Sonntagsgeschichte # 4

„Bimm Bamm …“

Sie war eine meiner besten Freundinnen. Wir lernten uns kennen, weil ein Jobwechsel ihres Mannes sie in meinen Heimatort verschlug. Sie kam aus dem hohen Norden, war äußerst attraktiv, lebenslustig und charmant und wirkte in unserem kleinen Kaff immer ein wenig fehl am Platz. Sie war wie ein Kolibri unter gemeinen Singvögeln. Ihr tägliches ‚Vodkachen‘ wie sie ihren hochprozentigen Seelentröster nannte, hielt sie fröhlich und bei Laune. Sie sah mindestens zehn Jahre jünger aus, als sie war und zog Männer an, wie Motten das Licht. Ich mochte dieses verrückte Huhn sehr. Manchmal, wenn ihre Augen schon etwas glasig waren, nannte sie mich ‚Aurinko‘, was in ihrer Sprache Sonne bedeutete. Ich selbst fand mich gar nicht so sonnig, was ich ihr auch sagte, aber sie bestand darauf.

Eines späten Abends besuchte Raita mit ihrem Mann Henrik die Hotelsauna, was öfter der Fall war, denn Henrik war der Direktor des Hotels. Sie gingen immer dann in die Sauna, wenn keine Gäste mehr zu erwarten waren. Oft erst gegen Mitternacht. Raita war ein wenig spät dran und als sie sich zu Henrik gesellte, hatte er schon eine Zeit lang allein vor sich hin geschwitzt und daher verließ er die Sauna vor ihr. Raita blieb noch einige Minuten und weil sie die Hitze liebte, gönnte sie sich noch einen Aufguss.

Danach ging sie in den Wasch und Duschraum, um sich etwas abzukühlen. Als sie sich den Waschbecken näherte, nahm sie im diffusen Licht des Raumes die Gestalt ihres Mannes wahr, der sich gerade mit gespreizten Beinen über das Waschbecken beugte.

Holla, dachte sie, nun werde ich Henrik ein wenig necken. Sie liebte Spielchen dieser Art. Möglicherweise wurde sie auch durch ein kleines ‚Vodkachens‘ dazu ermutigt, wer weiß? Mit schelmischer Vorfreude schlich sich ganz vorsichtig an die Gestalt heran, beugte sich in Richtung der Kronjuwelen und zückte ihre rechte Hand, um zart die ihr vertraut scheinenden Schmuckstücke zum Schwingen zu bringen. „Bim Bam“, flötete sie, „Bim Bam.“

Durch den Mann ging ein Ruck und die Gestalt erschrak, wie nur ein Mann sich erschrecken konnte, dem es an das Eingemachte ging. Er schnellte wie von der Tarantel gestochen herum, was Raita vor Vergnügen glucksen ließ. Aber das Lachen verstarb abrupt, als ihr der Mann sein Gesicht zuwandte. Die Person, die vor ihr stand, war ganz und gar nicht Hendrik, sondern ein Gast des Hotels, der ebenfalls die Idee eines Mitternachts-Aufgusses gehabt hatte.

In seinem Gesicht lag ein Ausdruck zwischen Schrecken und Erstaunen, aber als er die hübsche Raita näher betrachtete, verzog sich sein Mund zu einem süffisanten Lächeln. Raita hingegen war das Lachen gründlich vergangen. Der Hotelgast hatte Humor und versicherte mit einem Augenzwinkern, von einer Anzeige wegen sexueller Belästigung abzusehen. Man trennte sich schnell und einvernehmlich.

Die nächsten paar Tage hielt Raita sich vom Hotel fern, denn diese Geschichte war selbst ihr, dem nordischen Freigeist, ein wenig ZU peinlich …

©LoPadi

Titelfoto: Pexels

BESUCH!🤸

Plötzlich sehe ich ihn. Elegant lässt er sich auf der Terrasse nieder. Schön ist er, aber auch stolz und unnahbar. ‚Le Baron‘! Wir nennen ihn so, obwohl wir anfangs dachten, er sei eine Baronin, denn wenn er sich im Sommer im Schatten des Pampasgrases räkelte und mit seiner Zunge über das rostrote Fell strich, wirkte er unglaublich feminin. Sein Besitzer klärte uns auf. Er ist ein stolzer Kater, aber glücklicherweise nicht nachtragend. Für uns ist er eine Art ‚Leihkater‘. Er kommt und geht, wie es ihm beliebt und ist unglaublich klug.

In letzter Zeit macht er sich ein wenig rar. Vielleicht ist er auch irritiert, wegen der leeren Straßen und den wenigen Menschen. Jedenfalls freue ich mich sehr in zu sehen und klopfe an die Fensterscheibe. Sofort hebt er sein hübsches Köpfchen in meine Richtung und ich gehe zur Tür, um ihn hereinzulocken. Freudig, mit erhobenem Schwanz folgt er meiner Einladung. Unwillkürlich geht mir durch den Kopf, ob dieser Kater Tier auch unter ‚Social Distancing‘ fällt. Ich überlege: Was wenn der Nachbar den Virus hätte und die Katze gerade angefasst hat? Was wenn ich ihn habe und die Katze anfasse …

Die WHO behauptet zwar, es gäbe derzeit keinerlei Hinweise dafür, das Corona durch Haustiere übertragen werden könnte, aber was hat die WHO nicht schon alles behauptet? Egal, ich lasse den Kater herein und schenke ihm meine Zuneigung. ‚Le Baron‘ genießt die paar Minuten Streicheleinheiten, will aber bald wieder ins Freie. Er tut eben was er will. Ich wasche mir gründlich die Hände, denn Haustiere übertragen Kolibakterium und Salmonellen. Ich ärgere mich, dass ich überhaupt an diesen unseligen Virus gedacht habe, anstatt mich wie früher, einfach über den Besuch des Barons zu freuen und sehne den Tag herbei, an dem dieser Wahnsinn endlich ein Ende hat.

PS: Vielleicht hält dieser Beitrag auch ein paar Menschen davon ab, ihre Tiere aus Angst in ein Heim zu bringen, denn davon höre ich leider immer öfter.

Anbei ein interessanter Link;

https://www.nationalgeographic.de/tiere/2020/03/social-distancing-im-tierreich

Facebook und die Zensur

Nicht wenige Menschen kritisieren die derzeitigen Beschneidung der Freiheit durch den Staat. Und ich gebe zu, dass auch mir die auferlegten Beschränkungen, nicht einleuchten. Es gibt zu viel Für und Wider hinsichtlich der verordneten Maßnahmen und keine einheitlichen Aussagen bezüglich der Gefährlichkeit von Covid-19. Das einzige woraus man Schlüsse ziehen könnte, wären die Fehler, die man in der Vergangenheit (siehe Schweinegrippe 2009) gemacht hat. Dass Entscheidungsträger jedoch nichts aus der Vergangenheit lernen, beweisen Dokumentationen unabhängiger Medien, aus denen klar hervorgeht, wie Epidemien und Pandemien in der Vergangenheit fast schon in krimineller Weise aufgebauscht wurden. Es ist eine Zumutung, was uns Menschen an täglich wechselnden Informationen serviert wird. Ist es nicht möglich, Virologen und Ärzte, nachdem ihre Aussagen öffentlich und unabhängig geprüft wurden, in einer TV-Sendung an einen Tisch zu bringen? Das wäre doch eine hochinteressante Sendung mit garantierten Einschaltquoten. Offenbar schaffen das die öffentlich-rechtlichen Medien nicht, aber jeden Tag Ängste zu schüren, das schaffen sie.

Was hat Facebook damit zu tun?

In meinen Beiträgen in den sozialen Medien versuche ich so neutral wie möglich zu sein, Kritiken klar, aber nicht untergriffig zu darzulegen und niemanden mit Ratschlägen auf die Nerven zu gehen. Wenn aber Facebook ein Foto von mir, dass ein Symbol der Freiheit und Naturverbundenheit darstellt, als Verstoß gegen die Gemeinschaftsstandards bezeichnet und löscht, dann werde ich grantig. Ich fühle mich nicht nur in der Meinungsfreiheit beschnitten, sondern überlege, auf welche Symbolik man heutzutage achten muss, um nicht als gefährlich eingestuft zu werden.

Es geht dabei um mein neues Profilbild, das auf dem Screenshot schwer zu erkennen ist. Es ist das Titelbild dieses Beitrages. Je länger ich darüber nachdenke, desto verwirrter erscheint mir der Geist von Facebook. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Algorithmen erhobenen Arme vor einem Felsen, als unangemessen erkennen. Aber vielleicht ist es der Parka, der in „Military“ green gehalten ist. Möglicherweise erwecke ich damit den Eindruck eines Putschversuches. ‚Mhm‘, überlege ich ‚Zieh dir doch das nächste Mal etwas unverfänglicheres an und vor allem lass die Arme unten!‘ Ich werde noch weiter darüber nachdenken und FB eine entsprechende Antwort auf ihre Löschung zukommen lassen.

Aber jetzt ich muss aufhören, denn mein Techniker ruft.

Und was ruft der Techniker?

Er ruft: „Komm schnell, ein Zusteller wartet unten auf Dich!“ Während ich meine Schuhe anziehe, ruft er schon wieder: „Was ist?“

„Erster April

Kälbermarsch

Heute gab es Zoff. Irgendwie ist die Stimmung gereizt. Ich bin gereizt. Einkaufen steht an. Zurzeit macht Einkaufen keine Freude. Und ja, mir ist bewusst, wie viele Menschen täglich verhungern, aber das interessiert in „Covid“ Zeiten ohnehin nur die Wenigsten. Aber zurück zum Zoff. Mein geliebter Techniker hatte schon vor längerer Zeit Schutzmasken von 3M besorgt. Ich habe eine davon artig bei meinem letzten Einkauf getragen. Ehrlich gesagt nur ihm zuliebe. Er kann in dieser Hinsicht unheimlich nachdrücklich sein. Die Maske verursachte bei mir leichte Atemnot. Vermutlich aus psychosomatischen Gründen, denn ich hasse jegliche Art von Freiheitsberaubung. Auch vor dem Mund. Aber bitteschön. Natürlich hätte ich die Maske nicht aufsetzen müssen, denn außerhalb des Fokus meines Mannes, kann ich noch immer tun und lassen was ich will, aber ich war ‚folgsam‘, wie man in meinen Kindertagen zu sagen pflegte und irgendwas aus dieser Zeit bleibt ja immer hängen, behaupten zumindest die Psychologen.

Gestern wollte ich mich noch schnell maskenlos aus dem Haus schleichen, weil Maskenpflicht in Österreich gibt es erst ab heute. ABER; leider habe ich die Rechnung ohne meinen Techniker gemacht, denn der stand plötzlich vor mir und fragte streng: „Hast eh die Maske dabei?“ Sch… dachte ich. Manchmal hat man eben Pech. „Nein, heute gilt es ja noch nicht, und letztes Mal hatte ich echt Beklemmungen unter der 3M“! „Daran gewöhnst Du Dich schon“, war die herzlose Antwort und das löste einen heftigen Disput aus, der hauptsächlich auf mein Temperament zurückzuführen ist. Im Endeffekt verließ ich aufgebracht das Haus, stieg in mein Auto und brauste Richtung Lebensmittelmarkt. ‚Fahr nicht so schnell‘, ermahnte mich mein Gewissen‚denn im Krankenhaus brauchen sie die Betten für Wichtigeres.‘ Medien Penetranz zeigte seine Wirkung.

Am Parkplatz sah ich mich erst mal vorsichtig um, ob noch andere maskierte unterwegs waren. Fehlanzeige, aber es war viel los. Ich holte tief Luft und zog die 3M über Kopf, Nase und Mund. Dabei verfing sich der Gummi in meinen Haaren. Ein Paar Latex Handschuhe streifte ich ebenfalls über. Die trage ich freiwillig, denn mich ekelt schon lange vor den bakteriell verseuchten Einkaufswägen. Ich will mir gar nicht vorstellen, welche Tatzen vorher den Griff berührten. So, Kopfkino aus und auf in den Kampf. Erster Schock; meine Lieblingsnudel Nr. 3, ausverkauft!

