WÜRSTELSTAND’S REISEN

Süditalien 2019

Nun ist es bald soweit. Mein Mann freut sich schon wahnsinnig und ich? Na ja. Mal sehen. Apulien klingt in meinen Ohren gut, italienisch und leicht. An meisten freue ich mich auf die kulinarische Abwechslung, die ja immer mit einer solchen Reise verbunden ist. Obwohl- in der Gegend von Bari essen die Einheimischen die Meeresfrüchte roh! Da sag ich gleich; No Way!

Ob wir uns routenmäßig weiß Gott wie vorbereiten? Nein, nicht wirklich. Das Einzige was feststeht ist, dass wir die Runde im Osten hinunterfahren und im Westen wieder rauf. Bein hinunterfahren, besuchen wir Freunde in Valdobbiadene. Und jetzt kommt endlich etwas, was ich als Vorteil empfinde. Wir haben unser Häuschen mit und brauchen niemanden mit einer Übernachtung zu belasten. Außerdem schlafe ich sowieso lieber im eigenen Bett, als im fremden, aber das geht wohl nicht nur mir so.

Danach geht es weiter nach Duino, diesem verträumten italienischen Hafen, der kaum zu finden ist, es sei denn man kennt den Weg. In einem der beiden Restaurants gibt es den besten Pro Secco der Welt. Bisher konnten wir nicht allzu tief ins Glas schauen, denn meistens waren wir auf dem Weg zu unserem Schiff in Kroatien und wenn man sich nicht zusammenreißt, hat man im Nu einen sitzen. Und dann ist Sense mit Weiterfahren. Mit dem Womo ist das natürlich easy. Mann fällt zweimal um und landet anschließend im Bett. 

Was wir unbedingt sehen möchten, ist ganz im Süden Civita, Crotone, Vibo Valentia die Costa Saraceni und dann geht’s wieder hoch nach Neapel. Die Stadt, in der die Pizza erfunden wurde, muss ich unbedingt sehen. Sorry, schon wieder geht’s ums Essen. Grundsätzlich werden wir wie im Vorjahr, hauptsächlich die Küsten befahren. Wir sind ja beide meersüchtig.

Vielleicht geht sich ein Bad in Ionischen Meer aus? Ich meine Temperaturmäßig, denn unter 18 Grad geht auch bei mir nichts. Wie es dann weiter geht, steht noch nicht fest. Wir lassen uns einfach vom Leben überraschen. Unser „Würstelstand“, wie ich das alte Womo „liebevoll“ nenne, hält hoffentlich die geplanten drei Wochen durch und unsere Ehe auch!

Entspannter Reisebeginn am Ostersonntag. Die Autobahn kaum befahren. Ich beginne mich langsam zu entspannen😅. Dieses Gefühl endet jäh, am ersten Rastplatz vor Udine. Als ich nach hinten gehe, gibt es eine böse Überraschung.
Alles nass! Das hatten wir doch schon im letzten Jahr 😢 Der Wassertank leckt! Ich wische und fluche. Schei…Womo! Aber nützt ja nichts. Bodo dichtet erst Mal provisorisch ab. Nach einem kurzen aber heftigen Disput fahren wir weiter.

In Lignano treffen wir auf Familie und Freunde. Ich überlege, meine Sachen in das Auto meiner Tochter zu packen und mit ihr wieder ins schöne sonnige Salzburger Land zu fahren. Meinem Mann gefällt diese Idee allerdings weniger und ich lasse mich mal wieder überreden. Kurz darauf steht “Würstelstand”unter einer ausladenden Pinie. Es weht ein frischer Wind aus Ost. Die Stimmung ist ebenfalls frostig.

