Muckis Reisen 4 🚌

Makarska Riviera

Nach dem dreitägigen Abstecher in die Welt einer hotelähnlichen Campinganlage machen wir uns wieder auf den Weg Richtung Süden. Eine der landschaftlich bezauberndsten Gegenden Kroatiens liegt vor uns. Und eine Jacht, welche das Begehren meines Technikers geweckt hat. Immer auf der Suche nach Herausforderungen weiß er bis zur Besichtigung in der pittoresk-schlampigen Marina nicht, was auf ihn wartet.

Ein an und für sich seetüchtiger Motorsegler, dessen Zustand so schlecht ist, dass der Renovierungsaufwand den Zeitwert überschreitet. Von außen und auf den ersten Blick nicht so sehr, aber nachdem wir nach oben kletterten und einen Blick auf das Oberdeck und nach innen warfen, umso mehr. Das Schiff steht seit Jahren am Trockenen. Wasser ist über ein Loch im Dach des Decksalons eingedrungen und es hat im Inneren herrschen Temperaturen um die 70 Grad. Wir fühlen uns wie in einer Sauna mit intensivem Duft nach Modder 😰. Überall Gerümpel. Wir öffnen erst mal, was zu öffnen ist. Der Techniker inspiziert den Motor und die Bilge. Dann gibt er auf. Ich bin zwar erleichtert, muss aber zugeben, dass wäre es in einem besseren Zustand gewesen, ich es charmant gefunden hätte.

Am folgenden Morgen wird mein Techniker dem Eigner eine Mail schicken und ihm vorschlagen, das Schiff jungen, ambitionierten Menschen zu schenken, die es  renovieren und damit auf große Fahrt gehen. Beispiele für diese Art von Interessenten gibt es im Netz genug. 

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass der Techniker diesen Ort, dieses Schiff, diese Herausforderung doch nicht ad acta gelegt hat.

Inspektion …

Krvavica

Aber zurück zur Reise. Der einzige Campingplatz unweit der Marina ist klein, familiengeführt und gut besucht. Wir hatten überlegt, in Omis zu übernachten, aber der Platz gefiel uns trotz seiner Nähe zu einem in Kroatien seltenen Sandstrand nicht wirklich. Feiner Kies ist mir persönlich ohnehin lieber. Also- auf nach Krvavica. Es stellt sich heraus, dass wir es damit gut getroffen haben und schlagen unser Lager im Schatten der Pinien auf. Der Platz ist umgeben von Bergen und nur ein paar Gehminuten vom Strand entfernt.

Nach der Schiffsbesichtigung essen wir auf der Terrasse einer Konoba direkt am Meer. Der Service ist äußerst freundlich und die Preise moderat. Die Cevapcici sind saftig und schmecken ausgezeichnet. Herz, was willst du mehr🙂
Wir legen zwei Badetage ein und langsam kommt Entspannung auf. Die Gewöhnung an das Wohnmobilleben dauert bei uns immer etwas länger. Am Vollmond-Freitag geht’s weiter in Richtung Dubrovnik.

🎈☀️🎈☀️🎈

Muckis Reisen 3 🚌

Zadar🌬️☔ Trogir🌬️🌤️

Nach sommerlichen Temperaturen im Inland Kroatiens empfängt uns die Küste vor Zadar mit Schirokko und Regen. Da ich Schussel unsere French Press-Kaffeekanne am Stellplatz in Laibach vergessen habe, muss eine neue her. Wir haben eine Menge gemahlene Bohnen gebunkert und Nescafé geht gar nicht. Deshalb fahren wir in den größten Supermarkt der Stadt. Dort erspähe ich den Drogeriemarkt mit dem M und werde prompt fündig. Zwar ist die Kanne aus Glas und nicht aus isoliertem Niro, wie die Verschusselte, aber ich bin froh, überhaupt eine gefunden zu haben.

Der Campingplatz befindet sich wie die meisten hier, direkt am Meer. Die sanitären Anlagen sind rudimentär. Zwei Toiletten und die einzige Dusche in einem Raum. Als ich mich morgens unter die Brause stelle, geht sehr direkt nebenan eine Frau ihrem „Geschäft“ nach. Sie traut sich nach erfolgter Erleichterung nicht aus dem Kabäuschen. Als ich nach ausgiebigem Duschen den Wasserhahn schließe, nutzt sie den Moment und ergreift die Flucht. Vermutlich wollte sie sich meinen Anblick ersparen …

Die Altstadt von Zadar haben wir schon mehrmals besucht, deshalb fahren wir weiter Richtung Süden. Es regnet und ist merklich kühler geworden. Ideal für das Reisen mit einem Womo ohne Klimaanlage. Auf die Empfehlung meiner Tochter hin wählen wir eine luxuriöse Campinganlage, 20 km von Trogir entfernt. 700 Stellplätze auf mehreren Terrassen. Wir wählen Superior mit Meerblick. Die Anlage ist trotz Nachsaison gut besucht. Campen boomt. Es regnet noch immer. Das Einparken ist tricky und beim langwierigen Ausrichten Muckis (die Keile rutschen ständig) werden wir klitschnass. Ein unfreundlicher Nachbar macht sich Sorgen um sein Auto, obwohl noch gut zwei Meter und ein Strauch zwischen uns liegen. Die folgenden zwei Tage wird er uns ignorieren.

