Rindviecher jubeln- Lösung in Sicht (Poetry- Slamassel die Zweite)

Nanu, was hab ich da gehört, was sind den das für Sachen-

Rindviecher- News im Radio, das brachte mich zum Lachen.

Es gibt jetzt für das Futter dieser Tiere ein Verfahren,

um uns vor ihren Umwelt- Gasen künftig zu bewahren.

Die Lösung klingt vernünftig und ist vielleicht auch schlau,

bei Wissenschaft von heute, weiß man das nie genau.

Ist es eine Finte bloß, kann man es wirklich glauben,

oder wird es irgendwann, in Schubladen verstauben?

Sie sagen Algen wären gut, dann wär alles in Butter,

man nimmt das grüne Meereszeug und mischt es in das Futter.

Die Fürze wären dann für uns- ein kleines Übel nur,

Methan entfleucht sehr reduziert, ist nur mehr eine Spur.

Nachhaltigkeit das wissen wir, ist eine große Tugend

Denn Algen wachsen in Kultur, das freut auch unsre Jugend.

Jetzt schaun mer mal, was noch passiert, in diese neuen Richtung-

Und ob es auch die Wahrheit ist und nicht bloß wieder Dichtung!

Vor zwei Tagen; Pompeji und Neapel

Spruch zum Tag; Menschenmassen vor den Kassen. Wir reihen uns ein. Denn Pompeji, das muss sein!

…an der Kasse. Schulklassen ohne Ende.

Schon im Geschichtsunterricht faszinierte mich dieser Ort. Das Buch „die letzten Tage von Pompeji“ habe ich verschlungen. Im gläsernen Pavillon am Haupteingang der Neustadt Pompei, sind sie ausgestellt. Die Gipsabdrücke der Opfer des Vulkanausbruches am 24. August 79n.Chr. Gruselig und ein wenig bedrückend wirken die Momentaufnahmen derer, die die Vorzeichen des Ausbruchs in den Wind geschrieben haben und geblieben sind. Sie wollten sich von Besitz nicht trennen- eine Entscheidung mit fatalem Ausgang.

Als wir das imposante Portal der Arena betreten, fühle ich mich in die Antike zurück versetzt. Sehe bewaffnete Gladiatoren mit ihren Streitwägen, höre hungrige, wilde Tiere brüllen und vernehme die Laute sensationslüsterner Menschen, die von den Tribünenplätzen johlen. Zuletzt hat man hier 1972 „Pink Floyd“ zugejubelt, die in der Arena ein Konzert gegeben haben. Es wurde sogar ein Film darüber gedreht. „Pink Floyd in Pompeji“. In den Gängen, von wo aus die Gladiatoren in die Arena schritten, tönt heute ihre Musik. Finde ich irgendwie unpassend und stört mein Kopfkino, aber was soll’s.

Das Gelände ist riesig. Man benötigt mindestens einen Tag, um ALLES zu sehen. Ohne Karte verirrt man sich schnell oder wandert im Kreis. Durch mehrere Eingangsportale werden jährlich 3,4 Millionen Menschen in die Ruinenstadt geschleust. Dabei sind die Ausgrabungen erst zu zwei Drittel abgeschlossen. Überall trifft man auf Arbeiter in abgesperrten Arealen.

Einige Villen der wohlhabenden Pompeijaner sind noch sehr gut erhalten.

Über ein Bad wie dieses, verfügte nur die „Upper Class“

Am Meisten amüsieren wir uns über die Tatsache, dass es schon damals Poller gab!

Die Straßen waren so angelegt, dass sie nur von Fuhrwerken mit einem genormten Radabstand befahren werden konnten. Wer der Norm nicht entsprach, musste auf passende Fuhrwrke umladen.

Ein Traumtag in den Gassen von Pompeji
Die Original Wandfarben sind nach 2000 Jahren! noch erhalten😮

Es gäbe noch so viel über Pompeji zu erzählen, aber am besten seht ihr es euch selbst einmal an. Es lohnt sich!😊

Rosengarten in der Villa des Fauns
Eine Replika des Fauns. Das Original steht im Museum in Neapel

