WÜRSTELSTANDS 🚌 Reisen

Momentan herrscht zwangsbedingt Stillstand bei WĂŒrstelstand. Das Womo parkt gut verpackt auf einem Campingplatz am Attersee. Letztes Jahr wurde es mangels Zeit nicht bewegt und was 2022 möglich ist, steht noch in den Sternen 


Italienreise 2019

Von Mai bis Juli 2018 haben mein Mann und ich auf unserer alten Lady die KĂŒsten Europas bereist. Ich sage es gleich; die Begeisterung meines Mannes fĂŒr diese Art zu Reisen teile ich nicht. Schon mein Großvater hat verĂ€chtlich auf die „Zigeuner“ gedeutet, wenn, was selten vorkam, Reisende mit dem Wohnmobil bei uns am Hof nach einem Stellplatz fragten. Trotzdem ließ er sie ĂŒbernachten und meine Großmutter freute sich ĂŒber die neuen Bekanntschaften und interessante GesprĂ€che. Sie war das genaue Gegenteil ihres Mannes. Wie gesagt, ich halte es auch eher mit dem Großvater, aber was tut man nicht alles fĂŒr seinen Herr und Gebieter. Wie dem auch sei, ich bin jetzt dabei! Es gefĂ€llt mir sogar phasenweise ab und zu. Diese Art zu Reisen hat einen Vorteil; man sieht unheimlich viel in relativ kurzer Zeit und das langwierige Anreisen und die Suche nach einer Unterkunft entfĂ€llt. Woran ich mich immer noch nicht gewöhnen kann, ist das aufeinander hocken auf engstem Raum. Nichtsdestotrotz folgte ich meinem Techniker auch 2019. Diesmal war es eine Reise nach Apulien in Bella Italia.

Traumstrand

Nach Apulien Tag 1- 357 km

Entspannter Reisebeginn am Ostersonntag. Die Autobahn kaum befahren. Ich beginne mich langsam zu entspannen. Dieses GefĂŒhl endet jĂ€h am ersten Rastplatz vor Udine. Als ich nach hinten gehe, gibt es eine böse Überraschung. Alles nass! Das hatten wir doch schon im letzten Jahr. Der Wassertank leckt! Ich wische und fluche. Schei
 Womo! Aber nĂŒtzt ja nichts. Bodo dichtet erst mal provisorisch ab. Nach einem kurzen, aber heftigen Disput fahren wir weiter. In Lignano treffen wir auf Familie und Freunde. Ich ĂŒberlege, meine Sachen in das Auto meiner Tochter zu packen und mit ihr wieder ins schöne, sonnige Salzburger Land zu fahren. Meinem Mann gefĂ€llt diese Idee allerdings weniger und ich lasse mich mal wieder ĂŒberreden. Kurz darauf steht „WĂŒrstelstand“ unter einer ausladenden Pinie. Es weht ein frischer Wind aus Ost. Die Stimmung ist ebenfalls frostig. Freunde laden uns in ihr Ferienhaus ein und wir werden kulinarisch verwöhnt. Bei sĂŒffigem Pro Secco diskutieren wir ĂŒber Gott und die Welt. Bald sieht die Welt wieder freundlicher aus. Die Nacht in der Aprilia Marittima, unter der ausladenden Pinie verlĂ€uft wunderbar ruhig. Ich hole mir noch eine Decke, denn es ist empfindlich kalt. Ich sehe noch nach, ob der Tank noch dicht ist, dann versinke ich in einen tiefen, erholsamen Schlaf


