Motorboot, Motorboot đŸ›„ïž

Probefahrt

Zur Vorgeschichte; der Vortrag eines Seglers ĂŒber die Kykladen, hat bei meinem Techniker den heftigen Wunsch ausgelöst, diese griechische Inselgruppe zu bereisen. Möglichst auf eigenem Kiel. Ich jedoch, habe mich inzwischen mit wohnmobilen Urlauben angefreundet und vermisse das Segeln nicht. Seit meinem E-Bike Unfall vor einem Jahr, ist meine Hand nicht mehr voll belastbar und jĂŒnger werde ich auch nicht. Doch mein Mann ließ nicht locker. Mein Vorschlag, das Gebiet allein oder mit Freunden zu erforschen, kam auch nicht gut an. Getreu dem Old School Modell; wozu hat man einen Partner?

So begann die Idee mit dem Motorboot. Ein Kompromiss. Wir erwarben die knapp zehn Meter lange Rammazotti. Diese Woche machten wir die erste Ausfahrt. In der höchst professionell gefĂŒhrten Marina von Punat ging das ruck zuck. Innerhalb kĂŒrzester Zeit wurde das Schiff von Trockenlager zu Wasser gelassen und nach drei Tagen wieder heraus. Termine sind innerhalb von 24 Stunden oder am jeweiligen Tag möglich. Und das zu moderaten Preisen.

Unter den wachsamen Augen des Technikers

Die erste Ausfahrt fĂŒhrte uns in eine der schönen Buchten rund um Krk. Mit Übernachtung. Es wehte kaum Wind und wir lagen recht komfortabel. Der zweite Ausflug war schon weniger schön, denn Wind und Welle standen in die Ankerbucht, was heftige Schaukelbewegungen verursachte. FĂŒr uns Segler ungewohnt und ungemĂŒtlich. Wir flĂŒchteten in die Marina und blieben dort ĂŒber Nacht. Weil sich der Turbo und der Kompressor seltsam anhörten, holte der Techniker einen Mechaniker an Bord. Gemeinsam machten wir eine Probefahrt. Der Dieselmotor von Volvo lief gut, dennoch attestierte der Mechaniker ein Leck in der AC-Pumpe, drei defekte Keilriemen, und eine zu hohe Temperatur bei hoher Drehzahl. Bei der rechten Trimmklappe ist der Ölschlauch geplatzt. Die Seewasserleitung muss auch entkalkt werden, aber das ist das geringste Problem. FĂŒr den Mechaniker eine Winterarbeit, fĂŒr uns weitere Kosten. Nach der Inspektion fahren wir ein letztes Mal hinaus und ankern in einer traumhaften Bucht. Wieder kommt auflandiger Westwind auf. Abermals „Happy Schaukeln“. Gegen Mitternacht dreht endlich der Wind und es wird angenehmer.

Am nĂ€chsten Tag schlafe ich lange und wir schwimmen in der tĂŒrkis schimmernden Bucht. Anschließend frĂŒhstĂŒcken wir und danach fangen wir mit dem AufrĂ€umen an, denn heute kommt das Boot schon wieder raus, und wird eingewintert. FĂŒr uns gehts mit dem Wohnmobil weiter in Richtung Griechenland.

Marina Punat

Ob dieses Boot fĂŒr den Überstellungstörn von Kroatien nach Griechenland geeignet ist, wird aktuell diskutiert. FĂŒr mich ein Risiko. FĂŒr den Techniker ein Abenteuer. Eine Herausforderung fĂŒr ein Paar im Gesamtalter von 151 Jahren wĂ€re es allemal.

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