Freunde laden uns in ihr Ferienhaus ein und wir werden kulinarisch verwöhnt. Bei süffigem Pro Secco diskutieren wir über Gott und die Welt. Bald sieht die Welt wieder freundlicher aus🍷

Die Nacht in der Aprilia Marittima, unter der ausladenden Pinie, verläuft wunderbar ruhig. Ich hole mir noch eine Decke, denn es ist empfindlich kalt. Ich sehe noch nach, ob der Tank noch dicht ist, dann versinke ich in einen tiefen, erholsamen Schlaf…

Lignano/Ravenna

295KM

Auf Grund der Schlechtwetter-Front im Norden Italiens, lassen wir das zweite Reiseziel Chioggia aus und fahren einen Campingplatz nahe Ravenna an. Die Dame am Empfang des Platzes wirkt etwas gestresst, beantwortet aber geduldig alle unsere Fragen.

Direkt vor dem Platz fährt der Bus Nummer 80 in zirka 15 Minuten, um 2,10 Euro, direkt nach Ravenna. Die Bustickets gibt’s praktischer Weise an der Rezeption.

Wir packen uns warm ein, denn es hat auf 14 Grad abgekühlt.😬Der starke Nordwestwind macht die Sache nicht besser. Gleich um die Ecke, nur 5 Minuten zu Fuß, tost die aufgewühlt Adria.

Es ist erst 15:00 Uhr. Der Tag ist noch lang. Wir beschließen das UNESCO Weltkulturerbe Ravenna zu besichtigen. Direkt vom Bahnhof aus, wo der Bus hält, sind wir in fünf Minuten in der Altstadt. Nun ja, was soll ich sagen; viele Baustellen, viele römische Mosaike, viele Marktstände mit billigem Ramsch.

Die wenigen geöffneten Lokale bieten Magen-unfreundliche Convenience Food. Ok, das Gelati ist😋! Etwas enttäuscht verlassen wir diese “einzigartige Schatztruhe- gefüllt mit Kunst, Geschichte und Kultur”, wie das Prospekt die Stadt beschreibt.

Was uns schon während der ganze Fahrt aufgefallen ist; den Italienern geht’s wirtschaftlich nicht gut. Jede zweite Fabrik geschlossen. Vergammelte Vorstädte, viel herum lungerndes “Multi- Kulti- Volk” Die Italiener haben es nicht leicht, mit der Zuwanderung. Sie haben genug Probleme im eigenen Land.

Wir werden es nicht ändern, also fahren wir morgen nach San Marino, oder wenn das Wetter nicht besser wird, noch weiter in den Süden. Mal seh’n …

Mosaik Kunstschatz
Servietten Kunst meines Mannes.
Preis pro Nacht mit Strom 26 Euro ohne Kurtaxe
Camping Adriano

Paar Blümchen vom Wegesrand…

Ravenna- San Marino- Loreto- 303 KM

Wir “rasen” gen Süden. Na ja, rasen ist vielleicht ein wenig übertrieben. Obwohl, 120 schafft unser Würstelstand locker! Was uns treibt? Die Schlechtwetterfront, die sich im Norden manifestiert. Also ab in den Süden 🌤️ Erstes Ziel: Die Republik San Marino. Das Steuerparadies empfängt uns mit Regen und Nebel. Wir parken auf einem der vielen Womo- Parkplätze unter dem Castello. Die Stellplätze verfügen sogar über Stromanschluss. Viele Italiener stehen hier mit ihren Wohnmobilen und bleiben über Nacht. Kommenden Donnerstag, den 25. April (Tag der Befreiung Italiens), ist der höchste Feiertag Italiens. Dieser wird für einen Urlaub genutzt.
Wir bleiben nur ein paar Stunden und wandern, wie die meisten, hinauf zum Castello. Oben angelangt, schlendern wir durch die engen Gassen, gönnen uns ein köstliches Gelati und genießen den wunderbaren Blick auf die saftig grünen Hügel im Tal.

