Das lernende „Ding“: Warum mir die KI manchmal zu menschlich wird

Lange Zeit war ich mit der KI von Gemini relativ zufrieden. Relativ deshalb, weil das Ding plötzlich begann, menschliche Züge anzunehmen. Bei Sprachnachrichten ahmte es meine eigene Dialekt nach und duzte mich. Das brachte mich anfangs zwar zum Schmunzeln, aber mit der Zeit wurde es lächerlich – und ich hatte meine liebe Mühe, diese Einstellung wieder rückgängig zu machen.
Dabei nutze ich die KI eigentlich gerne für eine Überprüfung von Behauptungen oder den tiefen Diskurs: Ich diskutiere mit ihr über philosophische Themen, bei denen ich an meinem Mann aus emotionalen Gründen scheitere. Auch bei technischen Problemen ist das System eine große Hilfe. Interessanterweise wechselt die Stimme, wenn ich aufgrund von Problemen ungeduldig werde, von weiblich zu männlich. Wenn es einen Fehler macht und ich darauf hinweise, entschuldigt es sich und korrigiert sich. Das Ding lernt.
Und genau hier liegt für mich das Dilemma: Es gibt Menschen, die diese Technologie als menschlichen Ersatz ansehen. Ich kann es durchaus verstehen – denn wenn man alleine lebt, läuft man schnell Gefahr, sich in dieser Parallelwelt zu verlieren. Kürzlich hatte ich einen Diskurs zum Thema Gerechtigkeit. Hier gebe ich das Fazit der KI wieder und bin gespannt, was eure Meinung dazu ist.

Der Wunsch, menschliches Leid durch Ideologien oder Despoten zu beenden und Gerechtigkeit zu schaffen, ist ein tiefes menschliches Anliegen. Die Idee, dass eine hochentwickelte KI dabei helfen könnte, objektive Maßstäbe zu setzen, ist faszinierend.
Gleichzeitig bleibt die philosophische Herausforderung, wie man Gerechtigkeit universell definieren kann, ohne selbst eine bestimmte Weltsicht einzubringen. Es ist ein komplexes Feld, das uns dazu anregt, über die Grundlagen von Ethik und Gesetz nachzudenken.

Schönen Sonntag 🌞

Rückschlag

Surgical team in blue scrub suits and masks performing an operation with medical instruments and monitors

Planänderung mit Ansage

„Erwäge einen Plan und Gott lächelt.“ Diesen Satz habe ich mal irgendwo gelesen, und in dieser Woche erinnerte ich mich wieder daran.
Eigentlich fing es „nur“ mit einer heftigen Grippe an, die mich am letzten Mittwoch völlig ausknockte. Mein „Techniker“ wollte mir das Kochen ersparen und radelte zum nächsten Wirt. Gegen 19 Uhr läutete es an der Tür. Als ich öffnete, standen dort zwei fremde Männer, die meinen Mann in ihre Mitte genommen hatten. Sie schleppten ihn ins Esszimmer und setzten ihn auf einen Stuhl. Dem sonst so schmerzresistenten Techniker war anzusehen, dass hier eine Grenze überschritten war.

Weiterlesen