„Mixed Pickles“ Kurzgeschichten die das Leben schreibt …

„Mixed Pickles“ Kurzgeschichten die das Leben schreibt …

Ravenna- San Marino- Loreto- 303 KM

Wir „rasen“ gen Süden. Na ja, rasen ist vielleicht ein wenig übertrieben. Obwohl, 120 schafft unser Würstelstand locker! Was uns treibt? Die Schlechtwetterfront, die sich im Norden manifestiert. Also ab in den Süden 🌤️ Erstes Ziel: Die Republik San Marino. Das Steuerparadies empfängt uns mit Regen und Nebel. Wir parken auf einem der vielen Womo- Parkplätze unter dem Castello. Die Stellplätze verfügen sogar über Stromanschluss. Viele Italiener stehen hier mit ihren Wohnmobilen und bleiben über Nacht. Kommenden Donnerstag, den 25. April (Tag der Befreiung Italiens), ist der höchste Feiertag Italiens. Dieser wird für einen Urlaub genutzt.
Wir bleiben nur ein paar Stunden und wandern, wie die meisten, hinauf zum Castello. Oben angelangt, schlendern wir durch die engen Gassen, gönnen uns ein köstliches Gelati und genießen den wunderbaren Blick auf die saftig grünen Hügel im Tal.

Leider lasse ich mich dazu verleiten, einen Blick in das berühmte, aber abscheuliche Foltermuseum zu werfen. Angewidert, verlasse ich nach wenigen Minuten, die Stätte des Grauens. Was die Handlanger der Kirchenväter während der Inquisition den Ungläubigen und unter ihnen, vor allem den meist unterpriviligierten Frauen, den sogenannten „Hexen“- angetan haben, ist unfassbar grausam. Mich wundert, das viele Eltern ihren Kindern diesen Museumsbesuch antun. „Ach, sagt da zum Beispiel ein deutschsprachiger Vater zu seinem kleinen Sohn, auf die Frage, für was denn das Werkzeug vor ihm sei, jovial; damit hat man den Menschen die Augen ausgestochen…“ und wandert danach den Kleinen im Arm, gelassen zur nächsten „Attraktion“

Nach einem weitaus erfreulichrem Besuch eines Kunst- Museums, wandern wir zurück zum Würstelstand und machen uns auf den Weg zu einem Campingplatz, zirka 50 km südlich von Ancona. Während der Fahrt taucht vor uns auf einem Hügel, die imposante Basilika von Loreto auf. Spontan beschließen wir, das Bauwerk zu besichtigen. Das dies eine gute Idee ist, erkennen wir spätestens beim Betreten der Basilika. Wir haben beide im kirchlichen Bereich, viel gesehen, aber noch nie etwas Schöneres. Der reich verzierte marmorne Schrein, in dem die schwarze Madonna steht, macht uns sprachlos. Die Deckenfresken, die Altäre kurzum, die gesamte bauliche Meisterleistung lässt uns aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Weniger faszinierend finde ich eine junge Frau, die sich auf Knien rutschend und betend um den Schrein schleppt. Sie sieht gar nicht so sündig aus, eher der Welt entrückt …

Der Baumeister, welcher diesen Prachtbau zur Huldigung der Mutter Gottes erdacht hat, ist bis heute unbekannt. Wer auch immer es war- es muss ein genialer Mensch gewesen sein.

