Muckis Reisen 8 🚌 Peloponnes

Wir bummeln in den Süden Griechenlands. An Patras vorbei in die Mani.

Es sind meine ersten Fahrstunden mit dem Mucki. Erst will ich nicht, aber dann machts Spaß. Einige Straßen stellen zwar eine Herausforderung dar, aber ich habe sie gemeistert. Dafür sind die Autobahnen in Griechenland erstklassig ausgebaut, schnurgerade und fast schon langweilig. Mein Techniker verleiht mir symbolisch per Schulterklopfen den Lkw-Führerschein. Das macht selbstbewusst und so parke ich bald selbstständig und ohne Probleme ein und aus. (Ich weiß; Angeberin!)😜

Olympia

Wir machen Halt in Olympia. Nach der antiken Stätte von Butrint verzichten wir allerdings auf die Besichtigung der Ausgrabungen und besuchen stattdessen jenes Museum, in welchem die Geschichte der Olympischen Spiele erzählt wird. Es war eine gute Entscheidung, denn die Ausstellung ist sehr interessant.

Die Wettkämpfe waren ausschließlich Männern vorbehalten, die splitterfasernackt gegeneinander antraten. Laufwettbewerbe, diverse Faust- und Ringkämpfe sowie der Pentathlon. Dieser antike Fünfkampf bestand aus Diskuswurf, Weitsprung, Speerwerfen, Laufen und Ringen. Eine besondere Attraktion war der Stiersprung. Frauen waren selbst als Zuschauerinnen nicht zugelassen.

Bezüglich der Hygiene amüsiere ich mich über die Reinigung der verschwitzten, öl- und sand-verschmierten Körper. Die Athleten schabten sich mit eigens dafür hergestellten Eisen Schweiß und Sand vom Körper. Ob sie danach ein Bad oder eine Dusche nahmen?

In der Mani

Über meinen eigenen WordPress-Blog habe ich Gerda kennengelernt. Sie lebt mit ihrem Mann in der Mani. Ich wusste, dass es in der Nähe von Kalamata ist, und nachdem wir ebendort keinen Stellplatz ergattert haben, stellten wir uns einige Kilometer südlich frei an den Strand. Wir sind ein wenig unsicher, ob die Einheimischen das gerne sehen und fragen in einem kleinen Laden, in dem wir Brot kaufen, nach. Die Besitzerin lacht und meint: „Das ist bei uns hier kein Problem. Wer soll sich schon darüber aufregen!“ Wir haben zwar schon von anderen Campern gehört, dass es kein Problem ist, aber ich finde, dass man trotzdem fragen soll.

Kalamata

Wir essen zu Abend und legen uns schlafen. Die Meeresbrandung rauscht uns das Schlaflied. Ich schlafe unruhig, denn Nachts gesellen sich immer wieder Autos zu uns und ich werde jedes Mal davon wach. Obwohl uns niemand böses will, fühle ich mich nicht wohl dabei.

Gerda

Am nächsten Morgen nehmen wir ein Bad im Meer und spülen mit etwas Süßwasser aus dem Womotank nach. Gegen Mittag düst ein weißes Auto heran und hält an Muckis Seite. Es ist Gerda. Wir haben genau an jenem Ort Kontakt zu ihr aufgenommen, in dessen Nähe sie zu Hause ist. Was für ein Zufall! Gerne würden wir im kleinen Örtchen am Meer frühstücken, aber es ist schon alles geschlossen. Saisonende. Daraufhin lädt uns Gerda kurz entschlossen in ihr Domizil ein, von wo aus sich ein herrlicher Ausblick auf Meer und Gebirge bietet. Wir lernen ihren Mann kennen und diskutieren über Gott und die Welt. Zu schnell vergeht die Zeit. Gerne nehmen wir ihre Tipps für weitere schöne Plätze in der Mani an. Dann ziehen wir weiter. Mucki scharrt schon mit den Reifen und der Techniker hat ein neues Begehr. Ein Haus am Meer …

Stoúpa

Über eine teilweise abenteuerliche Straße (Gerda hatte uns gewarnt) erreichen wir Stoúpa, ein ehemaliges Fischerdorf.

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Es diente dem Dichter Nikos Kazantzakis als Vorlage für den Roman Alexis Zorbas. Der Film selbst wurde jedoch auf Kreta gedreht. Es herrscht noch reges Treiben am Strand und in den zahlreichen Tavernen, die mit typisch griechischen Köstlichkeiten aufwarten. Wie es scheint, ist der Ort gerade in eine britische Invasion geraten. Englische Touristen sind eindeutig in der Überzahl. Wir mögen sie, denn die Briten sind freundlich, humorvoll und kommunikativ. Letzteres schätzt vor allem mein Techniker, denn er versucht jeden vom Fehler des EU-Austrittes zu überzeugen.