Außer einer Mitarbeiterin des Ladens war ich die einzige Maskierte. All jene, welchen ich begegnete schauten betroffen zur Seite oder suchten am Boden nach imaginären Schätzen. Eine Dame zog sich verlegen den Schal vor den Mund. Vielleicht dachte sie, ich sei eine Spionin des Gesundheitsministeriums. Da ich den Markt gut kenne, war ich schnell fertig und stand schließlich mit meinem Wocheneinkauf in der Schlange vor der Kasse. In gebührendem Abstand schaute mir ein alter Mann flüchtig in die Augen und ich glaubte seine Gedanken lesen zu können. Irgendwas in der Art: ‚Mein Gott, das Dummerchen, ich habe zwei Weltkriege überlebt …‘den Rest kennt man ja. Irgendwie kam ich mir mit meiner Maske wie eine Außerirdische unter Zombies vor. Einige Maskenlose waren auch schon etwas blass um die Nase. Nichts wie weg. Egal. Ich war froh wieder draußen zu sein, und sicher, dass diese Menschen den letzten Masken-freien Tag nutzten, um noch ein wenig Gesichts-Freiheit zu genießen. Ich habs vergeigt, aber mein Mann mochte mich dafür umso mehr. Und was gibt es denn wichtigeres?

*Zum Titel

Unrecht und Manipulation sind so alt wie die Welt. ‚Kälbermarsch‘ ist eine zeitlos gültige Metapher und ist keinesfalls als Kritik an jene Menschen gedacht, die in ungleich härteren Zeiten schlimmstes durchgemacht haben. Mächtige Eliten treiben uns Menschen seit Jahrtausenden vor sich her. Unterstützt von Propaganda, versteckt unter freundlichen Deckmäntelchen. Ich denke, wir alle sind aufgerufen, nichts ungeprüft hinzunehmen, selbstständig zu denken und alles kritisch zu hinterfragen. Mein Techniker sagt immer; „Bevor ich mich zu sehr wundere, glaub ich’s nicht“ und meistens behält sein kritischer Geist recht.

In diesem Sinne einen guten Tag 🙂

Eure Lo

Kalt ist es geworden, eine Metapher?

Mein Mann und ich machen fast täglich einen Spaziergang. Das dürfen wir, denn wir sind Österreicher und leben in einem gemeinsamen Haushalt. (Mein Gott, wie sich das anhört). Das Landleben empfanden wir auch in ‚normalen Zeiten‘ als Privileg, aber nun erscheint es fast schon wie ein Luxus.

Es ist gespenstisch leer auf den Wegen. Das ist auch den eisigen Wind geschuldet, der uns um die Nasen pfeift. Aber es ist nicht nur der Wind. Bis auf einen Jogger, einer alten Frau auf Krücken und einem alten Mann, der eine kurze Verschnaufpause eingelegt hat, begegnet uns niemand. In der Luft liegt eine erkleckliche Menge an Feinstaub. Es stinkt quasi zum Himmel. Viele heizen in der Übergangszeit mit billigem Holz, aber darüber regt sich zurzeit niemand auf. Alles eine Frage der Prioritäten.

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Sonntagsgeschichte #3

Die Tür des Restaurants öffnete sich. Nun war er da. Instinktiv richtete ich mich auf, denn die stattliche Erscheinung war äußerst Respekt einflößend und ich wollte nicht allzu klein erscheinen. Jetzt nur nichts falsch machen, dachte ich und wischte mit der rechten Handfläche über den Stoff meiner Hose, um sicherzugehen, ihn nicht mit einem verschwitzten Händedruck begrüßen zu müssen. Mein Puls war etwas höher als gewohnt und ich ermahnte mich, ruhig zu bleiben und das Atmen nicht zu vergessen.

Das war gerade schwierig, denn in meiner Lunge hatte sich bereits einiges an Luft angesammelt und wollte unbedingt raus. Dennoch vermied ich es tunlichst, lautstark auszuatmen, denn ich fürchtete dadurch meine Angespanntheit zu verraten. Mir blieb nichts anderes übrig, wieder bewusster aber dennoch unauffällig ein- und auszuatmen, um dem vermeintlichen Unheil, dass gerade auf mich zukam, nicht mangels Sauerstoffzufuhr vor die Füße zu fallen.

Immerhin handelte es sich um meinen Vorgesetzten, der zufällig auch der Controller war. Als er unmittelbar vor mir stand, nahm ich den dezenten Geruch seines Eau de Colognes wahr und bemerkte die akribisch gepflegten Hände. ‚Buchhalter eben‘, schoss es mir durch den Kopf. „Warten sie schon lange?“, sagte er und neigte seinen großen Kopf mit dem akkurat kurz geschnitten, grau melierten Haar, in meine Richtung. Dabei fiel mir sein flacher Hinterkopf auf und plötzlich überkam mich der absurde Gedanke, dass dies ein Zeichen geringer Intelligenz sein könnte, was ich nach reiflicher Überlegung wieder verwarf.

Er war perfekt gekleidet, die Bügelfalte seiner grauen Flanellhose war messerscharf und der Saum seiner Hose lag genau mit diesem einen Knick auf den glänzend polierten Schuhen, wie es sich gehörte. Das passende Tweed Sakko über dem tadellos gebügelten hellblauen Hemd war makellos, aber von dezenter Zurückhaltung. Wie immer, ergänzte eine perfekt abgestimmte Krawatte seine äußere Erscheinung. Einzig seine imposante Größe passte nicht ganz in das übliche Bild eines zahlenverliebten Buchhalters.

Er setzte sich und betrachtete kurz die frischen Blumen auf dem strahlend weißen Tischtuch, welche ein gut geführtes Restaurant vermuten ließen. „Was möchten sie trinken?“, fragte er. Mir war nach einem Glas Wein, aber stattdessen sagte ich bescheiden: „Ein Mineralwasser, bitte.“

„Ist es in Ordnung für sie, wenn wir vorerst nur etwas trinken und erst nach der Besprechung etwas essen?“, fragte er. „Ja, natürlich“, antwortete ich. Daraufhin winkte er der Kellnerin und bestellte für mich ein Wasser und für sich ein Viertel Zweigelt. Dass viele Reden machte mich durstig, und so griff ich des Öfteren zum Glas. Dies bewirkte, dass die Anspannung mit jeder Minute sank. Allerdings nur bis zu jenem Moment als der Controller fragte: „Noch ein Glas Wein für sie?“ Noch ein Glas Wein? Ich sah nach meinem Glas Wasser. Das allerdings war unberührt. Das Weinglas des Controllers jedoch war leer.

© LoPadi

Titelfoto: Unsplash

Eiszeit …

Impressionen einer Wanderung an einem Frühlingstag an dem der Winter zurück gekehrt ist. Irgendwie spür ich das bis tief ins ❤️ und irgendwie beunruhigt mich die momentane Situation immer mehr …Nicht wegen des Virus, sondern wegen der Unverhältnismäßigkeit der Reaktionen darauf. Alles scheint eingefroren, wie das Wasser in den Pfützen der Waldwege …

Kein gutes Gefühl …unfrei und traurig …

Garten- Mantra

Ich♥️ meinen Garten. Nie war er so wertvoll wie jetzt.

Wenn alles etwas sinnlos scheint,
weil jemand weiß, ein anderer meint,
und jede Nachricht mich verstört,
dann weiß ich wo man hingehört.
Dann kann ich’s kaum erwarten,
dann will ich in den Garten.
Ich lausch dem Wind in alten Bäumen
und schon beginne ich zu träumen
und zu der Hummeln tiefen brummen,
gesellt sich helles Bienensummen.
Wie gibt es das? Das kann nicht sein,
denk ich mir ganz verdorben,
die Journalisten schreiben doch sie sind bald ausgestorben!
Doch nein, hier summen sie zuhauf und sammeln, was nur geht,
ich atme auf und denke mir; es ist noch nicht zu spät!
Wohin ich schaue, alles grünt, vom Unkraut ganz zu schweigen,
das wächst rasant und wie verrückt, das ist dem Zeug so eigen.
Das geht zulasten, stellt euch vor- von meinem alten Rücken,
denn statt dem Guss mit schnödem Gift muss ich mich ständig bücken.
Egal, vom Zorne keine Spur, ich rette hier die Erde. 
Und es ist mir ganz egal, wenn ich zum Krüppel werde.
Ein Blick auf meine Beete hoch, versetzt mich in Entzücken,
warum wohl, doch ihr wisst es schon-hier muss ich mich nicht bücken!
Ein Garten ist das höchste Glück, wenn’s  wächst, sprießt und gedeiht,
dann ist das einfach wunderschön und eine helle Freud!
Seht euch doch selbst die Bilder an; ist das nicht eine Pracht?
Na, wie ist’s? habt ihr nicht Lust, wie wärs mit selbst gemacht?
Am Fensterbrett oder Balkon, da wächst es auch ganz wacker.
Man braucht nicht unbedingt ein Beet oder einen Acker!


In diesem Sinne …


Sonntagsgeschichte #2

Fünf Waldsterne*

Stellt euch einen wunderschönen Wald vor. Erfüllt von den Geräuschen der Natur und dem Rauschen eines Baches. Die Sonnenstrahlen durchdringen das Laub der Bäume und landen sanft auf prallem, feuchten Moos. Ein Bächlein schlängelt sich gurgelnd durch sein gewundenes Bett. Ich vernehme gedämpfte Schritte auf dem von Laub bedeckten Boden. Dann sehe ich die Beine eines Mannes und eine Hand, die eine flache Schale aus Holz auf einen Baumstumpf legt. In der Schale ist Mehl. Die Hand greift ins Nass und schöpft glasklares Wasser in das Mehl. Sie verrührt die Masse mit einem abgebrochenen Holzzweig. Dann kneten beide Hände so lange, bis sie mit Konsistenz und Festigkeit des Teiges zufrieden sind. Die Hände des Mannes prüfen und drücken und legen den Teig schließlich zur Seite.

Und es geschieht, dass ich vollkommen in diese Welt eintauche, in das geschickte Hantieren dieses Menschen, der kein Wort spricht und die Kapuze seines Sweatshirts tief in das Gesicht gezogen hat. Seine Bewegungen sind leichtfüßig und geschmeidig. Er liebt und kann, was er tut. Jeder seiner Handgriffe ist ein sichtbarer Beweis dafür. Im Hintergrund lodert und knistert ein offenes Holzfeuer.

Fasziniert beobachte ich wie er aus einem Rinderfilet das beste Stück schneidet und es für das Braten vorbereitet. Er balsamiert es mit Öl, Kräutern und einer Prise groben Salzes. Bald liegt der Braten von Wildkräutern umrahmt, in einer gusseisernen Pfanne über dem Feuer und wird so lange gewendet, bis es vollständig angebraten ist. Nach ein paar Minuten entnimmt er es und gönnt dem Filet etwas Ruhe. In die Bratrückstände der Pfanne mischt er Chili, Balsamico und Butter. Er schwenkt die Pfanne, bis die Soße dunkel und dickflüssig ist. Dann geht er in den Wald, findet wilde Champignons, schneidet sie in Würfel und vermengt sie mit klein gehackten Oliven und brät die Mischung an.

Ich bin fasziniert. Das Zusehen allein ist wie Meditation. Das Schweigen des Mannes tut gut und versetzt mich in eine wohligen Schläfrigkeit. Nur die Neugier hält mich wach. Nun streicht er den Teig mit Öl ein und bearbeitet ihn mit seinen Handflächen bis er eine dünnen Hülle ist. Das Einölen gleicht eher einem Streicheln. Dabei bearbeitet er den Teig mit so viel Zärtlichkeit und Gefühl, dass ich geneigt bin, gedanklich abzuschweifen …

Pilze, Oliven und Gewürze werden auf der Teigfläche verteilt, das Filet vorsichtig daraufgelegt und wie ein Geschenk verpackt. Danach nimmt er ein großes, glattes Stück Ton und bestreicht es reichlich mit Öl. Er legt das Bündel mit der Platte in das offenen Feuer. Er wendet und dreht es so lange, bis es braun und knusprig ist. Am Ende hebt er es mit seinem riesigen Messer auf ein Holzbrett und beginnt sein kulinarisches Werk vorsichtig aufzuschneiden. Zum Vorschein kommt ein herrlich saftiges Beef Wellington, zart rosa gegart-einfach perfekt. Nur allzu gerne würde ich probieren.