Napoli

Wir waren nicht sicher, ob wir der Dame am Campingplatz „Spartacus“ glauben sollten. Als wir andeuteten, mit dem Würstelstand nach Neapel fahren zu wollen, schlug sie die Hände über den Kopf zusammen. Das sei viel zu gefährlich, schon alleine wegen des Verkehrs. Viel besser wäre es, wir nämen den Zug der fußläufig in nur zehn Minuten zu erreichen sei. Nach dieser Ansage, bemerke ich ein vertrautes Aufflackern in den Augen meines Helden. Dies wiederum bedeutet, Mann, spürt eine Herausforderung! Was bei Frau wiederum, eine gänzlich andere Reaktion auslöst. Er wird doch nicht…“Pah, höre ich ihn auch schon sagen, das schaffe ich mit links“ Daraufhin setze ich meinen leidensten Blick auf, in der Hoffnung, ihn umzustimmen. Immer gelingt das nicht, aber nach 12 Stunden Zitterpartie vernehme ich erleichtert; „Ok, vielleicht ist der Zug doch die bessere Lösung“. Wer wie ich, diesen Mann sehr gut kennt und weiß wie sehr er Öffis hasst, darf diese Aussage als reinen Glücksmoment werten. Mir fällt ein Stein von Herzen!😅

Nach einer halbstündigen Rumpel- Tour im heillos überfüllten Zug, steigen wir im Zentrum an der Station Garibaldi aus.

Alle wollen nach Napoli

Über ein riesiges, modern gestaltetes Shopping Areal, geht es über die Piazza Garibaldi durch die verschlungenen Gassen zu unserem Ziel, dem Archäologischen Museum. Tante Google bringt uns nach 30 Minuten Fussmarsch punktgenau hin. Wieder Menschenmassen, vor allem Schulklassen. Wieder anstellen. Leider schaffen wir es nicht, alles zu sehen, denn unser Zeitplan ist eng.

Antike Emanze auch Amazone genannt
Das sind keine Brüste, sondern Hoden

Zurück laufen wir ohne Frau Google, denn einen Weg, den ich einmal gegangen bin, merke ich mir für immer. Da staunt sogar mein Held!

Einer der hübscheren Läden

Der Weg durch Neapel ist spannend, die Häuser sind verkommen, die Gassen verdreckt. Der Verkehr ist tatsächlich mörderisch. Die Luft ist erfüllt von Verkehrslärm, Gehupe und Geschrei.

Unzählige, winzige Läden bieten alles und sind die Lebensgrundlage vieler Neapolitaner. Von Obst, Gemüse, Haushaltswaren und Bekleidung bis hin zu einer finsteren Schmiede in der Eisen kunstvoll gebogen wird. Aus einem Fenster im ersten Stock brüllt ein Neapoletaner einen Touristen an, der den mit Plastikblumen übersähten Balkon fotografieren will. Er wettert solange, bis der verschrecken Mann verschwindet.

Diese Stadt mit knapp einer Million Einwohner ist ein eigener Kosmos mit eigenen Regeln. Pulsierend, laut, verwinkelt, dreckig und übersät mit Baustellen. Gerade das macht sie für mich faszinierend. Manchmal schien es mir, als würde jeden Moment Sofia Loren aus einem alten Film, kokett in einem der Gässchen erscheinen. Mein Mann wäre mit Sicherheit hingerissen gewesen …

Ich kann nur wieder sagen; „Schaun‘ sie sich das an …“

Garibaldi

Ciao Puglia, Salve Calabria!

Während mein H&G einen tiefen Blick in den Krater des Vesuvio wirft, melde ich mich, vom Fuße desselben, aus dem Würstelstand in Pompeji.

Elf Tage sind wir nun schon unterwegs und haben dabei stramme 2.200 KM zurück gelegt. Das hat uns ganz schön geschlaucht. Selbst mein „Berufsjugendlicher“
zeigte Ansätze von Schwäche. Immerhin saß er während der gesamten Strecke, selbst am Steuer.

Aber nun näheres zu weiteren Stationen der Reise. Polignano die Mare, eine Flaniermeile südlich von Bari, wollen wir unbedingt wegen seiner pitoresken Schönheit und eines berühmten Restaurants, das meinen Geburtstag krönen sollte, besuchen. Leider, oder wie sich später herausstellt, glücklicher- weise, kommt der Restaurant- Besuch nicht zustande. Polignano ist zwar hübsch anzusehen, aber touristisch, wie alle populären Orte dieser Welt, völlig überlaufen. Aber sind wir nicht selbst ein Teil dieser Massen?

