Eine Obst-Wanderung mit bezauberndem Ende

Meistens, wenn wir uns auf Unbekanntes einlassen, die Dinge einfach so kommen lassen, entdecken wir die schönsten Plätze. So auch vergangenen Sonntag, an dem wir das kühle Wetter nutzten, um anstatt an unseren Lieblingssee zu fahren, ins Innviertel wandern zu gehen.

Auf dem Weg dorthin goss es in Strömen und wir fürchteten schon, dass diese Wanderung buchstäblich ins Wasser fällt. Aber pünktlich zur Ankunft auf dem Parkplatz riss die Wolkendecke auf und sie Sonne beleuchtete das sanfte Hügelland mit weitläufigen Maisfeldern, zwischen denen vereinzelt Bauernhöfe standen. Um die Höfe herum wuchs jede Menge Obst. Die Äste der Bäume bogen sich unter der Last von Äpfeln, Birnen und Zwetschken.

Die Natur hatte ihr reichhaltiges Buffet geöffnet und wenn vereinzelte Äste über die Zäune auf den Weg ragten, wagten wir es ein paar Früchte zu stibitzen. Das meiste Obst verfault ohnehin am Boden, weil sich heutzutage kaum jemand die Mühe macht, es zu ernten.

Ich nehme mir einen Cox Orange und zwei Weiße Klar. Letzteren esse ich wegen seines herrlich saftigen und säuerlichen Geschmackes auf der Stelle. Diese Apfelsorte schmeckt nur frisch so gut. Sie hält nicht lange, wird schnell mehlig und verliert das Aroma.

Weiter ging es, an den weitläufigen Maisfeldern vorbei, bis wir plötzlich auf eine Schmiede aus 1920 stießen. Neugierig geworden hielten wir an und bestaunten das alte Handwerkshaus, in dem noch alles original erhalten ist.

Mein Mann nutzt den Mühlstein zum Schleifen meines Wandermessers

Der Abschluss und gleichzeitiger Höhepunkt, war ein kleiner versteckter See inmitten eines Waldes, der sogar über einen kleinen Pfad zu umwandern war. Alles wirkte völlig abgeschieden. Keine Menschenseele zu sehen oder zu hören. Kurz war fernes Kindergeschrei zu hören, verstummte aber bald wieder. Wir sahen nur Wasserflöhe, ein winziges Fröschlein und eine einsame Ente. Was für ein bezaubernder Ort inmitten urwaldähnlicher Landschaft und wohltuender Stille. Am Ufer stand die Bootshütte eines Fischers, in der eine Zille lagerte. Sie war versperrt und vom Besitzer war nichts zu sehen. Durch das Guckloch fotografierte ich die Zille. (Beitragsbild)

Das Zeitgefühl ging uns verloren. Es war spät geworden und wir mussten zurück. Zufrieden stellten wir fest, dass wir unverhofft, wie so oft, auf einen magischen Ort gestoßen waren.

Schönen Sonntag
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„Es herbstelt“ …

… hört man bei uns, sobald die Wiesen am Morgen feucht sind und die ersten bunten Blätter von den Bäumen fallen. Wenn man das sagt, erhält man Antworten wie: „Geh jetzt hörst aber auf, der Sommer hat doch gerade erst begonnen!“, oder „auf keinen Fall, ich will das gar nicht hören!“

Stimmt. Wir sind ja noch mitten in den Ferien, die Sonne scheint heiß vom Himmel und die Seen und das Meer laden zu einem erfrischenden Bad ein. Und dennoch, das Kartoffelkraut welkt, die Ernte steht an und das ist immer ein untrügliches Zeichen, dass die schönste Jahreszeit unserer Breiten endlich ist.
Die Äpfel und Birnen sind fast reif, die hübschen Wedel des Pampasgrases streben in den Himmel und die Sonnenblumen leuchten um die Wette.

Prall und ertragreich sind Obst und Gemüseernte. Wir haben einen für Pflanzen idealen Sommer. Tagsüber Sonne, Nachts Gewitter und Regen. Besser gehts nicht. Wir haben Glück. Keine schweren Unwetter, kein Hagel. Dieses Privileg wird nicht allen zuteil. Woanders lösen schwere Regenfälle Muren aus und führen zu Überschwemmungen. Wir blieben bisher verschont.

Und hier die Bilder der ersten Ernte, dem Pampasgras und den Sonnenblumen …

Schönen Sonntag🍂🌞🍎🍐🥔