Costa Rica- GUÁPILES 2020 3. Tag

Dschungelcamp und Atlantik

5h30 Tagwache. Es ist noch Zeit für einen Kaffee, dann geht es los in Richtung Dschungel. Wir fahren in Richtung Osten der karibischen Tiefebene entgegen. Eine Stunde geht es durch dichten Regenwald über Guápiles dem Ziel Tortuguero entgegen. Es regnet. Im Bus ist es wie in einem Kühlschrank, denn die Klimaanlage arbeitet Vollgas, weil sonst alle Scheiben beschlagen. So sitzen wir alle eingemummt in unserem Wintergewand und vor allem wir Frauen frieren schon wieder wie die Schneider. In Guápiles werden wir schließen nach einer Stunde Zähne klappern erlöst. Es gibt Frühstück und die erste Sichtung eines Faultiers mit Baby im Blätterwald eines riesigen Baumes. Das wiederum läßt so manchen vom Frühstückstisch aufspringen, nach draußen eilen, um die Kamera zu zücken. Ich genieße erstmal das köstliche, frische Obst des Buffets und lasse mir Zeit. Faultiere sind ja nicht gerade die Schnellsten und werden sicher noch am Baum sein, wenn ich fertig bin.

Und so ist es dann auch. Eine Stunde später werden wir und unsere Koffer auf Schiffe verladen und man fährt uns in eineinhalb Stunden in gemächlicher bis rasanter Fahrt durch den Regenwald in die Lodge. Die liegt wunderschön inmitten des Dschungels umgeben von Kanälen und Lagunen. Das Brackwasser ist lehmig braun und wir sehen ausser Reihern und Leguanen kaum Tiere. Das ist nicht verwunderlich, den der Motorenlärm der Boote verscheucht alle.

Die Lodge

Die Lodge liegt wunderschön inmitten des Dschungels, die Häuschen in denen wir wohnen sind geschmackvoll und gemütlich eingerichtet, der Pool lädt zum Schwimmen und die Bar auf ein kühles Blondes ein. Die Luft ist erfüllt von den vielfältigen Geräuschen des Dschungels und mein Mann entfernt erst Mal einen Tausendfüßler aus dem Bad. Na ja, solange es keine Schlange ist…

Leguanchen

Nachdem wir unser neues Domizil bezogen haben, flitzen wir mit dem Bootstaxi an das andere Ufer nach Tortuguero, einer Stadt am Fluss. Hier hat man sich dem Schutz der Schildkröten verschrieben die jedes Jahr am Strand ihre Eier ablegen. Wir flanieren an diesem Strand entlang und lauschen der Brandung des Atlantiks.

Danach genießen wir die quirlige Atmosphäre der Stadt-Promenade, gönnen uns eine Pina Colada und köstliches Eis.

Promenaden- Leben

Wir lassen den Tag in der Lodge ausklingen, schwimmen im Pool und genießen ein schmackhaftes Abendessen. Morgen geht es in den Dschungel und wir sind schon gespannt, welche Tiere wir zu Gesicht bekommen.

Einsamer Strandkäfer

Costa Rica- REGENWALD – TORTUGUERO 2020- 4.Tag

Eine Reise in die Tiefen des Urwaldes von Tortuguero

Der Tag gehört diversen Bootsfahrten in die Seitenarme des Naturschutzgebietes. Unsere Truppe setzt sich aus zwei Nationalitäten zusammen. Schweizer und Österreicher. Die Stimmung ist gut. Die meisten sind fröhlich und wir kommen uns bei den gemeinsamen Ausflügen rasch näher.

Reiseleitung

Unser Reiseleiter versorgt uns reichlich mit Informationen und wird nicht müde, täglich die vorbildliche Haltung Costa Ricas zum Umweltschutz zu erwähnen. Dennoch rasen wir mit Benzin- betriebenen Booten durch die Kanäle. Vorbei an den Müllhalden der primitiven Wellblech Baracken. Auch am karibischen Strand liegt Müll. Schuld sei das angrenzende Nicaragua. „Die werfen alles ins Meer,” sagt der Reiseführer …

Bunte Tierwelt

Auf unseren Fahrten durch den Dschungel sehen wir Tucans, Reiher, und Rallen, Leguane, Kaimane, bunte Eidechsen, Fledermäuschen, Faultiere und Brülläfchen. Was wir nicht sehen sind Schlangen.🐍Das Szenario unberührter Natur ist fantastisch und der bisher beeindruckendste Teil der Rundreise. Wir fühlen uns in die Uhrzeit zurück versetzt. Am Ende fahren wir in einen in den Fünfzigern von Tropenholz Händlern angelegten Seitenarm, der für Transportzwecke angelegt wurde. Damals wurden viele Quadratkilometer abgeholzt. Heute ist alles wieder mit sogenanntem Sekundärwald bedeckt. Der Führer lässt den Motor abstellen und bittet uns für zwei Minuten zu schweigen, die Augen zu schließen und mit dieser kleinen Geste der Natur Respekt zu zollen. Eine schöne Idee bei der alle gerne mitmachen…

Urtümliche Vegetation
Krabbenreiher
Leguan
Fledermäuschen während der Siesta

Die ‚Bitch‘ unter den Vogeldamen …

Wir lernen eine Vogelart kennen, deren Weibchen als ‚Prinzessin‘ bezeichnet werden. Bei dieser Gattung der Rallen werden für die Weibchen von den  werbenden Männchen Nester gebaut. Wenn aber das Design den kritischen Augen der Umworbenen nicht entspricht, zerstört die anspruchsvolle Dame das Nest mit eigenem Schnabel.  Das wiederholt sich so lange, bis ihr das neue Heim endlich gefällt. Sie setzt sich anschließend in das gemachte Nest, legt die Eier und haut ab. Sie überlässt dem Männchen die alleinige Brutpflege. Der Vogelvater muss nun den Nachwuchs nicht nur ausbrüten, sondern danach auch für Nahrung sorgen, was ihn gewaltig stresst, denn er kann den Nachwuchs nicht zu lange allein lassen. Die Nesträuber warten nämlich schon. Das kümmert die ‚Prinzessin‘ nicht im geringsten. Sie vergnügt sich anderwertig … Das nennt man dann ‚gefiederte Emanzipation‘. 🐦

Wie geht es weiter?

Morgen packen wir zum dritten Mal die Koffer und brechen wieder auf. Obstplantage, eine Schule und ein wenig Freizeit danach. Klingt anstrengend? Ja, ist es. Aber auch immer wieder schön!🐸🍉🍌🍋🥝