*Andere Zeiten, andere Sprüche Nr.35


Manchmal könnte man den Eindruck gewinnen, als kämen wir aus den Krisen nicht mehr heraus. Ca. 17 Prozent der Weltbevölkerung macht sich ständig Sorgen und hat offensichtlich noch immer nicht gelernt, aus all den Chancen einen vernünftigen Nutzen zu ziehen. Der Rest der Weltbevölkerung hat ohnehin andere Probleme. Dort möchte man gerade mit allen Mitteln das erreichen, was wir schon hatten, aber gerade dabei sind, es zu verzocken.

Die Welt ist aus dem Gleichgewicht,
es geht den Bach hinab,
mal ist es heiß, mal ist es kalt,
bald liegen wir im Grab.
So kommt es, sagt man äußerst bang
und liest’s in den Gazetten.
Es droht der Erdenuntergang,
worauf sehr viele wetten💰


Diese Erste Welt so aus der Spur,
die möchten viele haben,
Entwickeltes Land und eine Natur,
mit derart reichen Gaben.

*Ein Projekt wider den bitteren Ernst

Zeitdiebe oder Segen? 🧐😇

Zeitdiebe 🧐

Hinsetzen, Blogartikel schreiben! So lautet zumindest mein Vorsatz. Also mache ich mich bereit und sehe eine Nachricht aufploppen. Blockiere diese Benachrichtigungen endlich, denke ich, aber schwupp ist sie auch schon geöffnet.
Was ist los mit dir? Konzentriere dich, schau später nach!
Aber wie war das noch mal mit dem Willen und dem Fleisch? Der eine stark, das andere schwach.
Und schon ist wieder wertvolle Lebenszeit vergeudet. Wofür?

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber seit der Implementierung des Internets im Alltag fällt es mir immer schwerer, mich am Computer auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Dauernd Ablenkungen. Das ärgert mich.
Bin ich auch schon so weit? Bin ich süchtig nach dem Netz? Jedes Mal, wenn Menschen mit gebeugten Kopf auf die „Geißel der Neuzeit“ starren, denke ich; arme Welt, obwohl ich vermutlich selbst schon ein Teil davon bin. Aber-ich bemühe mich nicht ganz von diesen Zeitdieben abhängig zu werden.

Fakten ©

90% aller Österreicher ab 15 Jahren besitzen ein Smartphone. Pro hundert Einwohner gibt es 122 Mobilfunkanschlüsse. Nicht einmal ein Drittel können sich ein Leben ohne Handy vorstellen. 20 mal wird im Schnitt überprüft, ob es etwas Neues im Netz gibt. Je mehr die Dinger können, desto verführerischer sind sie. Drei Stunden pro Tag verbringen Nutzer durchschnittlich im Netz. Streaming, Gaming, Searching, Shopping.

Segen 😇

Mein fünf Jahre altes Google-Pixel 3, mit dem ich auch fotografiere, hat zwar noch immer eine hervorragende Kamera, aber schon lockt das neueste Modell mit neuesten Features. Ich könnte damit zum Beispiel unpassende Objekte aus einem Bild heraus retuschieren oder verschwommene Bilder im Nachhinein scharf stellen und das mit nur einem Fingertipp. Das Ding kann Sprache unmittelbar übersetzen und ich könnte mich im Ausland unmittelbar in meiner Sprache unterhalten. Das Telefon übersetzt und spricht simultan in der benötigten Fremdsprache. (Und nein, ich habe keinen Werbevertrag mit Google-Phones)

Digital Detox ☀️

… lautet das neue Modewort für Fasten und Entzug hinsichtlich aller sozialen Medien. Allerdings kenne ich nur wenige, die nicht schon nach einem halben Tag „Digital Detox“ unter heftigen Entzugserscheinungen leiden. Was heißt ein Tag? Manche drehen schon durch, wenn der Akku leer ist oder sie das Handy zu Hause liegen gelassen haben. Bei mir sind es 12 Stunden Auszeit pro Tag. Ab 23 Uhr bis 11 Uhr vormittags ist das Telefon in der Regel ausgeschalten. Und das wird so bleiben.

Fastenzeit modern 🌿

Wie wärs mit fixen Detoxzeiten. Wenigstens bis Ostern. Oder für immer. Oder seid ihr ohnehin nicht abhängig. Was meint ihr?

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Beitragsbild: Pexels

*Was wurde aus der Friedensbewegung? 🕊️

Anfänge

Begonnen hat alles bereit in der Antike. Schon in der griechischen Philosophie wurde der Frieden als erstrebenswertes Ziel diskutiert. Auch in der christlichen Religion spielte das Thema Frieden eine wichtige Rolle.