„Glamping“

Vor dem Zubettgehen gönnen wir uns im Restaurant der Anlage mittelmäßige, aber dafür überteuerte Nudeln. Die darauffolgende Nacht schüttet es wie aus Kübeln. Kaum bin ich eingeschlafen, weckt mich ein Geräusch. Als ich aus dem Fenster schaue, sehe ich, dass unsere Markise aus den Ankern gerissen ist und verdreht am Boden liegt. Ich wecke den Techniker und will die Tür öffnen, aber die Markise blockiert. Als mein Mann endlich bei Sinnen ist, steigen wir über die Fahrertür aus und sehen die Bescherung. Der Regen hat die Plane gefüllt und zu Boden gedrückt. Die Heringe wurden dabei aus dem Boden gerissen. Mühsam entleeren wir das Wasser. Es haben sich gut 50 Liter angesammelt. Glücklicherweise ist alles heil geblieben. Wir rollen die Markise ein und gehen zu Bett. 

Trogir

Nach einer kühlen Nacht folgt ein weiterer trüber Tag. Es hat aufgehört zu regnen. Ein Taxiboot bringt uns nach Trogir. Touristenströme schieben sich durch die Gassen. Alle 15 Minuten landet ein Flugzeug. Wir wollen gar nicht wissen, was hier in der Hochsaison los ist. Nach dem Abendessen mittelmäßiger Qualität zu überteuerten Preisen geht es abends mit dem Taxiboot zurück. Morgen soll die Sonne wieder scheinen. Wir freuen uns auf die angekündigten 28 Grad und beschließen noch einen Tag zu bleiben. 

Ende gut, alles gut

Es war die richtige Entscheidung. Nach ein paar Optimierungsarbeiten an Muckis Markise verbringen wir den restlichen Tag am und im Meer. Das glasklare Wasser hat noch immer geschätzte 23 Grad. Herrlich!
Über Google Maps finden wir eine nette Konoba mit ordentlichem Essen zu vernünftigen Preisen und beenden den Abend mit einem Gläschen Frizzante unter Muckis inzwischen regensicherer Markise. Morgen geht’s in Richtung Split/Makarsaka. 
Bis bald …

🌞🌊🌞🌊🌞

Muckis Reisen 2 🚌

Belavići (Duga Resa)

Die Reise zum dritten Campingplatz in Kroatien lässt Mucki spüren, was mangelndes Budget im Straßenbau bedeutet. Kanaldeckel und deren Verwandte ragen aus der Straße und der Techniker muss bei Gegenverkehr höllisch aufpassen, nicht darüber zu rumpeln. Die finale Schicht Asphalt wartet vermutlich auf das Okay der EU.

So mögen wir es …

Der hübsche, am romantischen Badefluss Mrežnica gelegene Campingplatz entschädigt uns für die mühsame Anfahrt. Für Mitte September ist noch relativ viel los. Das ist nicht verwunderlich, denn es ist angenehm warm und jeder kann relativ frei stehen, um die unberührte Natur zu genießen. Hier ist es herrlich ruhig und als Highlight werden wir im Campingrestaurant hervorragend bekocht. 

Wir erkunden die Umgebung und treffen dabei auf zwei Hunde, die uns nicht mehr von der Seite weichen. Bis der jüngere von beiden von einem kläffenden Mops, der sein Grundstück bewacht, vertrieben wird. Dabei war er kurz zuvor beim Katzen necken noch recht mutig.

Wie Hund und Katz …

Nur die alte Hündin trottet unbeeindruckt vom kleinen Revier Verteidiger hinter uns her. „Die werden wir nicht mehr los“, gibt mein Mann zu bedenken. Das befürchte ich auch, denn das hatten wir schon öfter. Wo auch immer wir sind, folgt uns Hund und Katz.

„Die ist sicher hungrig und will ein Wursti“, meint der Techniker besorgt. „Wir können nicht alle Tiere retten“, antworte ich ungerührt, worauf mir mein Mann Kaltherzigkeit attestiert und uns allein lässt. Da die Hündin kein Deutsch versteht, versuche ich es mit Kroatisch. Zufällig weiß ich, was „geh nach Hause“ in der Muttersprache der Hündin heißt. „Idi kući“, rufe ich mehrmals und ziemlich eindringlich. Daraufhin sieht mich die alte Dame derartig traurig an, dass sogar ich ein schlechtes Gewissen bekomme.  Doch schließlich kehrt sie um und sucht anderswo ihr Glück. Oder ein Wursti …

🐺🌭🐺🌭🐺🌭