Ich hab’s versucht …

… wirklich! Kauf ein in der eigenen Stadt. Unterstütze den Handel. Ja. Gerne! Aber …


Zur Vorgeschichte; es hat sich in letzter Zeit einiges bei uns getan. Mehrere Projekte gleichzeitig. Schiff renovieren, Buch schreiben und der Rest an Arbeit der täglich anfällt. Nicht zu vergessen der Garten. Dazu kommt ein hyperaktiver Techniker, 80+. Ein Wunder der Natur, das mich ‚Jungspund‘ vor sich her treibt. Das Ganze strengt etwas an. In meinem Fall den Rücken. Das kennen vermutlich viele.
Das Kreuz mit dem Kreuz!

Aber ich schweife ab. Worüber ich berichten will, ist, dass ich meinem Rücken etwas Gutes tun wollte und deshalb nach einer neuen Matratzenauflage Ausschau hielt. Sieben Zonen sollte sie haben, zumindest habe ich das recherchiert. Im Internet natürlich. Wo sonst. Aber ich kaufe lokal. Nicht im Internet. Amazon und Co machen aufgrund der Krise ohnehin Mörderumsätze. Nicht mit mir! Ich also zum Laden mit dem Elch. Seit eineinhalb Jahren zum ersten Mal. Aber auch nur deshalb, weil bei uns die Maskenpflicht im Handel gefallen ist. Fast hätte ich mich verlaufen, aber ein paar freundliche Ferialpraktikantinnen zeigen mir den Weg samt Abkürzung. Ich nehme immer die Abkürzungen im Elchladen und ich renne auch keinen Pfeilen nach. Eine aus meiner Generation tut das nicht! Aber ich schweife schon wieder ab. Endlich am Ziel suche ich eine Beratung, finde jedoch keine. Kein Mitarbeiter, keine Beratung. Als ich endlich eine Verkäuferin im schicken gelben gestreiften ausmache und schüchtern frage, wo ungefähr der Artikel meines Begehrens, sein könnte, ernte ich einen strafenden Blick. Die Dame ist gerade mit einem anderen Kunden beschäftigt. Sorry, ich warte.

Es passiert mir diese Woche schon zum zweiten Mal, dass sich eine Verkäuferin außer Standes sieht, mir mit einem einfachen Fingerzeig die Richtung zu weisen, ohne aus dem aktuellen Beratungskonzept zu geraten. Ach was waren wir doch für Verkäuferinnen. (Ja, das war ich auch einmal). Drei Kunden zur gleichen Zeit war überhaupt kein Problem. Und es reichte auch noch für ein Lächeln. Aber egal. Langer Schreibe kurzer Sinn- nach einiger Zeit gebe ich auf. Mir fällt noch ein anderer Laden ein. Dämliches Bettenlager oder so. Ich fahre hin. Mitten in die schöne Festspielstadt Salzburg. Erster Schock; kein Parkplatz. Zweiter Schock; diesen Laden gibt es nicht mehr, aber das Sortiment sieht zumindest ähnlich aus. Ich parke bei Mc Donalds nebenan und dann hinein. Es sieht irgendwie aus wie früher, aber doch ganz anders. Ramschiger-ungepflegter. Aber ich bin wild entschlossen, eine sieben Zonenauflage zu erwerben. Schließlich erspähe ich die vertraute Bettenabteilung.

Ich habe hier vor Jahren eine Matratze erworben. Die Beratung war gut und unsere Gäste schlafen hervorragend auf dem Kaltschaum. Leider entpuppt sich die ehemalige Spezialabteilung als müder Abgesang der einstigen Auswahl und was steht wieder nicht zur Verfügung? Ich beschreibe es nicht, denn es dürfte unschwer zu erraten sein. Vermutlich stimmt das Gerücht, dass niemand mehr im Verkauf und in der Gastronomie arbeiten will. Viele werden angeblich gerade umgeschult. Auf einen Bürojob, den man demnächst auch im Homeoffice erledigen kann. Kunden live und in Farbe zu bedienen kann unglaublich anstrengend sein. Und anstrengend wird immer unbeliebter.

Ich wieder raus aus dem Geschäft und rein ins Auto. Ab nach Hause. Ab ins Internet. Noch ein wenig recherchieren und Tests studieren und dann zack- bestellt. Ich drei Tagen ist das sieben Zonen Wunder da mit 90 Tagen Rückgaberecht. Ich sags ja immer. Nicht die Großen fressen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen.

Und mal ehrlich; – ich habs versucht …

Foto: Pexels

6 Comments on “Ich hab’s versucht …

  1. Danke für deine Sichtweise, dir ich mit dir teile.
    Die Gastronomie und der Einzelhandel brauchen Mitarbeiter. Doch durch den Coronawahn hat keiner Lust dazu. Verständlicherweise. Deshalb habezn da nur diejenigen, die einfach nur Geld verdienen wollen.
    Wenn jeder das machen würde, was ihm tatsächlich liegt, dann wären die Menschen glücklicher und die Geschäfte hätten einen höheren Gewinn. In jeder Hinsicht

    Gefällt 2 Personen

    • So ist es. Meine Tochter, welche in der Hotel und Gastgewerbe Branche arbeitet, erzählt mir tagtäglich von den Engpässen in der Branche. Immer weniger Mitarbeiter arbeiten bis zum Umfallen, um die Engpässe auszugleichen. Ich sage nur Danke Politiker. Eure amtierende Diktatorin und ihre Gefolgsleute haben gestern wieder ‚ganze Arbeit‘ geleistet. Da bin ich fast schon froh, Österreicherin zu sein. Ich hoffe, es gibt keinen ‚Anschluss‘ … Obwohl … Liebe Grüße

      Gefällt 2 Personen

  2. Super schilderst du das. Als Kunde ist man vor Ort nur „unschönes Beiwerk“, wie mir scheint. Ich denke, dass auch viele in den Verkauf oder in die Gastronomie ström(t)en, die schlichtweg nicht in der Dienstleistungsbranche eingesetzt werden sollten. Denn einen Dienst leisten sie nicht. Liebe Grüße und angenehme Nächte auf deiner neuen Auflage sende ich dir aus Frankfurt, Eva

    Gefällt 1 Person

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