W├ťRSTELSTANDS ­čÜî Reisen

Momentan herrscht zwangsbedingt Stillstand bei W├╝rstelstand. Das Womo parkt gut verpackt auf einem Campingplatz am Attersee. Letztes Jahr wurde es mangels Zeit nicht bewegt und was 2022 m├Âglich ist, steht noch in den Sternen ÔÇŽ

Italienreise 2019

Von Mai bis Juli 2018 haben mein Mann und ich auf unserer alten Lady die K├╝sten Europas bereist. Ich sage es gleich; die Begeisterung meines Mannes f├╝r diese Art zu Reisen teile ich nicht. Schon mein Gro├čvater hat ver├Ąchtlich auf die ÔÇ×ZigeunerÔÇť gedeutet, wenn, was selten vorkam, Reisende mit dem Wohnmobil bei uns am Hof nach einem Stellplatz fragten. Trotzdem lie├č er sie ├╝bernachten und meine Gro├čmutter freute sich ├╝ber die neuen Bekanntschaften und interessante Gespr├Ąche. Sie war das genaue Gegenteil ihres Mannes. Wie gesagt, ich halte es auch eher mit dem Gro├čvater, aber was tut man nicht alles f├╝r seinen Herr und Gebieter. Wie dem auch sei, ich bin jetzt dabei! Es gef├Ąllt mir sogar phasenweise ab und zu. Diese Art zu Reisen hat einen Vorteil; man sieht unheimlich viel in relativ kurzer Zeit und das langwierige Anreisen und die Suche nach einer Unterkunft entf├Ąllt. Woran ich mich immer noch nicht gew├Âhnen kann, ist das aufeinander hocken auf engstem Raum. Nichtsdestotrotz folgte ich meinem Techniker auch 2019. Diesmal war es eine Reise nach Apulien in Bella Italia.

Traumstrand

Nach Apulien Tag 1- 357 km

Entspannter Reisebeginn am Ostersonntag. Die Autobahn kaum befahren. Ich beginne mich langsam zu entspannen. Dieses Gef├╝hl endet j├Ąh am ersten Rastplatz vor Udine. Als ich nach hinten gehe, gibt es eine b├Âse ├ťberraschung. Alles nass! Das hatten wir doch schon im letzten Jahr. Der Wassertank leckt! Ich wische und fluche. ScheiÔÇŽ Womo! Aber n├╝tzt ja nichts. Bodo dichtet erst mal provisorisch ab. Nach einem kurzen, aber heftigen Disput fahren wir weiter. In Lignano treffen wir auf Familie und Freunde. Ich ├╝berlege, meine Sachen in das Auto meiner Tochter zu packen und mit ihr wieder ins sch├Âne, sonnige Salzburger Land zu fahren. Meinem Mann gef├Ąllt diese Idee allerdings weniger und ich lasse mich mal wieder ├╝berreden. Kurz darauf steht „W├╝rstelstand“ unter einer ausladenden Pinie. Es weht ein frischer Wind aus Ost. Die Stimmung ist ebenfalls frostig. Freunde laden uns in ihr Ferienhaus ein und wir werden kulinarisch verw├Âhnt. Bei s├╝ffigem Pro Secco diskutieren wir ├╝ber Gott und die Welt. Bald sieht die Welt wieder freundlicher aus. Die Nacht in der Aprilia Marittima, unter der ausladenden Pinie verl├Ąuft wunderbar ruhig. Ich hole mir noch eine Decke, denn es ist empfindlich kalt. Ich sehe noch nach, ob der Tank noch dicht ist, dann versinke ich in einen tiefen, erholsamen SchlafÔÇŽ