Ravenna- San Marino- Loreto- 303 KM

Wir „rasen“ gen SĂŒden. Na ja, rasen ist vielleicht ein wenig ĂŒbertrieben. Obwohl, 120 schafft unser WĂŒrstelstand locker! Was uns treibt? Die Schlechtwetterfront, die sich im Norden manifestiert. Also ab in den SĂŒden.  Erstes Ziel; die Republik San Marino. Das Steuerparadies empfĂ€ngt uns mit Regen und Nebel. Wir parken auf einem der vielen Womo- ParkplĂ€tze unter dem Castello. Die StellplĂ€tze verfĂŒgen sogar ĂŒber Stromanschluss. Viele Italiener stehen hier mit ihren Wohnmobilen und bleiben ĂŒber Nacht. Kommenden Donnerstag, den 25. April (Tag der Befreiung Italiens) ist hier der höchste Feiertag. Dieser wird von den Italienern gerne fĂŒr einen Kurzurlaub genutzt. Wir bleiben nur ein paar Stunden und wandern wie die meisten hinauf zum Castello. Oben angelangt, schlendern wir durch die engen Gassen, gönnen uns ein köstliches Gelati und genießen den wunderbaren Blick auf die saftig grĂŒnen HĂŒgel im Tal.

Nord- Apulien- Eintritt mit Hindernissen. Tag 5 – Numana- Vieste 400 km+

Nach einem Tag rasten vom Hasten gehts weiter nach Vieste. Damit erreichen wir den Norden von Apulien. Gestern gab es leider wieder eine böse Überraschung. Als wir den Stauraum unter dem Dach öffnen, kommt uns ein Ă€ußerst unangenehmer Geruch entgegen. Bei einer undichten Stelle muss letztes Jahr Regenwasser eingedrungen sein. Dadurch hat sich Schimmel gebildet, der sich munter auf den gelagerten Sachen verbreitet hat. Es mĂŒffelt nicht nur, es muss alles ausgerĂ€umt und gereinigt werden. Einiges ist nicht mehr zu retten und landet gleich mal im MĂŒll. Urlaub? Nö, das ist Reisen der anderen Art! Aufregend, spannend und stets unvorhersehbar durch die Gebrechlichkeit unseres Oldtimers.

Heute zum Beispiel fĂ€hrt WĂŒrstelstand bei herrlichem Wetter brav schnurrend mit 100 bis 120 km/h gegen SĂŒden. Wenigstens motorisch ist das Ding besser drauf als sein Interieur! Der Feiertagsverkehr strömt ganz ordentlich. Ein Stau, eine Rast, Cappuccino fĂŒr uns, Diesel fĂŒrs Womo. Schon sind wir im Parco Nationale del Gargano mit seinen alten Pinien und dem Buchenwald der Foresta Umbra. Wir verlassen die eintönige Autobahn, um der Natur nĂ€her zu sein. Schön ist es hier. Uralte OlivenbĂ€ume und wunderschöne wilde Blumen sĂ€umen die schmalen Straßen. Leider verwirren wir durch das Abfahren von der Autobahn das Navi derartig, dass es den Weg zum Campingplatz nicht mehr findet. Es leitet uns zu Seitenstraßen mit Fahrverbot und jagt den WĂŒrstelstand mehrere Runden sinnlos steil die kurvigen Bergstraßen hinauf und hinunter. Mein Mann genießt mangels Servolenkung ein kostenloses Armtraining und ich bin genervt wegen der sinnlosen Kilometer.

Ein Anruf beim Campingplatz bringt auch nicht viel, denn die Dame hat keine Ahnung, wo wir sind. Das wiederum hebt keineswegs die Laune zwischen Fahrer und Beifahrerin. Kann nicht EIN Tag mal ohne Probleme ablaufen? Schließlich kann uns die freundliche Dame vom Campingplatz doch noch helfen und wir erreichen mĂŒde und hungrig unser Ziel. Der Platz ist in Ordnung, die Anlagen sauber. Ein Bier, etwas zu essen und ab ins Bett. Aber halt; vorher noch ein wenig bloggen. Ciao bis morgen oder ĂŒbermorgen. Es bleibt spannend!

Apulien- mitten drin …

Erstens; waren wir ĂŒberrascht, von der landschaftlichen Vielfalt. Ob am Meer,

oder im Nationalpark Gargano, auf ĂŒber 1000 Meter,

oder inmitten touristischer Hochburgen, wie Alberobello mit den Trullis

oder Polignano a Mare, mit seiner pittoresken Altstadt- wir waren beeindruckt!

