Teilung

Nein, nicht Spaltung. Teilung meine ich. Der Mond ist nicht die Gesellschaft … Denn als ich gestern in lauer Nacht in den Himmel schaute, sah ich diesen Kondensstreifen, welcher pfeilgerade und mittig den Mond teilte. Spannend dachte ich. Was für tolle Himmelsbilder es doch gibt. Also zückte ich die Pixel 3 Kamera und schoss schnell ein Foto im Nachtmodus.

Kurz darauf war der Zauber wieder vorbei. So wie heute der Vollmond. Immer gut, wenn er sich wieder vertschüsst. Die letzten beiden Tage strahlte er wie ein aufgeblendeter Scheinwerfer in mein Schlafzimmer. Gestern konnte mich das jedoch nicht vom verdienten Schlaf abhalten. Denn wer schafft der schlaft … Oder so ähnlich.

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Beim ‚Frizer‘

Gleich vorweg- mein Haupthaar überließ ich in der Vergangenheit ausschließlich dem Hairstylisten meines Vertrauens. Die Tatsache, dass mein Favorit nach New York abgehauen ist und drei meiner Ersatzfriseurinnen aufgrund der C-Schikanen nacheinander gekündigt haben, hat mich bescheidener gemacht.

Und weil’s eh schon wurscht ist, habe ich heute mein sensibles Haupthaar einer völlig Fremden in meinem derzeitigen Gastland überlassen. Ein bisschen mulmig war mir schon. Aber; no Risk, no Fun …

Herausgekommen ist ein neuer Typ, der haarscharf an Stirnfransen vorbeigeschrammt ist. Hate them! Denn damit sieht man aus wie im Vorschulalter. Und das habe ich schließlich weitestgehend hinter mir👶 Jetzt bin ein wenig ratlos, aber dem Techniker gefällt’s. Na dann …

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»Lost History«

Die Bora bläst ungebremst ihren eiskalten Atem über das Festland zum Meer und sorgt für unangenehme Temperaturen. 13 Grad, sind ungewöhnlich für Anfang Oktober. Wie dem auch sei- die istrische Gelassenheit beeinflusst das nicht. Deshalb bleiben wir noch ein Weilchen, und genießen das unkomplizierte Leben.

Zu unseren Lieblingsbeschäftigungen gehören ausgedehnte Spaziergänge jenseits der touristischen Trampelpfade. So auch vor zwei Tagen. Wir entdeckten dabei zwei »Verlorene Geschichten«.

Es begann mit einer aufgelassenen Plantage. Das Erste, was uns dabei ins Auge fiel, waren Berge von Müll. Ein verlassenes Haus und noch mehr Müll. 🥴 Als wir weitergingen, öffnete sich in einer windgeschützten Senke ein ausgedehntes Feld mit Oliven- und Feigenbäumen. Reste von Netzen über den Bäumen wirkten im diffusen Licht wie Spinnweben. Ein schöner und zugleich unheimlicher Ort. Ich wurde das Gefühl nicht los, dass jeden Moment eine verwahrloste Gestalt auftauchen würde, um uns zu vertreiben. Was mochte wohl die Geschichte dieses Ortes sein? Wir werden es wohl nie erfahren.

Bald darauf fiel uns auf einem Hügel ein imposanter Gebäudekomplex aus Stein auf. Wir folgten seiner Spur. Der unbefestigte Weg führte uns vorerst durch brachliegende, ebene Felder und stieg dann allmählich an. Wieder jede Menge Müll am Wegesrand. Die Verursacher machen sich nicht einmal die Mühe, ihn zu verbergen. Obwohl- Umweltsünder gab und gibt es auch bei uns. Nur bei weitem nicht so dreist wie hierzulande.

Allmählich wurde der Weg steiler. Oben angelangt blieb uns erst einmal der Mund offen. Was für eine Aussicht😯!

Unter uns die glitzernde Lagune. Um uns nichts als Stille und ein halbverfallenes Herrenhaus, dessen einstige Pracht sich nur noch erahnen ließ. Es ist der Mittelpunkt eines riesigen Landsitzes. Im umliegenden Areal befinden sich die Wirtschaftsgebäude. Allesamt in einem traurigen Zustand.

Neben dem Herrenhaus- ihr ahnt es schon- Müll. In einem primitiven Verschlag entdeckte ich ein paar verwahrloste Hühner. Ihre Körper wiesen großflächige kahle Stellen auf. Von irgendwo vernahmen wir Stimmen. Hunde begannen zu bellen. Ein paar Manner erschienen. Ein Teil dieser Ruinen schien also bewohnt zu sein. Wir begannen uns unwohl zu fühlen und kehrten um.

Ein Schild an einer Mauer wies die Landwirtschaft als ‚Lieferant hochwertiger Produkte‘ aus. Wir sahen jedoch nur ein paar dreckige Schafe und die erwähnten Hühner. Das also soll »Agrolaguna« sein? Wir googelten nach dieser Organisation und begannen uns ein wenig zu wundern …

In unseren Köpfen entstanden Bilder darüber, wie es hier vor langer, langer Zeit einmal ausgesehen haben könnte. Vermutlich wie in einem kitschigen Film. Aber das Leben ist eben kein Ponyhof und Geschichte bleibt Geschichte. Sie ist vergänglich und beruht lediglich auf Nacherzählungen.

Schade eigentlich- eine kurze Zeitreise zurück wäre manchmal spannend. Was meint ihr?

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