Als ich 1997 von der Weltumsegelung zurückkam, beschlossen mein damaligen Partner und ich unser Schiffchen zu behalten. Wir verfrachteten es an den Attersee, wo es einige Jahre an einer Boje der österreichischen Bundesforste hing. Der Partner ging, das Schiff blieb. Ich stürzte mich in die Arbeit. Zum Segeln blieb kaum Zeit. Das Schiff ging zurück an meinen Partner. Dieser wiederum verkaufte es an einen Segler am Mondsee. Damit schien dieses Kapitel endgültig abgeschlossen.
Zwanzig Jahre später; ich begann, an meinem Buch zu arbeiten. Erinnerungen wurden wach.
Ich fragte mich, was aus dem Schiff geworden war und begann zu recherchieren. Mein ehemaliger Partner kannte lediglich den Namen des Käufers. Er hieß Günther Wamser. Ein Abenteurer, der keinerlei Ahnung vom Segeln hatte und gemeinsam mit seiner Frau Reisen mit Pferden unternahm.
Ich kontaktierte ihn über seine Homepage. Keine Antwort. Ich versuchte es über die sozialen Medien. Keine Antwort.
Plötzlich eines Tages meldete er sich. Er erzählte, dass er auf der Tiburon II über den Atlantik gesegelt war und sie in Panama nach Honduras verkauft hatte. Segeln war nichts für ihn. Seine Frau ist erst gar nicht mit gesegelt. Günther war permanent seekrank. Trotzdem hatte er es versucht.
Seine Schilderungen ließen mich etwas wehmütig zurück. Aber vorbei ist vorbei.
Mein Wunsch ist es, dass das Schiff nach über 50 Jahren treuer Dienste nicht irgendwo jämmerlich verrottet.
Aber falls doch, hat es seinen Zweck erfüllt und uns alle unversehrt über die Meere gebracht.


PS: In der im Text verlinkte Seite Günther Wamsers findet ihr sein Abenteuer mit unserem Weltumsegelungsschiff.
Fast sieht es aus, als wollten die Wolken die Gipfel vor dem Angriff der feindlichen Armada von rechts oben beschützen. Die Aufnahme entstand beim gestrigen Spaziergang von Puch nach Oberalm.

Der Winter hält uns endlich in seinen eisigen Armen. Endlich? Ja. Denn so muss Winter sein! Zumindest für mich. Richtige Kälte gab es im Dezember kaum. Nun pendeln sich die Temperaturen bei minus zwei Grad ein und die Luft fühlt sich frisch und sauber an. Im Wintergarten beschützt ein Frostwächter unsere Sträucher. Auch die Palme haben wir längst hereingeschleppt. Wenn es kühl ist, fühlen sich die Sträucher wohler, als wenn die Sonne den Garten aufheizt und die lästigen Blattläuse zum Leben erweckt. Der klebrige Honigtau überzieht dann nicht nur die Blätter, sondern auch Teile des Bodens. Im milden Dezember waren einige Pflanzen von den Winzlingen befallen. Momentan ist Ruhe. Alle sind wieder wohlauf.
So wie wir.
Allen einen schönen Sonntag 🌞




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