Schreiben-Reisen-Lebensbilder
Veröffentlicht am 8. Oktober 2023 von Lopadistory
WĂ€re auch zu schön gewesen …
Irgendwann wĂ€hrend des Auf und Ab der unendlichen GebirgspĂ€sse an der KĂŒste Albaniens verĂ€ndert sich der Gesichtsausdruck meines Technikers. âIst was?â, frage ich. âDie Servolenkung funktioniert nicht mehr und mit der HydraulikflĂŒssigkeit stimmt auch etwas nicht.â Er pumpt mit dem Bremspedal. Die Bremse zieht hörbar Luft.
Na Bravo! Ich schaue in die AbgrĂŒnde des Gebirgspasses und werde von einer leichten Unruhe erfasst. Aber mein Techniker habe alles im Griff, sagt er, und ich solle am Navi eine Tankstelle wegen eines FlĂ€schchens HydraulikflĂŒssigkeit suchen. Ok, sehr gerne.
In Himare, einem hĂŒbschen Badeort an der albanischen Riviera, werden wir fĂŒndig. Das war nicht schwer, denn in Albanien ist die Anzahl der Tankstellen inflationĂ€r. Alle paar Kilometer steht eine. Daran anschlieĂend ein Hotel oder eine Bar. Mehr oder weniger in Betrieb. Meistens weniger.
Aber egal, Hydrauliköl ist vorrÀtig. Alles gut.
Die Servolenkung allerdings gibt ihren Geist endgĂŒltig auf. In Sarande erspĂ€ht der Techniker eine Bosch-WerkstĂ€tte. FĂŒr einen ehemaligen Bosch-Manager wie meinen Mann ein Ort des Vertrauens. Prompt nimmt man sich Zeit fĂŒr uns und schon geht’s auf die HebebĂŒhne. Die ist zwar nicht auf das Gewicht Muckis ausgelegt, aber wenigstens ausreichend gesichert. Der Werkstattleiter ist freundlich und hilfsbereit, und die Ursache ist bald gefunden. Die Hydraulikleitung hat sich gelöst. Sie muss neu befestigt und das Ăl wieder aufgefĂŒllt werden. Kosten: 50 Euro.
In Montenegro mussten wir letztes Jahr fĂŒr die Reparatur der Bremsleitung denselben Betrag bezahlen. In Ăsterreich wĂŒrde man uns fĂŒr dieses Geld in einer Fachwerkstatt höchstens die HĂ€nde schĂŒtteln.
Im Imbiss gegenĂŒber essen wir eine Kleinigkeit und sind froh, dass die Panne ein gutes Ende genommen hat. Einen netten Campingplatz mit einem freundlichen Platzwart finden wir in Sarande auch noch. Reiseherz, was willst du mehr?