Leider lasse ich mich dazu verleiten, einen Blick in das berühmte, aber abscheuliche Foltermuseum zu werfen. Angewidert, verlasse ich nach wenigen Minuten, die Stätte des Grauens. Was die Handlanger der Kirchenväter während der Inquisition den Ungläubigen und unter ihnen, vor allem den meist unterpriviligierten Frauen, den sogenannten “Hexen”- angetan haben, ist unfassbar grausam. Mich wundert, das viele Eltern ihren Kindern diesen Museumsbesuch antun. “Ach, sagt da zum Beispiel ein deutschsprachiger Vater zu seinem kleinen Sohn, auf die Frage, für was denn das Werkzeug vor ihm sei, jovial; damit hat man den Menschen die Augen ausgestochen…” und wandert danach den Kleinen im Arm, gelassen zur nächsten “Attraktion”

Nach einem weitaus erfreulichrem Besuch eines Kunst- Museums, wandern wir zurück zum Würstelstand und machen uns auf den Weg zu einem Campingplatz, zirka 50 km südlich von Ancona. Während der Fahrt taucht vor uns auf einem Hügel, die imposante Basilika von Loreto auf. Spontan beschließen wir, das Bauwerk zu besichtigen. Das dies eine gute Idee ist, erkennen wir spätestens beim Betreten der Basilika. Wir haben beide im kirchlichen Bereich, viel gesehen, aber noch nie etwas Schöneres. Der reich verzierte marmorne Schrein, in dem die schwarze Madonna steht, macht uns sprachlos. Die Deckenfresken, die Altäre kurzum, die gesamte bauliche Meisterleistung lässt uns aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Weniger faszinierend finde ich eine junge Frau, die sich auf Knien rutschend und betend um den Schrein schleppt. Sie sieht gar nicht so sündig aus, eher der Welt entrückt …

Der Baumeister, welcher diesen Prachtbau zur Huldigung der Mutter Gottes erdacht hat, ist bis heute unbekannt. Wer auch immer es war- es muss ein genialer Mensch gewesen sein.

Der Hauptaltar
Der Schrein

Müde und hungrig fahren wir anschließend zum Campingplatz “Bella Mare” in Porto Recanati. Den Stellplatz haben wir über Google gefunden. Diese Variante hat sich schon im Vorjahr bewährt. Der Platz ist riesig, hat hauptsächlich Grasflächen🤸 und ist kaum belegt. Er liegt direkt am Meer. Es ist noch immer sehr kühl und windig. Das Meer ist bewegt und die Brandung rauscht gewaltig an den Strand. Im Restaurant, welches zum Campingplatz gehört, genießen wir die maritime Küche. Es gibt sogar belgisches Bier! Ein perfekter Tagesausklang.🍻

Eintritt mit Hindernissen – Nordapulien

Nach einem Tag rasten vom hasten, geht’s weiter nach Vieste. Damit erreichen wir den Norden von Apulien.

Gestern gab es leider wieder eine böse Überraschung. Als wir den Stauraum unter dem Dach öffnen, kommt uns ein äußerst unangenehmer Geruch entgegen. Bei einer undichten Stelle, muss letztes Jahr, Regenwasser eingedrungen sein. Dadurch hat sich Schimmel gebildet, der sich munter auf den gelagerten Sachen verbreitet hat.

Es müffelt nicht nur, es muss alles ausgeräumt und gereinigt werden. 😝 Einiges ist nicht mehr zu retten und landet gleich mal im Müll.

Urlaub? Nö, das ist Reisen der anderen Art! Aufregend, spannend und stets unvorhersehbar, durch die Gebrechlichkeit unseres Oldtimers. 🥺

Heutezum Beispiel, fährt Würstelstand, bei herrlichem Wetter, brav schnurrend mit 100 bis 120 km/h gegen Süden. Wenigstens motorisch ist das Ding besser drauf, als sein Interieur!

Der Feiertags Verkehr strömt ganz ordentlich. Ein Stau, eine Rast, Cappuccino für uns, Diesel fürs Womo. Schon sind wir im Parco Nationale del Gargano mit seinen alten Pinien und dem Buchenwald der Foresta Umbra.