Der Campingplatz ist einfach, aber sauber. Es gibt sogar Waschmaschinen, von denen ich sogleich eine nutze. Bald flattert die Wäsche in der milden Meeresbrise und wieder ist ein Tag vorbei. Wir sind die vierte Woche unterwegs und haben viel gesehen und erlebt. Langsam wird es Zeit, die Rückreise zu planen.

Aber bis es so weit ist, zieht es uns noch weiter in den Süden der Mani, denn angeblich soll es dort noch schöner sein …

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Muckis Reisen 7 🚌 Innehalten

Nach 1.700 speziell in Albanien anstrengenden Kilometern gönnen wir uns einige Tage Friede, Freude, Strandleben. Es sind noch dermaßen viele Camper unterwegs, dass wir, obwohl wir heuer später dran sind, keinen vernünftigen Stellplatz finden. Die Meisten warten auf den Termin für die Fähre von Igoumenitsa nach Italien.
Im Nachhinein erweist sich die Not als Glücksfall, denn dadurch entdecken wir, abseits des Fährhafens ein traumhaftes Platzerl, von dem wir gar nicht mehr weg wollen. Es gefällt uns so gut, dass wir überlegen für nächstes Jahr zu reservieren. 

Home with a few …

Einen halben Tag verbringt der Techniker mit der Reparatur des ohrenbetäubend lauten Lüftungsventilators und findet bei der Gelegenheit noch ein paar Leckerlis, die der Wartung bedürfen. Als profunder Kenner der Materie schimpft er über die stümperhaften Reparaturen der Vorbesitzer und über die Automarke im Allgemeinen.

Ich kümmere mich derweil um das Navi. Die hilfsbereite Mitarbeiterin des Campingplatzes leiht mir ihren Laptop und so kann ich endlich die Karten aktualisieren. Ich bedanke mich überschwänglich, denn das Gerät hat bisher statt verlässlich zu navigieren, lediglich für heftige Diskussionen gesorgt.

Danach geht es an den Strand, an dem sich hauptsächlich Einheimische mit ihren Kindern tummeln. Die Erwachsenen kommen vielleicht gerade von den Regionalwahlen, die heute in Griechenland stattfinden. Die Kinder widmen sich intensiv der Bemalung der von den Gezeiten geschliffenen Steine, die sich dafür sehr gut eignen. Wir genießen den Moment. 

Tags zuvor waren wir am Hafen und unterhielten uns in der Marina mit ein paar Seglern. Beim Techniker poppten gleich wieder Segelsehnsüchte auf. Er wünschte sich seine „Große“ herbei und wird versuchen seinen Freund, der uns das Schiff heuer abgekauft hat, diesen Liegeplatz schmackhaft zu machen. Ich glaube aber, dass der sich in Kroatien recht wohlfühlt, obwohl die Marina dort doppelt so teuer ist. Sie hat aber auch mehr zu bieten. Blitzsaubere Sanitäranlagen zum Beispiel, die es hier gar nicht gibt. Was es hier aber gibt, sind (zumindest in der Nachsaison) himmlische Ruhe, frischen Fisch und überraschend guten Wein. Mir reicht das und ich bin zufrieden.

Noch diese Woche geht’s weiter in Richtung Patras …

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Muckis Reisen 6 🚌 – Mucki macht Mucken

Albanien/Saranda

Wäre auch zu schön gewesen … 
Irgendwann während des Auf und Ab der unendlichen Gebirgspässe an der Küste Albaniens verändert sich der Gesichtsausdruck meines Technikers. „Ist was?“, frage ich. „Die Servolenkung funktioniert nicht mehr und mit der Hydraulikflüssigkeit stimmt auch etwas nicht.“ Er pumpt mit dem Bremspedal. Die Bremse zieht hörbar Luft. 
Na Bravo! Ich schaue in die Abgründe des Gebirgspasses und werde von einer leichten Unruhe erfasst. Aber mein Techniker habe alles im Griff, sagt er, und ich solle am Navi eine Tankstelle wegen eines Fläschchens Hydraulikflüssigkeit suchen. Ok, sehr gerne.

Da, wennst nicht mehr lenken kannst, oder die Bremse vesagt … 🫣

In Himare, einem hübschen Badeort an der albanischen Riviera, werden wir fündig. Das war nicht schwer, denn in Albanien ist die Anzahl der Tankstellen inflationär. Alle paar Kilometer steht eine. Daran anschließend ein Hotel oder eine Bar. Mehr oder weniger in Betrieb. Meistens weniger.
Aber egal, Hydrauliköl ist vorrätig. Alles gut.