Aber das geht nicht, denn es ist nur ein Video-Clip.

Aber einer mit fünf Waldsternen *

© LoPadi

Hat Richard David Precht recht?

Die Sehnsucht nach dem Ausnahmezustand?

Ist es wirklich so, dass die Erregungsgesellschaft, welche seit 75 Jahren in Friedenszeiten lebt, eine Art Ersatzkriegs – Erlebnis braucht, um zu sich selbst zu finden und ein besserer Mensch zu werden? Folgt man den sozialen Medien möchte man es glauben.

Mathias Horx behauptet gar, diese Krise würde die Welt verändern. https://www.horx.com/en/48-die-welt-nach-corona/. Genau. Vor zehn Jahren hat er in einem Vortrag behauptet der ganze Mittelstand würde wegbrechen. Und? Den Mittelstand gibt es nach wie vor und er ist die wichtigste treibende Kraft in der Wirtschaft. Um zu begreifen, dass man Geld nicht fressen kann, braucht es keinen Virus. Oder doch?

Gestern entdeckte ich zufällig dieses Interview von Richard David Precht und danke mir, was ich nicht mehr gewagt habe zu hoffen; es gibt sie doch noch. Menschen mit scharfem Verstand, die in der Lage sind, einen kühlen Kopf bewahren …

Bleibt abzuwarten, wie lang die Gesellschaft nach der ‚Krise, die guten Vorsätze beibehalten wird …

Euch allen ein schönes Wochenende. Das Wetter soll ja mies werden. Das hat auch etwas gutes 😉 Damit fällt es leichter dem Trend des #corCoonings zu folgen.

Überraschung, Überraschung …

In Zeiten des ‚Innehaltens‘ dreht sich bei uns alles um den Garten. Zudem herrscht traumhaftes Frühlingswetter. Es wird fleißig umgestochen und der Boden gelockert, die Hochbeete werden mit Humus und frischer Erde versorgt und dabei kommt so manche Überraschung zum Vorschein …

Sie haben den Winter überlebt und sind noch tadellos in Form

Morgen ist ohnehin ein Wokgericht geplant, da passen die Karotten bestens dazu. Letztes Jahr haben wir noch einige Erdäpfel gefunden und die waren ebenfalls unversehrt und haben gut geschmeckt. Vielleicht liegt es an den mildern Wintern, aber ich habe einfach den Eindruck, dass sich die Natur nicht unterkriegen lässt und sich immer wieder durchsetzt. Man sieht es ja an den Flüssen und Meeren, die sich aufgrund unserer Zurückgezogenheit schnell wieder erholen. Bleibt nur zu hoffen, dass wir es nach den Covid-19-Maßnahmen nicht wieder allzu schnell versauen ….

Fastenzeit?

Intervallfasten (intermittierendes Fasten)

In den letzten Tagen kommt immer wieder das Intervallfasten als immun stärkender Aspekt zur Sprache.
Und weil ich gerade jetzt ein starkes Immunsystem brauche, habe ich recherchiert.

Vorteile:

Relativ einfach zu handhaben. 16 Stunden Fasten, 8 Stunden Essen,
oder 1 Tag Fasten, 1 Tag Essen u.s.w.
Für Menschen, die auf ein Frühstück oder das Abendessen verzichten können, ideal.

Gesundheitlicher Aspekt

Zumindest bei Tierversuchen hat sich gezeigt, dass das Intervallfasten zu einer höheren Lebenserwartung führt und zu geringeren Raten altersbedingter Krankheiten. Bei Menschen ist bis dato ungeklärt, ob es positive Effekte bezüglich der Gesundheit oder des Alterns gibt.

Fakten und Kritik

https://www.aerzteblatt.de/archiv/205110/Intervallfasten-Essen-mit-Blick-auf-die-Uhr

Meine Erfahrungen

Mit Dinner Cancelling habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich viel besser schlafe, seltener wach werde und am Morgen wesentlich ausgeruhter und erholter fühle, als wenn ich nach 18h noch etwas zu mir nehme. Wasser und ungezuckerten Tee habe ich getrunken, soviel ich wollte. Dadurch konnte ich auch mein Wunschgewicht halten. Sechs Kilo abgenommen habe ich mit einem dreimonatigem Verzicht auf jeglichen Zucker – inklusive Fruchtzucker.

Und heute?

Heute genieße ich meine Mahlzeiten mit meinem Mann und habe alle Maßnahmen aufgegeben, von denen ich glaubte, sie würden mich glücklicher machen. Ich bin zu sehr »GESELLSCHAFTSESSERIN«, und verzichte nur ungern auf genussvolle Momente mit lieben Menschen.

FAZIT

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist immer noch das Beste. Die alte Weisheit von viel Gemüse und wenig Fleisch, ausreichender Bewegung in guter Luft und geistige Aktivität, gilt nach wie vor und hält auch mich gesund und beweglich. Ein zufriedenes und sinnstiftendes Leben ist jedoch genauso wichtig.

Titelfoto: Dr. Satchin Panda und Dr. Amandine Chaix

Des Kaisers neue Kleider …

Mhm, wie fange ich am besten an. Grundsätzlich wollte ich mich an der unsäglichen Corona Diskussion nicht mehr beteiligen, nichts mehr lesen und nichts mehr hören. Nachdem aber unsere Regierung gravierend in das Leben der Österreicher eingreift, sehe ich mich als alte Rebellin beinahe genötigt einen kleinen Blog-Beitrag leisten. Ich würde mich freuen, wenn ihr, nach dem ihr das Video gesehen habt und es euch logisch erscheint es fleißig teilt. All der Schwachsinn von Panikmache bis zum Horten von Klopapier ist ja bereits bis zum Erbrechen geteilt.

Manipulation der Massen

Die Medien haben es nach dem Gretahype wieder geschafft, was Neues zu entdecken und viele Menschen damit in Panik zu versetzen. Das können diese Brüder wirklich gut! Aber noch ärger treiben es die Ahnungslosen in den sozialen Medien. Was hier an Dramatik, Angst und Panik abläuft, bis hin zu Profilbildern mit der dringenden Aufforderung zu Hause zu bleiben, ist wieder einmal typisch für unsere Spezies. Die medizinisch ahnungslosen Politiker müssen sich von vermeintlich kompetenten Medizinern beraten lassen. Was bleibt ihnen auch anderes übrig. Was die wahren Beweggründe dieser Experten sind, schildert Dr. Wolfgang Wodarg in seinem *Statement für mich in nachvollziehbarer Weise. Also, wen es interessiert und wenn ihr wissen wollt was das mit ‚des Kaisers neue Kleider‘ zu tun hat, dann schaut es euch an.

*Allerdings missfällt mir der Spendenaufruf unterhalb der Videos. Das scheint heutzutage der allgemeine Trend zu sein, Geld zu verdienen. Man muss dem ja nicht nachkommen.

Ein Umstrittener …aber klingt das, was er sagt es nicht logisch?

Wie sind wir in der Vergangenheit mit Viren umgegangen?

Waren wir nicht alle recht sorglos? Inklusive mir. Ich ging trotz grippalem Infekt zur Arbeit und Pharmazie sei Dank (?), war das möglich. ‚Wegen eines Schnupfens bleibt man doch nicht zu Hause!‘, war DIE einhellige Meinung. Zumindest unter den Machern. Und ich bin mir sicher; schon vor Jahren war vielleicht der eine oder andere von uns, ahnungsloser Träger des Coronavirus. Dennoch haben wir gearbeitet, in die Hand gerotzt und gehustet und die Viren munter auf Türschnallen und allen anderen Gegenständen des täglichen Lebens hinterlassen. Auch die Wirtshäuser und Eventlocations waren voll und auch hier saßen viele mit Schnupfen und mehr …

Was aber hat der g’scheite Kranke schon immer gemacht?

Die G’scheiten, haben sich ohne Medikamente zwei Wochen lang Bettruhe gegönnt, viel getrunken, wenig gegessen und ihr Immunsystem kämpfen lassen. Und schon haben sie für sich selbst und im Endeffekt auch für andere Maßnahmen getroffen, diesem Virenstamm künftig besser trotzen zu können. Die Virenteufel verändern sich extrem schnell. Deshalb ist es schwierig, einen wirkungsvollen Impfstoff zu finden und auch wenn ich mich in der Vergangenheit impfen ließ, war ich den ganzen Winter nie ganz gesund und nie ganz krank. Hauptsache arbeitsfähig!

Warum stellen wir uns dem Virus nicht einfach?

Ja warum? Niemand von uns weiß, ob wir den Virus nicht schon selbst einmal auskuriert haben. Er ist ja nicht erst seit heuer ‚unterwegs.‘ Und ich möchte jetzt endlich einmal eine Statistik sehen die besagt: Wie viele infizierte weltweit, wie viele geheilt uns wie viele tot? Und wenn tot, dann eindeutig wegen des Coronavirus, oder waren noch andere Krankheiten im Spiel. (Gerade bei älteren Menschen ein wichtiger Faktor)

Wie lange überleben Viren?(Link) https://www.derstandard.at/story/2000063260064/wie-lange-viren-ueberleben

Was ich tun werde ist klar.
Vorbeugend: Hände waschen, so oft wie nötig, Niesen nur in den Ellbogen.
Bei Grippesymptomen zu Hause bleiben und ab ins Bett, wenn möglich in einem eigenen Raum.
Möglichst wenig Kontakt mit der Familie und Freunden. (ich muss meinen Mann immer zwingen, mich NICHT zu pflegen)


Viel trinken und schlafen, schlafen, schlafen. Hunger hab ich eh keinen, aber wenn, ist das ein Zeichen der fortschreitenden Genesung.
So bin ich noch immer gesund geworden und mein Partner nicht krank.

Euch allen eine gute Woche und lasst euch nicht unterkriegen!

Sonntagsgeschichte #1

DAS LICHT IN UNS ALLEN

Costa Rica, Februar 2020

„Waaas ist das glücklichste Land der Ärde?“, fragte Otto, unser Mann in Costa Rica. In mir kam die leise Ahnung einer Antwort auf, die mit der Gewissheit, dass sich Ottos Fragen stets nur um das Eine drehten, ‚Costa Rica‘ war. Aber niemand sagte etwas, denn im Bus herrschte wieder einmal Kühlschranktemperatur und weil die meisten mit dem Anziehen von Pullovern und Jacken beschäftigt waren, hatten sie die Frage vermutlich überhört oder sie wurde im Moment des Kampfes gegen die Klimaanlage als zu zynisch empfunden. Einzig wir Frauen beschwerten uns. Die Männer hingegen hatten kaum Probleme mit der Kälte. Der Busfahrer konnte auch nichts dafür, denn aufgrund der hundertprozentigen Luftfeuchtigkeit und der Kühle des Dschungels, blieb ihm nichts anderes übrig, als ebenfalls zu kühlen, denn sonst hätte die Windschutzscheibe beschlagen und er wäre im Blindflug durch den Urwald geirrt.

Otto versuchte uns von der Kälte abzulenken und rief mit dramatischem Unterton: ‚Maaain Gooott‘, von 143 Ländern sind wir die Nummär ains!“ War klar, aber wie schon gesagt … auch mein Liebster und ich hatten uns eingekuschelt, denn die Fahrt bis zum Ziel dauerte noch zwei Stunden. Otto schwärmte vom warmen, feucht-schwülen Nebelwald Monteverdes, den Hängebrücken und den Baum-Riesen, über die wir staunend wandern würden und er erzählte uns von den ‚Quäkern.‘ Dazu fielen mir sofort beschürzte Frauen mit Hauben und Männer mit Hüten und langen Bärten ein. Das waren doch jene, welche alles Fortschrittliche, ablehnten.

Otto klärte uns auf; in den Fünfzigern hatte eine Gruppe von Männern Angst, in den Korea Krieg ziehen zu müssen und wanderten daher mit ihren Familien von Alabama nach Costa Rica aus. Als Kriegsverweigerer wären sie in den USA im Gefängnis gelandet. Costa Rica, in dem das Militär seit 1948 abgeschafft ist, erschien als rettende Lösung. Zudem waren hier Einwanderer willkommen. Im Nebelwald wurden sie sesshaft. Sie siedelten sich gemeinsam mit anderen Bauern im heutigen Monteverde an und brachten es mit unermüdlichem Fleiß und Molkereiprodukten zu einigem Wohlstand.

