Ernte 🍇🍷

Selten herrschten in unserem Garten günstigere Bedingungen für die Pflanzen als diesen Sommer. Sonne und Regen wechselten in perfekter Harmonie. Natur und Garten gediehen prächtig.

So auch die Weintrauben. Schwer und reichlich hingen die Reben an den knorrigen Ästen und so kam mir die Idee, sie zu entsaften. Eile war geboten, denn die Wespen bestanden auf ihren Anteil. Mein Techniker meinte zwar, ich sei mit der Ernte zu früh dran, aber ich wollte nicht noch mehr Trauben der Konkurrenz überlassen.

Insgesamt kamen fünf Kilo handverlesener Trauben zusammen. Es war ganz schön mühsam. Vor allem das Trauben zupfen. Insgesamt war ich fünf Stunden beschäftigt. Das rebeln ging nur langsam voran, die Saft-Zentrifuge war eindeutig schneller. Mit einem Flutsch war der Auffangbehälter voll.

Mein Techniker (besser, schneller, höher)- begann wie üblich parallel ein Eigenprojekt mit einer Handvoll angeblich reiferen Traubensorte, die über der Garage wächst. Hand gepresst natürlich.

Frage:

Wie viel Saft glaubt ihr, habe ich aus fünf Kilo Trauben gewonnen und welche Sorte hat besser geschmeckt?

Antwort:

Eineinhalb Liter. Geschmeckt haben beide. 😋

🍇🍷🍇SCHÖNEN SONNTAG 🍇🍷🍇

Eine Obst-Wanderung mit bezauberndem Ende

Meistens, wenn wir uns auf Unbekanntes einlassen, die Dinge einfach so kommen lassen, entdecken wir die schönsten Plätze. So auch vergangenen Sonntag, an dem wir das kühle Wetter nutzten, um anstatt an unseren Lieblingssee zu fahren, ins Innviertel wandern zu gehen.

Auf dem Weg dorthin goss es in Strömen und wir fürchteten schon, dass diese Wanderung buchstäblich ins Wasser fällt. Aber pünktlich zur Ankunft auf dem Parkplatz riss die Wolkendecke auf und sie Sonne beleuchtete das sanfte Hügelland mit weitläufigen Maisfeldern, zwischen denen vereinzelt Bauernhöfe standen. Um die Höfe herum wuchs jede Menge Obst. Die Äste der Bäume bogen sich unter der Last von Äpfeln, Birnen und Zwetschken.

Die Natur hatte ihr reichhaltiges Buffet geöffnet und wenn vereinzelte Äste über die Zäune auf den Weg ragten, wagten wir es ein paar Früchte zu stibitzen. Das meiste Obst verfault ohnehin am Boden, weil sich heutzutage kaum jemand die Mühe macht, es zu ernten.

Ich nehme mir einen Cox Orange und zwei Weiße Klar. Letzteren esse ich wegen seines herrlich saftigen und säuerlichen Geschmackes auf der Stelle. Diese Apfelsorte schmeckt nur frisch so gut. Sie hält nicht lange, wird schnell mehlig und verliert das Aroma.

Weiter ging es, an den weitläufigen Maisfeldern vorbei, bis wir plötzlich auf eine Schmiede aus 1920 stießen. Neugierig geworden hielten wir an und bestaunten das alte Handwerkshaus, in dem noch alles original erhalten ist.

Mein Mann nutzt den Mühlstein zum Schleifen meines Wandermessers

Der Abschluss und gleichzeitiger Höhepunkt, war ein kleiner versteckter See inmitten eines Waldes, der sogar über einen kleinen Pfad zu umwandern war. Alles wirkte völlig abgeschieden. Keine Menschenseele zu sehen oder zu hören. Kurz war fernes Kindergeschrei zu hören, verstummte aber bald wieder. Wir sahen nur Wasserflöhe, ein winziges Fröschlein und eine einsame Ente. Was für ein bezaubernder Ort inmitten urwaldähnlicher Landschaft und wohltuender Stille. Am Ufer stand die Bootshütte eines Fischers, in der eine Zille lagerte. Sie war versperrt und vom Besitzer war nichts zu sehen. Durch das Guckloch fotografierte ich die Zille. (Beitragsbild)

Das Zeitgefühl ging uns verloren. Es war spät geworden und wir mussten zurück. Zufrieden stellten wir fest, dass wir unverhofft, wie so oft, auf einen magischen Ort gestoßen waren.

Schönen Sonntag
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