Zweitens hat uns das meiste positiv ĂŒberrascht. Bisher war uns die Gegend rund um Bari weitestgehend unbekannt. Bari war in unseren Köpfen eine Industriemetropole und damit außer in geschĂ€ftlicher Hinsicht keine Reise wert. Nachdem wir nun mit unserem doch recht schwerfĂ€lligen „WĂŒrstel stand“ viele Straßenkilometer das Hinterland bereist haben, wissen wir es besser. Nicht nur die Schönheit der SteilkĂŒsten, sondern auch die abenteuerlichen Hochalpenstraßen, gesĂ€umt von saftig grĂŒnen Wiesen, auf denen kalkweiß- farbene KĂŒhe mit elegant geschwungenen Hörnern, uns aus großen dunklen Augen, verwundert ansahen, haben es uns angetan.

WĂ€hrend der gesamten einstĂŒndigen Fahrt, ĂŒber abenteuerlich schmale und kurvigen Straßen, begegnete uns kein einziges Fahrzeug. Schlaglöcher, steil abfallende StraßenrĂ€nder und Haarnadel- Kurven, die ohne Servolenkung selbst fĂŒr einen heldenhaften Mann, wie den meinen, nur sehr mĂŒhsam zu bewĂ€ltigen waren, zogen sich Kilometerweit dahin. Wir fĂŒhlten uns, wie auf der Großglockner Hochalpenstraße, fĂŒr Arme.

Und schließlich drittens; konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, das mein Held diese Herausforderungen doch sehr genossen hat 

Und ich? NatĂŒrlich auch!

Ciao Puglia, Salve Calabria!

WĂ€hrend mein Techniker einen tiefen Blick in den Krater des Vesuvio wirft, melde ich mich vom Fuße desselben, aus dem WĂŒrstelstand in Pompeji. Elf Tage sind wir nun schon unterwegs und haben dabei stramme 2.200 KM zurĂŒckgelegt. Das hat uns ganz schön geschlaucht. Selbst mein Berufsjugendlicher zeigte AnsĂ€tze von SchwĂ€che. Immerhin saß er wĂ€hrend der gesamten Strecke, selbst am Steuer. Aber nun NĂ€heres zu weiteren Stationen der Reise. Polignano die Mare, eine Flaniermeile sĂŒdlich von Bari, wollen wir unbedingt wegen seiner pittoresken Schönheit und eines berĂŒhmten Restaurants, das meinen Geburtstag krönen sollte, besuchen. Leider, oder wie sich spĂ€ter herausstellt, glĂŒcklicher- weise, kommt der Restaurantbesuch nicht zustande. Polignano ist zwar hĂŒbsch anzusehen, aber touristisch, wie alle populĂ€ren Orte dieser Welt, völlig ĂŒberlaufen. Aber sind wir nicht selbst ein Teil dieser Massen?

Als wir nach einem Rundgang durch die malerischen Gassen des Ortes zum Womo zurĂŒckkehren, macht uns ein freundlicher Italiener darauf aufmerksam, dass der Tankdeckel fehlt. Erst sind wir fassungslos und fĂŒrchten schon Opfer eines mafiösen Anschlags geworden zu sein. Dann aber, als wir einen provisorischen Verschluss mittels Tape basteln, wĂ€chst der Verdacht, dass der Deckel an der letzten Tankstelle einfach liegen geblieben ist. Die darauffolgende Nacht verbringen wir an einem Campingplatz in Monopoli und probieren neue TankverschlĂŒsse aus. Und siehe da, der Schraubverschluss eines Wasserkanisters passt.
Landschaftlich ist der Platz zwar recht nett und direkt am Meer, aber die sanitÀren Anlagen sind ungepflegt und schmutzig.