Wir verlassen die eintönige Autobahn, um der Natur näher zu sein. Schön ist es hier. Uralte Olivenbäume und wunderschöne wilde Blumen säumen die schmalen Straßen.

Leider verwirren wir durch das Abfahren von der Autobahn das Navi derartig, dass es den Weg zum Campingplatz nicht mehr findet. Es leitet uns zu Seitenstraßen mit Fahrverbot und jagt den Würstelstand mehrere Runden sinnlos steil die kurvigen Bergstraßen hinauf und hinunter. Mein Mann genießt mangels Servolenkung, ein kostenloses Armtraining und ich bin genervt wegen der sinnlosen Kilometer.
Ein Anruf beim Campingplatz, bringt auch nicht viel, denn die Dame hat keine Ahnung, wo wir sind. Das wiederum, hebt keineswegs die Laune zwischen Fahrer und Beifahrerin. 😬 Kann nicht EIN Tag mal ohne Probleme ablaufen?

Schließlich kann uns die freundliche Dame vom Campingplatz doch noch helfen und wir erreichen müde und hungrig unser Ziel. Der Platz ist in Ordnung, die Anlagen sauber. ☺️

Ein Bier, etwas zu Essen und ab ins Bett. Aber halt, vorher noch ein wenig bloggen.

Ciao, bis morgen oder übermorgen …es bleibt spannend!

Unser Platz für die Nacht

Parco Nationale del Gargano
Welche Pracht!
Hier gibt es noch jede Menge Mohnblumen
Ein Schäfer mit Herde und Hunden. Nur mit Pfiffen delegiert er seine Hunde und hält so die Herde zusammen.

VIESTE – Tag 6

Legen einen “jeder macht mal was für sich- Tag” ein. Bodo radelt nach Vieste/City, ich trödle am Strand vor dem Campingplatz herum.🏖️ Trotz wenig Sonne, ist das bei bei 25 Grad ein entspanntes Vergnügen. Es ist Vorsaison und angenehm ruhig.

Ich entdecke eine Strandbar und bestelle ein Glas Prosecco. Außer Mücken, umschwirrt mich hier niemand. Da ich gerade kein Lust auf Proteine habe, bastle ich ein Schutzhäubchen für mein Glas und schon nach ein paar Schlucken, spüre ich, wie sich wohlige Müdigkeit in mir ausbreitet.

Wo wird mein Mann wohl herum schwirren? Ich gehe jede Wette ein, das er sich verfranzt.🚳 Er hat’s nicht so mit der Orientierung. Wie gut, dass ich davon nichts mitbekomme. So ein “jeder macht mal was für sich Tag” hat schon was …

Mein Telefon hab ich dabei. Für den Notfall 😉

Apulien schön wie ein Traum …

Mhm, wie drücke ich am besten aus …

Erstens; waren wir überrascht, von der landschaftlichen Vielfalt. Ob am Meer,

oder im Nationalpark Gargano, auf über 1000 Meter,

oder inmitten touristischer Hochburgen, wie Alberabello mit den Trulis,

oder Polignano a Mare, mit seiner pitoresken Altstadt- wir waren beeindruckt!

Zweitens; das Meiste, hat uns positiv überrascht. Bisher war uns die Gegend rund um Bari, weitestgehend unbekannt. Bari, war in unseren Köpfen eine Industriemetropole und damit außer in geschäftlicher Hinsicht, keine Reise wert.

Nachdem wir nun mit unserem doch recht schwerfälligen “Würstel stand” viele Straßenkilometer das Hinterland bereist haben, wissen wir es besser.

Nicht nur die Schönheit der Steilküsten, sondern auch die abenteuerlichen Hochalpenstraßen, gesäumt von saftig grünen Wiesen, auf denen kalkweiss- farbene Kühe mit elegant geschwungenen Hörnern, uns aus großen dunklen Augen, verwundert ansahen, haben es uns angetan.