Als wir nach einem Rundgang durch die malerischen Gassen des Ortes zum Womo zurück kehren, macht uns ein freundlicher Italiener darauf aufmerksam, dass der Tankdeckel fehlt. Erst sind wir fassungslos und fürchten schon Opfer eines mafiösen Anschlags geworden zu sein. Dann aber, als wir einen provisorischen Verschluss mittels Tape basteln, wächst der Verdacht, dass der Deckel an der letzten Tankstelle einfach liegen geblieben ist.

Die darauffolgende Nacht verbringen wir an einem Campingplatz in Monopoli und probieren neue Tankverschlüsse aus. Und siehe da, der Schraubverschluss eines Wasserkanisters passt.👏

Landschaftlich ist der Platz zwar recht nett und direkt am Meer, aber die sanitären Anlagen sind ungepflegt und schmutzig.

Am frühen Abend dröhnen die Bässe aus den Lautsprechern einer nahen Strandbar. Wir flüchten und fahren mit den Rädern die sechs Kilometer in den Hafen von Monopoli.

Mein Mann wählt gleich das erste Lokal mit Meerblick und ich mache meine erste Erfahrung mit rohem Fisch. Nach nur einem Bissen, gehört die Vorspeise meinem Liebsten alleine. Der Rest des Essens ist ganz okay. Gegen Mitternacht radeln wir mit vollen Bäuchen nach Hause. Die Nacht ist kühl, der Schlaf tief.

Am nächsten Morgen unter der Dusche; Das völlig unbrauchbare Karten- System zum Aufheizen des Wassers funktioniert nicht. Als ich bei 12 Grad Außentemperatur, eiskalt dusche, weiß ich wieder, warum ich Campen hasse. Ein paar schwarze, sechsbeinige Duschbewohner krabbeln am Abfluss um ihr Leben, während ich darauf bedacht bin, die klebrigen Fliesen nicht zu berühren. Die kleinen schwarzen Sechsbeiner gewinnen ihren Kampf, ich verliere meinen, gegen das eiskalte Wasser.

Kurz darauf sitze ich wahrlich erfrischt am Frühstückstisch. Die ☀️ scheint, aber ohne Sportler- Pelzjäckchen geht’s trotzdem nicht, den die Meeresbrise ist ebenfalls ÄUSSERST erfrischend.

Wenig später machen wir uns auf den Weg nach Gallipoli, dem letzten Stopp in Apulien. Und siehe da …Kontrastprogramm! Gepflegter Platz, mit hotelähnlichem Ambiente, Pool, Bar, Restaurant und Weinverkostung aus eigenem Anbau. Wir zahlen sechs Euro weniger, als in „Siffikus“, heißes Wasser inbegriffen. Wir bleiben zwei Tage. Die Erholung tut uns gut.

Mein Geburtstagsessen findet in einer gemütlichen Osteria in Gallipoli statt. Da mein Feinschmecker- Freund mich über das „Touristen- Abzocker Lokal in , mit dem Luxus- Ambiente in Polignano die Mare informiert hat, bin ich froh hier meinen Geburtstag zu feiern. Leider ist das Steak meines Mannes zu trocken, was den schönen Abend etwas trübt. Das italienische Essen ist bisher insgesamt eher enttäuschend. Schade!

Dafür ist der nächste Tag Entspannung pur😴 und wir schaffen es tatsächlich NICHTS zu tun🍹.

Am ersten Mai wirds wieder anstrengend, denn wir fahren über das Hinterland nach Pompeji. Das sind über 400 KM, mit einem Zwischenstopp in Potenza. Wir wählen Potenza, weil im Reiseführer ein interessantes Rolltreppen System beschrieben ist. Das zweitgrößte der Welt- nach Japan. Das macht uns neugierig.

Die Reise nach Potenza führt uns durch wunderbare Hügellandschaften voll sattem grün. Überall am Straßenrand leuchtet der rote Mohn inmitten prächtiger gelber und weißen Blumen.

Da Staatsfeiertag ist, fürchten wir, in gröbere Maifeiern zu geraten. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Die 70.000 Einwohner zählende Stadt Potenza ist wie ausgestorben! Es ist 15:00 Uhr und wir sehen innerhalb einer Stunde genau zwei Menschen. Eine etwas angetrunkene Frau, die wir nach dem Weg fragen und einen nüchternen sehr adretten Pensionisten, bei dem wir uns erkundigen, wo den die Potenzer geblieben sind. „Die sind alle zu Hause, meint er, Heute tut niemand etwas. Es ist erster Mai!“ Aha.

