Pula: Luft 17° Meer 22° Wind: Bora 25-45 KN
Nachts schlecht geschlafen. Die Böen zogen an den Leinen und es knarzte und ächzte die ganze Nacht. Ich bin missmutig und gereizt. Es ist so kalt geworden, dass wir beide auf das morgendliche Bad im Meer verzichten. Stattdessen startet der Kapitän den Motor und gönnt uns warmes Wasser für die Borddusche. Die morgendlichen Schwimmrunden um das Schiff, werden mir fehlen. Die konfuse, unangenehme See und das Geschaukle sicher nicht.
Der diesjährige Herbsttörn geht zuende. Wir liegen nach einer letzten anstrengenden Etappe sicher in unserem Heimathafen. Wir ziehen Bilanz; zwei Wochen waren ganz okay, die Letzte weniger. Drei Tage Jugo haben uns alte Segelhasen ganz schön gefordert. Gegen diesen Wind ist die Bora fast schon harmlos.
Aber was, wenn ich einfach schon zu alt für diese Art von Abenteuer bin? Ein Gedanke, der sich diesmal zu oft in meinem Kopf breit machte. Wenn ich beim Kurbeln aus der Puste kam. Wenn bei unvorhersehbaren Manövern die Nerven blank lagen. Wenn die Genuaschot mir einen Peitschenschlag auf die Hand verpasste. Wenn mir der Seegang auf den Magen schlug. Wenn das Schiff aus dem Ruder lief und Angst mich überkam. Mich, die Weltumseglerin …
Vielleicht war es einfach nur ein schlechtes Jahr. Wettermäßig und überhaupt … Vielleicht ist beim nächsten Mal alles wieder vergessen und es zählt nur dieses wunderbare morgendliche Bad im Meer … Vielleicht …
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Kinderseelen zart und unbedarft
ein offener Entwurf
mit losen, leeren Seiten.
Wer führt die Feder,
kreiert die Kapitel?
Wer bestimmt den Inhalt?
Lebensfreude, Stärke und Mut-
oder
Kleingeistigkeit, Fragilität und Angst?
Kinderseelen so zart und Unbedarft-
ein Windhauch des Bösen
schlägt Seiten des Buches zurück.
Neugier und Entdeckungsfreude.
Schließt vieles für immer.
Wer maßt sich an die Feder zu führen?
Zum Kindeswohl nicht eigenem.
Welcher Geist schreibt die ersten Kapitel?
Liebe?
Egoismus?
Staatsräson?
Kinderseelen-zart und unbedarft.
Ein offener Entwurf ...
Einige von euch werden es ohnehin wissen; die glamouröse, so typisch amerikanische Welt und Finanzmetropole New York wurde von den Niederländern gegründet. Sie besiedelten im Jahr 1610 die Südspitze der Insel Manna Hatta. Bald weiteten sie ihr Territorium bis nach Long England im Westen, dem heutigen Brooklyn aus. Sie luchsten den Indianern das Land angeblich um 60 Gulden ab. Der Siedlung gaben sie den Namen Nieuw Amsterdam und die Hauptstadt nannten sie Nieuw Nederland. Geschäftstüchtig waren sie schon immer die Niederländer und nicht umsonst besagt eine alte Weisheit; und ist der Handel noch so klein, bringt er mehr als Arbeit ein. Und der blühte.

Anfangs durch Bier und Fisch. Später durch Gewürze und natürlich auch damals schon durch die richtigen Netzwerke. Wie zum Beispiel den Anschluss an die mächtige Kaufmannschaft ‚Hanse‘, welche wesentlich zur Blüte des europäischen Handels beitrug. Ihre Zunft lehnte sich auch gegen die zu dieser Zeit alles beherrschende Kirche und den Adel auf. Auch die Kunst blühte. Hunderte Maler malten jährlich Tausende Bilder. Und nicht zu vergessen; der Verkaufsschlager Tulpen.

Die Tulpenmanie galt als erste Spekulationsblase der Wirtschaftsgeschichte. Für zwei Tulpenzwiebeln konnte man angeblich ein ganzes Haus kaufen!
Ein Land mit nicht einmal 2 Millionen Einwohnern, geringer landwirtschaftlicher Produktion und ohne eigene Rohstoffe wurde durch ihren regen Handel mit Waren aus aller Herren Länder zur führenden Macht des 17. Jahrhunderts. Die Niederländer waren mutige Entdecker und schneidige Seefahrer. Allein schon aus diesem Grund fasziniert mich dieser Menschenschlag 😉.
1664 luchsten ihnen die Engländer das Territorium Nieuw Amsterdam allerdings wieder ab.
Immer diese Briten😉

Dem Gebiet des heutigen Amsterdam mussten die Siedler vorerst jeden Quadratmeter Sumpf und Moor abringen, um es in Bauland umwandeln zu können. Dam heißt nichts anders als Platz und die Amstel ist der Fluss, an dem die erste Siedlung entstand. Durch das Mirakel von Amsterdam wurde die Stadt 1345 zur Pilgermetropole und die Einwohnerzahl begann rasant zu steigen. Allerdings machte die Pest im Jahre 1350 auch vor dieser Stadt nicht halt. Die zahlreichen Flammeninfernos auf Grund der strohgedeckten Holzhäuser stellten für die Menschen eine weitere Herausforderung dar. Erst durch den Bau von Steinhäusern wurden die beinahe alltäglichen Brände eingedämmt. Möglicherweise hat der ständige Überlebenskampf die Menschen so zäh und zielbewusst gemacht.

Aber am meisten bewundere ich die toleranten Niederländer für ihr Freiheitsbewustsein und den Mut, sich im zweiten Weltkrieg gegen den Faschismus aufzulehnen. Den Verfolgten boten sie unter Einsatz ihres eigenen Lebens Schutz. Davor ziehe ich meinen Hut. Heute mehr den je.
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