Während der gesamten einstündigen Fahrt, über abenteuerlich schmale und kurvigen Straßen, begegnete uns kein einziges Fahrzeug!

Schlaglöcher, steil abfallende Straßenränder und Haarnadel- Kurven, die ohne Servolenkung selbst für einen heldenhaften Mann, wie den meinen, nur sehr mühsam zu bewältigen waren, zogen sich Kilometerweit dahin.

Wir fühlten uns, wie auf der Großglockner Hochalpenstraße, für Arme.

Drittens; konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, das mein Held diese Herausforderungen doch sehr genossen hat …

Und ich? Natürlich auch!

Ciao Puglia, Salve Calabria!

Pompeji und Neapel

Spruch zum Tag; Menschenmassen vor den Kassen. Wir reihen uns ein. Denn Pompeji, das muss sein!

…an der Kasse. Schulklassen ohne Ende.

Schon im Geschichtsunterricht faszinierte mich dieser Ort. Das Buch “die letzten Tage von Pompeji” habe ich verschlungen. Im gläsernen Pavillon am Haupteingang der Neustadt Pompei, sind sie ausgestellt. Die Gipsabdrücke der Opfer des Vulkanausbruches am 24. August 79n.Chr. Gruselig und ein wenig bedrückend wirken die Momentaufnahmen derer, die die Vorzeichen des Ausbruchs in den Wind geschrieben haben und geblieben sind. Sie wollten sich von Besitz nicht trennen- eine Entscheidung mit fatalem Ausgang.

Als wir das imposante Portal der Arena betreten, fühle ich mich in die Antike zurück versetzt. Sehe bewaffnete Gladiatoren mit ihren Streitwägen, höre hungrige, wilde Tiere brüllen und vernehme die Laute sensationslüsterner Menschen, die von den Tribünenplätzen johlen. Zuletzt hat man hier 1972 “Pink Floyd” zugejubelt, die in der Arena ein Konzert gegeben haben. Es wurde sogar ein Film darüber gedreht. “Pink Floyd in Pompeji”. In den Gängen, von wo aus die Gladiatoren in die Arena schritten, tönt heute ihre Musik. Finde ich irgendwie unpassend und stört mein Kopfkino, aber was soll’s.

Das Gelände ist riesig. Man benötigt mindestens einen Tag, um ALLES zu sehen. Ohne Karte verirrt man sich schnell oder wandert im Kreis. Durch mehrere Eingangsportale werden jährlich 3,4 Millionen Menschen in die Ruinenstadt geschleust. Dabei sind die Ausgrabungen erst zu zwei Drittel abgeschlossen. Überall trifft man auf Arbeiter in abgesperrten Arealen.

Einige Villen der wohlhabenden Pompeijaner sind noch sehr gut erhalten.

Über ein Bad wie dieses, verfügte nur die “Upper Class”

Am Meisten amüsieren wir uns über die Tatsache, dass es schon damals Poller gab!

Die Straßen waren so angelegt, dass sie nur von Fuhrwerken mit einem genormten Radabstand befahren werden konnten. Wer der Norm nicht entsprach, musste auf passende Fuhrwrke umladen.

Ein Traumtag in den Gassen von Pompeji
Die Original Wandfarben sind nach 2000 Jahren! noch erhalten😮

Es gäbe noch so viel über Pompeji zu erzählen, aber am besten seht ihr es euch selbst einmal an. Es lohnt sich!😊

Rosengarten in der Villa des Fauns
Eine Replika des Fauns. Das Original steht im Museum in Neapel