Ravenna- San Marino- Loreto- 303 KM

Wir „rasen“ gen S├╝den. Na ja, rasen ist vielleicht ein wenig ├╝bertrieben. Obwohl, 120 schafft unser W├╝rstelstand locker! Was uns treibt? Die Schlechtwetterfront, die sich im Norden manifestiert. Also ab in den S├╝den.  Erstes Ziel; die Republik San Marino. Das Steuerparadies empf├Ąngt uns mit Regen und Nebel. Wir parken auf einem der vielen Womo- Parkpl├Ątze unter dem Castello. Die Stellpl├Ątze verf├╝gen sogar ├╝ber Stromanschluss. Viele Italiener stehen hier mit ihren Wohnmobilen und bleiben ├╝ber Nacht. Kommenden Donnerstag, den 25. April (Tag der Befreiung Italiens) ist hier der h├Âchste Feiertag. Dieser wird von den Italienern gerne f├╝r einen Kurzurlaub genutzt. Wir bleiben nur ein paar Stunden und wandern wie die meisten hinauf zum Castello. Oben angelangt, schlendern wir durch die engen Gassen, g├Ânnen uns ein k├Âstliches Gelati und genie├čen den wunderbaren Blick auf die saftig gr├╝nen H├╝gel im Tal.

Nord- Apulien- Eintritt mit Hindernissen. Tag 5 – Numana- Vieste 400 km+

Nach einem Tag rasten vom Hasten gehts weiter nach Vieste. Damit erreichen wir den Norden von Apulien. Gestern gab es leider wieder eine b├Âse ├ťberraschung. Als wir den Stauraum unter dem Dach ├Âffnen, kommt uns ein ├Ąu├čerst unangenehmer Geruch entgegen. Bei einer undichten Stelle muss letztes Jahr Regenwasser eingedrungen sein. Dadurch hat sich Schimmel gebildet, der sich munter auf den gelagerten Sachen verbreitet hat. Es m├╝ffelt nicht nur, es muss alles ausger├Ąumt und gereinigt werden. Einiges ist nicht mehr zu retten und landet gleich mal im M├╝ll. Urlaub? N├Â, das ist Reisen der anderen Art! Aufregend, spannend und stets unvorhersehbar durch die Gebrechlichkeit unseres Oldtimers.

Heute zum Beispiel f├Ąhrt W├╝rstelstand bei herrlichem Wetter brav schnurrend mit 100 bis 120 km/h gegen S├╝den. Wenigstens motorisch ist das Ding besser drauf als sein Interieur! Der Feiertagsverkehr str├Âmt ganz ordentlich. Ein Stau, eine Rast, Cappuccino f├╝r uns, Diesel f├╝rs Womo. Schon sind wir im Parco Nationale del Gargano mit seinen alten Pinien und dem Buchenwald der Foresta Umbra. Wir verlassen die eint├Ânige Autobahn, um der Natur n├Ąher zu sein. Sch├Ân ist es hier. Uralte Olivenb├Ąume und wundersch├Âne wilde Blumen s├Ąumen die schmalen Stra├čen. Leider verwirren wir durch das Abfahren von der Autobahn das Navi derartig, dass es den Weg zum Campingplatz nicht mehr findet. Es leitet uns zu Seitenstra├čen mit Fahrverbot und jagt den W├╝rstelstand mehrere Runden sinnlos steil die kurvigen Bergstra├čen hinauf und hinunter. Mein Mann genie├čt mangels Servolenkung ein kostenloses Armtraining und ich bin genervt wegen der sinnlosen Kilometer.

Ein Anruf beim Campingplatz bringt auch nicht viel, denn die Dame hat keine Ahnung, wo wir sind. Das wiederum hebt keineswegs die Laune zwischen Fahrer und Beifahrerin. Kann nicht EIN Tag mal ohne Probleme ablaufen? Schlie├člich kann uns die freundliche Dame vom Campingplatz doch noch helfen und wir erreichen m├╝de und hungrig unser Ziel. Der Platz ist in Ordnung, die Anlagen sauber. Ein Bier, etwas zu essen und ab ins Bett. Aber halt; vorher noch ein wenig bloggen. Ciao bis morgen oder ├╝bermorgen. Es bleibt spannend!

Apulien- mitten drin …

Erstens; waren wir ├╝berrascht, von der landschaftlichen Vielfalt. Ob am Meer,

oder im Nationalpark Gargano, auf ├╝ber 1000 Meter,

oder inmitten touristischer Hochburgen, wie Alberobello mit den Trullis

oder Polignano a Mare, mit seiner pittoresken Altstadt- wir waren beeindruckt!