Der Nationalpark war Kur und Festspielort der Antike und gehört zum Weltkulturerbe. Die StĂ€tte liegt 25 km sĂŒdlich von Saranda. Römische Ausgrabungen wecken stets das Interesse meines Technikers. Das bedeutet auch fĂŒr das AnhĂ€ngsel: sei dabei!
Die ersten Siedlungen entstanden bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. in der Region. Im 4. Jahrhundert v. Chr. wurde Albanien von den Illyrern bewohnt, einem Stammesvolk, das in der Region lebte.
Im Jahr 146 v. Chr. eroberten die Römer das Gebiet und grĂŒndeten die Provinzen Illyrien und Epirus Nova. Die Region war Teil des Römischen Reiches, bis das weströmische Reich im 5. Jahrhundert n. Chr. zusammenbrach. In der Folgezeit wurde Albanien von verschiedenen Reichen und Völkern erobert und besetzt, darunter den Byzantinern, Slawen, Bulgaren, Normannen und Osmanen.
Nachfolgend ein kleiner Eindruck ĂŒber eine StĂ€tte, welche von allen möglichen Eroberern in Besitz genommen wurden. Und darunter waren damals selbstverstĂ€ndlich die Römer. Im Museum der Burg entdeckte ich zwei interessante Geschichten:
Die Eine handelte von einem Römer, der sich den Einfluss Ciceros zunutze machte, um CÀsars KolonisierungsplÀne einzudÀmmen und die Andere von einem Herrscher, der es angeblich gut mit der Region meinte und am Ende aus den eigenen Reihen eliminiert wurde.
Atticus:
48 v. Chr. besuchte Gaius Iulius Caesar die Stadt, um eine Kolonie zu grĂŒnden. Doch dem lokalen Grundbesitzer Titus Pomponius Atticus passte das nicht. Er bat Cicero im Senat gegen CĂ€sars Plan, Einwanderer einzuschleusen, zu argumentierten. Als Folge dieses Widerstandes erhielt die Stadt nur eine kleine Zahl von Kolonisten. Atticus, der rund um Butrint LĂ€ndereien besaĂ, wurde von den Einwohnern fĂŒr seinen Erfolg gefeiert und wurde zu den einflussreichsten Personen der Stadt. Er lieĂ sich die reich geschmĂŒckte Villa Amaltea errichten, die zu den wichtigsten Ausgrabungen Butrints zĂ€hlt
Ali Pasha (Der Napoleon des Balkan):
Der kaltblĂŒtige Ali Pascha schaffte es vom AnfĂŒhrer einer RĂ€uberbande zu einem Akteur im Weltgeschehen. Er nutzte die innere SchwĂ€che des Osmanischen Reiches aus, um in Albanien und Westgriechenland seinen eigenen Staat zu errichten. Obwohl er ein rĂŒcksichtsloser Tyrann war, der sich grausamer GrĂ€ueltaten schuldig gemacht hatte, wurde sein groĂzĂŒgiger Hofstaat zu einem Anziehungspunkt fĂŒr westliche Reisende, allen voran Lord Byron, dem es hauptsĂ€chlich um die verklĂ€rte Romantisierung des Orients ging. Die militĂ€rischen FĂ€higkeiten Ali Pashas fĂŒhrten dazu, dass GroĂbritannien, Russland und Frankreich wĂ€hrend der Napoleonischen Kriege ein BĂŒndnis mit ihm suchten. Seine AktivitĂ€ten schwĂ€chten die AutoritĂ€t des Sultans und trugen zur Auslösung des griechischen UnabhĂ€ngigkeitskrieges bei. Er wurde von seinen eigenen Offizieren ermordet und hinterlieĂ ein rĂ€tselhaftes Erbe. Ali Pasha wird in seiner Heimat als nationalistischer Held noch immer verehrt.






Am Ende unserer Albanien Tour stand noch ein kleines Abenteuer mit der âurigenâ Kabel-FĂ€hre von Butrint.


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Jetzt geht’s nach Griechenland. Bis bald.âïž
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Kategorie: Europa, FOTOGRAFIE, Kurzgeschichten, MUCKIS REISEN, NATUR, Nature, PROJEKTE, REISEN, REISEN mit dem WOHNMOBIL, SCHREIBEN, Short Stories, Traveling by motorhomeSchlagworte: Albanien, Auszeit, Balkantour, Camping, Europa, Naturđ, Panne
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Es gibt deutlich schlechtere Orte, wo das hĂ€tte passieren können. Wenn ich da an Vlora denkeâŠ. đMitgezittert hĂ€tte ich bei den PĂ€ssen auch, wenn die Servolenkung nicht mehr mitmacht. Super, dass ihr das alles so unkompliziert und vor allem gĂŒnstig regeln konntet. FĂŒr 50⏠wird dem GefĂ€hrt einmal die Motorhaube vom Lehrling getĂ€tschelt. đ Habt eine feine Zeit in Griechenland!
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Danke liebe Eva. Die haben wir geradeđđđ
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Nun seid ihr ja schon in Griechenland, und wir sind auch aus Andalusien zurĂŒck. Heute geht es runter in die Mani (zumindest ist das so geplant). Euch weiterhin eine schöne Reise!
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Danke. Erst geht’s nach Korfu und dann sehen wir weiter. Hier in Syvota haben wir einen derart schönen Platz erwischt, dass wir noch bleiben. Ich denke, dass wir in eineinhalb Wochen in Deiner NĂ€he sind … LG
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schön, dass man euch so schnell und gĂŒnstig helfen konnte. und danke fĂŒrs video! war richtig schön ein stĂŒck mit euch mitzufahren. đ
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