Wandern in der Biosphäre … oder der Tag an dem sich meine Wanderschuhe auflösten.

Der Salzburger Lungau, ein UNESCO-Biosphärenpark, war am vergangenen Montag das spontane Ziel für eine Wanderung. Der Lungau ist so etwas wie der Kühlschrank
Salzburgs, denn selbst in der unerträglichsten Hitzewelle ist es im Lungau
stets angenehm frisch. Im wärmsten Monat, dem Juli, betragen die
Durchschnittstemperaturen in St. Michael lediglich 12,2 Grad! Das liegt vor
allem an den kalten Nächten, an denen sogar im Sommer ab und zu geheizt wird.
Im Jänner bringt es der Lungau auf  -7,2 Grad. Wer es also kühl
mag, ist hier bestens aufgehoben. Wer schöne und weitestgehend unberührte
Berglandschaften und Almen mag, ebenfalls. Wir entschieden uns für den
Lanschitzsee im hinteren Lessachtal.

Die frei laufenden Kühe ließen sich auf der schmalen Straße keineswegs aus
der Ruhe bringen und manchmal während der fünf Minuten, in denen wir im
Schritttempo hinterherzockelten hatte ich den Eindruck, sie wollten uns zeigen,
wer hier das Sagen hat.

Unser Ausgangspunkt war eine einladende Almhütte. Die hoben wir uns für eine Jause nach der Wanderung auf. Während des folgenden steilen und steinigen Weges trieb mich der Gedanke an ein kühles Bier in ein paar Stunden weiter. Der Weg war steil, steinig und anstrengend, aber die wunderschöne Landschaft entschädigte uns reichlich. Nach zweieinhalb Stunden erreichten wir unser Ziel. Hier gab es nur uns das Rauschen des Windes in den Lärchen und das Funkeln der Sonne im glasklaren Bergsee. Darin schwammen unzählige Forellenkinder, von denen einzelne keck aus dem Wasser sprangen. Wir waren allein am See und genossen die Stille und den Zauber der unberührten Landschaft.

Am Weg ins Tal bemerkte ich, dass etwas mit meinen Schuhen nicht stimmte. Die
Sohle hielt zwar immer noch verlässlich auf den rutschigen Felsblöcken, aber
irgendetwas war anders. Als wir an einem Wasserfall Rast machten, sah ich die
Bescherung. Beide Sohlen lösten sich auf. Gut, dass wir nicht mehr weit hatten
und die Schuhe von ausgezeichneter Qualität waren. Immerhin hatten sie 24 Jahre
auf den Sohlen und da darf man schon mal schwächeln.

Die Schuhe hielten bis zur Hütte durch. Leider war diese schon geschlossen.
Kein Bier, keine Jause! Die lange Suche nach einem offenen Lokal endete
schließlich erfolgreich in Tamsweg und der Tag mit einem wehmütigen Gang zur Mülltonne.

Schön wars.

🥾👣🥾👣🥾👣🥾

2 Comments on “Wandern in der Biosphäre … oder der Tag an dem sich meine Wanderschuhe auflösten.

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