Zweitens hat uns das meiste positiv ├╝berrascht. Bisher war uns die Gegend rund um Bari weitestgehend unbekannt. Bari war in unseren K├Âpfen eine Industriemetropole und damit au├čer in gesch├Ąftlicher Hinsicht keine Reise wert. Nachdem wir nun mit unserem doch recht schwerf├Ąlligen „W├╝rstel stand“ viele Stra├čenkilometer das Hinterland bereist haben, wissen wir es besser. Nicht nur die Sch├Ânheit der Steilk├╝sten, sondern auch die abenteuerlichen Hochalpenstra├čen, ges├Ąumt von saftig gr├╝nen Wiesen, auf denen kalkwei├č- farbene K├╝he mit elegant geschwungenen H├Ârnern, uns aus gro├čen dunklen Augen, verwundert ansahen, haben es uns angetan.

W├Ąhrend der gesamten einst├╝ndigen Fahrt, ├╝ber abenteuerlich schmale und kurvigen Stra├čen, begegnete uns kein einziges Fahrzeug. Schlagl├Âcher, steil abfallende Stra├čenr├Ąnder und Haarnadel- Kurven, die ohne Servolenkung selbst f├╝r einen heldenhaften Mann, wie den meinen, nur sehr m├╝hsam zu bew├Ąltigen waren, zogen sich Kilometerweit dahin. Wir f├╝hlten uns, wie auf der Gro├čglockner Hochalpenstra├če, f├╝r Arme.

Und schlie├člich drittens; konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, das mein Held diese Herausforderungen doch sehr genossen hat ÔÇŽ
Und ich? Nat├╝rlich auch!

Ciao Puglia, Salve Calabria!

W├Ąhrend mein Techniker einen tiefen Blick in den Krater des Vesuvio wirft, melde ich mich vom Fu├če desselben, aus dem W├╝rstelstand in Pompeji. Elf Tage sind wir nun schon unterwegs und haben dabei stramme 2.200 KM zur├╝ckgelegt. Das hat uns ganz sch├Ân geschlaucht. Selbst mein Berufsjugendlicher zeigte Ans├Ątze von Schw├Ąche. Immerhin sa├č er w├Ąhrend der gesamten Strecke, selbst am Steuer. Aber nun N├Ąheres zu weiteren Stationen der Reise. Polignano die Mare, eine Flaniermeile s├╝dlich von Bari, wollen wir unbedingt wegen seiner pittoresken Sch├Ânheit und eines ber├╝hmten Restaurants, das meinen Geburtstag kr├Ânen sollte, besuchen. Leider, oder wie sich sp├Ąter herausstellt, gl├╝cklicher- weise, kommt der Restaurantbesuch nicht zustande. Polignano ist zwar h├╝bsch anzusehen, aber touristisch, wie alle popul├Ąren Orte dieser Welt, v├Âllig ├╝berlaufen. Aber sind wir nicht selbst ein Teil dieser Massen?

Als wir nach einem Rundgang durch die malerischen Gassen des Ortes zum Womo zur├╝ckkehren, macht uns ein freundlicher Italiener darauf aufmerksam, dass der Tankdeckel fehlt. Erst sind wir fassungslos und f├╝rchten schon Opfer eines mafi├Âsen Anschlags geworden zu sein. Dann aber, als wir einen provisorischen Verschluss mittels Tape basteln, w├Ąchst der Verdacht, dass der Deckel an der letzten Tankstelle einfach liegen geblieben ist. Die darauffolgende Nacht verbringen wir an einem Campingplatz in Monopoli und probieren neue Tankverschl├╝sse aus. Und siehe da, der Schraubverschluss eines Wasserkanisters passt.
Landschaftlich ist der Platz zwar recht nett und direkt am Meer, aber die sanit├Ąren Anlagen sind ungepflegt und schmutzig.

