Vorsaison am Attersee

Während mein Techniker in Griechenland weilt, um sich ein Schiff anzusehen, kuriere ich meine Borreliose aus. Zehn Kanonengeschosse an Antibiotikum habe ich hinter mir. Zehn weitere muss ich noch😑.  Zusätzlich nehme ich ein Naturheilmittel ( Tropfen aus den Wurzeln der wilden Karde).

Wilde Karde

Die Karde sieht zwar aus wie eine Distel, ist aber keine. Sie ist nicht zu verwechseln mit der sogenannten Weberkarde (eine mediterrane Art), mit der man früher Textilien aufgeraut hat.

Seit ich die Tropfen nehme, geht es mir deutlich besser.

Muck, unser Wohnmobil, steht schon seit einer Woche beim Bauern am See. Heute ist ein Traumtag! Nur die Asche der Waldbrände in Kanada trübt etwas den Himmel. Leider darf ich nicht in die Sonne, aber putzen und aufräumen geht. Nach getaner Arbeit eröffnen sich bei der Rückfahrt durch die bäuerliche Kulturlandschaft wunderbare Aus- und Ansichten. Ähren wiegen sich im Wind. Korn- und Mohnblumen leuchten um die Wette. Auf einem Feldweg bleibe ich stehen und fotografiere. In diesen Momenten wünsche ich mir eine Profikamera, um diese Pracht richtig besser einzufangen. Aber ich denke, die Aufnahmen sind mit der Handykamera recht gut geworden.

Abends entspanne ich auf meinem Lieblingsplatz im Garten.

Schönen Sonntag

🌾🥀🌾

Zeckenbisse und Borreliose: Warnungen aus dem Wald

Einige hatten mich schon gewarnt. Sie sagten, dass dieses Jahr viele Zecken den Wald bevölkerten. Ganz meinem Naturell entsprechend tat ich diese Information mit einem Schulterzucken ab. Und das, obwohl mein Onkel vor vielen Jahren beinahe an einem Zeckenbiss gestorben wäre. Jahrelang war er als Jäger täglich im Wald. Hunderte Zecken hatten sich im Laufe der Zeit an ihm fest gesaugt, doch niemals waren sie Überträger einer Krankheit. Bis zu jenem Tag als ein Biss Borreliose auslöste. Was darauf folgte, war ein Krankenhausmarathon mit glimpflichem Ausgang.

Was ist denn das?

Vergangenen Dienstag fiel mir nach meinem Waldspaziergang ein schmerzender, roter Fleck mit einigen Einstichen am linken Unterarm auf. Die Stelle war druckempfindlich und ich vermutete eine Verletzung bei der Gartenarbeit. Allerdings konnte ich mich nicht erinnern, mich irgendwo gestoßen zu haben. Seltsam, aber Schwamm drüber. Am Freitag darauf musste mein Techniker nach München zum Flughafen und ich begleitete ihn, um den Wagen wieder nach Hause zu bringen.

Die Nacht davor

Ich konnte ich nicht schlafen. Wir waren früh zu Bett gegangen, denn um vier Uhr war Tagwache, um rechtzeitig am Flughafen zu sein. Mein Körper fühlte sich wie eine einzige Entzündung an. Speziell in der rechten Hüfte. Herzrasen begleitete diesen unangenehmen Zustand. Die ganze Nacht wälzte ich mich hin und her. Nach dem Duschen ging es mir etwas besser und ich fuhr mit meinem Mann zum Flughafen. Obwohl er den Wagen lenkte, fand ich keinen Schlaf.
Die Rückfahrt überforderte mich total. Der Schlafmangel machte sich nun bemerkbar und ich hatte Mühe mich im Berufsverkehr zu konzentrieren. Zum ersten Mal kam mir der Verdacht, dieser Zustand könnte etwas mit der kleinen Wunde am Unterarm zu tun haben. Ich rief meine Tochter an und schilderte ihr die Symptome. Sie forderte mich auf, umgehend einen Arzt aufzusuchen, denn wenn es ein Zeckenbiss sei, wäre damit nicht zu spaßen. Da ich wusste, dass meine Hausärztin im Pfingsturlaub war, wollte ich bis Dienstag warten, aber meine Tochter, die sehr bestimmend sein kann, meinte, die Angelegenheit dulde keinen Aufschub.

Die Idee mit dem Arzt war nicht die Schlechteste

Zu Hause angekommen, suchte ich die Urlaubsvertretung auf. Der Arzt attestierte einen Zeckenbiss samt bakterieller Infektion. Um den Biss hatte sich ein rötlicher Kreis gebildet und gemeinsam mit den Symptomen sei das ein Anzeichen für eine Borreliose. Der Arzt verschrieb mir ein Antibiotikum, das ich nun 20 Tage einnehmen muss. Während dieser Zeit darf ich meine Haut keiner direkten Sonnenbestrahlung aussetzen, keine Milchprodukte zu mir nehmen und auf ein Bier zum Abendessen muss ich auch verzichten. Wer mich kennt, weiß wie gerne ich Medikamente vermeide, aber da muss ich wohl durch. Nur am Rande erwähne ich, dass ich die Pille nur einnehmen soll, wenn ich nicht mehr vorhabe, mich hinzulegen, denn das Antibiotikum könnte die Speiseröhre verätzen. Soviel zu diesem Zeug. Hoffentlich hilft es.
Übrigens; helle langärmelige Oberteile und lange Hosen helfen Bisse zu vermeiden. Und falls es doch passiert, gibt es in der Apotheke einen Selbsttest.

Der/die Bisse nach drei Tagen.