Costa Rica – VULKAN IRAZÚ 2020 2. Tag

Auf dem 🌋 Irazú

Tagwache um 6h früh. Die Zeitumstellung (-7 Stunden) zu Europa schlaucht. Hundemüde sitzen wir beim Frühstück. Gestern waren wir 22 Stunden auf den Beinen. Der elf- stündige Flug von Zürich nach Costa Rica mit Edelweiß in der ‚Holzklasse‘ war anstrengend. Die Klimaanlage der Boing 320 war über Stunden auf arktische Temperaturen eingestellt. Ich fror wie ein Schneider! 🥶Darüber konnte nicht einmal die ausgezeichnete Bordverpflegung hinwegtrösten. Auch die zwei Decken der Airline nicht.

Endlich in Costa Rica angekommen, wurde zu aller Verwunderung das Handgepäck sehr streng geprüft und ich musste meinen Reiseapfel opfern. Danach ging es gemeinsam mit den restlichen 27 der Reisegruppe zum Hotel. Der resolute Reiseleiter informierte uns eindringlich über die wichtigsten Gepflogenheiten des Landes und über alle Regeln während der 14- tägigen Rundreise. Eine Wasserflasche, Insektenschutz Spray Reisepass und Regenschutz würden neben ihm, ab sofort unsere ständigen Begleiter sein.

Also ich bin ja nicht so der Rundreise- Fan, aber mein Mann wollte unbedingt und deshalb sitze ich nun in diesem Bus, der uns gleich auf den 3.432 Meter hohen Vulkan Irazú bringen wird. Draußen ist es nebelig und drinnen schon wieder verdammt kalt, denn auch im Bus ist die Klimaanlage auf arktische Temperaturen eingestellt. Meine Abneigung gegen diese Staub und Bakterienschleudern nimmt von Tag zu Tag zu. Im Hotel kann man kein Fenster mehr öffnen, aber eine Klimaanlage muss sein.😕

Oben angekommen schauen wir in den schwarzgrauen Schlund des inaktiven Vulkans. Der Nebel hat sich verzogen und die Luft ist frisch und kühl, aber immer noch milder als im Bus. Am Parkplatz treffen wir auf einen Nasenbär, der sich emsig schnüffelnd den essbaren Abfällen in den Tonnen widmet und sich dabei von den faszinierten Touris, welche sämtlich die Handykameras auf ihn richten, in keinster Weise stören lässt.

Irazu

Und weiter geht es in den wunderschönen Botanischen Garten Lenkester und anschließend in das hübsche Dörfchen Orisi, in dem die älteste Kirche Costa Ricas steht. Hier haben einst die Pater des Franziskaner Ordens die Indigenen Menschen vor den mordenden und vergewaltigenden Spaniern beschützt. Ein dunkles Kapitel dieses Landes, über das niemand gerne spricht.

Ich sollte vielleicht noch erwähnen, das in Puerto Rico höchstes Augenmerk auf den Umweltschutz gelegt wird und Mülltrennung selbstverständlich ist. Der Strom in diesem Land kommt größten Teils aus erneuerbaren Energien, seit 1948 gibt es kein Militär mehr und die Budgets kommen der Bildung zugute. Nach einem traditionellen Mittagessen bei dem Reis und Bohnen nicht fehlen dürfen, fahren wir zur berühmten Basilica der Nuestra Señiora de los Ángeles. Eine der beeindruckendsten und hübschesten Kirchen, die ich je betreten habe.