Am frĂŒhen Abend dröhnen die BĂ€sse aus den Lautsprechern einer nahen Strandbar. Wir flĂŒchten und fahren mit den RĂ€dern die sechs Kilometer in den Hafen von Monopoli. Mein Mann wĂ€hlt gleich das erste Lokal mit Meerblick und ich mache meine erste Erfahrung mit rohem Fisch. Nach nur einem Bissen gehört die Vorspeise meinem Liebsten alleine. Der Rest des Essens ist ganz okay. Gegen Mitternacht radeln wir mit vollen BĂ€uchen nach Hause. Die Nacht ist kĂŒhl, der Schlaf tief. Am nĂ€chsten Morgen unter der Dusche; das völlig unbrauchbare Kartensystem zum Aufheizen des Wassers funktioniert nicht. Als ich bei 12 Grad Außentemperatur eiskalt dusche, weiß ich wieder, warum ich Campen hasse. Ein paar schwarze, sechsbeinige Duschbewohner krabbeln am Abfluss um ihr Leben, wĂ€hrend ich darauf bedacht bin, die klebrigen Fliesen nicht zu berĂŒhren. Die kleinen schwarzen Sechsbeiner gewinnen ihren Kampf, ich verliere meinen gegen das eiskalte Wasser. Kurz darauf sitze ich wahrlich erfrischt am FrĂŒhstĂŒckstisch. Die Sonne scheint aber ohne Sportlerpelzjacke sprich Fleece- gehts trotzdem nicht, den die Meeresbrise ist ebenfalls ÄUSSERST erfrischend. Wenig spĂ€ter machen wir uns auf den Weg nach Gallipoli, dem letzten Stopp in Apulien. Und siehe da …Kontrastprogramm! Gepflegter Platz, mit hotelĂ€hnlichem Ambiente, Pool, Bar, Restaurant und Weinverkostung aus eigenem Anbau. Wir zahlen sechs Euro weniger als in „Siffikus“, heißes Wasser inbegriffen. Wir bleiben zwei Tage. Die Erholung tut uns gut.

Mein Geburtstagsessen findet in einer gemĂŒtlichen Osteria in Gallipoli statt. Da mein Feinschmecker- Freund mich ĂŒber das „Touristen- Abzocker Lokal in , mit dem Luxus- Ambiente in Polignano die Mare informiert hat, bin ich froh hier meinen Geburtstag zu feiern. Leider ist das Steak meines Mannes zu trocken, was den schönen Abend etwas trĂŒbt. Das italienische Essen ist bisher insgesamt eher enttĂ€uschend. Schade!

DafĂŒr ist der nĂ€chste Tag Entspannung pur und wir schaffen es tatsĂ€chlich NICHTS zu tun. Am ersten Mai wirds wieder anstrengend, denn wir fahren ĂŒber das Hinterland nach Pompeji. Das sind ĂŒber 400 KM, mit einem Zwischenstopp in Potenza. Wir wĂ€hlen Potenza, weil im ReisefĂŒhrer ein interessantes Rolltreppen System beschrieben ist. Das zweitgrĂ¶ĂŸte der Welt- nach Japan. Das macht uns neugierig.

Die Reise nach Potenza fĂŒhrt uns durch wunderbare HĂŒgellandschaften voll sattem grĂŒn. Überall am Straßenrand leuchtet der rote Mohn inmitten prĂ€chtiger gelber und weißen Blumen. Da Staatsfeiertag ist, fĂŒrchten wir, in gröbere Maifeiern zu geraten. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Die 70.000 Einwohner zĂ€hlende Stadt Potenza ist wie ausgestorben! Es ist 15:00 Uhr und wir sehen innerhalb einer Stunde genau zwei Menschen. Eine etwas angetrunkene Frau, die wir nach dem Weg fragen und einen nĂŒchternen sehr adretten Pensionisten, bei dem wir uns erkundigen, wo den die Potenzier geblieben sind. „Die sind alle zu Hause“, meint er. „Heute tut niemand etwas. Es ist schließlich erster Mai!“
Aha.

Ein paar Minuten spĂ€ter, am Hauptplatz, tut sich dann doch etwas. Das italienische Fernsehen RAI filmt. Wir sehen neben dem Fernsehteam aber nur einen kleinen, rundlichen Mann in einem gestreiften Shirt, der irgendetwas von einem Blatt abliest. Neben ihm steht ein blitzblanker, mit Flaggen dekorierter Oldtimer. Eine einsame Mai-Kundgebung? Das Fernsehteam klĂ€rt uns auf. Es handelt sich bei dem Mann um den grĂ¶ĂŸten Fan der lokalen Fußballmannschaft.