In den Siebzigern versuchten illegale Einwanderer ihnen das Land streitig zu machen, aber die Quäker waren clever und erwarben ein 328 Hektar großes Gebiet, um es dem Naturschutz zu widmen. Das Gebiet ist inzwischen auf 5000 Hektar angewachsen und eine beliebte Touristenattraktion.

Die Quäker selbst bekamen wir leider nie zu Gesicht. Sie leben noch immer zurückgezogen in jenem Teil des Nebelwaldes, den sie ursprünglich besiedeln durften. Sie sind bescheiden geblieben und tief in ihrem Glauben verwurzelt. Das englische Wort Quaker bedeutet ‚Zitterer‘. Damit wurden sie früher oft gehänselt. Sie selbst bezeichnen sich als ‚religiöse Gemeinschaft von Freunden‘, die einen wertschätzenden Umgang miteinander pflegen und jede Form der Diskriminierung ablehnen.

Einer ihrer Glaubenssätze gefällt mir besonders. Er lautet:

‚Das göttliche Licht ist in uns allen.‘

© LoPadi

Eierbecher aus Blut

ARS ELECTRONICA Teil 2

Bioplastik

Wie ich diese Woche bereits erwähnt habe, flanierte ich letzte Woche mit meinem Techniker durch die Räumlichkeiten der Ars Electonica in Linz. Das Bärentierchen habe ich schon vorgestellt.

Fasziniert hat mich aber auch die Forschung um die Suche nach neuen recycelbaren Materialien für die Industrie. Womit ich auch schon bei den Eierbechern bin. Für Blatt-harte Veganer ist es jetzt vielleicht besser nicht mehr weiterzulesen;

Es fallen bei den Schlachtungen zum Wohle der Fleisch-verzehrenden Menschen Unmengen von Blut und Haut an. So hat man Blut, solange behandelt, bis es in gestocktem Zustand hart und beständig genug ist, ein Gefäß wie zum Beispiel einen Eierbecher zu formen. Aber jetzt mal ehrlich; würdet ihr einen Eierbecher aus Blut wollen?

…sieht nicht sooo toll aus, oder?

Veganes Leder

Es ist Euch sicher bereits über Taschen aus Kork bekannt.

Um veganes Leder zu produzieren, wird Polyurethan (PU) und Polyvinylchlorid (PVC) verwendet, die aus fossilem Brennstoffen hergestellt werden und nicht biologisch abbaubar sind. Weiters sind die Kunstlederartikel nicht so langlebig, werden früher entsorgt und schaffen mehr Müllberge.

Doch wie gesund ist veganes Leder wirklich? „Wenn man falsches Leder kauft, dann muss man sich auch im Klaren darüber sein, dass man Plastik kauft“, erklärt Amy Powner vom nachhaltigen Luxuslabels Mother of Pearl im Gespräch mit dem „Independent“.

aus: die Presse

In der Forschung versucht man z.B. mit Pilzfasern ein befriedigendes Ergebnis zu erzielen. Ich weiß nicht, aber mein Hausverstand sagt mir, dass es vernünftiger wäre, den Abfall aus der Fleischindustrie zu nutzen, als unter Beimengung von Chemie mit aller Macht aus Pflanzen Leder herstellen zu wollen. Alternativ forscht man daher nach umweltfreundlichen Kunststoffen.

Klingt gut, hält aber nicht lange …

Und so ist wieder einmal guter Rat teuer, aber ich habe auch sehr spannende Projekte entdeckt, wie zum Beispiel künstliche Gelenke und die Wiederherstellung von Fingern nach einem Unfall.

http://www.thealternativelimbproject.com/

Oder innovative Textilentwicklungen bei denen sich das Kleidungsstück automatisch an den Träger anpasst. https://selfassemblylab.mit.edu/

So, das war’s jetzt mit meinen Berichten vom Besuch der ARS ELECTRONOICA in Linz.

Bis bald …:-)

Das Tierchen aus dem all

ARS ELECTRONICA Teil 1

Am Samstag war ich im Bücherladen Thalia in Linz eingeladen, um eine Geschichte aus einem meiner story.one-Bücher vorzutragen. Da noch Zeit war, besuchte ich mit meinem Liebsten die Ars Electonica.

Mein Liebster, ein äußerst skeptischer Techniker, war gar nicht sooo begeistert, denn als er einige vermeintlich neueste Entdeckungen zu Gesicht und Ohr bekam, war er eher enttäuscht. „Nix neues“, raunte er mir leise ins Ohr, um die Dame bei der wir eine Führung gebucht hatten, nicht aus dem Konzept zu bringen.

Bärtierchen

OK, mir ging es ähnlich. Dennoch fand ich so manche technische Spielerei recht amüsant. Das ging so lange, bis mein enttäuschter Techniker vor einem verschlossenen Glaskubus stand, in dem allerlei Mikroskope standen und der verdächtig nach Forschungslabor aussah. Prompt fragte er einen der Helfer der Ausstellung, warum den ausgerechnet dieser Raum verschlossen sei und man glaubt es nicht-es wurde sogleich aufgesperrt und er wurde, mit dem Hinweis, ja nichts zu berühren, eingelassen. Und husch-weg war er.

Ich bin ja eher schüchtern und schloss mich dem entzückten Gatten, der vor Neugierde platzend die Treppe hinunter in den Raum eilte, nicht an, sondern blieb, wo ich war, um die beeindruckenden Aufnahmen von Kleinstlebewesen unter Elektronenrastermikroskopen zu studieren.

Bärtierchen auf Moos (Hypsibius dujardini) aus Sicht eines Elektronenrastermikroskops (Foto Ars Electonica)
Größe: Weniger als 1 Millimeter
. Das Grüne ist Moos.
Foto: Ars Electonica

Als sich mein Mann nach einiger Zeit wieder zu mir gesellte, war er wie elektrisiert. Ich stand gerade vor dem Bild mit dem Bärtierchen und bewunderte diese Science Fiktion-ähnliche Kreatur. „Papperlapapp, sagte mein Mann, das ist eine völlig falsche Darstellung dieses Mikroorganismus. In Wirklichkeit ist es total durchsichtig. Ich habe es gerade unter dem Mikroskop gesehen. Man sieht alles. Sogar die Innereien. In Wirklichkeit sieht er aus wie eine Qualle.“

Fadenwürmchen

Ich zuckte mit den Schultern und dachte nur: ‚OK, hättest gelesen, was auf der Erklärung neben dem Bild steht, wüstest Du, das der Fotograf das Bärchen nachträglich eingefärbt hat, um das Ganze interessanter zu machen. Originalaufnahmen von Elektronenrastermikroskopen sind im Original schwarz/weiß. Der Künstler wollte halt Aufmerksamkeit erregen, was ihm aus meiner Sicht gelungen ist.‘ Ich fand es ausgesprochen interessant, genau so wie das Fadenwürmchen daneben, von dem das Bärchen sich ernährt. Beide haben eines gemeinsam; es sind Überlebenskünstler.

Fadenwürmchen
Foto: Ars Electonica

Überlebenskünstler

Dieses faszinierende Bärtierchen hat mit seinen weniger als 1 mm Länge die Fähigkeit unter widrigsten Umständen zu überleben. Es beherrscht die Kryptobiose. Das bedeutet es kann Temperaturen von Minus 243 Grad bis Plus 77 Grad aushalten. Radioaktivität ebenso. Es kann den Sauerstoffverbrauch auf kaum noch messbare Werte reduzieren. Das könnte auch bedeuten, dass dieses Lebewesen mit einem Meteoriteneinschlag aus dem Universum auf die Erde gelangst ist. Wahnsinnig spannend! Fadenwürmer überleben bis zu 40.000 Jahre im Permafrost und Bakterien können 250 Millionen Jahre überdauern. Ich bin mir ganz sicher, dass irgendwo da draußen in diesem unfassbaren Universum, Leben existiert. Aber nicht in der Form wie es uns in Science Fiction Filmen vorgemacht wird, sondern eher im Mikrobereich. Den diese Organismen scheinen viel bessere Voraussetzungen für das Überleben mitzubringen als andere riesigen Verwandte, die allesamt ausgestorben sind … Wir sind eben alle nur aus »Sternenstaub«

Unter dem Lichtmikroskop sieht es so aus, wie von meinem Mann beschrieben.
Bild von: Frank Fox – http://www.mikro-foto.de, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=20217348

Euch allen eine gute Woche. 🙂

„Ich lebe noch …“

Meine Kollegin war schwere Alkoholikerin und versuchte wie so viele, ihre Krankheit zu verbergen. Erst Jahre später, nach dem Entzug, erzählte sie mir diese Geschichte:

„Wen ich soff, begann ich mich zu verwandeln. Ich wurde fröhlich, war gelassen und zufrieden. Es war großartig. Noch ein Glas, noch eine Flasche. Das waren meine einzigen Ziele. Ich war in meinem Wohlfühl-Universum. An diesem Tag ging es mir besonders schlecht. Also holte ich eine Flasche und ein Glas. ‚Schenk ein, flüsterte eine Stimme, schenk ein. Mit jedem Schluck wird es besser.‘ Ich dachte an die zarte Schärfe des Alkohols und das wärmende Gefühl im Magen. Ein schönes, ein vertrautes Gefühl. Ich griff hastig nach der Flasche und stieß sie um. Sie krachte auf den Glastisch. Die Flüssigkeit breitete sich aus wie ein Ölfleck, wurde größer, bis sie über den Tischrand, auf den Boden tropfte. Bald roch es im ganzen Raum nach Schnaps. Es roch nach meinem neuen Geliebten, ohne den ich nicht mehr leben konnte. Ich war ihm hörig.

Das Chaos war mir egal, denn mir fiel etwas Besseres ein. Die Idee fand ich witzig. Ich bekam einen Lachanfall. Ich lachte bis ich heulte. ‚Heul nicht, schimpfte ich, es ist bald vorbei. Die Einsamkeit, der Schmerz, das Saufen.‘ Ich schleppte mich ins Bad, stolperte,und fiel der Länge nach hin. Weil ich nicht aufstehen konnte, schrie ich vor Wut. Ich dachte: Wenn mich jetzt jemand sehen könnte-mich, die elegante Dame mit den schönen Haaren und teuren Kleidern. ‚Ich wäre auch gerne wie du‘, sagten sie. Wenn die wüssten!

Mühsam rappelte ich mich hoch. Fieberhaft suchte ich nach dem Haarföhn. Musste tun, was zu tun war. Jetzt sofort! Mir wurde schwindlig. Alles drehte sich. Was tat ich nur? Warum half mir niemand? Plötzlich stand mein Mann neben mir. Er war traurig, weil ich betrunken war. Aber es war nur ein Trugbild, denn er hatte mich schon lange verlassen. Er war einfach gestorben, obwohl er mir versprochen hatte, dass wir gemeinsam alt werden würden …

Endlich floss das Wasser aus der teuren Armatur, die wir gemeinsam ausgesucht hatten. Ich erinnerte mich, dass wir deshalb Streit hatten. Aber ich konnte ihn, wenn ich wollte, mit nur einem Blick umstimmen. In meinem Rausch streichelte ich sein Gesicht. Dieses Gesicht, das ich so sehr liebte. Wie vermisste ich dieses wunderbare Gefühl. Plötzlich war es wieder da, aber es war nur der warme Wasserstrahl, der über meine Hand floss.

Ich zog mich aus, wollte in diesem Gefühl baden. Aber vorher brauchte ich den Haarföhn und ein Verlängerungskabel. Ich legte alles sorgfältig auf den Rand der Wanne und wartete auf den richtigen Zeitpunkt. Das Kabel war angesteckt. Langsam glitt ich in das warme Wasser und beobachtete, wie die Wanne sich füllte. Alles bereit. Entschlossen nahm ich das Gerät und drückte den Kippschalter. Ich schloss die Augen und ließ den Föhn aus meiner Hand gleiten. Hoffentlich geht es schnell, dachte ich .“

„Um Himmels willen“, rief ich entsetzt.

„Kurzschluss, sagte sie. Ich lebe noch und danke dem Zufall dafür. Ich hatte nur vergessen, wie schön das Leben sein kann. Auch ohne Alkohol. Es war hart, aber ich habe es geschafft.“

Sie griff nach ihrem Glas Wasser und lächelte.