Und schon ist der zweite Tag vorüber und mit uns ist es das auch. Wir sind müde und trollen uns bald auf das Zimmer. Morgen heißt es wieder Koffer packen und ab in den Urwald …

Botanischer Garten

Ein Tag zuvor …

Packen. Puh, haben wir alles? Heute noch Winter und Schnee morgen schon Hitze und die See … Na ja, das Meer werden wir morgen noch nicht sehen, aber immerhin den Pool des Hotels. In San José hat es jetzt um zehn Uhr 24 Grad. Hier hat es um 17 Uhr 1 Grad. 7 Stunden sind die Costa Ricaner hinter unserer Zeit und 17 Stunden werden wir im Flieger verbringen! Wien-Zürich – San José. Sonnenschutz, Insektenabwehr, Reisestecker und Ladekabel sind verstaut und das gute alte Aspirin muss auch mit. Leider hat vor zwei Tagen eine Hexe nach mir geschossen und ich kann mich kaum bewegen. Meine LWS ist beleidigt! Physikübungen helfen und ein Muskel anspannendes Mittel habe ich dabei. LWS-Blockaden dauern so lange wie sie dauern. Die Wärme bringt bestimmt Linderung.

Tengo curiosidad !

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Costa Rica- GUÁPILES 2020 3. Tag

Dschungelcamp und Atlantik

5h30 Tagwache. Es ist noch Zeit für einen Kaffee, dann geht es los in Richtung Dschungel. Wir fahren in Richtung Osten der karibischen Tiefebene entgegen. Eine Stunde geht es durch dichten Regenwald über Guápiles dem Ziel Tortuguero entgegen. Es regnet. Im Bus ist es wie in einem Kühlschrank, denn die Klimaanlage arbeitet Vollgas, weil sonst alle Scheiben beschlagen. So sitzen wir alle eingemummt in unserem Wintergewand und vor allem wir Frauen frieren schon wieder wie die Schneider. In Guápiles werden wir schließen nach einer Stunde Zähne klappern erlöst. Es gibt Frühstück und die erste Sichtung eines Faultiers mit Baby im Blätterwald eines riesigen Baumes. Das wiederum läßt so manchen vom Frühstückstisch aufspringen, nach draußen eilen, um die Kamera zu zücken. Ich genieße erstmal das köstliche, frische Obst des Buffets und lasse mir Zeit. Faultiere sind ja nicht gerade die Schnellsten und werden sicher noch am Baum sein, wenn ich fertig bin.

Und so ist es dann auch. Eine Stunde später werden wir und unsere Koffer auf Schiffe verladen und man fährt uns in eineinhalb Stunden in gemächlicher bis rasanter Fahrt durch den Regenwald in die Lodge. Die liegt wunderschön inmitten des Dschungels umgeben von Kanälen und Lagunen. Das Brackwasser ist lehmig braun und wir sehen ausser Reihern und Leguanen kaum Tiere. Das ist nicht verwunderlich, den der Motorenlärm der Boote verscheucht alle.

Die Lodge

Die Lodge liegt wunderschön inmitten des Dschungels, die Häuschen in denen wir wohnen sind geschmackvoll und gemütlich eingerichtet, der Pool lädt zum Schwimmen und die Bar auf ein kühles Blondes ein. Die Luft ist erfüllt von den vielfältigen Geräuschen des Dschungels und mein Mann entfernt erst Mal einen Tausendfüßler aus dem Bad. Na ja, solange es keine Schlange ist…

Leguanchen

Nachdem wir unser neues Domizil bezogen haben, flitzen wir mit dem Bootstaxi an das andere Ufer nach Tortuguero, einer Stadt am Fluss. Hier hat man sich dem Schutz der Schildkröten verschrieben die jedes Jahr am Strand ihre Eier ablegen. Wir flanieren an diesem Strand entlang und lauschen der Brandung des Atlantiks.

Danach genießen wir die quirlige Atmosphäre der Stadt-Promenade, gönnen uns eine Pina Colada und köstliches Eis.

Promenaden- Leben

Wir lassen den Tag in der Lodge ausklingen, schwimmen im Pool und genießen ein schmackhaftes Abendessen. Morgen geht es in den Dschungel und wir sind schon gespannt, welche Tiere wir zu Gesicht bekommen.

Einsamer Strandkäfer