Schreiben-Reisen-Lebensbilder
Alles ist gepackt und verstaut. Es ist unsere erste groĂe Reise mit dem Muck. Muck ist jĂŒnger, gröĂer, schneller und gerĂ€umiger als sein VorgĂ€nger Mucki. Wir haben das Wohnmobil aus britischer Manufaktur nach bestem Wissen gewartet und vorbereitet und sind gespannt auf die neue Route. Dieses Jahr geht es ĂŒber Ungarn, RumĂ€nien und Bulgarien nach Griechenland. Der Campingplatz im Nordwesten Griechenlands ist bereits reserviert. Wir sind etwas spĂ€ter abgereist als geplant. Deshalb haben wir den ersten Stopp nicht in Wien gemacht, sondern sind gleich bis Györ durchgefahren.
Bei Einbruch der Dunkelheit erreichen wir den Campingplatz und sind entsprechend hungrig. Es gibt bereits die erste Panne, da die Stromversorgung nicht funktioniert. Trotz wiederholter Versuche und der UnterstĂŒtzung des Platzbetreibers gelingt es uns nicht, das Fahrzeug mit Strom zu versorgen. Wir mĂŒssen uns mit dem begnĂŒgen, was die Bordbatterie hergibt. Wir brechen die Fehlersuche ab, denn unsere MĂ€gen knurren bereits bedenklich.

Wir fragen, wie weit der Weg in die Stadt sei und erhalten als Antwort, es seien nur circa eineinhalb Kilometer, was zu FuĂ in 25 Minuten locker zu schaffen sei. FĂŒr uns sportliche Typen kein Problem. Nach zwei Kilometern ist noch immer kein Stadtzentrum in Sicht und so fragen wir einen der seltenen Passanten. âUngefĂ€hr noch zwei Kilometerâ, meint der und empfiehlt uns die Fahrt mit einem öffentlichen Verkehrsmittel. Unsere Laune sinkt proportional zur zurĂŒckgelegten Wegstrecke. Dann endlich an einer Kreuzung entdecken wir ein unscheinbares Pub mit Pizza auf der Karte. Ok, besser als Nichts. Des Ungarischen nicht mĂ€chtig radebrechen wir die Bestellung und bald naht die Rettung in Form zweier riesiger Pizzen und zwei Bier. Die Betreiber des Lokals sind ausgesprochen freundlich und die Pizza ist köstlich. Am Ende bezahlen wir 7580 Forint, also 19 Euro und alles ist wieder gut. Ăbrigens; Diesel kostet hier 1,40 Cent pro Liter.

Nach einer ruhigen Nacht findet der Techniker den Fehler bezĂŒglich der Stromversorgung. Wir machen uns nach einem Kurzbesuch in der Altstadt von Györ auf den Weg nach Budapest. Auch hier sind die Folgen des Hochwassers unĂŒbersehbar.







Nach der Abfahrt von Györ suche ich ĂŒber Google nach einem Campingplatz unweit von Budapest, dem nĂ€chsten Ziel unserer Reise. Wir erwischen einen Platz mitten im Nirgendwo. Die Anfahrt erweist sich als schwierig, denn auf Grund des Hochwassers sind einige StraĂen gesperrt. Unser neues, sĂŒndteures Garmin-Navi schickt uns durch Sonne Mond und Sterne. Wir fragen Passanten, aber niemand weiĂ von einem Campingplatz. Ăber Google Maps erreichen wir schlieĂlich das Ziel. Inzwischen ist es dunkel und die enge, fĂŒr Muck ungĂŒnstige Auffahrt zum Stellplatz ist ohne Hilfe des Betreibers kaum zu schaffen. Aber der ist glĂŒcklicherweise zur Stelle und der Techniker folgt ohne Widerspruch seinen Anweisungen.


Der kleine Platz mitten im Wald hat wenige StellplĂ€tze und ist dementsprechend ruhig. Die sanitĂ€ren Anlagen sind einfach, aber gepflegt. Es ist ungewöhnlich kĂŒhl. Wir bleiben zwei NĂ€chte. Am zweiten Tag fahren wir mit dem Bus nach Budapest, um die Stadt zu erkunden. Erfreuliche Ăberraschung; in Ungarn nutzt man alle Ăffis ab dem 65. Lebensjahr gratis. Auf dem Weg zum Bus entdecken wir ein historisches und perfekt renoviertes BahngebĂ€ude und einen original russischen ZIS 110. Stalin besaĂ mehrere gepanzerte Modelle von Typ ZIS 115.



Auch hier Land unter. Die Stadt ist beeindruckend. Vor allem durch die vielen gut erhaltenen historischen GebĂ€ude und Monumente aus der Zeit der Ăsterreichisch-Ungarischen Monarchie. Es wird viel gebaut und renoviert. Die Stadt ist voll pulsierenden Lebens. Sie hat uns sehr gut gefallen. In einem Tag ist es kaum zu schaffen alles zu sehen, aber uns zieht es schon wieder weiter.











