Das wird nix mehr, oder doch?

Seit 28. September leben wir im Wohnmobil und verbringen den Herbst im warmen Süden. Gut, warm war’s auch, aber im Großen und Ganzen ist es wettermäßig nicht so dolle. Mein Techniker segelt mit seinem Sohn, Freunden und Enkeln seit gestern vor Athen und ich hüte eine Woche das Wohnmobil allein. Leider gibt es nahe der Hauptstadt keine Campingplätze und so muss mein Mann mit dem Bus eine sechseinhalb stündige Busfahrt auf sich nehmen. Mein Mitleid hält sich in Grenzen, denn anhaltender Aktionismus fordert eben seinen Tribut. Ich hoffe, dass ich wenigstens noch zum Baden komme, ansonsten werde ich schreiben oder mich ein wenig im Dorf herumtreiben. Wir haben dort ein gemütliches Stammlokal mit bestem Service und grandioser Aussicht entdeckt.

Must have …

Und sonst so?

Vor ein paar Tagen fuhren wir mit dem öffentlichen Bus um zwei Euro in die Fährenmetropole Igoumenitsa, um ein wenig zu bummeln. Bummeln ist übertrieben, denn außer dem Hafen es gibt nicht viel zu sehen. Erst als wir uns von der Hauptstraße in die Seitenstraßen bewegen, entdecken wir gemütliche Grillkneipen mit den unmittelbar daneben liegenden Rohstoff-Lieferanten.

Zurück nach Plataria geht es mangels Öffi-Verbindungen mit dem Taxi. Allerdings zum zehnfachen Preis. Der Techniker vereinbart mit dem Fahrer gleich einen Abholtermin zum Bus nach Athen. Ab Samstag segelt er mit Sohn und Enkelkindern nahe Athen. 46 Euro kostet das Ticket. Allerdings hält der Bus bei jeder Hundehütte und so wird die Fahrt mehr als sechs Stunden dauern. Ich hüte derweil das Womo. Samstag in einer Woche sehen wir uns wieder.

Und wie lautet die Prognose für unsere letzte Griechenland Woche?

Es wird endlich wärmer. Rund um Athen noch ein paar Grad mehr. Das klingt doch gut, oder?

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Achtung, ??? von links

Dieses Jahr scheint ein kühler und schreckhafter Griechenland-Aufenthalt zu werden. Überall lauern Gefahren 😉. Letzte Woche Ungemach von rechts und diese Woche? Von links. Auf der Straße vom Lebensmittelladen zum Campingplatz herrscht wenig Verkehr, deshalb gehe ich zu Fuß. Als mir hinter einer unübersichtlichen Kurve ein Lastwagen entgegenkommt, trete ich zurück an die Böschung und warte bis er vorbei ist. In diesem Moment schlängelt sich ein dunkelbraunes Etwas aus dem Dickicht und gleitet über den Randstein auf mich zu. Reflexartig springe ich zurück auf die Straße. Das Reptil drängt sich zwischen mich und den Randstein und verschwindet so schnell wie es aufgetaucht ist im Gebüsch. Es ist 60 bis 70 cm lang und der schmale Kopf geht unmittelbar in den Rumpf über. Eine überdimensionale Blindschleiche? Aufgrund der imposanten Länge ein älteres Exemplar? Blindschleichen werden bis zu 40 Jahre alt. Aber werden sie so groß? Irgendwie finde ich das Tier schön und anmutig, aber meine Angst vor schleichendem und kriechendem wird deshalb nicht weniger.

Was es genau war, habe ich bisher nicht herausgefunden.Vielleicht kann mir jemand helfen und erkennt was ES ist?

Und sonst so?

Na ja, mit dem Sonnen und Baden sieht es heuer nicht so gut aus, denn es ist recht kühl und windig. Der Techniker fährt manchmal mit dem Kanu aus, aber Gegenwind und Welle sind anstrengend. Als Alternative schwingt er sich auf das Rad und erkundet die Gegend. Und ich? Ich erschrecke mich ab und zu.

Nichtsdestoweniger gefällt es uns hier nach wie vor, das Meer hat noch immer 22° plus und der Wind weht inzwischen etwas milder aus SW. Die kommenden drei Tage sind Niederschläge vorhergesagt. Aber was soll’s; das Essen schmeckt, der griechische Wein ebenso. Carpe diem.

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