Napoli

Wir waren nicht sicher, ob wir der Dame am Campingplatz “Spartacus” glauben sollten. Als wir andeuteten, mit dem Würstelstand nach Neapel fahren zu wollen, schlug sie die Hände über den Kopf zusammen. Das sei viel zu gefährlich, schon alleine wegen des Verkehrs. Viel besser wäre es, wir nämen den Zug der fußläufig in nur zehn Minuten zu erreichen sei. Nach dieser Ansage, bemerke ich ein vertrautes Aufflackern in den Augen meines Helden. Dies wiederum bedeutet, Mann, spürt eine Herausforderung! Was bei Frau wiederum, eine gänzlich andere Reaktion auslöst. Er wird doch nicht…”Pah, höre ich ihn auch schon sagen, das schaffe ich mit links” Daraufhin setze ich meinen leidensten Blick auf, in der Hoffnung, ihn umzustimmen. Immer gelingt das nicht, aber nach 12 Stunden Zitterpartie vernehme ich erleichtert; “Ok, vielleicht ist der Zug doch die bessere Lösung”. Wer wie ich, diesen Mann sehr gut kennt und weiß wie sehr er Öffis hasst, darf diese Aussage als reinen Glücksmoment werten. Mir fällt ein Stein von Herzen!😅

Nach einer halbstündigen Rumpel- Tour im heillos überfüllten Zug, steigen wir im Zentrum an der Station Garibaldi aus.

Alle wollen nach Napoli

Über ein riesiges, modern gestaltetes Shopping Areal, geht es über die Piazza Garibaldi durch die verschlungenen Gassen zu unserem Ziel, dem Archäologischen Museum. Tante Google bringt uns nach 30 Minuten Fussmarsch punktgenau hin. Wieder Menschenmassen, vor allem Schulklassen. Wieder anstellen. Leider schaffen wir es nicht, alles zu sehen, denn unser Zeitplan ist eng.

Antike Emanze auch Amazone genannt
Das sind keine Brüste, sondern Hoden

Zurück laufen wir ohne Frau Google, denn einen Weg, den ich einmal gegangen bin, merke ich mir für immer. Da staunt sogar mein Held!

Einer der hübscheren Läden

Der Weg durch Neapel ist spannend, die Häuser sind verkommen, die Gassen verdreckt. Der Verkehr ist tatsächlich mörderisch. Die Luft ist erfüllt von Verkehrslärm, Gehupe und Geschrei.

Unzählige, winzige Läden bieten alles und sind die Lebensgrundlage vieler Neapolitaner. Von Obst, Gemüse, Haushaltswaren und Bekleidung bis hin zu einer finsteren Schmiede in der Eisen kunstvoll gebogen wird. Aus einem Fenster im ersten Stock brüllt ein Neapoletaner einen Touristen an, der den mit Plastikblumen übersähten Balkon fotografieren will. Er wettert solange, bis der verschrecken Mann verschwindet.

Diese Stadt mit knapp einer Million Einwohner ist ein eigener Kosmos mit eigenen Regeln. Pulsierend, laut, verwinkelt, dreckig und übersät mit Baustellen. Gerade das macht sie für mich faszinierend. Manchmal schien es mir, als würde jeden Moment Sofia Loren aus einem alten Film, kokett in einem der Gässchen erscheinen. Mein Mann wäre mit Sicherheit hingerissen gewesen …

Ich kann nur wieder sagen; “Schaun’ sie sich das an …”

Garibaldi

Rolling home …

Gregory, unser Maskottchen und stummer Teilhaber aus Gibraltar, wundert sich über die Wetterkapriolen der letzten Tage …Wir haben den Eindruck, er möchte lieber wieder in den Süden. Sorry Kleiner, da musst Du Dich gedulden …

Fazit:

Besuchte Orte: 18 Aprilia Marittima, Ravenna, San Marino, Loreto, Vieste, (Nationalpark Gargano plus Traumstrand ), Porto Recanati, Alberobello, Bari (Polignano di Mare), Monopoli, Gallipoli, Potenza, Pompei, Neapel, Anzio, Comaccio, Aquilea, Grado, Puch.

