Wir bemühen unseren fahrbaren Untersatz, um uns mit ihm auf die Suche nach der schmerzlich vermissten, weißen Pracht zu machen. Auf 848 Meter Seehöhe, in St. Kolomanwerden wir fündig.
Unter strahlend blauem Himmel wandern wir in der klirrend kalten Luft zum Seewaldsee. Trotz des schönen Wetters sind nicht allzu viele Menschen unterwegs, was mich freut. Unterwegs in der Natur, schätze ich die Stille. Die Straße ist schneebedeckt und glatt. Wegen meiner lädierten Hand bin ich auf der Hut und auch der Techniker mahnt zur Vorsicht. Das kleine Wagnis belohnt uns mit schneereichen An- und Aussichten.
Kurz bevor wir den See erreichen, nehmen wir auf einer sonnenbeschienenen Bank Platz. Der See liegt unter einer Eis- und Schneedecke. Nur mehr eine kleine Wasseröffnung links im Bild ist zu sehen. Weil es schon später Nachmittag ist, steht die Sonne tief und mein Techniker und Alleskönner versucht, die Erde mittels Wanderstöcken in der Rotation zu stoppen, damit ich länger die wärmende Sonne genießen kann. Hach, Männer können so lieb sein …
Am Rückweg meine ich in der Form eines verschneiten Bachlaufs, ein Weihnachtsglöckchen zu erkennen.
Bevor die Sonne endgültig hinter den Bergen verschwindet, beleuchten ihre letzten Strahlen die vereisten Baumspitzen auf dem Bergrücken gegenüber. Ein perfekter Abschluss einer romantischen Winterwanderung in Salzburgs herrlicher Landschaft.