Ein mächtiger Vulkan🌋 und ein bemerkenswerter Winzling 🐜…

Unser zweiter jüngerer, aber noch aktiver Vulkan auf dieser Rundreise. Wir absolvieren einen zweistündigen Marsch hinauf zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man den Arenal See sieht. Zum ersten Mal zeigt sich die Sonne und nun wird uns klar, was Otto unser Guide, damit gemeint hat, wir sollten doch froh sein, dass es bewölkt ist. Es wird sofort extrem heiß. Dies in Verbindung mit der fast 💯 prozentigen Luftfeuchtigkeit lässt einen den Schweiß waagrecht aus den Poren schießen😉

Aber nun zu einer faszinierenden Spezies der Natur. Blattschneiderameisen. Sie haben keine Gewerkschaft und sind daher 24 Stunden damit beschäftigt, ihrer Königin Nachschub an Blättern zu besorgen. Gleichzeitig verhelfen sie mit den Löchern, die sie in den Blättern hinterlassen, den darunter liegenden Pflanzen zu mehr Sonnenlicht.
Die Königin zerkaut die Blätter🌱 und erzeugt ein Substrat, dass das Wachstum des Egerlingsschirmlings fördert. Dieser Pilz 🍄 ernährt wiederum alle Ameisen in der Kolonie.
Die männlichen Blattschneiderameisen dürfen allerdings nur so lange leben, als sie der Fortpflanzung dienen. Danach tötet die Königin alle.🐜😬Somit besteht die gesamte Kolonie ausschließlich aus weiblichen Tieren. Es sei denn der Königin gelüstet nach einem neuen Liebhaber …💚
Eine Kolonie Blattschneiderameisen kann pro Tag so viel Vegetation schneidenwie eine ausgewachsene Kuh frisst. Deshalb sind sie auf den Kaffee, Kakao und anderen Plantagen nicht erwünscht. 😤
Im Urwald allerdings lockern sie mit ihrer Arbeit die Böden auf und sorgen wegen der großen Erdbewegungen bei der Erweiterung ihrer Nester für die Belüftung des Bodens und begünstigen so die Zufuhr von Nährstoffen. Dadurch wird der Dschungelboden zehn mal fruchtbarer.

Die Blattschneiderameisen, die ähnlich den Kakerlaken seit Millionen von Jahren auf der Erde existieren, sind faszinierende Lebewesen und für mich eine interessante Form weiblicher Durchsetzungskraft …

Wir befinden uns in Monteverde, in dessen Nebelwald sich Kaffeeplantagen befinden, wo Hilfsarbeiter aus Panama und Nicaragua emsig die roten Früchte des Kaffeestrauches pflücken. Ein voller Korb mit ca. 15 kg Früchten bringt einen Dollar. Da die Früchte in unterschiedlichen Reifestatien heranwachsen, müssen die Pflücker darauf achten, das sich keine grünen Früchte in den Korb verirren. Das würde nämlich bedeuten, dass sie noch weniger Lohn pro Korb erhalten.🥺 Die Pflücker arbeiten schnell, denn je mehr Körbe, desto mehr Lohn …Jeder Costaricaner sollte wenigstens einmal im Leben Kaffee gepflückt haben, erzählt unser Guide. Das ist Tradition. Aber für diesen kargen Lohn, arbeitet auch hier kein Einheimischer auf Dauer …



Natürlich die Plantagen besitzer, der Handel und Produkt- Veredelungsmeister wie zum Beispiel Nestlé. Die verkaufen das marketingveredelte Produkt mit dem smarten Grinsen eines George Clooneys um bis zu 80 Euro das Kilo. 😲
Aber machen wir uns nichts vor- wir alle bestimmen durch unser Konsumverhalten den Preis.

Nach dem Pflücken folgen, schälen, trocknen und je nach Wunsch der Großkunden das Rösten der Bohnen.





… deshalb auch die Bezeichnung ‚Arabica‘, die für eine besonders hohe Qualität steht. Je länger der Kaffee geröstet wird (dunkle ölig glänzende Bohne), desto niedriger der Koffein Gehalt. Bei einem typisch italienischen Espresso aus einer Maschine, verbleibt das meiste Koffein noch dazu im Sud. Das ist auch der Grund warum man nach einem Espresso wunderbar schlafen kann.🥱
https://www.coffee-fellows.com/kaffeewissen-unterschied-zwischen-kaffee-und-espresso/
Die gute alte Aufgussmethode mit Filtern oder mit der ‚French Press‘ gilt immer noch als die beste Methode vollendeten Kaffeegenusses. Das Koffein braucht genügend Zeit um sich zu lösen. Nur dann schmeckt Kaffee ausgewogen und nicht zu sauer oder zu bitter. Aber wie bei allen Dingen ist auch Kaffee Geschmacksache. Und ob mit oder ohne Milch oder Zucker, ist ein Start in den Tag für viele undenkbar. Übrigens für die Finnen und Norweger am allermeisten. Die sind nämlich die größten Kaffeetrinker der Welt.
Der letzte Tag der Rundreise, führt endlich in wärmere Gefilde. Wir haben uns alle auf den Sonnenschein gefreut, aber 32 Grad im Schatten machen dann doch zu schaffen. Wir befinden uns heute im rustikalen ‚Cowboy Land‘ Costa Ricas.

Hier führt man das Werk einer Schweizerin fort, die es sich vor 40 Jahren zur Aufgabe gemacht hat, verletzte oder ehemalige Haustiere, die die ehemaligen Besitzer nicht mehr haben wollten, aufzunehmen. Wir sehen Pumas, ein Ozelot, Kapuziner und Klammeräffchen und viele Papageien, von denen uns zwei mit „Hola“ begrüßen. Die Tiere sind zwar hinter Gittern, aber es scheint ihnen gut zu gehen. Ich bin mir allerdings nie ganz sicher, ob es klug ist, in den natürlichen Kreislauf der Natur einzugreifen. Von den verstoßenen Haustieren einmal abgesehen.


Der Trockenwald beeindruckt vor allem mit dem Ficusbaum- (Birkenfeige), der nachdem sie seinen Wirt aufgezehrt hat, zu einem beeindruckenden Gebilde heranwächst und bis zu tausend Jahre alt werden kann.


Im Durchschnitt wachsen hier sechzig bis einhundert Baumarten auf einem Hektar Wald. In Mitteleuropa sind es lediglich zwölf.
Zwischendurch erspähen wir Kapuzineräffchen, Echsen und einen Goldhasen.
Immer stärker werdender Schwefelgeruch und dunkles Grollen führt uns schließlich zu rauchenden, blubbernden und dampfenden Vulkankratern. Dabei fällt uns auf, wie prächtig die Bäume und Sträucher rund um die hochkonzentrierten Schwefeldämpfe gedeihen. So viel zur grassierenden CO2- Hysterie …




Wieder ein intensiver Tag mit vielen Eindrücken. Ab morgen sind zwei Tage relaxen am Pazifik angesagt. Nach der schönen, aber auch anstrengenden Rundreise freuen wir uns nun auf El Pacífico, Ein schönes Hotel, endlich mal ausschlafen und ein paar kühle Drinks an der Bar…🌊🍹