Aha.
Und weil wir die einzige Touristen sind, werden wir mangels Italienischkenntnissen in Englisch interviewt. Ob wir den Potenza liken? Yes, but viel haben wir nicht gesehen, vor allem keine Menschen. Aber es gibt ja die tollen Scalamobiles und angeblich eine historische Altstadt, but where? Wir haben die Rolltreppen dann doch noch gefunden und zwei Kirchen. Rolltreppen gibt es ĂŒbrigens drei an der Zahl. Alle fĂŒhren vom Fuße des Berges nach oben in das Zentrum der Stadt. Obwohl- viel gibt es hier nicht zu sehen. Zu viele Erdbeben. Da bleibt nicht viel ĂŒbrig. Die lĂ€ngste Rolltreppe von den dreien ist 1,6 Kilometer lang. Wir sind na ja- beeindruckt 

Nun aber nichts wie weg, an den Golf von Neapel. Wir sind schon gespannt auf Pompeji und Neapel.

Pompeji und Neapel

Spruch zum Tag; Menschenmassen vor den Kassen. Wir reihen uns ein. Denn Pompeji, das muss sein!

Schon im Geschichtsunterricht faszinierte mich dieser Ort. Das Buch „die letzten Tage von Pompeji“ habe ich verschlungen. Im glĂ€sernen Pavillon am Haupteingang der Neustadt Pompeji sind sie ausgestellt. Die GipsabdrĂŒcke der Opfer des Vulkanausbruches am 24. August 79 n. Chr. Gruselig und ein wenig bedrĂŒckend wirken die Momentaufnahmen derer, die die Vorzeichen des Ausbruchs in den Wind geschrieben haben und geblieben sind. Sie wollten sich von Besitz nicht trennen- eine Entscheidung mit fatalem Ausgang.

Als wir das imposante Portal der Arena betreten, fĂŒhle ich mich in die Antike zurĂŒckversetzt. Sehe bewaffnete Gladiatoren mit ihren StreitwĂ€gen, höre hungrige, wilde Tiere brĂŒllen und vernehme die Laute sensationslĂŒsterner Menschen, die von den TribĂŒnenplĂ€tzen johlen. Zuletzt hat man hier 1972 „Pink Floyd“ zugejubelt, die in der Arena ein Konzert gegeben haben. Es wurde sogar ein Film darĂŒber gedreht. „Pink Floyd in Pompeji“. In den GĂ€ngen, von wo aus die Gladiatoren in die Arena schritten, tönt heute ihre Musik. Finde ich irgendwie unpassend und stört mein Kopfkino, aber was solls. Das GelĂ€nde ist riesig. Man benötigt mindestens einen Tag, um ALLES zu sehen.

Ohne Karte verirrt man sich schnell oder wandert im Kreis. Durch mehrere Eingangsportale werden jĂ€hrlich 3,4 Millionen Menschen in die Ruinenstadt geschleust. Dabei sind die Ausgrabungen erst zu zwei Drittel abgeschlossen. Überall trifft man auf Arbeiter in abgesperrten Arealen. Einige Villen der wohlhabenden Pompejaner sind noch sehr gut erhalten. Am meisten amĂŒsieren wir uns ĂŒber die Tatsache, dass es schon damals Poller gab! Die Straßen waren so angelegt, dass sie nur von Fuhrwerken mit einem genormten Radabstand befahren werden konnten. Wer der Norm nicht entsprach, musste auf passende Fuhrwerke umladen. Es gĂ€be noch so viel ĂŒber Pompeji zu erzĂ€hlen, aber am besten seht ihr es euch selbst einmal an. Es lohnt sich!