Der Hauptaltar
Der Schrein

Müde und hungrig fahren wir anschließend zum Campingplatz „Bella Mare“ in Porto Recanati. Den Stellplatz haben wir über Google gefunden. Diese Variante hat sich schon im Vorjahr bewährt. Der Platz ist riesig, hat hauptsächlich Grasflächen🤸 und ist kaum belegt. Er liegt direkt am Meer. Es ist noch immer sehr kühl und windig. Das Meer ist bewegt und die Brandung rauscht gewaltig an den Strand. Im Restaurant, welches zum Campingplatz gehört, genießen wir die maritime Küche. Es gibt sogar belgisches Bier! Ein perfekter Tagesausklang.🍻

Mit dem „Würstel stand“ nach Apulien- Tag eins: Salzburg/ Lignano 357KM

Entspannter Reisebeginn am Ostersonntag. Die Autobahn kaum befahren. Ich beginne mich langsam zu entspannen😅. Dieses Gefühl endet jäh, am ersten Rastplatz vor Udine. Als ich nach hinten gehe, gibt es eine böse Überraschung.
Alles nass! Das hatten wir doch schon im letzten Jahr 😢 Der Wassertank leckt! Ich wische und fluche. Schei…Womo! Aber nützt ja nichts. Bodo dichtet erst Mal provisorisch ab. Nach einem kurzen aber heftigen Disput fahren wir weiter.

In Lignano treffen wir auf Familie und Freunde. Ich überlege, meine Sachen in das Auto meiner Tochter zu packen und mit ihr wieder ins schöne sonnige Salzburger Land zu fahren. Meinem Mann gefällt diese Idee allerdings weniger und ich lasse mich mal wieder überreden. Kurz darauf steht „Würstelstand“unter einer ausladenden Pinie. Es weht ein frischer Wind aus Ost. Die Stimmung ist ebenfalls frostig.

Freunde laden uns in ihr Ferienhaus ein und wir werden kulinarisch verwöhnt. Bei süffigem Pro Secco diskutieren wir über Gott und die Welt. Bald sieht die Welt wieder freundlicher aus🍷

Die Nacht in der Aprilia Marittima, unter der ausladenden Pinie, verläuft wunderbar ruhig. Ich hole mir noch eine Decke, denn es ist empfindlich kalt. Ich sehe noch nach, ob der Tank noch dicht ist, dann versinke ich in einen tiefen, erholsamen Schlaf…

Lignano/Ravenna

295KM

Auf Grund der Schlechtwetter-Front im Norden Italiens, lassen wir das zweite Reiseziel Chioggia aus und fahren einen Campingplatz nahe Ravenna an. Die Dame am Empfang des Platzes wirkt etwas gestresst, beantwortet aber geduldig alle unsere Fragen.

Direkt vor dem Platz fährt der Bus Nummer 80 in zirka 15 Minuten, um 2,10 Euro, direkt nach Ravenna. Die Bustickets gibt’s praktischer Weise an der Rezeption.

Wir packen uns warm ein, denn es hat auf 14 Grad abgekühlt.😬Der starke Nordwestwind macht die Sache nicht besser. Gleich um die Ecke, nur 5 Minuten zu Fuß, tost die aufgewühlt Adria.

Es ist erst 15:00 Uhr. Der Tag ist noch lang. Wir beschließen das UNESCO Weltkulturerbe Ravenna zu besichtigen. Direkt vom Bahnhof aus, wo der Bus hält, sind wir in fünf Minuten in der Altstadt. Nun ja, was soll ich sagen; viele Baustellen, viele römische Mosaike, viele Marktstände mit billigem Ramsch.

Die wenigen geöffneten Lokale bieten Magen-unfreundliche Convenience Food. Ok, das Gelati ist😋! Etwas enttäuscht verlassen wir diese „einzigartige Schatztruhe- gefüllt mit Kunst, Geschichte und Kultur“, wie das Prospekt die Stadt beschreibt.

Was uns schon während der ganze Fahrt aufgefallen ist; den Italienern geht’s wirtschaftlich nicht gut. Jede zweite Fabrik geschlossen. Vergammelte Vorstädte, viel herum lungerndes „Multi- Kulti- Volk“ Die Italiener haben es nicht leicht, mit der Zuwanderung. Sie haben genug Probleme im eigenen Land.