Werdegang

Organisiert hat sich das Ganze im 19. Jahrhundert. Vor allem in Europa und in den USA. Die Österreicherin Berta von Suttner sollte vielen durch ihren 1889 veröffentlichten Roman „Legt die Waffen nieder“ vielen bekannt sein. Das Werk prangerte die Grausamkeiten des Krieges an. Die Geschichte der organisierten Friedensbewegung in Deutschland begann mit der Gründung der Deutschen Friedensgesellschaft (DFG) im Jahr 1892, im Vergleich mit anderen Ländern recht spät. Diese trat für die Solidarität der Völker, für Abrüstung und obligatorische Schiedsgerichtsbarkeit ein, weshalb sie von den mächtigen nationalistischen und militaristischen Verbänden heftig bekämpft wurde. Die Sozialdemokraten lehnten sie als „bürgerlich“ ab. Größere Aufmerksamkeit erreichte sie mit ihrer Kampagne für die Erste Haager Friedenskonferenz (1899).

Nach dem Ersten Weltkrieg, welcher 9 Millionen Soldaten, darunter zwei Millionen aus Deutschland, zirka 1,5 Millionen aus Österreich-Ungarn, über 1,8 Millionen aus Russland und annähernd 460.000 aus Italien das Leben kostete, entstanden in vielen Ländern Friedensorganisationen, die sich für Abrüstung und Konfliktlösung einsetzten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden im Oktober 1945 die Vereinten Nationen gegründet. Insgesamt wurden schätzungsweise mehr als 50 Millionen Menschen* in diesem Krieg getötet. Die höchsten Verluste verzeichnete die Sowjetunion. Rund zehn Millionen Soldaten der Roten Armee wurden getötet oder starben in Kriegsgefangenschaft. Ihr Ziel: Den Weltfrieden und die internationale Sicherheit aufrecht halten, freundschaftliche Beziehungen zwischen den Nationen zu entwickeln, internationale Zusammenarbeit zu erreichen und als Zentrum für die Harmonisierung der Aktionen der Nationen zu dienen. In den 50er und 60ern waren die Kritik an nuklearen Waffen und das atomare Wettrüsten ein zentrales Thema.

Hochblüte

Eine Art Hochblüte erlebte die Bewegung in den Achtzigern. Sie engagierte sich sich gegen die Stationierung von nuklearen Waffen und die Konfrontation zwischen NATO und Warschauer Pakt.

Kritik

Häufig werden Friedensbewegungen innenpolitisch als verlängerter Arm feindlicher Staaten dargestellt. Sie würden von diesen ideologisch beeinflusst, personell gelenkt oder unterwandert und politisch benutzt, um deren Interessen durchzusetzen.
Auf den Friedensmärschen sind kaum mehr junge Menschen zu mobilisieren. Die meisten Teilnehmer haben bereits an den 80er-Märschen teilgenommen. Die Jugend interessiert sich eher für Außen und Sicherheitspolitik und aktuell für das Klima.

Und was wurde daraus?

Die Organisation sieht sich bis heute in einer wichtigen Rolle als kritische Stimme in der internationalen Politik. Einige ihrer Forderungen wie Abrüstung, internationale Konfliktlösung und die Förderung von Frieden und Sicherheit wurden in verschiedenen internationalen Verträgen und Institutionen verankert.
Ich fragte mich, was den heute initiativ für den Frieden getan werde und gab auf Google den Suchbegriff Friedensbewegung.de ein. Dazu folgender Link:
https://www.friedensbewegung.de/
Das schien mir doch ein bisschen dürftig …
Da ist die Deutsche Friedensgesellschaft schon engagierter: https://dfg-vk.de/


Ob jedoch irgendeine Organisation eine Chance gegen Gewinn und Profitsucht der Kriegsgewinnler hat, bleibt meiner Meinung nach fraglich.

Bleibt friedlich und habt ein schönes Wochenende.
🕊️🕊️🕊️🕊️🕊️

*Das ist meine neue Rubrik für das Jahr 2023. Sie wird jeweils an Sonntagen in unregelmäßigen Abständen erscheinen. Es behandelt drei Themenschwerpunkte: Mensch, Natur und Technik. Recherchen erfordern viel Zeit und ich möchte keine halben Sachen machen. Die Beiträge erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Unterschiedliche Sichtweisen habe ich berücksichtigt. Die Conclusio daraus überlasse ich jedem Leser selbst.