© LoPadi

Das Ungeheuer …

Aufgeregt stand der Junge vor seiner Mutter und rief mit weit aufgerissenen Augen: „Mutter, Sie haben ihn gefangen. Komm schnell, wir müssen ihn sehen!“ Während die Worte aus dem Jungen heraussprudelten, zog er an ihrer schmutzigen Schürze und versuchte sie mit aller Gewalt von der Feuerstelle wegzuziehen. Unwillkürlich straffte sich ihr Körper. Sie war hellwach und alarmiert. Besorgt sah sie auf den erregten Jungen hinunter. „Wen willst du sehen?“, fragte sie in beiläufigem Ton, obwohl bereits eine Ahnung in ihr aufstieg.

„Den Teufel mit den vier Hörnern“, antwortete er mit vor Aufregung bebender Stimme. Sie löste die Hände ihres Jungen von der Schürze, umfasste sie sanft, sah ihm tief in die Augen und sagte mit ruhiger Stimme: „Es gibt keinen Teufel“. Dann wandte sie sich wieder dem Kessel mit der dampfenden Suppe zu.

„Aber was ist es dann?“, fragte der Junge und zog abermals an ihrer Schürze. Sie seufzte und schaute nach oben auf die rußgeschwärzte Decke, als könnte sie dort die Antwort finden.

Schließlich sagte sie mit traurigem Unterton: „Ich weiß  es nicht, mein Junge, ich weiß es nicht.“ Ein plötzliches und beklemmendes Gefühl engte ihren Brustkorb ein, aber sie riss sich zusammen, und lächelte zärtlich auf ihren geliebten Sohn hinab.

Niemand hatte diesen ‚Teufel‘ wie sie ihn alle nannten, jemals genau gesehen. Es gab nur Gerüchte und bei den Beschreibungen ging die Fantasie mit den Menschen durch. Sie glaubten gesehen zu haben, was sie sehen wollten. Ein Ungeheuer, eine gefährliche Bestie, ein wildes Tier. Für manche war das Wesen eine Ausgeburt der Hölle.

Das unheimliche Wesen sei von kleiner, gedrungener Gestalt, behaupteten jene die es angeblich gesehen hatten. Vollständig behaart sei es, muskulös und kräftig. Es laufe schnell und auf allen Vieren. Mehrere Hörner krönten den mächtigen Schädel und am Kinn wuchere ein langer Bart.

Die Zeiten waren hart, man glaubte nur zu gerne an Ungeheuer aus den Tiefen der Erde und die Kirche befeuerte diesen Aberglauben und schürte die Angst.

„Mutter, bitte komm mit!“, bettelte der Junge. Sie wusste, er würde nicht locker lassen. Schließlich gab sie nach und hob den Kessel von der Feuerstelle, stellte ihn beiseite, wusch sich die Hände in einem Holzzuber und folgte widerwillig ihrem Sohn, der ungestüm voraus rannte. Seine bloßen Füße klatschten auf dem regennassen Boden und manchmal hatte sie Angst, er würde sich Genick, brechen, wenn er ungestüm den schmalen Pfad entlang sauste, über Baumwurzeln stolperte, sich blitzschnell wieder hochrappelte und weiter rannte. Zwischendurch blieb er stehen und sah ungeduldig nach seiner Mutter, die sich bemühte mit ihm Schritt zu halten.

Sie liebte diesen Jungen. Er war das Einzige, der ihr geblieben war, seit ihr Mann im Wald beim Holzfällen von einem Baum erschlagen wurde. Er starb im selben Jahr, in dem der Junge geboren wurde. Nur mit Mühe und Schinderei bei den umliegenden Bauern konnte sie sich und den Jungen über Wasser halten.

Als sie dem Dorfplatz näher kamen, hörten sie den Lärm der aufgebrachten Menschenmenge. Manchmal mischte sich ein leises Wimmern und Knurren und dumpfe Schläge in das Gegröle. Wirre Gedanken rasten durch den Kopf der Mutter. Konnte es sein?  Es war so viele Jahre her. Und wenn; was hatten sie und ihr Mann damals für eine Wahl gehabt? Keine Arbeit, wenig Brot. Und dann diese Ausgeburt der Hölle in den blutigen Bettlaken. Niemals würde sie das Entsetzen in den Augen der Hebamme vergessen – die seltsamen Schreie des Neugeborenen …

Der Holzkäfig, in dem das Wesen kauerte, befand sich auf einem Wagen, der vor zwei Ackergäule gespannt war. Die Pferde blieben auch dann ruhig, wenn die Kreatur vor Angst aufschrie und sich aus dem Holzkäfig zu befreien versuchte. Die Menschen johlten und ballten die Fäuste. Sie warfen mit Unrat und einige schrien: „Hängt ihn auf!“

Der grausame Wunsch kam von ungebildete Bauern, die arm und abergläubisch waren. In diesen düstere Zeiten, mit ihren Kriegen und großer Armut kam ihnen ein Sündenbock gerade recht.

Die behaarte Kreatur kauerte verängstigt in einer Ecke des Käfigs und die Mutter, die sich neugierig genähert hatte, sah das Weiße in den in Panik geweiteten Augen. Als sie den Anblick nicht länger ertragen konnte, wandte sie sich um, suchte die Hand ihres Sohnes und zog ihn energisch vom Platz.

„Es ist genug, wir gehen“, sagte die Mutter bestimmt.

„Nein, ich will hierbleiben“, protestierte der Junge.

Sie beugte sich hinunter und flüsterte in sein Ohr: „Wenn du mitkommst, verrate ich dir ein großes Geheimnis.“ „Schwörst Du’s?“, fragte der Junge mit skeptischer Miene. „Ja, ich schwöre es“, antwortete die Mutter, konnte dem Jungen dabei aber nicht in die Augen sehen.

Seine Neugierde war geweckt und er folgte ihr willig. Sie aber kannte ein Geheimnis, von dem ihr Sohn niemals etwas erfahren würde. Nur fort von hier, dachte sie. Das Grauen hatte sie erfasst, denn sie war sich jetzt ganz sicher.

Die Kreatur im Käfig war ihr Kind. Ihr eigenes, verkrüppeltes und ausgestoßenes Kind …

Wie es zu dieser Geschichte kam …

Bei einem unserer letzten Wanderungen stießen ich auf eine seltsame in Stein gemeißelte Figur. Sie hatte Ähnlichkeit mit einem sitzenden Löwen, dessen Antlitz menschlich war. Auf dem Kopf mit wildem Bart saß ein Hahnenkamm. Die Geschichte dieser Kreatur interessierte mich. Nach meinen Recherchen handelt es sich um den Maunzteufel , einer Gestalt aus der Salzburger Sagenwelt. Ich stellte mir vor, wie es hätte sein können. Das hat mich zu dieser Geschichte inspiriert …

22. Februar- ‚Petri Stuhl‘🐞

Bedeutung

Wisst ihr was ein Lostag ist? Gestern war einer. Petri Stuhl heißt er. Seltsame Bezeichnung … Das hat mich neugierig gemacht.

Keine Angst, das wird keine Sonntagspredigt, sondern ich habe nur ein bisschen recherchiert, weil ich darüber noch nie etwas gehört habe und weil mir niemand sagen konnte, was es damit auf sich hat.

Im römischen Kalender war dieser Tag ein ganz wichtiges Datum. Historisch geht das Datum vermutlich auf eine vorchristliche Totengedenkfeier zurück, bei der für den Verstorbenen ein leerer Stuhl aufgestellt wurde. In einigen Regionen Deutschlands galt dieses Datum als Frühlingsbeginn.

Lostag für die Bauern

Bleibt es winterlich …
… oder steht der Frühling vor der Tür?

Petri Stuhl ist wie jeder Lostag mit Bauernregeln verknüpft. Diese besagen, dass die Wetterlage vom 22. Februar 40 Tage bestehen bleibt.

Da habe ich mir gedacht, das ist nun endlich etwas was ich selbst überprüfen kann. In 40 Tagen werde ich ja wohl noch am Leben sein, um festzustellen, ob das stimmt😉

Bauernregeln:

☀️Ist an Petrus das Wetter gar schön, kann man bald Kohl und Erbsen säen.
❄️War’s in der Petersnacht sehr kalt, hat der Winter noch lange Gewalt.
🌄Ist es mild und nach Petri offen der Bach, kommt auch kein großes Eis mehr nach.
🌌Die Nacht zu Petri Stuhl zeigt an, was wir noch vierzig Tag für Wetter han.

Na dann, bis in 40 Tagen und schönen Sonntag🤩

Hexenschuss …

Ein Tag vor dem Urlaub …

Einen Tag vor unserer Abreise nach Costa Rica hat es mich wieder einmal erwischt. Wieder einmal heißt alle vier bis sechs Jahre. Eine falsche Bewegung und Zack. Wer den Schmerz kennt, dem muss ich die folgenden Stunden nicht schildern und wer nicht, der kann es sich sowieso nicht vorstellen. Man ist mit einem Schlag alt. Schrecklich alt und nahezu unbeweglich. Ich hatte keine Ahnung wie ich es zum Arzt oder zur Apotheke schaffen sollte. Aber ich schaffte es und bekam chemische Keulen verschrieben. Mir graute, aber sie halfen. So schaffte ich die fast 24 Stunden Anreise zum Urlaubsziel. Während des Urlaubs-eine Rundreise übrigens, ließ mich mein Rücken in Ruhe. Nicht so nach der Rückkehr.

Hexenschuss-2. Akt

Kaum war ich wieder zu Hause, wagte ich mich an die erste Yogastunde und was soll ich sagen; zack – ein Knacks und ich kam nicht mehr von der Matte hoch. Das darf doch nicht wahr sein, dachte ich und suchte verzweifelt eine Position, die mir ein Aufstehen ermöglichte. Nach endlosen Minuten gelang es endlich und ich erreichte nur mühsam den Schrank mit den chemischen Keulen. Dennoch fand ich kaum Schlaf und kam am darauffolgenden Tag nur im Schneckentempo voran. Da ich eine ausgesprochene Abneigung gegen Medikamente habe, begann ich im Internet nach Alternativen zu suchen.

Die Erlösung

Ich gab Lendenwirbelsäule und Schmerzen ein und wurde nachdem ich alle selbsternannten ‚Wunderheiler‘ aussortiert hatte, fündig. Zugegeben, es kostete mich einige Überwindungen, die Muskelverspannung zu lösen, aber es gelang mit jeder Übung immer besser und schließlich ebbte der Schmerz ab. Vorsichtig wiederholte ich diese Übungen auch an den Folgetagen und ging nach dem ich wieder schmerzfrei war, zu meiner täglichen Yoga-Routine über. Heute, 17 Tage später bin ich komplett schmerzfrei und endlich wieder die ‚Alte‘ oder sollte ich besser die Junge sagen, wenn man das mit 61 noch sagen kann 😉

Hier die Videos

Ich bin extra wegen der Übungen Prime Mitglied bei You Tube geworden. Das muss aber nicht sein, denn auch mit Werbung wirkt es!

Diese Übungen haben mich schmerzfrei gemacht

Herrlich entspannend!

Schönes Wochenende!

„Maaaiiin Gooott“

Er war um die vierzig, von kleiner aber kräftiger Statur, das Haar rabenschwarz, der Teint leicht gebräunt, das Grinsen wie aus einer Zahnpasta-Werbung. Vom ersten Tag an beherrschte er uns. Otto. Ein außergewöhnlich gut informierter Reiseleiter mit schauspielerischem Talent. Er hatte etwas sehr lehrerhaftes an sich und war ein ziemlicher ‚Schmäh-Führer‘. Am ersten Tag nach der Ankunft, und 11 Stunden Flug in einer Tiefkühl-Boing, drohte er uns schon während der Busfahrt in das Hotel mit einem Wissensquiz und einer Prüfung, die uns jederzeit und ohne Vorwarnung ereilen konnte.