Die Servolenkung allerdings gibt ihren Geist endgültig auf. In Sarande erspäht der Techniker eine Bosch-Werkstätte. Für einen ehemaligen Bosch-Manager wie meinen Mann ein Ort des Vertrauens. Prompt nimmt man sich Zeit für uns und schon geht’s auf die Hebebühne. Die ist zwar nicht auf das Gewicht Muckis ausgelegt, aber wenigstens ausreichend gesichert. Der Werkstattleiter ist freundlich und hilfsbereit, und die Ursache ist bald gefunden. Die Hydraulikleitung hat sich gelöst. Sie muss neu befestigt und das Öl wieder aufgefüllt werden. Kosten: 50 Euro.
In Montenegro mussten wir letztes Jahr für die Reparatur der Bremsleitung denselben Betrag bezahlen. In Österreich würde man uns für dieses Geld in einer Fachwerkstatt höchstens die Hände schütteln. 

Im Imbiss gegenüber essen wir eine Kleinigkeit und sind froh, dass die Panne ein gutes Ende genommen hat. Einen netten Campingplatz mit einem freundlichen Platzwart finden wir in Sarande auch noch. Reiseherz, was willst du mehr?

Den freundlichen Platzwart hätten wir beinahe adoptiert 😍

Butrint-Nationalpark

Der Nationalpark war Kur und Festspielort der Antike und gehört zum Weltkulturerbe. Die Stätte liegt 25 km südlich von Saranda. Römische Ausgrabungen wecken stets das Interesse meines Technikers. Das bedeutet auch für das Anhängsel: sei dabei!

Die ersten Siedlungen entstanden bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. in der Region. Im 4. Jahrhundert v. Chr. wurde Albanien von den Illyrern bewohnt, einem Stammesvolk, das in der Region lebte.

Im Jahr 146 v. Chr. eroberten die Römer das Gebiet und gründeten die Provinzen Illyrien und Epirus Nova. Die Region war Teil des Römischen Reiches, bis das weströmische Reich im 5. Jahrhundert n. Chr. zusammenbrach. In der Folgezeit wurde Albanien von verschiedenen Reichen und Völkern erobert und besetzt, darunter den Byzantinern, Slawen, Bulgaren, Normannen und Osmanen.

Nachfolgend ein kleiner Eindruck über eine Stätte, welche von allen möglichen Eroberern in Besitz genommen wurden. Und darunter waren damals selbstverständlich die Römer. Im Museum der Burg entdeckte ich zwei interessante Geschichten:

Die Eine handelte von einem Römer, der sich den Einfluss Ciceros zunutze machte, um Cäsars Kolonisierungspläne einzudämmen und die Andere von einem Herrscher, der es angeblich gut mit der Region meinte und am Ende aus den eigenen Reihen eliminiert wurde.


Atticus:

48 v. Chr. besuchte Gaius Iulius Caesar die Stadt, um eine Kolonie zu gründen.  Doch dem lokalen Grundbesitzer Titus Pomponius Atticus passte das nicht. Er bat Cicero im Senat gegen Cäsars Plan, Einwanderer einzuschleusen, zu argumentierten. Als Folge dieses Widerstandes erhielt die Stadt nur eine kleine Zahl von Kolonisten. Atticus, der rund um Butrint Ländereien besaß, wurde von den Einwohnern für seinen Erfolg gefeiert und wurde zu den einflussreichsten Personen der Stadt. Er ließ sich die reich geschmückte Villa Amaltea errichten, die zu den wichtigsten Ausgrabungen Butrints zählt

Ali Pasha (Der Napoleon des Balkan): 

Der kaltblütige Ali Pascha schaffte es vom Anführer einer Räuberbande zu einem Akteur im Weltgeschehen. Er nutzte die innere Schwäche des Osmanischen Reiches aus, um in Albanien und Westgriechenland seinen eigenen Staat zu errichten. Obwohl er ein rücksichtsloser Tyrann war, der sich grausamer Gräueltaten schuldig gemacht hatte, wurde sein großzügiger Hofstaat zu einem Anziehungspunkt für westliche Reisende, allen voran Lord Byron, dem es hauptsächlich um die verklärte Romantisierung des Orients ging. Die militärischen Fähigkeiten Ali Pashas führten dazu, dass Großbritannien, Russland und Frankreich während der Napoleonischen Kriege ein Bündnis mit ihm suchten. Seine Aktivitäten schwächten die Autorität des Sultans und trugen zur Auslösung des griechischen Unabhängigkeitskrieges bei. Er wurde von seinen eigenen Offizieren ermordet und hinterließ ein rätselhaftes Erbe. Ali Pasha wird in seiner Heimat als nationalistischer Held noch immer verehrt. 

Standort blauer Punkt …

Letzter Halt vor Griechenland

Am Ende unserer Albanien Tour stand noch ein kleines Abenteuer mit der „urigen“ Kabel-Fähre von Butrint.

🚌🫣🚌🫣🚌

Jetzt geht’s nach Griechenland. Bis bald.☀️