Am fr├╝hen Abend dr├Âhnen die B├Ąsse aus den Lautsprechern einer nahen Strandbar. Wir fl├╝chten und fahren mit den R├Ądern die sechs Kilometer in den Hafen von Monopoli. Mein Mann w├Ąhlt gleich das erste Lokal mit Meerblick und ich mache meine erste Erfahrung mit rohem Fisch. Nach nur einem Bissen geh├Ârt die Vorspeise meinem Liebsten alleine. Der Rest des Essens ist ganz okay. Gegen Mitternacht radeln wir mit vollen B├Ąuchen nach Hause. Die Nacht ist k├╝hl, der Schlaf tief. Am n├Ąchsten Morgen unter der Dusche; das v├Âllig unbrauchbare Kartensystem zum Aufheizen des Wassers funktioniert nicht. Als ich bei 12 Grad Au├čentemperatur eiskalt dusche, wei├č ich wieder, warum ich Campen hasse. Ein paar schwarze, sechsbeinige Duschbewohner krabbeln am Abfluss um ihr Leben, w├Ąhrend ich darauf bedacht bin, die klebrigen Fliesen nicht zu ber├╝hren. Die kleinen schwarzen Sechsbeiner gewinnen ihren Kampf, ich verliere meinen gegen das eiskalte Wasser. Kurz darauf sitze ich wahrlich erfrischt am Fr├╝hst├╝ckstisch. Die Sonne scheint aber ohne Sportlerpelzjacke sprich Fleece- gehts trotzdem nicht, den die Meeresbrise ist ebenfalls ├äUSSERST erfrischend. Wenig sp├Ąter machen wir uns auf den Weg nach Gallipoli, dem letzten Stopp in Apulien. Und siehe da …Kontrastprogramm! Gepflegter Platz, mit hotel├Ąhnlichem Ambiente, Pool, Bar, Restaurant und Weinverkostung aus eigenem Anbau. Wir zahlen sechs Euro weniger als in „Siffikus“, hei├čes Wasser inbegriffen. Wir bleiben zwei Tage. Die Erholung tut uns gut.

Mein Geburtstagsessen findet in einer gem├╝tlichen Osteria in Gallipoli statt. Da mein Feinschmecker- Freund mich ├╝ber das „Touristen- Abzocker Lokal in , mit dem Luxus- Ambiente in Polignano die Mare informiert hat, bin ich froh hier meinen Geburtstag zu feiern. Leider ist das Steak meines Mannes zu trocken, was den sch├Ânen Abend etwas tr├╝bt. Das italienische Essen ist bisher insgesamt eher entt├Ąuschend. Schade!

Daf├╝r ist der n├Ąchste Tag Entspannung pur und wir schaffen es tats├Ąchlich NICHTS zu tun. Am ersten Mai wirds wieder anstrengend, denn wir fahren ├╝ber das Hinterland nach Pompeji. Das sind ├╝ber 400 KM, mit einem Zwischenstopp in Potenza. Wir w├Ąhlen Potenza, weil im Reisef├╝hrer ein interessantes Rolltreppen System beschrieben ist. Das zweitgr├Â├čte der Welt- nach Japan. Das macht uns neugierig.

Die Reise nach Potenza f├╝hrt uns durch wunderbare H├╝gellandschaften voll sattem gr├╝n. ├ťberall am Stra├čenrand leuchtet der rote Mohn inmitten pr├Ąchtiger gelber und wei├čen Blumen. Da Staatsfeiertag ist, f├╝rchten wir, in gr├Âbere Maifeiern zu geraten. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Die 70.000 Einwohner z├Ąhlende Stadt Potenza ist wie ausgestorben! Es ist 15:00 Uhr und wir sehen innerhalb einer Stunde genau zwei Menschen. Eine etwas angetrunkene Frau, die wir nach dem Weg fragen und einen n├╝chternen sehr adretten Pensionisten, bei dem wir uns erkundigen, wo den die Potenzier geblieben sind. „Die sind alle zu HauseÔÇť, meint er. ÔÇ×Heute tut niemand etwas. Es ist schlie├člich erster Mai!“
Aha.