Somit war er mir in der Sekunde unsympathisch, denn ich habe Aversionen gegen jegliche Prüfungen und Hallo-wir waren schließlich im Urlaub und nicht in einer Schule! Ich sah meinen Mann genervt an, der reagierte aber nicht und so beschloss ich, mich von der Realität zu verabschieden und ein wenig zu dösen. Das wiederum funktioniere nicht, denn die Klimaanlage war genauso eisig wie im Flugzeug, sodass mich das Klappern meiner Zähne am Einschlafen hinderte.

„Wie heißt die Hauptstadt von Costa Rica?“, plärrte Otto in das Bus Mikro. OK, dachte ich, das ist leicht und wollte antworten, aber da brüllte schon ein Ehrgeiziger in der vordersten Reihe „San José“. Boa, wie in der Schule. Erste Reihe – Streber! Darauf der Otto: „Super, sääähr gut, aber das war leicht! Wie viele Einwohner hat San José?“ Schweigen. Irgendetwas mit 200.000 hatte ich in Erinnerung, aber ich sagte nichts, denn ich wollte mich nicht blamieren.

„Maiiin Gooott – 340.000“, rief Otto und rollte dramatisch mit den Augen.

So ging es während der gesamten Rundreise. Wenn wir seine Fragen nicht beantworten konnten, rief er mit gespieltem Entsetzen „Maaaiiin Gooott“ und kündigte eine Nachprüfung an. Mit der Zeit verstanden wir, was Ottos Hilfeschrei an Gott bedeutete. Er mochte keine unwissende ‚Gringos‘, was bei den Costaricanern so viel wie ‚blond‘ oder dämlicher Ausländer bedeutete. Natürlich dachte er das nicht im Ernst. Dennoch entwickelte die Gruppe im Lauf der Reise den Ehrgeiz, alle Fragen Ottos richtig zu beantworten. Das war der Beweis für sein pädagogischen Talent.

In den zwölf Tagen, die wir zusammen verbrachten, lernten wir sehr viel über Costa Rica. Wir erlangten einiges Insider-Wissen über dieses wunderschöne Naturparadies. Otto lieferte interessanten Stoff mit vielen Geschichten und Anekdoten abseits der 0815 – Reiseleiter-Informationen. Wir lernten Land und Leute mit spannenden, geschichtlichen Hintergründen kennen. Wir wurden gute Schüler. Nach zwei Wochen waren wir ‚Experten‘. Für mich ist genau das der Sinn des Reisens. Öfter einmal hinter die Kulissen des Landes zu schauen, interessante Menschen und ihre Geschichten kennenzulernen, zu staunen und zu lernen.

All das konnte dieser selbstbewusste Mann vermitteln. Otto war vielleicht nicht ‚Sympathie auf den ersten Blick“, aber auf den zweiten. „Maiiin Gooott“, man kann sich auch mal irren …

© LoPadi

Selbstheilung

Es gab eine Zeit, da war ich nicht ich selbst. Zweifel beherrschten meinen Tag, Angst die Nacht. Mein Job, war mein Leben und nahm mich völlig ein. Als williges Instrument ließ ich es zu. Ich hastete von Termin zu Termin, von Besprechung zu Besprechung. Als verlängerter Arm eines Despoten war ich die Überbringerin der schlechten Nachrichten und das tat ich mit pragmatischer Distanz denjenigen Menschen gegenüber, die es betraf.

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Mein Costa Rica A-B-C

Anreise: Unsere Anreise im JÄNNER nach San Juan erfolgte mit Zug und Flugzeug (Edelweiß- Swiss Air- beide Airlines gehören zur Lufthansa). Der Hinflug dauerte ab Wien 11 Stunden, der Rückflug mit Rückenwind 10 Stunden. Beim Hinflug war die Klimaanlage des Flugzeuges so kalt eingestellt, dass ich froh war, eine Winterjacke dabei zu haben. Später während der Rundreise in den Bussen, ging es mir ebenso.
Atlantik: Der Atlantik auf der Nordöstlichen Seite des Landes ist kühl und rau und hat uns nicht zum Baden eingeladen. (Unter 25 Grad)
Bekleidung: Sowohl leichte Sommerkleidung als auch Regenkleidung sind wichtig. Badesachen, Mücken-spray und Sonnenschutz nicht vergessen. Eine warme Jacke und festes Schuhwerk sowie eine leichte lange Hose für Wanderungen im Dschungel sind ebenfalls erforderlich.
Bildung: Wird in CR großgeschrieben. Seit die Armee 1948 abgeschafft wurde, fließt dieses Budget in die Bildung. Es herrscht Schulpflicht mit einer Vorschule ab vier Jahren. Wir waren selbst in einer Schule und hatten den Eindruck, von motivierten und interessierten Kindern. Es gibt keinen Analphabetismus und kein Kind muss in CR auf der Straße leben.
Biodiversität: Die Pflanzenwelt ist wegen des feuchtwarmen Klimas enorm vielfältig. Es gibt alleine 1200 Arten von Farnen. Ähnlich sieht es in der Tierwelt aus- (ca. 800 Vogelarten). 5% der gesamten Pflanzenwelt der Erde gedeihen auf Costa Rica, das flächenmäßig 51. 100 Quadratkilometer nur wenig größer als die Schweiz mit 41 285 Quadratkilometer ist. 27% der gesamten Landesfläche stehen unter Naturschutz. 50% des Landes sind heute wieder bewaldet. (Sekundärwald)
Costa-Ricaner: Rund 5 Millionen Einwohner leben in der Präsidialrepublik. 94 % Mestizen („Mischlinge“) und Weiße, 3 % Schwarze 1 % Indios, 1 % Chinesen und 1 % Sonstige. 52 % sind römisch-katholisch, 22 % Protestanten, inkl. evangelikaler Gruppierungen (Quelle Wikipedia).
Der größte Teil der Schwarzen, die einst als Hilfsarbeiter zum Eisenbahn und Straßenbau eingesetzt wurden, leben an der Atlantikküste. In anderen Landesteilen herrschen die Mestizen mit spanischem Wurzeln vor. Das ist das Ergebnis der unrühmlichen Vergangenheit der spanischen Konquistadoren in Costa Rica. Die männlichen Indios ließ man ermorden, die Frauen wurden zu ‚Paarungszwecken‘ am Leben gelassen. Die Menschen erlebten wir als entspannt, freundlich und hilfsbereit. Es gibt relativ wenig Kriminalität.
Einflüsse: Seit 1821 ist CR von Spanien unabhängig.
Handelspartner sind Europa und USA. Das Land wird gerne von Schweizern als Auswanderungsland genutzt. Es gibt einige Landstriche, wo man sich auf Grund der Natur und Architektur in der Schweiz wähnt. Amerikanisch stämmige Quäker habe es hier im Tourismus zu großem Wohlstand gebracht. Die Handelsbilanz des Landes ist dennoch konstant negativ.
Elektrizität/Handy/Tarife: Reisestecker nicht vergessen! Die Stromspannung beträgt 110-120 V bei 50-60 Hz. Die US- amerikanischen Flachstecker sind gebräuchlich und man kann sie vor Ort in den größeren Läden in den Elektroabteilungen kaufen. Handy: In den meisten Hotels ist kostenloses WLAN vorhanden. Manchmal allerdings nur in der Lobby. Roaming- Gebühren sind sehr teuer. Man kann aber auch Pre- Paid Karten kaufen. Landesvorwahl: 00506
Essen und trinken: Reis und Bohnen mit unterschiedlichen Beilagen wie Fleisch, Fisch oder Meeresfrüchten. Alkohol ist teuer. Eine kleine Flasche Bier ab 3,5 Dollar. Es empfiehlt sich dort zu essen, wo es auch die Einheimischen tun. Am Mittagsbuffet zahlten wir zwischen 32 und 12 Dollar pro Person.
Früchte: Sie werden uns fehlen; Ernte-frische Ananas, Mangos, Papayas und Bananen. Einfach köstlich und immer der erste Gang beim Frühstück. Die Fruchtsäfte sind verhältnismäßig günstig und schmecken herrlich.
Gastarbeiter: Wie in allen anderen Ländern auch. Was die Einheimischen um geringen Lohn nicht mehr machen wollen, machen die Gastarbeiter. Allerdings erhalten diese eine frei Unterkunft, Strom und Wasser. Ihre Kinder werden automatisch in das Bildungssystem integriert. Sie arbeiten hauptsächlich in den Plantagen.
Geografie: Topographisch lässt sich Costa Rica in fünf Großräume gliedern.
die vulkanischen Bergketten der Cordilleras, speziell die Cordillera de Talamanca
das Valle Central mit der Hauptstadt San José
die Schwemmlandebenen der Karibikküste
die zentrale Pazifikküste
die trockene Halbinsel Guanacaste im Nordwesten
In den Cordilleras gibt es eine Vielzahl noch aktiver und auch erloschener Vulkane, darunter der Turrialba. Die drei am meisten besuchten sind der Volcán Poás (2704 Meter), der Arenal (1633 Meter) und der Irazú (3432 Meter). Der Chirripó Grande (3820 Meter)[5] ist der höchste Berg des Landes. (Quelle Wikipedia)
Hunde: Wohin das Auge reicht. Jeder Haushalt hat mindestens einen. Sie sind genau so entspannt wie ihre Besitzer.
Impfungen: Keine vorgeschrieben.
Kaffee & Kakao- sind die Hauptexportmittel. Die Sorte Arabica aus CR gilt als die beste der Welt. Wenn man allerdings ein Tässchen Nespresso in Europa zum Kilo-preis von 90 Euro schlürft, darf man ruhig daran denken, dass die Hilfsarbeiter in den Plantagen für 50 Kilo handgepflückter Kaffeebohnen drei Dollar erhalten. 😦
Klima: Costa Rica hat drei Klimazonen. An der Pazifikküste herrscht von Dezember bis April die Trockenzeit und es ist heiß. Von Mai bis November hingegen kann es unangenehm schwül werden, denn das ist die Regenzeit. Ganz im Süden auf der Halbinsel Osa, herrscht immer schwüles Klima. An der Atlantikküste hat es konstant um die 26 Grad. In den von Gebirgen umgebenen Landesteilen im inneren hatte es um die 20 Grad. Nachts 16. Im Bergland kann die Temperatur auf 0 Grad abfallen.
Kriminalität: Costa Rica ist eines der sichersten Länder Mittelamerikas. Dennoch gibt es auch hier in den Großstädten rund um die Bahnhöfe Kriminalität. Auch rund um die Spielhallen (Casinos) gibt es Prostitution in typischem Rotlichtmilieu. Amerikaner sind die vorrangigen Kunden. Wir haben im geschützten Rahmen der Reisegruppe nicht viel davon mitbekommen. Außer in San Jose‘ im Umfeld des Casinos.
Kultur: Musik, Nationaltheater
Costa Rica besitzt eine vielseitige Musikkultur von traditioneller einheimischer Musik über karibische Musik und allgemein lateinamerikanische Musik bis hin zu weltweiten Strömungen und Stilen. Neben den internationalen Charts haben vor allem lateinamerikanische Tanzmusik – von Salsa bis Reggaeton – aber auch andere Stile und Gruppen aus Lateinamerika großen Einfluss. Gleichzeitig gibt es eine reiche Kultur an aktiven Musikern und zahlreiche private und öffentliche Musiker-Gruppen (zum Beispiel Universitätsorchester). Zu den typischen Elementen traditioneller Musik zählen unter anderen Gesang, Marimba und Gitarre. (Quelle Wikipedia)
Monteverde: Touristisch voll erschlossen. Großartiger Nebelwald, den man über Hängebrücken erkundet. Hochburg für Fans von Canopy. Ihr Gequietsche hallt durch den gesamten Urwald …
Panamericana: Auch durch Costa Rica führt diese 28 000 km lange Schnellstraße durch Nord- Mittel und Südamerika. Für Fans von alten amerikanischen Trucks eine gute Gelegenheit.
Pazifik: Das Highlight im Westen. 27 Grad warm. Wir sprangen nahe Quepos in diesen mächtigen Ozean und genossen das wunderschöne Hotel Parador.
Pferde: Gibt es im ganzen Land. Man kann auch Trekkingtouren buchen. https://www.viator.com/de-DE/Costa-Rica-tours/Horseback-Riding/d747-g9-c26032
Preise: Costa Rica ist teuer. Schließlich gehört das Land politisch zu den stabilsten, sichersten und friedfertigsten in Lateinamerika. Und das seit mehreren Jahrzehnten. Soziale Sicherheit hat nun mal ihren Preis. Auch hier.
Putzerameise: Angeblich (Quelle Reiseleiter) fallen von Zeit zu Zeit die schwarzen Putzer- Ameisen über die costaricanischen Haushalte her. Mann zieht dann einfach für ein paar Tage zu ameisenfreien Freunden und wenn man zurück kommt, sind die Ameisen weg und das Haus ist frei von Ungeziefer …
Ralle: Emanzipierte Vogeldame die alle Arbeit wie Nestbau, Aufzucht der Kleinen und deren Fütterung den Männchen überlässt.
Regenwald: Ob Regen- Nebel oder Trockenwald, alle sind imposant und auf sicheren Pfaden gefahrlos zu erwandern.
Rundreise: Kann ich empfehlen. 12 Tage würde ich aber nicht mehr machen. Zwei Tage Erholung im Hotel sind zu wenig, denn jeden Tag vor 07 h früh aufstehen ist anstrengend.
Sauberkeit: Costa Rica inklusive seiner Unterkünfte und Gastronomie ist blitzblank und man sieht weniger Abfall neben den Straßen als bei uns. Vorbildlich!
Schlangen: In freier Wildbahn keine gesehen außer im Schlangenhaus und das ist gut so, denn in CR leben die giftigsten Schlangen der Welt. Am häufigsten erwischt es leider die Gastarbeiter in den Plantagen. 300 Bisse 2019- sieben davon tödlich.
Souvenir: Leider meistens Massenware. Schöne Handarbeiten sind selten und sehr teuer.
Sprache: Spanisch. In der Schule wird als Fremdsprache neben Englisch als Freifach auch Mandarin unterrichtet. Mit Englisch kommt man fast überall durch.
Umweltschutz: Wird in CR großgeschrieben. Natürlich bin ich auf die österreichische Initiative (Regenwald der Österreicher) besonders stolz! KlimaschutzNaturschutz und Waldschutz werden als wichtiger Bestandteil der staatlichen Umweltpolitik angesehen und werden konsequent umgesetzt. Hatten Holzfäller in den 1970er und 1980er Jahren rund 80 % des Regenwaldes gerodet, sind heute wieder mehr als 50 % des Landes von Wald bewachsen. Zum Schutz des Waldes setzt Costa Rica erfolgreich auf den Ökotourismus, von dem sowohl Einheimische als auch umweltbewusste Reisende profitieren. So geben rund 1,5 Millionen Touristen jährlich fast 1,5 Milliarden Dollar für einen Besuch der Regenwälder und anderer ökologischer Ziele Costa Ricas aus.[9]
Rund 27 % der Fläche Costa Ricas stehen unter Naturschutz. 2012 gab es 160 Schutzgebiete wie biologische Reservate, Nationalparks und Naturschutzgebiete.
Es gibt 26 Nationalparks über das Land verstreut mit ganz unterschiedlichen charakteristischen Merkmalen. In dem 1969 erlassenen Gesetz zur Erhaltung des Waldes wurde Santa Rosa im Nordwesten des Landes an der Pazifikküste als erster Nationalpark eingerichtet. Gleichzeitig wurde eine Nationalparkverwaltung geschaffen, die aber zunächst weder genügend finanzielle Mittel noch Personal besaß, um den Park wirksam vor Bauern und Neusiedlern zu schützen. Dank der Privatinitiative Regenwald der Österreicher ist inzwischen die Situation deutlich besser geworden. (Quelle Wikipedia)
Vulkane: Es sind mehr als 120 und einige sind teilweise noch aktiv.
Währung: Colon. US- Dollar werden anstandslos genommen. Der Euro nicht. Wechselkurs: 1 Euro sind rund 600 Colon. Man wähnt sich im Italien von anno dazumal …
Wirtschaft: Man lebt in CR 1. vom Tourismus, 2. von der Landwirtschaft und 3. von der Industrie- hauptsächlich Electronic.
Zebu Rind: Dieses indische Buckelrind ist nahezu überall auf den Weiden anzutreffen.

