*Andere Zeiten, andere Sprüche Nr.36


Bei uns in Österreich ist die SPÖ wegen eines angeblichen Rechenfehlers extremer Häme ausgesetzt. Dabei ist nicht verbrieft, ob mehr dahintersteckt, als eine mit irrtümlich falschen Zahlen bestückte Excel-Datei. Wer weiß … die Sümpfe der Politik sind tief …

Kurz war der eine Chef der Roten,
dann kamen leise Zweifel auf,
jetzt heißt es plötzlich Idioten
hätten nicht das Rechnen drauf.
Jetzt ist der andere am Ruder
ein einstmals glühender Marxist,
solange bis ihm ein Reporter erklärte, was Marxismus ist …

*Ein Projekt wider den bitteren Ernst

Marionetten, Mozart und eine grandiose Stimme🎭

Seit Jahren nahmen wir uns vor, das Marionettentheater in der Stadt Salzburg zu besuchen. Jahrelang blieb es beim Vorsatz, doch letzte Woche war es endlich so weit. Wir schritten zur Tat. Die Zauberflöte wurde gegeben. Aufgrund der vielen positiven Empfehlungen waren wir gespannt. Das Theater war gut besucht und bereits im Foyer erwartete uns eine beeindruckende Sammlung an Marionetten.

Wir waren früh dran und überbrückten die Wartezeit mit einem Glas Schampus an der Bar. Die plüschige, leicht morbide Atmosphäre des Theaters zog uns sofort in seinen Bann. Es gibt unendlich viel zu schauen und zu entdecken.

Am Eingang zur Bühne stand ein hünenhafter Mann mit Gelfrisur und aristokratischer Anmutung, den wir artig unsere Karten vorwiesen. Dieser entpuppte sich jedoch als Gast, der lediglich auf seine Holde wartete. Wir entschuldigen uns. Die zarte Billeteurin stand unsichtbar hinter dem Riesen. Sie hatte die Verwechslung schweigend beobachtet und quittierte den Vorfall mit einem freundlichen Lächeln.

Wir hatten Glück, Sitzplätze in der dritten Reihe gewählt zu haben, denn die Bühne ist klein und von den hinteren Rängen aus, sind die Puppen nicht sehr gut zu sehen. Allerdings hatte ich das Pech, dass der vermeintliche Billeteur, der auch ein Sitzriese war, direkt vor mir saß. Die echte Billeteurin bemerkte das und ließ uns netterweise in die erste Reihe wechseln.

Zu Beginn der Vorführung zeigten sich die Puppenspieler über der Bühne. Sie stellten auf humorvolle Art und mit großem Können die Marionetten der Zauberflöte vor. Die Fäden der hölzernen Protagonisten schimmerten dabei im Licht der Scheinwerfer. Ein zauberhafter Moment. Danach wurde das prächtige Bühnenbild des ersten Aktes aufgebaut und anschließend erklang die Ouvertüre.

Hinsichtlich Orchester, Sänger und Sprecher handelt es sich um eine historische Aufnahme der Deutschen Grammofon von 1955 unter dem Dirigenten Ferenc Fricsay. Die Königin der Nacht, gesungen von Rita Streich, ist das Großartigste, was ich je gehört habe. Irgendwie fühlte ich mich in die Zeit Mozarts versetzt, in denen diese Singspiele für das gemeine Volk aufgeführt wurden. In diesem Marionettentheater feierte der Ursprung dieses Stückes zumindest für mich eine Art Wiederauferstehung und das fühlte sich ganz anders an, als in einem Opernhaus. Irgendwie intensiver.

Alles in allem war es eine wundervolle Inszenierung. Von den Marionetten mit ihren beeindruckenden Kostümen bis hin zur feinfühligen Führung der Puppenspieler. Wir waren begeistert und empfehlen dieses wunderbare Marionettentheater, welches permanent um sein wirtschaftliches Überleben kämpft, von Herzen weiter.

https://marionetten.at/shows/die-zauberfloete

Die Originalaufnahme

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