Omas Kochkiste …

Was für ein Tag, was für ein Segeln. Einfach wunderbar. Sieben bis 14 Knoten Wind schieben und auf leicht bewegter See voran. Kaum Yachten unterwegs. Unser erstes Ziel wie immer die Bucht von Portic. Am Leuchtfeuer Porer vorbei segeln wir in die fast menschenleere Bucht.

Schon zwei Stunde zuvor stehe ich in der Pantry und schneide einen Kürbis in kleine Stücke. Mit leicht angebraten Zwiebeln köchelt das Gemüse vor sich hin.

Unter Deck merke ich, dass der Wind zugenommen hat und wir nach dem Kurswechsel bei der Ansteuerung etwas »Lage schieben« werden. Was tun mit zwei heißen Kochtöpfen am Herd? Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, denke ich und spontan fällt mir Omas »Kochkiste« ein.

Früher hatte jeder »ordentliche Haushalt« eine solche Kiste in der Küche. Meistens befand sie sich unter der Sitzbank in der Essecke. Sie war meist mit Stroh oder Holzwolle gefüllt und hatte ein, zwei Kullen in welche die Kochtöpfe passten. Das Essen wurde kurz vorgekocht und dann in der Kiste fertig gegart. Meist Eintöpfe, Erdäpfel oder Gemüse.🍠🥦🧅🥔

Mhm, ich überlege. Und wenn ich einfach die beiden Abwaschbecken nehme? Darin kann nichts überschwappen und es ist noch sicherer als am kardanisch aufgehängten Herd. Gesagt- getan.

Mein Techniker🙏 gibt mir noch einen Isolationstipp für den Boden. Ich lege zwei Holzbretter in die Becken und stelle Suppentopf und Erdäpfel hinein. Dann decke ich alles mit Handtüchern zu und lege noch ein Kissen oben drauf. Fertig.👍

Anschließend widme ich mich gemeinsam mit dem Kapitän unbeschwert der Ansteuerung und am Ankerplatz packe ich alles aus, würze die Kürbissuppe und servieren das dampfend heiße Essen.

Stressfreies Kochen, energiesparend, sicher und optimal gegart. Danke Oma.😊

Alte Türen und Fenster

Während meiner Reisen fotografiere ich gerne pittoreske alte Fenster und Türen. Da ich gerade entspannt auf die Endfassung meines Manuskriptes warte, hatte ich endlich Zeit diese Fotos zusammen zu suchen und mit Euch zu teilen. Ich finde sie spannend, diesen Ein und Ausgänge durch die so viele Geschichten, Hoffnungen, Gedanken, Erwartungen Augenblicke und Ereignisse gegangen sind. Und Ihr?

Ein Kommen und Gehen, eine Erwarten und Sehen.

Einen schönen sturmfreien Freitag wünsche ich. Und nicht vergessen Türen und Fenster zu schließen …

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Was ich lieber nicht über Büffelmozzarella gewusst hätte …

Urlaub, Sonne, gutes Essen. Mediterranes Flair. Die frische Meeresbrise kühlt die erhitzten Mauern der Gassen. Auf der Suche nach Schatten dringen wir immer tiefer in das Städtchen ein. Wir sind hungrig. Das ziellose flanieren ließ uns die Zeit vergessen, aber nun meldet sich der Magen, verlangt nach leichtem südländischen Häppchen. Im Süden verspüre ich kaum Hunger. Hier nährt mich das würzige Klima.

Wir nehmen auf eine hübschen Terrasse Platz und bestellen einen Mozzarella-Tomaten-Salat und ein Glas Malvazija. Ach, das Leben kann so schön sein, so entspannt, maskenfrei und überhaupt … Wir plaudern ein wenig mit dem freundlichen Kellner und mein Techniker fragt, ob der Mozzarella wohl ein echter vom Büffel sei. »Natirlich ist von Buffel«, antwortet dieser fast ein wenig gekränkt wie mir scheint und schon fragt mein neugieriger Mann weiter; »werden die hier im Land gezüchtet?«.

Der Kellner verneint und erklärt geduldig, dass die Büffel in Italien gezüchtet werden. »Weiß jedes Kind«, tadle ich leise den Techniker, was diesen wiederum nicht davon abhält, den Kellner weiter bei der Arbeit aufzuhalten. «Aber die könntet ihr auch hier züchten. Wozu importieren. Gutes Geschäft!« Der Kellner zuckt gelangweilt mit den Achseln und sagt: »Kann i nix mochen« und geht. Ich bin froh, denn mein Magen knurrt, und ich möchte endlich was Essen.

Bald darauf stehen zwei hübsch angerichtete Tomaten-Mozzarella-Teller dekoriert mit frischem Basilikum und einem Körbchen knusprigen Weißbrotes vor uns und ich greife nach Salz, Olivenöl und Essig, um den Salat zu würzen. Er schmeckt wunderbar, aber mein Techniker hört nicht auf, laut darüber nachzudenken, warum man die Büffelmilch nicht im eigenen Land produziert und vielleicht ist dieser Käse am Teller nur aus Kuhmilch und so weiter … Nachdem ich aufgegessen habe, will ich es selbst wissen und google Büffelmozzarella. Ich hätte es lieber nicht getan.

Der Mozzarella di Bufala wird in Süditalien produziert. Soweit so gut. Einmal pro Jahr bringt die Kuh ein Kalb zur Welt, denn sonst würde sie keine Milch produzieren. Ist das Junge jedoch ein Stier, ist es wertlos. Die Bauern lassen die Stierkälber einfach verhungern und verdursten oder sie ‚erlösen‘ sie, indem sie sie mit einem Hammer erschlagen oder ertränken. Da schmeckt mir diese Delikatesse, deren Nachfrage ständig steigt, augenblicklich nicht mehr. Ich möchte mich darüber nicht weiter auslassen und füge einen Link für jene ein, die es noch genauer wissen möchten. Ich werde in Zukunft nur mehr zu Mozzarella aus Kuhmilch greifen. So viel ist sicher.

Mein Techniker ist inzwischen ganz blass um die Nase geworden und will, dass ich mit dem vorlesen sofort aufhöre. Das beweist wiederum, dass auch in einem kühlen Rechner eine sensible Ader steckt. Das mag ich an ihm. Aber Büffelmozzarella mag ich keinen mehr.

https://www.infosperber.ch/Wirtschaft/Darum-sollten-Sie-beim-Buffel-Mozzarella-genau-hinschauen