Ein paar Minuten später, am Hauptplatz, tut sich dann doch etwas. Das italienische Fernsehen RAI filmt. Wir sehen neben dem Fernsehteam aber nur einen kleinen, rundlichen Mann, in einem gestreiften Shirt, der irgend etwas von einem Blatt abliest. Neben ihm steht ein blitzblanker, mit Flagen dekorierter Oldtimer.

Eine einsame Mai- Kundgebung? Das Fernsehteam klärt uns auf. Es handelt sich bei dem Mann um den größten Fan, der lokalen Fußballmannschaft. Aha.

Und weil wir die einzige Touristen sind, werden wir, mangels italienisch- Kenntnissen, in Englisch interviewt. Ob wir den Potenza liken? Yes, but viel haben wir nicht gesehen, vor allem keine Menschen …aber es gibt ja die tollen Scala Mobiles und angeblich eine historische Altstadt, but where?

Wir haben die Rolltreppen dann doch noch gefunden und zwei Kirchen. Rolltreppen gibt es drei. Alle führen vom Fuße des Berges, nach oben in das Zentrum der Stadt. Obwohl- viel gibt es hier nicht zu sehen. Zu viele Erdbeben. Da bleibt halt nicht viel übrig.

Die längste Rolltreppe von den dreien, ist 1,6 Kilometer lang.

Diese ist es definitiv nicht🤷

Jetzt aber nichts wie weg, an den Golf von Neapel. Wir sind schon gespannt auf Pompeji und Napoli.

Eure Lo

Apulien- mitten drin …

Mhm, wie drücke ich am besten aus …

Erstens; waren wir überrascht, von der landschaftlichen Vielfalt. Ob am Meer,

oder im Nationalpark Gargano, auf über 1000 Meter,

oder inmitten touristischer Hochburgen, wie Alberabello mit den Trulis,

oder Polignano a Mare, mit seiner pitoresken Altstadt- wir waren beeindruckt!

Zweitens; das Meiste, hat uns positiv überrascht. Bisher war uns die Gegend rund um Bari, weitestgehend unbekannt. Bari, war in unseren Köpfen eine Industriemetropole und damit außer in geschäftlicher Hinsicht, keine Reise wert.

Nachdem wir nun mit unserem doch recht schwerfälligen „Würstel stand“ viele Straßenkilometer das Hinterland bereist haben, wissen wir es besser.

Nicht nur die Schönheit der Steilküsten, sondern auch die abenteuerlichen Hochalpenstraßen, gesäumt von saftig grünen Wiesen, auf denen kalkweiss- farbene Kühe mit elegant geschwungenen Hörnern, uns aus großen dunklen Augen, verwundert ansahen, haben es uns angetan.

Während der gesamten einstündigen Fahrt, über abenteuerlich schmale und kurvigen Straßen, begegnete uns kein einziges Fahrzeug!

Schlaglöcher, steil abfallende Straßenränder und Haarnadel- Kurven, die ohne Servolenkung selbst für einen heldenhaften Mann, wie den meinen, nur sehr mühsam zu bewältigen waren, zogen sich Kilometerweit dahin.

Wir fühlten uns, wie auf der Großglockner Hochalpenstraße, für Arme.

Drittens; konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, das mein Held diese Herausforderungen doch sehr genossen hat …

Und ich? Natürlich auch!

Tag 6- Vieste

Legen einen „jeder macht mal was für sich- Tag“ ein. Bodo radelt nach Vieste/City, ich trödle am Strand vor dem Campingplatz herum.🏖️ Trotz wenig Sonne, ist das bei bei 25 Grad ein entspanntes Vergnügen. Es ist Vorsaison und angenehm ruhig.

Ich entdecke eine Strandbar und bestelle ein Glas Prosecco. Außer Mücken, umschwirrt mich hier niemand. Da ich gerade kein Lust auf Proteine habe, bastle ich ein Schutzhäubchen für mein Glas und schon nach ein paar Schlucken, spüre ich, wie sich wohlige Müdigkeit in mir ausbreitet.

Wo wird mein Mann wohl herum schwirren? Ich gehe jede Wette ein, das er sich verfranzt.🚳 Er hat’s nicht so mit der Orientierung. Wie gut, dass ich davon nichts mitbekomme. So ein „jeder macht mal was für sich Tag“ hat schon was …

Mein Telefon hab ich dabei. Für den Notfall 😉

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