Wir werden es nicht ändern, also fahren wir morgen nach San Marino, oder wenn das Wetter nicht besser wird, noch weiter in den Süden. Mal seh’n …

Mosaik Kunstschatz
Servietten Kunst meines Mannes.
Preis pro Nacht mit Strom 26 Euro ohne Kurtaxe
Camping Adriano

Paar Blümchen vom Wegesrand…

Endspurt mit Bärlauch

Übermorgen geht es los. Noch schnell eingekauft und in den Wald gesaust um Bärlauch für unser Lieblings Pesto zu pflücken. Und weil ich schon dabei war, habe ich einen Vorrat für die Wintermonate angelegt. Bodo bringt noch schnell unseren „Würstelstand“ auf Vordermann. Typischerweise am allerletzten Abdruck, mit der Bemerkung „Kinder, wie die Zeit vergeht.“ So ist er eben. Alles Lästige und Unerledigte wird nonchalant an mich weitergeleitet, denn ein richtiger Mann beschäftigt sich nicht mit Nebensächlichkeiten.

Da es genug Unerledigtes gibt, bedeutet das für mich; gib Gas! Wir werden in zweieinhalb Wochen über 3000 KM zurücklegen, was ziemlich viel Autofahren und eher weniger Sightseeing bedeutet. Warum wir uns das antun? Keine Ahnung. Fragen sie meinen Mann. Fakt ist, dass wir am 9. Mai in Wien sein müssen, um uns in der Staatsoper, entspannt von der Reise, der Oper „Rigoletto“ hinzugeben. Ich bin mir sicher, wir schaffen das!

Happy Birthday, JOCHEN RINDT – 1942 – 1970

Du bleibst für mich der beste Rennfahrer aller Zeiten und warst gleichzeitig ein unglaublich cooler Typ! Die seelenlosen Roboter von heute, werden Dir niemals das Wasser reichen können!

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Sesam öffne dich …

Jetzt steh ich mit meinem Kummer vielleicht ein bisschen allein da, aber ich muss meinem Unmut Luft machen. Einerseits reist ein bezopftes Mädchen durch Europa und moniert unsere marode Umwelt, andererseits scheint der Verpackungsindustrie nach nichts anderem der Sinn zustehen, als uns Konsumenten, zu ärgern.

Egal was ich kaufe, alles ist verpackt, als würden die verantwortlichen Manager abends am Biertisch sitzen, um angeheitert Brain zu stormen, wie sie uns das Leben schwerer machen können. Wenn ich meine neue Zahnpasta an die Bürste lassen möchte, muss ich vorerst die Folie herunter kletzeln und die hält, wie … Am allerschlimmsten sind die handwerklichen Hilfsmittel verpackt. Nicht nur, dass viele Artikel derartig öffnungssicher eingeschweißt sind, dass man selbst mit einer Schere Probleme hat, an das Objekt der Begierde heranzukommen, nein- man verletzt sich auch noch an den scharfen Hartplastik- Kanten.

Vermutlich deshalb, weil noch immer davon ausgegangen wird, dass nur Männer Handwerken. Ich fordere daher gendergerechte Verpackungen! (Scherz)
Ja ich weiß, vieles muss wohl wegen der Hygiene gut verpackt sein. Das ist ja in Ordnung. Wir leben halt in einer first World- super sauber- Zeit, aber ist es wirklich bei jedem Artikel notwendig? Jetzt werden schon Orangen geschält, um sie dann unter einer Plastikfolie anzubieten. Ist das noch normal?

Sind wir schon zu faul geworden, um eine Orange zu schälen? Oder ist das industrielle Absicht und Manipulation, mit dem Ziel der kollektiven Bequemlichkeit. Ok, das betrifft mich jetzt nicht wirklich, weil ich so etwas Schwachsinniges nicht kaufe, aber die Tatsache, dass die Industrie eine Zielgruppe namens Schälverweigerer ins Leben ruft, macht mich betroffen.

