Stille

Je älter ich werde, desto weniger vertrage ich Lärm. Während meiner täglichen Märsche genieße ich vor allem die Stille. Wenn etwas diese Ruhe stört, bringt mich das aus dem Gleichgewicht. Wenn ich aber im Garten arbeite, stören mich Umgebungsgeräusche überhaupt nicht. Im Wald und beim Schreiben dafür umso mehr. Einerseits frage ich mich, ob das normal ist, oder ob ich überempfindlich bin. Andererseits höre ich immer öfter, dass ich damit nicht allein bin. Ob Kindergeschrei (haben wir früher auch so herumgebrüllt?) oder Hundegekläff; es nervt. Seit Hüpf-Käfige und Pools in den Gärten Einzug gehalten haben, ist es noch schlimmer.

Für mich bedeutet Lärm Rückzug. Wenn das nicht möglich ist, Over-Ear-Kopfhörer mit Noise-Cancelling-Funktion. Die Top-Modelle sind schon so ausgereift, dass sie den Alltagslärm weitestgehend ausblenden. Ganz still wird es zwar nicht, aber wie sagt der Techniker immer: „Das wirds ohnehin im Grab“ … nicht so empfindlich sein, höre ich. Ein ruhiges Umfeld wird immer seltener. Überall Lärm. Wir werden mit Reizen überflutet, und ich denke, das ist vielleicht einer der Gründe, warum die Menschen immer nervöser und ungeduldiger werden.

Doch wie zuvor erwähnt, vielleicht geht es nur mir so, denn kürzlich sah ich im Fernsehen eine Szene, in der sich ein Pärchen aus der Großstadt darüber beschwerte, dass es am Land so schrecklich ruhig sei. Und ob sie sich nicht Straßenbahngeräusche auf das Handy herunterladen sollten … also jeder wie er mag.

Abschließend ein paar Bilder der Blütenpracht des Frühlings bei uns am Land.


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