Neapel

Wir waren nicht sicher, ob wir der Dame am Campingplatz „Spartakus“ glauben sollten. Als wir andeuteten, mit dem WĂŒrstelstand nach Neapel fahren zu wollen, schlug sie die HĂ€nde ĂŒber den Kopf zusammen. Das sei viel zu gefĂ€hrlich, schon alleine wegen des Verkehrs. Viel besser wĂ€re es, wir wĂŒrden den Zug nehmen, der fußlĂ€ufig in nur zehn Minuten zu erreichen sei. Nach dieser Ansage bemerke ich ein vertrautes Aufflackern in den Augen meines Helden. Dies wiederum bedeutet, Mann, spĂŒrt eine Herausforderung! Was bei Frau wiederum eine gĂ€nzlich andere Reaktion auslöst. Er wird doch nicht …“Pah, höre ich ihn auch schon sagen, das schaffe ich mit links“ Daraufhin setze ich meinen leidendsten Blick auf in der Hoffnung, ihn umzustimmen. Immer gelingt das nicht, aber nach 12 Stunden Zitterpartie vernehme ich erleichtert; „Ok, vielleicht ist der Zug doch die bessere Lösung“. Wer wie ich, diesen Mann sehr gut kennt und weiß wie sehr er Öffis hasst, darf diese Aussage als reinen GlĂŒcksmoment werten. Mir fĂ€llt ein Stein von Herzen!

Nach einer halbstĂŒndigen Rumpeltour im heillos ĂŒberfĂŒllten Zug steigen wir im Zentrum an der Station Garibaldi aus. Über ein riesiges, modern gestaltetes Shopping Areal geht es ĂŒber die Piazza Garibaldi durch die verschlungenen Gassen zu unserem Ziel, dem archĂ€ologischen Museum. Tante Google bringt uns nach 30 Minuten Fußmarsch punktgenau hin. Wieder Menschenmassen, vor allem Schulklassen. Wieder anstellen. Leider schaffen wir es nicht, alles zu sehen, denn unser Zeitplan ist eng. ZurĂŒck laufen wir ohne Frau Google, denn einen Weg, den ich einmal gegangen bin, merke ich mir fĂŒr immer. Da staunt sogar mein Held! Der Weg durch Neapel ist spannend, die HĂ€user sind verkommen, die Gassen verdreckt. Der Verkehr ist tatsĂ€chlich mörderisch. Die Luft ist erfĂŒllt von VerkehrslĂ€rm, Gehupe und Geschrei. UnzĂ€hlige winzige LĂ€den bieten alles und sind die Lebensgrundlage vieler Neapolitaner. Von Obst, GemĂŒse, Haushaltswaren und Bekleidung bis hin zu einer finsteren Schmiede, in der Eisen kunstvoll gebogen wird. Aus einem Fenster im ersten Stock brĂŒllt ein Neapolitaner einen Touristen an, der den mit Plastikblumen ĂŒbersĂ€ten Balkon fotografieren will. Er wettert so lange, bis der verschrecken Mann verschwindet.

Diese Stadt mit knapp einer Million Einwohner ist ein eigener Kosmos mit eigenen Regeln. Pulsierend, laut, verwinkelt, dreckig und ĂŒbersĂ€t mit Baustellen. Gerade das macht sie fĂŒr mich faszinierend. Manchmal schien es mir, als wĂŒrde jeden Moment Sofia Loren aus einem alten Film kokett in einem der GĂ€sschen erscheinen. Mein Mann wĂ€re mit Sicherheit hingerissen gewesen … Ich kann nur wie Karl Farkas sagen; schauen sie sich das an …“

FĂŒr uns war hier der Wendepunkt der Reise. Es war spannend und interessant und wir werden eine Ă€hnliche Tour vielleicht noch einmal machen. Aber man weiß ja-eine zweite Reise ist niemals wie die Erste 


DIE ROUTE

FINE

Link zur Europareise 2018

Vom Mai bis Juli 2018 waren wir mit unserem Wohnmobil an Europas KĂŒsten unterwegs. Da ich auf Blogger nicht mehr schreibe, hier der Link: Vielleicht ist etwas fĂŒr euch dabei.