Ein paar Minuten sp├Ąter, am Hauptplatz, tut sich dann doch etwas. Das italienische Fernsehen RAI filmt. Wir sehen neben dem Fernsehteam aber nur einen kleinen, rundlichen Mann in einem gestreiften Shirt, der irgendetwas von einem Blatt abliest. Neben ihm steht ein blitzblanker, mit Flaggen dekorierter Oldtimer. Eine einsame Mai-Kundgebung? Das Fernsehteam kl├Ąrt uns auf. Es handelt sich bei dem Mann um den gr├Â├čten Fan der lokalen Fu├čballmannschaft.

Aha.
Und weil wir die einzige Touristen sind, werden wir mangels Italienischkenntnissen in Englisch interviewt. Ob wir den Potenza liken? Yes, but viel haben wir nicht gesehen, vor allem keine Menschen. Aber es gibt ja die tollen Scalamobiles und angeblich eine historische Altstadt, but where? Wir haben die Rolltreppen dann doch noch gefunden und zwei Kirchen. Rolltreppen gibt es ├╝brigens drei an der Zahl. Alle f├╝hren vom Fu├če des Berges nach oben in das Zentrum der Stadt. Obwohl- viel gibt es hier nicht zu sehen. Zu viele Erdbeben. Da bleibt nicht viel ├╝brig. Die l├Ąngste Rolltreppe von den dreien ist 1,6 Kilometer lang. Wir sind na ja- beeindruckt ÔÇŽ
Nun aber nichts wie weg, an den Golf von Neapel. Wir sind schon gespannt auf Pompeji und Neapel.

Pompeji und Neapel

Spruch zum Tag; Menschenmassen vor den Kassen. Wir reihen uns ein. Denn Pompeji, das muss sein!

Schon im Geschichtsunterricht faszinierte mich dieser Ort. Das Buch „die letzten Tage von Pompeji“ habe ich verschlungen. Im gl├Ąsernen Pavillon am Haupteingang der Neustadt Pompeji sind sie ausgestellt. Die Gipsabdr├╝cke der Opfer des Vulkanausbruches am 24. August 79 n. Chr. Gruselig und ein wenig bedr├╝ckend wirken die Momentaufnahmen derer, die die Vorzeichen des Ausbruchs in den Wind geschrieben haben und geblieben sind. Sie wollten sich von Besitz nicht trennen- eine Entscheidung mit fatalem Ausgang.

Als wir das imposante Portal der Arena betreten, f├╝hle ich mich in die Antike zur├╝ckversetzt. Sehe bewaffnete Gladiatoren mit ihren Streitw├Ągen, h├Âre hungrige, wilde Tiere br├╝llen und vernehme die Laute sensationsl├╝sterner Menschen, die von den Trib├╝nenpl├Ątzen johlen. Zuletzt hat man hier 1972 „Pink Floyd“ zugejubelt, die in der Arena ein Konzert gegeben haben. Es wurde sogar ein Film dar├╝ber gedreht. „Pink Floyd in Pompeji“. In den G├Ąngen, von wo aus die Gladiatoren in die Arena schritten, t├Ânt heute ihre Musik. Finde ich irgendwie unpassend und st├Ârt mein Kopfkino, aber was solls. Das Gel├Ąnde ist riesig. Man ben├Âtigt mindestens einen Tag, um ALLES zu sehen.

Ohne Karte verirrt man sich schnell oder wandert im Kreis. Durch mehrere Eingangsportale werden j├Ąhrlich 3,4 Millionen Menschen in die Ruinenstadt geschleust. Dabei sind die Ausgrabungen erst zu zwei Drittel abgeschlossen. ├ťberall trifft man auf Arbeiter in abgesperrten Arealen. Einige Villen der wohlhabenden Pompejaner sind noch sehr gut erhalten. Am meisten am├╝sieren wir uns ├╝ber die Tatsache, dass es schon damals Poller gab! Die Stra├čen waren so angelegt, dass sie nur von Fuhrwerken mit einem genormten Radabstand befahren werden konnten. Wer der Norm nicht entsprach, musste auf passende Fuhrwerke umladen. Es g├Ąbe noch so viel ├╝ber Pompeji zu erz├Ąhlen, aber am besten seht ihr es euch selbst einmal an. Es lohnt sich!