Die KĂ€lte am ungarischen Campingplatz und das Duschen mit GĂ€nsehaut motiviert uns zur Weiterfahrt in wĂ€rmere Gefilde. Bukarest lockt mit 30 Grad und viel Sonne, aber die direkte Strecke ist zu lang und so machen wir nach 500 km in Deva (Diemrich), einer Stadt in der Region SiebenbĂŒrgen Pause fĂŒr eine Nacht. Deutsche haben wir keine mehr getroffen und die prĂ€chtige Burg haben wir auch nicht besichtigt, aber einen passablen Stellplatz ergattert. Gleich bei der Ankunft werden wir von zwei Hunden verbellt, denen es aber nur um die Wurst geht. Die bekommen sie aber erst am nĂ€chsten Morgen.

Am Platz kampiert ein weiteres Paar mit ihren Hunden in einem Zelt. Da ihr Wagen ein rumĂ€nisches Kennzeichen und den Werbeaufdruck einer Kfz-Werkstatt hat, versteigen wir uns in wilde Fantasien. Vielleicht rumĂ€nische Mini-Unternehmer, die im Zelt leben? Er fahrender Mechaniker, sie SekretĂ€rin im Zelt? Weit gefehlt. Erst bei der Abreise stellt sich heraus, dass es sich um ein Paar aus Deutschland handelt, deren Camper eine Panne hat. Das Auto mit rumĂ€nischen Kennzeichen ist ein Leihwagen. Sie warten die Reparatur ab. Jetzt mĂŒssen wir ĂŒber uns selbst ein bisschen lachen âŠ
Wir campen fĂŒnfundvierzig Autominuten von der Stadt entfernt. Es tut sich noch einiges auf diesem Platz. Manche wollen wie wir an das Schwarze Meer. Wir sehen uns vorher Bukarest an. Zum ersten Mal probieren wir den Taxi-Dienst von Uber aus. Wir kennen die vielen Kritiken bezĂŒglich der Ausbeutung der Fahrer, stellen aber fest, dass der Service einfach unschlagbar ist. App herunterladen und los gehtâs. Alles super einfach, mit tadellosen Fahrzeugen und freundlichen Fahrern, vom Preis ganz zu schweigen. Wir werden den Dienst sicher wieder nutzen.
Die Stadt stellen wir uns so Ă€hnlich wie Budapest vor, aber das ist sie nicht. Kaum verlassen wir die schicken Zentren, stoĂen wir auf heruntergekommene Bauten, Dreck und bettelnde Menschen. RumĂ€nien prosperiert zwar wirtschaftlich, aber es wird noch lange dauern, bis dieser Aufschwung die Mehrheit erreicht hat. WĂ€hrend der Besichtigung einiger orthodoxen Kirchen treffen wir auf tiefglĂ€ubige Menschen, die fĂŒr religiöse Rituale Schlange stehen. Reliquien werden gekĂŒsst und Bittbriefe geschrieben. Unser Taxifahrer bekreuzigt sich wĂ€hrend der Fahrt mehrmals. Hoffentlich nicht, weil er glaubt, wir seien des Teufels. In den touristischen Zentren herrscht der ĂŒbliche Nepp und eine Kneipe reiht sich an die andere. Dabei trifft man auf wenig OriginalitĂ€t, aber viele Konzernketten, die einander weltweit gleichen. Ein riesiger Finanzkomplex aus Glas und Marmor mit einst tausend BeschĂ€ftigten steht mitten im Zentrum seit Jahren leer.










RegierungsgebĂ€ude in Bukarest. Das zweitgröĂte nach dem Pentagon. Nicolae CeauÈescu lieĂ es erbauen.


Bevor wir am vergangenen Freitag nach Constanta abgereist sind, ist ĂŒber Nacht einer meiner Flip-Flops vor dem Womo verschwunden. Erst vermute ich einen Streich von ein paar Jugendlichen, doch der Campingplatz-Betreiber klĂ€rte mich auf. Ein FĂŒchslein treibt sein nĂ€chtliches Unwesen, stibitzt den einen oder anderen Schuh und versteckt ihn im nahen Wald. Ich bin seiner FĂ€hrte nach BauchgefĂŒhl gefolgt und siehe da â ich habe die Badelatsche wiedergefunden.
Doch nun zu den Bildern vom Schwarzen Meer, an dem wir gerade angekommen sind. Viel Wind, viel Sonne, 24 Grad und jede Menge Kiter. Ein nackter Mann, der neben uns am Campingplatz nach der Musik des Handys seinen Namen tanzt, ist auch da, aber das ist eine andere Geschichte âŠ




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Spannende Abenteuerreise .. incl. DiebesFuchs đ
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Spannende Abenteuerreise .. incl. DiebesFuchs đ
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Ganz schon was fĂŒr die Nerven, reisen mit rollendem Haus.
Dann passt mal gut auf euch drei auf! đđȘđŒ
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Wir werden uns bemĂŒhen đ Allerdings habe ich das GefĂŒhl, es geht erst richtig los đ€Ș Herzlichen GruĂ Lore
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Wir haben Bukarest zu finstersten sozialistischen Zeiten besucht. – Wenn die Regierungskolonne aus dem Palast kam, durfte niemand stehen bleiben, man musste sich stĂ€ndig bewegen – dafĂŒr hat genĂŒgend Polizei gesorgt. Und die Armut war schrecklich. – Schöne Weiterreise!
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Danke und das kann ich mir gut vorstellen, liebe Clara. Ich habe gelesen, wie auch allein CeauÈescus Frau gebĂ€rdet hat- absurd! Ich wĂŒnsche den freundlichen Menschen dieses Landes alles Gute, denn es kann nur besser werden.
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