24 Tage nach meinem Unfall und acht Tage nach der OP wurstle ich mich durch den Alltag. Das Leben mit nur einer Hand ist nicht lustig und ich bin es als ungeduldiger Mensch gerade auch nicht. Zwar werde ich mit der Zeit immer geschickter, aber dennoch. Mein Techniker gibt sein Bestes, musste die Einwinterung unserer zahlreichen Kübelpflanzen alleine bewältigen und bei Schiff und Womo kann ich dieses Jahr auch nicht helfen.
Der Wintergarten ist geschafft. Der Rücken des Technikers auch …
Ego
Im Haushalt verzweifle ich manchmal. Es läuft halt nicht wie gewohnt. So sieht also Abhängigkeit aus, denke ich. Sch … Aber sei nicht undankbar, flüstert das Ego, es hätte auch die rechte Hand sein können, oder noch schlimmer. Alles, wofür man die Linke benötigt; Tuben und Tegel öffnen, Brot, Gemüse, Wurst schneiden ging anfangs gar nicht, weil die Hand bei Belastung trotz der Schmerzmittel weh tat. Aufgrund der ständigen Überbelastung bildeten sich dicke Venenstränge an der rechten Hand. Aber was solls- Ego aus, Improvisation an!
Ellenbogentechnik
Pharma
In der ersten Woche war ich mit Schmerzmitteln vollgepumpt. Jetzt lasse ich sie auf Anraten der Ärzte, langsam „ausschleichen“. Nur mehr zwei Tabletten am Tag. Ganz ohne geht’s noch nicht. Leider. Als leidenschaftliche Pillengegnerin eine zusätzliche Zäsur. Aber es wird jeden Tag ein bisschen besser. Durch die Übungen mit dem Schaumball kann ich die Finger inzwischen recht gut bewegen. Beinahe schmerzfrei. Bis auf den Daumen. Der ist durch die Bohrdrähte kaum beweglich. Die Schwellung geht nur sehr langsam zurück. Die Nähte wurden diese Woche entfernt und der vierte Gips angelegt.
Das ist der Daumen. Der schüttelt grad gar nix. Aber mit dem Rest bin ich zufrieden.
Nur noch drei Wochen
Am 6. Dezember kommen wenn alles gut geht, die Bohrdrähte heraus und der Gips ist hoffentlich Geschichte. Dann beginnt die Physio. Gleichzeitig werde ich mich dem linken Knie widmen, denn das hat ebenfalls Schaden genommen. Den ersten längeren Fußmarsch in herrlicher frischer Luft habe ich dennoch absolviert. Aber eines nach dem anderen. Peu à peu …