Neapel

Wir waren nicht sicher, ob wir der Dame am Campingplatz „Spartakus“ glauben sollten. Als wir andeuteten, mit dem W├╝rstelstand nach Neapel fahren zu wollen, schlug sie die H├Ąnde ├╝ber den Kopf zusammen. Das sei viel zu gef├Ąhrlich, schon alleine wegen des Verkehrs. Viel besser w├Ąre es, wir w├╝rden den Zug nehmen, der fu├čl├Ąufig in nur zehn Minuten zu erreichen sei. Nach dieser Ansage bemerke ich ein vertrautes Aufflackern in den Augen meines Helden. Dies wiederum bedeutet, Mann, sp├╝rt eine Herausforderung! Was bei Frau wiederum eine g├Ąnzlich andere Reaktion ausl├Âst. Er wird doch nicht …“Pah, h├Âre ich ihn auch schon sagen, das schaffe ich mit links“ Daraufhin setze ich meinen leidendsten Blick auf in der Hoffnung, ihn umzustimmen. Immer gelingt das nicht, aber nach 12 Stunden Zitterpartie vernehme ich erleichtert; „Ok, vielleicht ist der Zug doch die bessere L├Âsung“. Wer wie ich, diesen Mann sehr gut kennt und wei├č wie sehr er ├ľffis hasst, darf diese Aussage als reinen Gl├╝cksmoment werten. Mir f├Ąllt ein Stein von Herzen!

Nach einer halbst├╝ndigen Rumpeltour im heillos ├╝berf├╝llten Zug steigen wir im Zentrum an der Station Garibaldi aus. ├ťber ein riesiges, modern gestaltetes Shopping Areal geht es ├╝ber die Piazza Garibaldi durch die verschlungenen Gassen zu unserem Ziel, dem arch├Ąologischen Museum. Tante Google bringt uns nach 30 Minuten Fu├čmarsch punktgenau hin. Wieder Menschenmassen, vor allem Schulklassen. Wieder anstellen. Leider schaffen wir es nicht, alles zu sehen, denn unser Zeitplan ist eng. Zur├╝ck laufen wir ohne Frau Google, denn einen Weg, den ich einmal gegangen bin, merke ich mir f├╝r immer. Da staunt sogar mein Held! Der Weg durch Neapel ist spannend, die H├Ąuser sind verkommen, die Gassen verdreckt. Der Verkehr ist tats├Ąchlich m├Ârderisch. Die Luft ist erf├╝llt von Verkehrsl├Ąrm, Gehupe und Geschrei. Unz├Ąhlige winzige L├Ąden bieten alles und sind die Lebensgrundlage vieler Neapolitaner. Von Obst, Gem├╝se, Haushaltswaren und Bekleidung bis hin zu einer finsteren Schmiede, in der Eisen kunstvoll gebogen wird. Aus einem Fenster im ersten Stock br├╝llt ein Neapolitaner einen Touristen an, der den mit Plastikblumen ├╝bers├Ąten Balkon fotografieren will. Er wettert so lange, bis der verschrecken Mann verschwindet.

Diese Stadt mit knapp einer Million Einwohner ist ein eigener Kosmos mit eigenen Regeln. Pulsierend, laut, verwinkelt, dreckig und ├╝bers├Ąt mit Baustellen. Gerade das macht sie f├╝r mich faszinierend. Manchmal schien es mir, als w├╝rde jeden Moment Sofia Loren aus einem alten Film kokett in einem der G├Ąsschen erscheinen. Mein Mann w├Ąre mit Sicherheit hingerissen gewesen … Ich kann nur wie Karl Farkas sagen; schauen sie sich das an …“

F├╝r uns war hier der Wendepunkt der Reise. Es war spannend und interessant und wir werden eine ├Ąhnliche Tour vielleicht noch einmal machen. Aber man wei├č ja-eine zweite Reise ist niemals wie die Erste ÔÇŽ

DIE ROUTE

FINE

Link zur Europareise 2018

Vom Mai bis Juli 2018 waren wir mit unserem Wohnmobil an Europas K├╝sten unterwegs. Da ich auf Blogger nicht mehr schreibe, hier der Link: Vielleicht ist etwas f├╝r euch dabei.