Fazit: Costa Rica ist eine Reise wert!

Costa Rica ist eine Reise wert 🙂

Costa Rica 2020- PAZIFIKKÜSTE 11.+12.Tag

RELAX☀️😊🌊 Von Rincón de la Vieja an die Pazifikküste

05:30 Tagwache. Zum letzten mal. Bisher sind wir jeden Tag spätestens um halb sieben Uhr Morgens aufgestanden. Heute stehen uns noch sechs Stunden Busfahrt bis zum letzten Hotel bevor. Die längste Fahrt dieser Reise waren sieben Stunden.

Das Essen, die Preise

Mittagessen gibt es in einem Lokal an der PanAmerikanischen Autobahn in dem gerne auch Lastwagenfahrer Rast machen. Hier merkt man den Unterschied zwischen Touristennepp und landesüblichen Preisen. Haben wir in diversen Restaurants bisher zwischen 12 und 23 Dollar pro Person bezahlt, sind es nun sechs Dollar inklusive Getränk. Neben dem Lokal befindet sich ein Souveniershop mit abertausenden T-Shirts und anderer touristischer Massenware. Leider gibt es hier keine individuelle Handarbeit. Seit wir einen wunderschönen handgeschnitzten Tucan in einem Hotel gesehen haben, gefällt uns kein anderer mehr. Leider wollte uns der Hotelbesitzer dieses Kunstwerk nicht verkaufen.

Ein paar hundert Meter weiter machen wir vor einer Brücke halt und beobachten aus sicherer Entfernung mehrere Alligatoren. Unser Guide sagt es sei eine amerikanische Gattung. Sie werden bis zu s Meter Lang. Wir schätzen die Burschen auf fünf bis sechs Meter. Mich gruselt plötzlich, weil ich mir vorstelle, wie es denn wäre, jetzt von der Brücke zu stürzen …

See you later Alligator …

El Pazifico

Weiter geht es dem Pazifik entgegen. Ich kann es kaum erwarten, den geliebten Ozean wiederzusehen. 24 Jahre ist es nun her, als ich in der wunderbaren Südsee war und unwillkürlich kommen Erinnerungen hoch. Bodo ist zum ersten Mal am Pazifik. Auch er ist fasziniert von der Weite dieses Ozeans.

Eine Stunde später öffnet sich eine Bucht und er liegt vor uns; El Pazifico, der Friedlicheder größte Ozean der Welt. Sein seidenweiches, 28 Grad warmes Wasser- wie habe ich es vermisst …

Das letzte Hotel der Reise. Das El Parador

Das Hotel ist zur Abwechslung einmal richtig luxuriös.😲Die Einrichtung im spanische Stil ist geschmackvoll aber nicht aufdringlich. Alles blitzt vor Sauberkeit. Die parkähnliche Aussenanlage ist weitläufig und der Weg zum Zimmer ist ganz schön weit. Hier müssen wir auch nicht selbst die Koffer schleppen. Überall nur freundliche und hilfsbereite Mitarbeiter. Hier scheint jeder Mensch in seinem Beruf seine Berufung gefunden zu haben. Keine Spur von Gastrofrust. Vom Chef bis zur Reinigungskraft.

Wunderbare Aussicht👍

Auf den blitzblanken Böden im Außenbereich begegnet uns so manche stattliche Echse, die hier auf ein Stück Futter hofft. Faultiere hängen im träge Geäst und Papageien fliegen laut schreiend durch die Lüfte. Majestätisch ziehen Pelikane in exakten Formationen ihre Bahn. Die Aussicht auf den Pazifik ist grandios. Es ist 35 Grad heiß.

Immer diese Klimaanlagen …🥶

Die Klimaanlage im Zimmer hingegen versetzt uns in die Arktis und wir drehen sie auf 25 Grad hoch. Die viel zu kalt eingestellten Klimaanlagen gab es leider auch in den Bussen und im Flugzeug. Am Fenster im Bad entdecken wir einen weiteren Gast, einen Gecko, der sich am Fenster mit seinen Füßchen festgesaugt hat. Unser neues Haustier chen?

Haustierchen

Zwei Tage werden wir uns hier genüßlich ausruhen, im warmen Pazifik baden und den tollen Service genießen.

https://www.hotelparador.com/

Relax
Das frische Obst zum Frühstück, vor allem die süße Ananas wird mir fehlen

Costa Rica – RINCÓN DE LA VIEJA- 2020 10. Tag

Cañas, Die Tierpflegestation Las Pumas und der letzte aktive Vulkan (für uns) in Rincón de La Vieja

Der letzte Tag der Rundreise, führt endlich in wärmere Gefilde. Wir haben uns alle auf den Sonnenschein gefreut, aber 32 Grad im Schatten machen dann doch zu schaffen. Wir befinden uns heute im rustikalen ‚Cowboy Land‘ Costa Ricas.

Die Tierpflegestation Hagnauer

Hier führt man das Werk einer Schweizerin fort, die es sich vor 40 Jahren zur Aufgabe gemacht hat, verletzte oder ehemalige Haustiere, die die ehemaligen Besitzer nicht mehr haben wollten, aufzunehmen. Wir sehen Pumas, ein Ozelot, Kapuziner und Klammeräffchen und viele Papageien, von denen uns zwei mit „Hola“ begrüßen. Die Tiere sind zwar hinter Gittern, aber es scheint ihnen gut zu gehen. Ich bin mir allerdings nie ganz sicher, ob es klug ist, in den natürlichen Kreislauf der Natur einzugreifen. Von den verstoßenen Haustieren einmal abgesehen.

Ozelot

Nationalpark und vulkanische Aktivitäten

Der Trockenwald beeindruckt vor allem mit dem Ficusbaum- (Birkenfeige), der nachdem sie seinen Wirt aufgezehrt hat, zu einem beeindruckenden Gebilde heranwächst und bis zu tausend Jahre alt werden kann.

Im Durchschnitt wachsen hier sechzig bis einhundert Baumarten auf einem Hektar Wald. In Mitteleuropa sind es lediglich zwölf.

Zwischendurch erspähen wir Kapuzineräffchen, Echsen und einen Goldhasen.

Ein Blick in die Hölle

Immer stärker werdender Schwefelgeruch und dunkles Grollen führt uns schließlich zu rauchenden, blubbernden und dampfenden Vulkankratern. Dabei fällt uns auf, wie prächtig die Bäume und Sträucher rund um die hochkonzentrierten Schwefeldämpfe gedeihen. So viel zur grassierenden CO2- Hysterie …

Zauberwald
Die wunderschönen Blüten des Butterblumen- Strauches säumen die Wege
Die Costaricaner nennen ihn „Touristenbaum”, denn auch er scheint einen Sonnenbrand zu haben und die Baum- Haut schält sich …😊
Ausser Betrieb!

Fazit

Wieder ein intensiver Tag mit vielen Eindrücken. Ab morgen sind zwei Tage relaxen am Pazifik angesagt. Nach der schönen, aber auch anstrengenden Rundreise freuen wir uns nun auf El Pacífico, Ein schönes Hotel, endlich mal ausschlafen und ein paar kühle Drinks an der Bar…🌊🍹

Costa Rica- MONTEVERDE- NEBELWALD 2020- 9. Tag

Nebelwald, Quäker, Schweizer, Kolibris und unsichtbare Gefahren …

Im Nebelwald von Monteverde

Wie die Quäker nach Monteverde kamen …

Monteverde kann man als touristisch ‚voll erschlossen‘ bezeichnen. Touristen wohin das Auge reicht. Nicht unbeteiligt daran sind die Quäker. Was einst 1951 in Alabama- USA begann ist heute zu einem lukrativen Wirtschaftszweig erblüht. Die Quäker- Männer verweigerten als überzeugte Pazifisten die Teilnahme am Korea- Krieg, was damals in den USA mit einer drei jährigen Gefängnisstrafe geahndet wurde.

11 Familien suchten daraufhin einen Ausweg und fanden diesen in Costa Rica. Sie teilten 1500 Hektar Land unter sich auf, bauten jeder ein Haus und begannen mit der landwirtschaftlichen Nutzung der Flächen. In Costa Rica ist es üblich, dass wenn kein anderer das Land für sich reklamiert, es nach fünf Jahren in den Besitz des Nutzers übergeht. Seither haben die Quäker ihren Besitz vervielfacht, produzieren massenhaft Käse und gehören zu den reichsten Familien des Landes. Sie haben sich friedlich mit den Costaricanern arrangiert, ziehen es aber vor zurückgezogen im Dschungel zu leben. Wie bei dem Paradies- Vogel haben wir nie einen Quäker zu Gesicht bekommen.

