Der letzte Tag der Rundreise, führt endlich in wärmere Gefilde. Wir haben uns alle auf den Sonnenschein gefreut, aber 32 Grad im Schatten machen dann doch zu schaffen. Wir befinden uns heute im rustikalen ‚Cowboy Land‘ Costa Ricas.

Hier führt man das Werk einer Schweizerin fort, die es sich vor 40 Jahren zur Aufgabe gemacht hat, verletzte oder ehemalige Haustiere, die die ehemaligen Besitzer nicht mehr haben wollten, aufzunehmen. Wir sehen Pumas, ein Ozelot, Kapuziner und Klammeräffchen und viele Papageien, von denen uns zwei mit „Hola“ begrüßen. Die Tiere sind zwar hinter Gittern, aber es scheint ihnen gut zu gehen. Ich bin mir allerdings nie ganz sicher, ob es klug ist, in den natürlichen Kreislauf der Natur einzugreifen. Von den verstoßenen Haustieren einmal abgesehen.


Der Trockenwald beeindruckt vor allem mit dem Ficusbaum- (Birkenfeige), der nachdem sie seinen Wirt aufgezehrt hat, zu einem beeindruckenden Gebilde heranwächst und bis zu tausend Jahre alt werden kann.


Im Durchschnitt wachsen hier sechzig bis einhundert Baumarten auf einem Hektar Wald. In Mitteleuropa sind es lediglich zwölf.
Zwischendurch erspähen wir Kapuzineräffchen, Echsen und einen Goldhasen.
Immer stärker werdender Schwefelgeruch und dunkles Grollen führt uns schließlich zu rauchenden, blubbernden und dampfenden Vulkankratern. Dabei fällt uns auf, wie prächtig die Bäume und Sträucher rund um die hochkonzentrierten Schwefeldämpfe gedeihen. So viel zur grassierenden CO2- Hysterie …




Wieder ein intensiver Tag mit vielen Eindrücken. Ab morgen sind zwei Tage relaxen am Pazifik angesagt. Nach der schönen, aber auch anstrengenden Rundreise freuen wir uns nun auf El Pacífico, Ein schönes Hotel, endlich mal ausschlafen und ein paar kühle Drinks an der Bar…🌊🍹

Monteverde kann man als touristisch ‚voll erschlossen‘ bezeichnen. Touristen wohin das Auge reicht. Nicht unbeteiligt daran sind die Quäker. Was einst 1951 in Alabama- USA begann ist heute zu einem lukrativen Wirtschaftszweig erblüht. Die Quäker- Männer verweigerten als überzeugte Pazifisten die Teilnahme am Korea- Krieg, was damals in den USA mit einer drei jährigen Gefängnisstrafe geahndet wurde.
11 Familien suchten daraufhin einen Ausweg und fanden diesen in Costa Rica. Sie teilten 1500 Hektar Land unter sich auf, bauten jeder ein Haus und begannen mit der landwirtschaftlichen Nutzung der Flächen. In Costa Rica ist es üblich, dass wenn kein anderer das Land für sich reklamiert, es nach fünf Jahren in den Besitz des Nutzers übergeht. Seither haben die Quäker ihren Besitz vervielfacht, produzieren massenhaft Käse und gehören zu den reichsten Familien des Landes. Sie haben sich friedlich mit den Costaricanern arrangiert, ziehen es aber vor zurückgezogen im Dschungel zu leben. Wie bei dem Paradies- Vogel haben wir nie einen Quäker zu Gesicht bekommen.
Auch viele Schweizer haben hier eine neue Heimat gefunden. Auch sie leben hier ihre Kultur und Tradition, wie man unschwer an der Architektur erkennen kann.











Und das ist gut so, denn es gab 2019 in Costa Rica 300 Unfälle. Die meisten davon in den Plantagen Sieben davon endeten tötlich.
05:30 Tagwache. Zum letzten mal. Bisher sind wir jeden Tag spätestens um halb sieben Uhr Morgens aufgestanden. Heute stehen uns noch sechs Stunden Busfahrt bis zum letzten Hotel bevor. Die längste Fahrt dieser Reise waren sieben Stunden.
Mittagessen gibt es in einem Lokal an der Pan– Amerikanischen Autobahn in dem gerne auch Lastwagenfahrer Rast machen. Hier merkt man den Unterschied zwischen Touristennepp und landesüblichen Preisen. Haben wir in diversen Restaurants bisher zwischen 12 und 23 Dollar pro Person bezahlt, sind es nun sechs Dollar inklusive Getränk. Neben dem Lokal befindet sich ein Souveniershop mit abertausenden T-Shirts und anderer touristischer Massenware. Leider gibt es hier keine individuelle Handarbeit. Seit wir einen wunderschönen handgeschnitzten Tucan in einem Hotel gesehen haben, gefällt uns kein anderer mehr. Leider wollte uns der Hotelbesitzer dieses Kunstwerk nicht verkaufen.

Ein paar hundert Meter weiter machen wir vor einer Brücke halt und beobachten aus sicherer Entfernung mehrere Alligatoren. Unser Guide sagt es sei eine amerikanische Gattung. Sie werden bis zu s Meter Lang. Wir schätzen die Burschen auf fünf bis sechs Meter. Mich gruselt plötzlich, weil ich mir vorstelle, wie es denn wäre, jetzt von der Brücke zu stürzen …

Weiter geht es dem Pazifik entgegen. Ich kann es kaum erwarten, den geliebten Ozean wiederzusehen. 24 Jahre ist es nun her, als ich in der wunderbaren Südsee war und unwillkürlich kommen Erinnerungen hoch. Bodo ist zum ersten Mal am Pazifik. Auch er ist fasziniert von der Weite dieses Ozeans.

Eine Stunde später öffnet sich eine Bucht und er liegt vor uns; El Pazifico, der Friedliche …der größte Ozean der Welt. Sein seidenweiches, 28 Grad warmes Wasser- wie habe ich es vermisst …
Das Hotel ist zur Abwechslung einmal richtig luxuriös.😲Die Einrichtung im spanische Stil ist geschmackvoll aber nicht aufdringlich. Alles blitzt vor Sauberkeit. Die parkähnliche Aussenanlage ist weitläufig und der Weg zum Zimmer ist ganz schön weit. Hier müssen wir auch nicht selbst die Koffer schleppen. Überall nur freundliche und hilfsbereite Mitarbeiter. Hier scheint jeder Mensch in seinem Beruf seine Berufung gefunden zu haben. Keine Spur von Gastrofrust. Vom Chef bis zur Reinigungskraft.

Auf den blitzblanken Böden im Außenbereich begegnet uns so manche stattliche Echse, die hier auf ein Stück Futter hofft. Faultiere hängen im träge Geäst und Papageien fliegen laut schreiend durch die Lüfte. Majestätisch ziehen Pelikane in exakten Formationen ihre Bahn. Die Aussicht auf den Pazifik ist grandios. Es ist 35 Grad heiß.
Die Klimaanlage im Zimmer hingegen versetzt uns in die Arktis und wir drehen sie auf 25 Grad hoch. Die viel zu kalt eingestellten Klimaanlagen gab es leider auch in den Bussen und im Flugzeug. Am Fenster im Bad entdecken wir einen weiteren Gast, einen Gecko, der sich am Fenster mit seinen Füßchen festgesaugt hat. Unser neues Haustier chen?

Zwei Tage werden wir uns hier genüßlich ausruhen, im warmen Pazifik baden und den tollen Service genießen.

