oder doch mehr Fotografie und Berichte über Reisen und Garten sein. Vermutlich wollte ich zu viel auf einmal. Auch mit einer Blogparade habe ich experimentiert. Davon bin ich aber aufgrund mangelnder Resonanz bald wieder abgekommen. Den meisten Bloggern fehlte es schlichtweg an Zeit.

Irgendwann kam DER/DAS Virus und ich begann zu hinterfragen. Zack- gingen die Sternchen in den Keller. Es beschlich mich das Gefühl, dass, wenn man nicht Friede, Freude, Eierkuchen verbreitet, schnell ins Abseits gerät. Zumindest die Likes werden deutlich weniger. Aber warum? Ist es die Angst um die eigene Popularität oder ist die Mehrheit tatsächlich auf Mainstream gebürstet und die neue Angst um Leib und Leben existiert tatsächlich. Mir ist das fremd, denn Angst kenne ich nicht. Wohl aber das Gefühl- zumindest während der letzten beiden Jahre, dass es der Popularität dienlicher ist, die kritische Feder still zu halten. Selbst hervorragende journalistische Blogs wie FORM 7 werden nur spärlich kommentiert. Von Likes ganz zu schweigen.

Ich frage mich warum das so ist.

Nun aber zum Thema der Blogparade von Schillar

Fühlt ihr euch hier auf WordPress als Blogger Kollektiv?

Meine Antworten:

  • Wie fühlt ihr euch, wenn ihr einen Post für euren Blog schreibt?
    Bei „unkritischen“ Beiträgen besser.
  • Habt ihr manchmal ein ungutes Gefühl vor der Veröffentlichung eines Post?
    Bei gewissen Themen ja.
  • Wenn ja, warum, wenn nein, warum?
    Wie Du schon sagtest- die Likes werden deutlich weniger
  • Fühlt ihr euch verbunden mit den Bloggerkollegen/innen?
    Mit einigen sehr
  • Was hat sich eurer Meinung nach in den letzten Jahren hier auf WordPress verändert?
    Ich bin noch nicht so lange dabei
  • Gibt es einen Zusammenhalt unter den Bloggern?
    Unter einigen ja
  • Wenn ja, wie sieht dieser aus?
    Man erhält Feedback und nicht nur Sternchen
  • Wenn nein, warum nicht
    – – –
  • Wäre es gut, wäre WordPress eine große Gemeinschaft von Bloggern?
    Mhm- ist es das nicht?
  • Wenn ja, warum, wenn nein, warum?
    – – –

Ich bin gespannt, ob ihr ebenfalls Lust auf die Blogparade von Schillar bekommen habt. Bis 16.12. habt ihr die Gelegenheit dazu.

PS: In meiner Rubrik: Neue Zeiten neue Sprüche bin ich wieder ein wenig kecker geworden.
Über Meinungen und Kommentare freue ich mich.
Und ihr dürft alles meinen.
Hier auf meinem Blog …

Schönen Sonntag

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