Die Schweizer

Auch viele Schweizer haben hier eine neue Heimat gefunden. Auch sie leben hier ihre Kultur und Tradition, wie man unschwer an der Architektur erkennen kann.

Schweizer Stil in Costa Rica

Über Hängebrücken durch den Nebelwald

Alles strebt dem Licht entgegen. Nicht alle schaffen es an einen Platz an der Sonne, wie im menschlichen Leben auch
Bromelien überall …
Baumhohe Farne
Biodiversität. Fünf von über 1200 Farn- Arten
Bergsingdrossel- Vorlage für die „Angry Birds“

Was wir im Dschungel nicht zu sehen bekamen …

Die hochgiftigen Coral Snake
Klapperschlangen
Fer de Lance

Und das ist gut so, denn es gab 2019 in Costa Rica 300 Unfälle. Die meisten davon in den Plantagen Sieben davon endeten tötlich.

Costa Rica- KAFFEEPLANTAGE 2020- 8.Tag

Bohnen die sich lohnen …

Wir befinden uns in Monteverde, in dessen Nebelwald sich Kaffeeplantagen befinden, wo Hilfsarbeiter aus Panama und Nicaragua emsig die roten Früchte des Kaffeestrauches pflücken. Ein voller Korb mit ca. 15 kg Früchten bringt einen Dollar. Da die Früchte in unterschiedlichen Reifestatien heranwachsen, müssen die Pflücker darauf achten, das sich keine grünen Früchte in den Korb verirren. Das würde nämlich bedeuten, dass sie noch weniger Lohn pro Korb erhalten.🥺 Die Pflücker arbeiten schnell, denn je mehr Körbe, desto mehr Lohn …Jeder Costaricaner sollte wenigstens einmal im Leben Kaffee gepflückt haben, erzählt unser Guide. Das ist Tradition. Aber für diesen kargen Lohn, arbeitet auch hier kein Einheimischer auf Dauer …

Kafeestrauch
Nur reife rote Früchte bringen Bares …
Jeweils zwei Kaffeebohnen befinden sich in einer Frucht.

Wer profitiert davon?

Natürlich die Plantagen besitzer, der Handel und Produkt- Veredelungsmeister wie zum Beispiel Nestlé. Die verkaufen das marketingveredelte Produkt mit dem smarten Grinsen eines George Clooneys um bis zu 80 Euro das Kilo. 😲

https://m.focus.de/wissen/klima/tid-25793/oeko-bilanz-von-kaffeekapseln-80-euro-pro-kilo-weniger-kaffee-fuer-mehr-geld_aid_752523.html

Aber machen wir uns nichts vor- wir alle bestimmen durch unser Konsumverhalten den Preis.

Die Pioniere …

Nach dem Pflücken folgen, schälen, trocknen und je nach Wunsch der Großkunden das Rösten der Bohnen.

Einfaches Gerät zum schälen der Frucht
Die rohe Bohne
Trockenphase
Historische Transportmittel und ein typisches Symbol Costa Ricas

Kaffee kommt ursprünglich aus Äthiopien …

… deshalb auch die Bezeichnung ‚Arabica‘, die für eine besonders hohe Qualität steht. Je länger der Kaffee geröstet wird (dunkle ölig glänzende Bohne), desto niedriger der Koffein Gehalt. Bei einem typisch italienischen Espresso aus einer Maschine, verbleibt das meiste Koffein noch dazu im Sud. Das ist auch der Grund warum man nach einem Espresso wunderbar schlafen kann.🥱

https://www.coffee-fellows.com/kaffeewissen-unterschied-zwischen-kaffee-und-espresso/

Die gute alte Aufgussmethode mit Filtern oder mit der ‚French Press‘ gilt immer noch als die beste Methode vollendeten Kaffeegenusses. Das Koffein braucht genügend Zeit um sich zu lösen. Nur dann schmeckt Kaffee ausgewogen und nicht zu sauer oder zu bitter. Aber wie bei allen Dingen ist auch Kaffee Geschmacksache. Und ob mit oder ohne Milch oder Zucker, ist ein Start in den Tag für viele undenkbar. Übrigens für die Finnen und Norweger am allermeisten. Die sind nämlich die größten Kaffeetrinker der Welt.

Costa Rica-VULKAN ARENAL 2020-7. Tag 🌎

Ein mächtiger Vulkan🌋 und ein bemerkenswerter Winzling 🐜…

Vulkan Arenal

Unser zweiter jüngerer, aber noch aktiver Vulkan auf dieser Rundreise. Wir absolvieren einen zweistündigen Marsch hinauf zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man den Arenal See sieht. Zum ersten Mal zeigt sich die Sonne und nun wird uns klar, was Otto unser Guide, damit gemeint hat, wir sollten doch froh sein, dass es bewölkt ist. Es wird sofort extrem heiß. Dies in Verbindung mit der fast 💯 prozentigen Luftfeuchtigkeit lässt einen den Schweiß waagrecht aus den Poren schießen😉

Hier ein Link für mehr Info;
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Arenal

Bemerkenswerter Winzling …

Blattschneiderameisen

Aber nun zu einer faszinierenden Spezies der Natur. Blattschneiderameisen. Sie haben keine Gewerkschaft und sind daher 24 Stunden damit beschäftigt, ihrer Königin Nachschub an Blättern zu besorgen. Gleichzeitig verhelfen sie mit den Löchern, die sie in den Blättern hinterlassen, den darunter liegenden Pflanzen zu mehr Sonnenlicht.

Die Königin zerkaut die Blätter🌱 und erzeugt ein Substrat, dass das Wachstum des Egerlingsschirmlings fördert. Dieser Pilz 🍄 ernährt wiederum alle Ameisen in der Kolonie.

Die männlichen Blattschneiderameisen dürfen allerdings nur so lange leben, als sie der Fortpflanzung dienen. Danach tötet die Königin alle.🐜😬Somit besteht die gesamte Kolonie ausschließlich aus weiblichen Tieren. Es sei denn der Königin gelüstet nach einem neuen Liebhaber …💚

Eine Kolonie Blattschneiderameisen kann pro Tag so viel Vegetation schneidenwie eine ausgewachsene Kuh frisst. Deshalb sind sie auf den Kaffee, Kakao und anderen Plantagen nicht erwünscht. 😤

Im Urwald allerdings lockern sie mit ihrer Arbeit die Böden auf und sorgen wegen der großen Erdbewegungen bei der Erweiterung ihrer Nester für die Belüftung des Bodens und begünstigen so die Zufuhr von Nährstoffen. Dadurch wird der Dschungelboden zehn mal fruchtbarer.

Mimosenbaum

Die Blattschneiderameisen, die ähnlich den Kakerlaken seit Millionen von Jahren auf der Erde existieren, sind faszinierende Lebewesen und für mich eine interessante Form weiblicher Durchsetzungskraft …

Das schönste Grün des Herbstes …🍁🍂

Immer wieder faszinierend, das satte Grün des Mooses an den Bäumen. Früher war hier nur Fels. Auf knapp 30 cm Humus wachsen hier Bäume in den Himmel, die es früher nicht gab.

Die Kraft der Natur beeindruckt mich immer wieder. Vielleicht sollten Klimahysteriker mehr in die Wälder gehen, statt in und vor Betonwüsten zu protestieren …In den Großstädten kann man schon Mal den Überblick verlieren 😉

Schönen Wochenstart

☀️😊☀️

Schiff einwintern …

Wir haben heuer viele schöne Stunden mit der »Grande« verlebt. Ein neues Revier, einsame Ankerplätze und entspanntes Segeln.

Ankern in der Nachsaison

Nun ist das Schiff ⛵ dran. Die Segel, Persenning und Bimini müssen abgeschlagen und die Leitungen frostsicher gemacht werden. Letzteres mit einem billigen Vodka, der zufällig auch noch schmeckt und so fällt die Zweckentfremdung ein bisschen schwer 😉.

Vor dem Tauerntunnel, Richtung Süden

Am Tauern liegt schon Schnee, aber hier in der kroatischen Marina sind die Temperaturen noch mild. Wir haben unsere Badesachen dabei, denn es wäre nicht das erste Mal, dass wir im November in das 20 Grad warme Meer springen …

Zwischenstopp in Portoroz

Aber jetzt erst mal ran an die Arbeit …oder vorher doch noch schnell auf eine 🍕?🤦🏼‍♀️

„Mach den Mund auf!“

Eines der dunkelsten Kapitel meines Lebens war mein erster Besuch beim Zahnarzt.

Meine Oma, die schon einiges von mir gewohnt war, ahnte damals noch nicht, was auf sie zukommen würde. Ich schon. Mein Vorsatz war, keinesfalls den Mund zu öffnen und dass, obwohl ich Zahnschmerzen in einem Ausmaß hatte, das ich bis dato nicht kannte. Meine Backe war dick geschwollen und im Zahn schlug ein unsichtbares rabiates Tier mit einem Hammer auf meinen Nerv. Ich hatte ganz verquollene Augen vor lauter Schmerzweinen.

Ein paar Mal war ich schon beim Zahnarzt gewesen. Besser gesagt im Wartezimmer, in dem ich mit meiner Oma saß, wenn sie wieder einmal Probleme mit ihrer Prothese hatte. Da lagen auch diese wunderbaren Zeitschriften mit den vielen bunten Bildern. Die gab es zu Hause nicht und ich freute mich jedes Mal darauf, in diese wunderbare Bilderwelt einzutauchen. Leider holte mich das entsetzlich hohe und sirrende Geräusch des Bohrers in die Realität zurück.

Mit dem Bohrer kam die Panik. „Es tut gar nicht mehr so weh, sollen wir gehen?“, fragte ich. Der Blick meiner Oma sagte dramatisch mehr als tausend Worte. Nun war klar, ich musste da rein, auf diesen schrecklichen Stuhl, zu diesem strengen Mann mit der Brille, der mir ganz sicher weh tun würde.

Schließlich war es so weit. Die Tür zum Behandlungsraum ging auf und ein junges Fräulein rief „der Nächste bitte“. Eigentlich war ich furchtlos-kletterte auf die höchsten Bäume, schwamm in reißenden Bächen und raufte mit den stärksten Buben, aber da hinein – das machte mir Angst. Nun lag es bei mir, das Schlimmste abzuwenden und meinen Plan umzusetzen.

Oma nahm meine Hand, schritt resolut durch die Tür und zog mich zum „Marter-“ Stuhl. Sie musste sich anstrengen, denn ich bockte. Der Zahnarzt schaute mich streng an. Zur Oma war er freundlich und sagte, dass er sich freue sie zu sehen und wie es meinem Opa geht, denn der war Jagdkollege. Man möge schöne Grüße ausrichten. Ich war ihm egal. Das kränkte mich. Immerhin war ich das erste Mal auf diesem Stuhl.

Dann kam das Kommando: „Mund auf“ Ich verzog keine Miene. „Du musst den Mund aufmachen, sonst kann ich dir nicht helfen“. Mein Mund blieb zu. Ich presste meine Lippen ganz fest aufeinander. Niemand würde sie auseinander bringen. Schon gar nicht er. So ging es einige Zeit dahin. „Mund auf“, ich stur. Meine Oma verlor die Contenance. „Kind, mach endlich den Mund auf“, schimpfte sie. Aber so war ich schon immer. Stur wie ein Bock. Wenn ich mir was vorgenommen hatte, konnte mich niemand davon abbringen. Mein Mund blieb zu. Basta!

Oma sprach bis nach Hause kein Wort mit mir. Erst als sich die Haustür hinter uns schloss, ging das Donnerwetter los. Sie hätte sich in ihrem ganzen Leben noch nie so geschämt, jammerte sie. Wer meine Oma kannte, wusste was das bedeutete. Schon bald begann es in meinem Zahn wieder zu pochen. Mein Vorsatz begann zu wanken. Und irgendwann, als die Schmerzen nicht mehr zum Aushalten waren, gab ich nach. Schweren Herzens. Aber es musste sein.

© LoPadi

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