Wie lösen das ältere Menschen? Als inzwischen selbst nicht mehr die Jüngste, frage ich mich, wie machen es jene, mit arthritischen Fingern? Wie bringen sie den Drehverschluss eines Glases auf, wenn es mir schon Mühe bereitet. Kürzlich wollte ich ein Fläschchen mit Zitronensaft öffnen- das schaffte ich nicht. Ich musste meinen Mann bitten, mir zu helfen und selbst er musste sich ganz schön anstrengen. Spannend, wie die Industrie gedenkt, diesen ganzen Verpackungswahnsinn zu lösen.

Bisher sehe ich keine Veränderung. Außer einer Handvoll Läden, in denen man trendy „Zero Waste“ ausleben kann, ändert sich kaum etwas. Ich will aber auch nicht schwere Gläser hin und her schleppen müssen. Und schon sind wir bei folgendem Thema; ja was machst den DU denn dagegen? Ich sage es Euch. Ich bin nicht Industrie. Die aber, macht mir auch nach dem Gebrauch noch jede Menge Arbeit. Nachdem ich mich mit den Verpackungen abgemüht habe, darf ich den ganzen Mist auch noch trennen. Daher mache ich mir immer öfter den Spaß, die Verpackung gleich beim Händler zu entsorgen. In unseren Breiten, wird der Müll wenigstens recycelt, aber auch nur um mir alsbald in Form einer anderen Verpackung abermals das Leben schwer zu machen. Danke Verpackungsindustrie!

Apulien wir kommen!

Nun ist es bald soweit. Mein Mann freut sich schon wahnsinnig und ich? Na ja. Mal sehen. Apulien klingt in meinen Ohren gut, italienisch und leicht. An meisten freue ich mich auf die kulinarische Abwechslung, die ja immer mit einer solchen Reise verbunden ist. Obwohl- in der Gegend von Bari essen die Einheimischen die Meeresfrüchte roh! Da sag ich gleich; No Way!

Ob wir uns routenmäßig weiß Gott wie vorbereiten? Nein, nicht wirklich. Das Einzige was feststeht ist, dass wir die Runde im Osten hinunterfahren und im Westen wieder rauf. Bein hinunterfahren, besuchen wir Freunde in Valdobbiadene. Und jetzt kommt endlich etwas, was ich als Vorteil empfinde. Wir haben unser Häuschen mit und brauchen niemanden mit einer Übernachtung zu belasten. Außerdem schlafe ich sowieso lieber im eigenen Bett, als im fremden, aber das geht wohl nicht nur mir so.

Danach geht es weiter nach Duino, diesem verträumten italienischen Hafen, der kaum zu finden ist, es sei denn man kennt den Weg. In einem der beiden Restaurants gibt es den besten Pro Secco der Welt. Bisher konnten wir nicht allzu tief ins Glas schauen, denn meistens waren wir auf dem Weg zu unserem Schiff in Kroatien und wenn man sich nicht zusammenreißt, hat man im Nu einen sitzen. Und dann ist Sense mit Weiterfahren. Mit dem Womo ist das natürlich easy. Mann fällt zweimal um und landet anschließend im Bett. 

Was wir unbedingt sehen möchten, ist ganz im Süden Civita, Crotone, Vibo Valentia die Costa Saraceni und dann geht’s wieder hoch nach Neapel. Die Stadt, in der die Pizza erfunden wurde, muss ich unbedingt sehen. Sorry, schon wieder geht’s ums Essen. Grundsätzlich werden wir wie im Vorjahr, hauptsächlich die Küsten befahren. Wir sind ja beide meersüchtig.

Vielleicht geht sich ein Bad in Ionischen Meer aus? Ich meine Temperaturmäßig, denn unter 18 Grad geht auch bei mir nichts. Wie es dann weiter geht, steht noch nicht fest. Wir lassen uns einfach vom Leben überraschen. Unser „Würstelstand“, wie ich das alte Womo „liebevoll“ nenne, hält hoffentlich die geplanten drei Wochen durch und unsere Ehe auch!