LINK: https://lobomobil.blogspot.com

W├╝rstelstand’s zweimonatige Europareise-Campingpl├Ątze

In meinem ersten Eifer habe ich sofort den ADAC F├╝hrer f├╝r S├╝deuropa und Deutschland erworben. Leider entpuppte sich dies als Fehlinvestition. Es gibt viel sch├Ânere Campingpl├Ątze und ACSI, bei dem wir leider nicht Mitglied waren, hat viel mehr Auswahl und es gibt f├╝r Mitglieder fast ├╝berall Rabatt. Am besten ging es uns aber mit der Auswahl ├╝ber Google. Zwar verwirren widerspr├╝chliche Rezensionen manchmal, aber insgesamt hat es immer gepasst.

Ab Mitte Juni wurde es etwas enger auf den Pl├Ątzen, aber wir haben bis auf ein Mal immer was bekommen. Anrufen hilft, aber nur wenige reservieren. Der allerbeste Campingplatz ever war mit Abstand Yello Village- (Siehe Bordeaux-Lacanau). In der Vorsaison kann man hier um 15 Euro die tollsten und auch ruhigsten Pl├Ątzchen belegen. Das Areal ist riesig und f├╝r jeden ist in diesem Feriencamp etwas dabei. Der nahe Strand war einfach traumhaft und die Atlantikwelle einfach sensationell! ├ťberhaupt ist Frankreich ein ganz tolles Reiseland f├╝r Camper!

Frei stehen gefiel uns auch und wir haben das drei Mal gemacht, aber Duschen und sanit├Ąre Anlagen gefallen uns besser als Katzenw├Ąsche und st├Ąndiges „nachgie├čen“. Die Kokolores“ kann man auch artgerecht entsorgen und ein bisschen zu unsicher ist uns das freistehen auch. Selten waren die Sanit├Ąranlagen „Grotte“ aber manchmal doch. Da hilft dann nur Augen zu und darauf achten, dass man keine W├Ąnde ber├╝hrt. Im Gro├čen und Ganzen hats gepasst!

Einen bis maximal vier Tage waren wir an einem Stellplatz und ich muss sagen, das reichte auch v├Âllig, f├╝r meinen Geschmack…
Dauercampen w├Ąre mir zu fad!

­čŤú´ŞĆ­čÜÄ­čŤú´ŞĆ­čÜÄ­čŤú´ŞĆ­čÜÄ­čŤú´ŞĆ­čÜÄ­čŤú´ŞĆ

10 Comments on “W├ťRSTELSTANDS ­čÜî Reisen

  1. wie sch├Ân wieder einmal von Reisen zu lesen ­čÖé Fr├╝her ­čśë war ich auch viel unterwegs mit Wohnmobil, Wohnwagen, Flugzeug und Mietwagen in der Reihenfolge ­čÖé War/bin ausgesprochener Griechenlandfan
    Liebe Gr├╝├če
    Karl

    Gef├Ąllt mir

    • Freut mich, dass Du in meinem Blog gelesen hast. Heuer ist mit unserem Schiff ein Griechenland- T├Ârn geplant. Mal sehen. Dir einen sch├Ânen Tag und liebe Gr├╝├če aus Salzburg­čî×

      Gef├Ąllt mir

  2. herrlich! Obwohl, da ja „nur“ vermutlich Inseln im Fokus sein werden ­čÖé Ich finde das Festland interessanter, aber nat├╝rlich haben auch die Inseln ihren Reiz ­čśë
    ╬║╬▒╬╗╬┐ ¤ä╬▒╬Â╬╣╬┤╬╣ ­čÖé
    lg
    karl

    Gef├Ąllt mir

  3. Wir fahren seit vielen Jahren mit dem WOMO kreuz und quer durch Europa . Meistens zieht es uns aber nach Nordeuropa. Campingpl├Ątze nutzen wir dabei recht selten , wir nutzen meistens Wohnmobilstellpl├Ątze. Nchweise daf├╝r gibt es reichlich im Internet. Dein Reisebericht finde ich total spannend. Deine Fotos sind aussagekr├Ąftige Bilder einer ganz tollen Reise.
    LG Werner

    Gef├Ąllt 1 Person

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