Die Sache mit dem Respekt …

Österreich ist wie viele andere Länder dank seiner wunderbaren Natur touristisch geprägt. Der Gast fühlt sich wohl. Im Urlaub lässt man gerne die Seele baumeln, den Alltag zu Hause und manchmal auch den Respekt. Es ist einfach schön, mal alles hinter sich zu lassen, zu entspannen oder die 🐷 herauszulassen.

In letzter Zeit fällt mir auf, dass die Dienstleister in diesem Land immer genervter werden. Sprach man einst von einer Service-Wüste in den Dienstleistungsbetrieben, so scheint es sich heute um eine Benimm-Wüste seitens der Touristen zu handeln. Aktuell sorgt eine Salzburger Einzelhändlerin zum Thema Respektlosigkeit mit einem Schild vor dem Geschäft für Gesprächsstoff. Hier ein Auszug aus dem Zeitungsbericht der Salzburger Nachrichten.

Viele Gäste, vor allem aus dem arabischen Raum, aus China und aus Indien, würden einen respektlosen Umgang mit dem Personal und mit der Ware sowie eine geballte Ladung Arroganz an den Tag legen. Eibl schildert eine Szene, die sich derzeit im Geschäft Tag für Tag mehrmals abspielt. „Die Leute kommen herein, sie grüßen nicht und schauen einen nicht einmal an. Als ob man Luft wäre. Dann reißen sie die Ware aus den Regalen, machen vor dem Spiegel mit Entenlippen Selfies, während die Kinder mit Schuhen auf der Couch herumhüpfen. Dann lassen sie alles liegen und gehen grußlos wieder.“ Vor allem arabische Touristen würden im Rudel einfallen. „Das ist wie eine Heuschreckenplage.“

Nun ja, das beobachte ich zum Teil selbst. Oft stößt mir dieses Verhalten sauer auf. Manchmal sage ich was. Aber es ist Vorsicht geboten, denn manche reagieren äußerst heftig.
Andererseits vermisse ich ein respektvolles Benehmen im Ausland von einigen unserer Landsleute ebenfalls.
Eine Salzburger Geschäftsfrau hat aus diesem Anlass ein Schild vor ihrem Laden aufgestellt. Die Reaktionen der Passanten sind durchaus positiv. Eine Ausweitung der Botschaft vor weiteren Geschäften läuft bereits. Es gibt aber auch Gegenstimmen aus den eigenen Reihen.

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One Comment on “Die Sache mit dem Respekt …

  1. Ein sehr interessantes Thema, liebe Lore. Ich sehe es wie du, wobei es die Respektlosen auch in unserem Kulturkreis gibt. Wenn ich da an unsere Nachbarn von oben denke…
    Es fängt – wie immer – bei den Eltern an. Ein einfaches Beispiel ist „Bitte“ und „Danke“. Signorino sagt es automatisch, weil wir es nonstop sagen. Uns ist es wichtig! Wenn Eltern die Kinder drängen á la „Sag Danke!!“, weiß ich, dass es die Eltern auch nicht so oft sagen wie sie es sollten. Das gleiche Szenario mit Schuhen auf den Sitzen. Signorino versucht es immer wieder, seine Straßenschuhe auf den S-Bahn sitz zu stellen. Wir hatten mitunter heftige Debatten und sind mehr als ein Mal mit einem kreischenden Kind aus der S-Bahn ausgestiegen. Aber das gehr nicht! Andere Menschen setzen sich auf den Sitz und möchten keinen dreckigen Hintern. Straßenschuhe gehören auf den Boden!

    An Bord im Flugzeug haben wir das gleiche Verhalten wie in den Läden: Kein Grüßen (gerne auf der Strecke nach Düsseldorf, Berlin…), keine Verabschiedung, Befehlston, kein Danke, kein Bitte.
    Im arabischen und indischen Raum habe ich oft beobachten dürfen, dass Kindererziehung „unsere“ Aufgabe ist. „Sie müssen meinem Kind sagen, dass es den Sitzgurt schließen soll! Auf mich hört es nicht!“, habe ich mehr als einmal gehört. Ich vermute, dass die soziale Schicht, die sich Urlaub in Europa leisten kann, eben genug Hausangestellte hat, die die lästige Erziehung übernehmen.
    Ich kann die Ladenbesitzer total verstehen und ich finde es richtig so. Ihr „Wohnzimmer“, ihre Regeln!
    In diesem Sinne: Viele, liebe Grüße und danke für das interessante Thema, liebe Lore!

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