LINK: https://lobomobil.blogspot.com

WĂŒrstelstand’s zweimonatige Europareise-CampingplĂ€tze

In meinem ersten Eifer habe ich sofort den ADAC FĂŒhrer fĂŒr SĂŒdeuropa und Deutschland erworben. Leider entpuppte sich dies als Fehlinvestition. Es gibt viel schönere CampingplĂ€tze und ACSI, bei dem wir leider nicht Mitglied waren, hat viel mehr Auswahl und es gibt fĂŒr Mitglieder fast ĂŒberall Rabatt. Am besten ging es uns aber mit der Auswahl ĂŒber Google. Zwar verwirren widersprĂŒchliche Rezensionen manchmal, aber insgesamt hat es immer gepasst.

Ab Mitte Juni wurde es etwas enger auf den PlĂ€tzen, aber wir haben bis auf ein Mal immer was bekommen. Anrufen hilft, aber nur wenige reservieren. Der allerbeste Campingplatz ever war mit Abstand Yello Village- (Siehe Bordeaux-Lacanau). In der Vorsaison kann man hier um 15 Euro die tollsten und auch ruhigsten PlĂ€tzchen belegen. Das Areal ist riesig und fĂŒr jeden ist in diesem Feriencamp etwas dabei. Der nahe Strand war einfach traumhaft und die Atlantikwelle einfach sensationell! Überhaupt ist Frankreich ein ganz tolles Reiseland fĂŒr Camper!

Frei stehen gefiel uns auch und wir haben das drei Mal gemacht, aber Duschen und sanitĂ€re Anlagen gefallen uns besser als KatzenwĂ€sche und stĂ€ndiges „nachgießen“. Die Kokolores“ kann man auch artgerecht entsorgen und ein bisschen zu unsicher ist uns das freistehen auch. Selten waren die SanitĂ€ranlagen „Grotte“ aber manchmal doch. Da hilft dann nur Augen zu und darauf achten, dass man keine WĂ€nde berĂŒhrt. Im Großen und Ganzen hats gepasst!

Einen bis maximal vier Tage waren wir an einem Stellplatz und ich muss sagen, das reichte auch völlig, fĂŒr meinen Geschmack…
Dauercampen wÀre mir zu fad!

đŸ›ŁïžđŸšŽđŸ›ŁïžđŸšŽđŸ›ŁïžđŸšŽđŸ›ŁïžđŸšŽđŸ›Łïž

12 Comments on “WÜRSTELSTANDS 🚌 Reisen

  1. wie schön wieder einmal von Reisen zu lesen 🙂 FrĂŒher 😉 war ich auch viel unterwegs mit Wohnmobil, Wohnwagen, Flugzeug und Mietwagen in der Reihenfolge 🙂 War/bin ausgesprochener Griechenlandfan
    Liebe GrĂŒĂŸe
    Karl

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    • Freut mich, dass Du in meinem Blog gelesen hast. Heuer ist mit unserem Schiff ein Griechenland- Törn geplant. Mal sehen. Dir einen schönen Tag und liebe GrĂŒĂŸe aus Salzburg🌞

      GefÀllt mir

  2. herrlich! Obwohl, da ja „nur“ vermutlich Inseln im Fokus sein werden 🙂 Ich finde das Festland interessanter, aber natĂŒrlich haben auch die Inseln ihren Reiz 😉
    Îșαλο ταζÎčÎŽÎč 🙂
    lg
    karl

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  3. Wir fahren seit vielen Jahren mit dem WOMO kreuz und quer durch Europa . Meistens zieht es uns aber nach Nordeuropa. CampingplĂ€tze nutzen wir dabei recht selten , wir nutzen meistens WohnmobilstellplĂ€tze. Nchweise dafĂŒr gibt es reichlich im Internet. Dein Reisebericht finde ich total spannend. Deine Fotos sind aussagekrĂ€ftige Bilder einer ganz tollen Reise.
    LG Werner

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  4. Eine schöne sehr kurzweilig beschriebene Reise.
    So Ă€hnlich wie ihr, sind wir auch unterwegs. Immer neugierig auf Entdeckertour – rastlos aber nicht hektisch – neugierig auf Menschen und Begebenheiten – und Überraschungen als Salz in der Suppe betrachtend.
    Ich hoffe es kann bald wieder losgehen. Der CoronaWinzling scheint sich ja langsam zu verabschieden 😉
    LG, der WoMolix war da. 😉

    GefÀllt 1 Person

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