Am besten gefallen hat uns: Nationalpark Gargano, Loreto, Gallipoli, Pompei/Pompej

Beste Campingplätze: Camping “Bella Mare” Porto Recanati und “La Masseria” Gallipoli

Link zur Europareise 2018

2018 haben waren wir von Mai bis Juli mit unserem Wohnmobil an Europas Küsten unterwegs. Da ich auf Blogger nicht mehr poste, verewige hier der Link: Vielleicht sind ein paar Tipps für euch dabei.

LINK: https://lobomobil.blogspot.com

Würstelstand’s zweimonatige Europareise-Campingplätze

In meinem ersten Eifer, habe ich sofort den ADAC Führer für Südeuropa und Deutschland erworben. Leider entpuppte sich dies als Fehlinvestition. Es gibt viel schönere Campingplätze und ACSI, bei dem wir leider nicht Mitglied waren, hat viel mehr Auswahl und es gibt für Mitglieder fast überall Rabatt. Am besten ging es uns aber mit der Auswahl über Google. Zwar verwirren widersprüchliche Rezensionen manchesmal, aber insgesamt hat es immer gepasst. Ab Mitte Juni, wurde es etwas enger auf den Plätzen, aber wir haben bis auf ein Mal immer was bekommen. Anrufen hilft, aber nur wenige reservieren. Der allerbeste Campingplatz ever, war mit Abstand Yello Village (Siehe Bordeaux- Lacanau). In der Vorsaison kann man hier um 15 Euro die tollsten und auch ruhigsten Plätzchen belegen. Das Areal ist riesig und für jeden ist in diesem Feriencamp etwas dabei. Der nahe Strand war einfach traumhaft und die Atlantikwelle einfach sensationell! Überhaupt ist Frankreich ein ganz tolles Reiseland für Camper!

Unser “Würstlstand”

Yellow Village Camping Frei stehen, gefiele uns auch und wir haben das auch drei Mal gemacht, aber Duschen und sanitäre Anlagen, gefallen uns besser als Katzenwäsche und ständiges “nachgießen” Die “Gogolores” kann man auch artgerecht entsorgen und ein bisschen zu unsicher ist es uns freistehen auch…Selten waren de Snitäranlagen “Grotte”, aber manchmal doch. Da hilft dann nur- Augen zu und darauf zu achten, dass man keine Wände berührt…Im großen und ganzen hat’s gepasst! Einen bis maximal vier Tage, waren wir an einem Stellplatz und ich muss sagen, das reichte auch völlig, für meinen Geschmack…Dauercampen wäre mir zu fad!

Gratis Stellplatz am Stadtrand von San Remo, neben dem kostenpflichtigen Campingplatz. Neben einem Sportplatz, aber direkt am Meer…

6 Comments on “WÜRSTELSTAND’S REISEN

  1. wie schön wieder einmal von Reisen zu lesen 🙂 Früher 😉 war ich auch viel unterwegs mit Wohnmobil, Wohnwagen, Flugzeug und Mietwagen in der Reihenfolge 🙂 War/bin ausgesprochener Griechenlandfan
    Liebe Grüße
    Karl

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  2. Freut mich, dass Du in meinem Blog gelesen hast. Heuer ist mit unserem Schiff ein Griechenland- Törn geplant. Mal sehen. Dir einen schönen Tag und liebe Grüße aus Salzburg🌞

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  3. herrlich! Obwohl, da ja „nur“ vermutlich Inseln im Fokus sein werden 🙂 Ich finde das Festland interessanter, aber natürlich haben auch die Inseln ihren Reiz 😉
    καλο ταζιδι 🙂
    lg
    karl

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  4. Wir fahren seit vielen Jahren mit dem WOMO kreuz und quer durch Europa . Meistens zieht es uns aber nach Nordeuropa. Campingplätze nutzen wir dabei recht selten , wir nutzen meistens Wohnmobilstellplätze. Nchweise dafür gibt es reichlich im Internet. Dein Reisebericht finde ich total spannend. Deine Fotos sind aussagekräftige Bilder einer ganz tollen Reise.
    LG Werner

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